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Soziale Gruppenarbeit

Subtitle: Ihre geschichtliche Entwicklung unter Berücksichtung ihrer Bedeutung als eine Methode der Sozialen Arbeit

Scholarly Research Paper, 2007, 26 Pages
Author: Timo Vollmer
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Event: Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Institution/College: University of Cooperative Education Villingen-Schwenningen
Tags: Soziale, Gruppenarbeit, Sozialpädagogik, Sozialarbeit
Category: Scholarly Research Paper
Year: 2007
Pages: 26
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V83634
ISBN (E-book): 978-3-638-00056-7
ISBN (Book): 978-3-638-91056-9
File size: 1433 KB
Notes :
Diese Studienarbeit klärt zu Beginn den Begriff der Sozialen Gruppenarbeit, um in einem zweiten Schritt auf deren geschichtliche Entwicklung einzugehen. Es werden alle wichtigen Stationen der Entwicklung vorgestellt, von den Wurzeln in den USA über die Zeit des Nationalsozialismus, bis hin zur Etablierung als eine Methode der Sozialen Arbeit und deren Verwissenschaftlichung. Darüber hinaus wird ständig der Bezug hergestellt zu ihrer Bedeutung als eine Methode der Sozialen Arbeit! Im Schlussteil schließlich werden alle Punkte nochmals aufgegriffen und eingehend diskutiert.


Abstract

1. Einführung „...“ Dieses Zitat von KONOPKA (1969) macht ansatzweise deutlich, wie die soziale Gruppenarbeit zu begreifen ist. Sie zeigt uns hier auf, dass es normal, ja alltäglich ist, uns in Gruppen zu bewegen. So nennt sie diese sogar die „(…) Grunderscheinungen menschlicher Beziehungen; (…).“ Dieses Zitat geht aber noch einen Schritt weiter. KONOPKA (1969) beschreibt die Arbeit mit Gruppen als etwas besonders schwieriges, mit entsprechend besonderen Anforderungen. Sie versucht herauszuarbeiten, welche Verantwortung sich hinter dieser Arbeit verbirgt. Die Folge ist eine Forderung nach wissenschaftlichem, aber auch ethischem Denken. Man muss sich stets der Macht bewusst sein, etwas Zerstörerisches oder Hilfreiches mit dieser Arbeit bewirken zu können. D.h. KONOPKA (1969) verlangt ein gewisses Maß an berechtigtem Respekt gegenüber der Materie. Beides, zum Einen die Natürlichkeit mit der wir Gruppen gegenübertreten und so keine Hemmnisse zu überwinden sind, sowie zum Anderen die enorme Schaffenskraft und Möglichkeit in der Arbeit mit Gruppen, wird schließlich deutlich und macht die soziale Gruppenarbeit heute zu einem wichtigen Standbein der Sozialen Arbeit. „Soziale Gruppenarbeit erfährt derzeit eine gesellschaftliche Renaissance. Diese wiederentdeckte Akzeptanz der Arbeit mit Gruppen hat ihre Grundlage in den vielfältigen Möglichkeiten, mittels Gruppenarbeit Prozesse zu initiieren, die bildend, sozialisierend und damit auch resozialisierend auf Individuen wirken können. Gruppenarbeit kann soziales Lernen ermöglichen und soziale Kompetenzen vermitteln, welche zur Alltagsbewältigung unabdingbar sind.“ SCHMIDT-GRUNERT (1997) unterstreicht hier nochmals die aktuelle Bedeutung dieser Methode und ihre Wichtigkeit, indem sie helfende Prozesse für das Individuum bereitstellen kann. Die soziale Gruppenarbeit scheint also in aktuellen Werken einen hohen Stellenwert zu genießen. „Um Studierenden ein eigenständiges Urteil über „Sinn und Unsinn“ sozialarbeiterischer Methoden zu ermöglichen, scheint ein Überblick über die Methodenentwicklung geradezu geboten.“ So wird sich diese Arbeit, ganz im Sinne von SCHMIDT-GRUNERT (1997), damit beschäftigen, die geschichtliche Entwicklung der sozialen Gruppenarbeit detailliert darzustellen, um schließlich einen Überblick über verschiedene Entwicklungsstadien zu gewinnen und die Bedeutung der sozialen Gruppenarbeit als eine Methode der Sozialen Arbeit über diese Stadien hinweg zu beleuchten.


Excerpt (computer-generated)

Soziale Gruppenarbeit
Ihre geschichtliche Entwicklung unter Berücksichtung
ihrer Bedeutung als eine Methode der Sozialen Arbeit

von

Timo Vollmer

 


Inhaltsübersicht

1 Einführung... 3

2 Begriff der sozialen Gruppenarbeit... 4

2.1 Einführung... 4
2.2 Begrifflichkeit und Abgrenzung... 5

2.2.1 Gruppenarbeit... 5
2.2.2 Gruppenpädagogik... 5
2.2.3 soziale Gruppenarbeit... 7
2.2.4 soziale Gruppenarbeit, eine „Methode“ der Sozialen Arbeit... 8

2.3 Zusammenfassung vorläufiger Ergebnis... 9

3 Geschichtliche Entwicklung der sozialen Gruppenarbeit... 10

3.1 Einführung... 10
3.2 Die Wurzeln... 10

3.2.1 Die Jugendbewegung... 10
3.2.2 Die Reformpädagogik... 11
3.2.3 Die Gruppendynamik... 12
3.2.4 Nachbarschaftsheime / Settlements... 13

3.3 Etablierung im deutschen Ausbildungssystem... 14

3.3.1 Die Frauenbewegung... 14
3.3.2 Die Zeit des Nationalsozialismus... 15
3.3.3 „Re-education“ und „social groupwork“... 15

3.4 Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945... 16

3.4.1 „Vorprofessionelle“ Gruppenarbeit... 16
3.4.2 Die Etablierung... 17
3.4.3 Die kritische Infragestellung... 18

3.4.3.1 Kritik im fachlichen Kontext... 18
3.4.3.2 Kritik im gesellschaftlichen Kontext... 18

3.4.4 Die Therapeutisierung... 19
3.4.5 Die Verwissenschaftlichung... 19

3.5 Zusammenfassung vorläufiger Ergebnisse... 20

4 Diskussion... 20

4.1 Hinführung zur Diskussion... 20
4.2 Diskussion des zentralen Themas... 21
4.3 Kritische Betrachtung und Ausblick... 23

5 Anhang... 24

6 Abbildungsverzeichnis... 25

7 Literaturverzeichnis... 25


 

1 Einführung

„Menschen in einer Gruppe und durch eine Gruppe zu helfen, ist besonders schwierig und stellt besondere Anforderungen. Gruppen sind die Grunderscheinungen menschlicher Beziehungen; in ihnen liegt die größte Macht des Menschen. Der Versuch, mit ihnen auf eine disziplinierte Weise zu arbeiten, gleicht dem Versuch, die Macht der Elemente nutzbar zu machen und beinhaltet die gleiche Art wissenschaftlichen Denkens wie auch eine ernste Erwägung der Ethik. Gleich der atomaren Kraft können Gruppen zerstörerisch und hilfreich sein. Mit solchen Kräften zu arbeiten, ist eine schwierige Aufgabe, die bescheiden macht.“1 Dieses Zitat von KONOPKA (1969) macht ansatzweise deutlich, wie die soziale Gruppenarbeit zu begreifen ist. Sie zeigt uns hier auf, dass es normal, ja alltäglich ist, uns in Gruppen zu bewegen. So nennt sie diese sogar die „(…) Grunderscheinungen menschlicher Beziehungen; (…).“2
Dieses Zitat geht aber noch einen Schritt weiter. KONOPKA (1969) beschreibt die Arbeit mit Gruppen als etwas besonders schwieriges, mit entsprechend besonderen Anforderungen. Sie versucht herauszuarbeiten, welche Verantwortung sich hinter dieser Arbeit verbirgt. Die Folge ist eine Forderung nach wissenschaftlichem, aber auch ethischem Denken. Man muss sich stets der Macht bewusst sein, etwas Zerstörerisches oder Hilfreiches mit dieser Arbeit bewirken zu können. D.h. KONOPKA (1969) verlangt ein gewisses Maß an berechtigtem Respekt gegenüber der Materie.3
Beides, zum Einen die Natürlichkeit mit der wir Gruppen gegenübertreten und so keine Hemmnisse zu überwinden sind, sowie zum Anderen die enorme Schaffenskraft und Möglichkeit in der Arbeit mit Gruppen, wird schließlich deutlich und macht die soziale Gruppenarbeit heute zu einem wichtigen Standbein der Sozialen Arbeit. „Soziale Gruppenarbeit erfährt derzeit eine gesellschaftliche Renaissance. Diese wiederentdeckte Akzeptanz der Arbeit mit Gruppen hat ihre Grundlage in den vielfältigen Möglichkeiten, mittels Gruppenarbeit Prozesse zu initiieren, die bildend, sozialisierend und damit auch resozialisierend auf Individuen wirken können. Gruppenarbeit kann soziales Lernen ermöglichen und soziale Kompetenzen vermitteln, welche zur Alltagsbewältigung unabdingbar sind.“4 SCHMIDT-GRUNERT (1997) unterstreicht hier nochmals die aktuelle Bedeutung dieser Methode und ihre Wichtigkeit, indem sie helfende Prozesse für das Individuum bereitstellen kann. Die soziale Gruppenarbeit scheint also in aktuellen Werken einen hohen Stellenwert zu genießen. „Um Studierenden ein eigenständiges Urteil über „Sinn und Unsinn“ sozialarbeiterischer Methoden zu ermöglichen, scheint ein Überblick über die Methodenentwicklung geradezu geboten.“5
So wird sich diese Arbeit, ganz im Sinne von SCHMIDT-GRUNERT (1997), damit beschäftigen, die geschichtliche Entwicklung der sozialen Gruppenarbeit detailliert darzustellen, um schließlich einen Überblick über verschiedene Entwicklungsstadien zu gewinnen und die Bedeutung der sozialen Gruppenarbeit als eine Methode der Sozialen Arbeit über diese Stadien hinweg zu beleuchten. Zunächst wird in einem ersten Teil der Begriff der sozialen Gruppenarbeit genauer erläutert, um schließlich in einem zweiten Teil ausführlich auf die geschichtliche Entwicklung einzugehen. Dies geschieht mit dem Ziel, Erkenntnisse über die Bedeutung der sozialen Gruppenarbeit als Methode der Sozialen Arbeit zu gewinnen und diese letztendlich in einer abschließenden Diskussion in geschichtlicher Abfolge in Zusammenhang zu bringen.

2 Begriff der sozialen Gruppenarbeit

2.1 Einführung

In diesem Teil der Arbeit wird anhand der Darstellung verschiedener Begrifflichkeiten versucht, sich dem Begriff der sozialen Gruppenarbeit anzunähern. Hier geht es auch um eine begriffliche Abgrenzung zu oft ähnlich und synonym verwendeten Begriffen, für die oft unterschiedlichen Formen der Arbeit mit Gruppen. So meint auch SCHMIDT-GRUNERT (1997): „Um das eigene Selbstverständnis einer professionellen Gruppenarbeit zu klären, ist die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Arten von Gruppenarbeit und den darin enthaltenen Akzentuierungen unverzichtbar.“6 In dieser Arbeit möchte ich dieselbe Systematik, wie sie auch SCHMIDT-GRUNERT (1997) verwendet, vorstellen. Um Begrifflichkeiten wie bspw. Gruppenarbeit, Gruppenpädagogik und soziale Gruppenarbeit in ihren besonderen Anspruchsprofilen darzustellen, geht sie vom „Allgemeinen zum Besonderen“ vor.7

2.2 Begrifflichkeit und Abgrenzung

2.2.1 Gruppenarbeit

Diese Form der Zusammenarbeit von Menschen ist in den unterschiedlichsten Bereichen des alltäglichen Lebens anzutreffen. In betrieblichen Organisationen, sowie in vielen anderen Institutionen wie bspw. Kindergärten, Schulen, Hochschulen, Einrichtungen der Fort- und Weiterbildung oder dem Freizeitbereich. Schlicht überall dort, wo man mittels einer Zusammenarbeit die gesetzten Ziele erreichen will. So unterscheidet nun SCHMIDT-GRUNERT (1997) eine weitere Differenzierung des Inhalts und der Gestaltung, die je nach Ziel und Zwecksetzung der jeweiligen Gruppe unterschiedlich ausfallen kann. Dies wäre Gruppenarbeit im Bildungs- und Ausbildungsbereich (als methodisches Mittel der Unterrichtsgestaltung), im betrieblichen Bereich (um Arbeitsabläufe zu optimieren) und schließlich in der Sozialen Arbeit (bspw. in Form offener Gruppenarbeit in Freizeitheimen, oder Selbsthilfegruppen).8

(Abbildung 1) [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]

Die in Abbildung 1 zusammengefasste Definition hebt nochmals die Wichtigkeit der gemeinsamen Zielsetzung hervor. Sie wird als „die Gemeinsamkeit“ verstanden, welche Voraussetzung für eine solche Gruppenarbeit ist, weshalb man auch von „Ziel orientierter Gruppenarbeit“ spricht.

2.2.2 Gruppenpädagogik

[...]


1 KONOPKA, G. 1969, 13f

2 KONOPKA, G. 1969, 14

3 vgl. KONOPKA, G. 1969, 14

4 SCHMIDT-GRUNERT, M. 1997, 14

5 SCHMIDT-GRUNERT, M. 1997, 14

6 SCHMIDT-GRUNERT, M. 1997, 56

7 vgl. SCHMIDT-GRUNERT, M. 1997, 56

8 vgl. SCHMIDT-GRUNERT, M. 1997, 57


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