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Voltaire - Candide ou l’Optimisme - Eine Kritik am Optimismus

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 19 Pages
Author: Kristin Freitag
Subject: Romance Languages - French Literature

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2007
Pages: 19
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V83668
ISBN (E-book): 978-3-638-90861-0
ISBN (Book): 978-3-640-27753-7
File size: 104 KB

Abstract

Als einer der wichtigsten Philosophen der französischen Aufklärung wollte Voltaire die Menschen dazu bewegen, sich gegen Intoleranz, Fanatismus und Aberglauben zu wehren. Gedankenfreiheit und die Würde des Menschen waren ihm dabei besonders wichtig. Schon in jungen Jahren fiel Voltaire durch seine satirischen Schriften auf und wurde mehrfach in die Bastille gesperrt, bis er schließlich nach England ins Exil ging, wo er vor allem vom Philosoph Locke stark beeinflusst wurde. Obwohl Voltaire eine zentrale Figur des 18. Jahrhunderts darstellt und sein Ruhm lange anhielt, werden seine Werke kaum noch gespielt oder gelesen. Candide ou l’Optimisme ist jedoch eine Ausnahme. Trotz Zensur und drohender Strafen kritisiert Voltaire in seinem Werk auf ironische und zum Teil amüsante Weise die Missstände der damaligen Zeit.


Excerpt (computer-generated)

Technische Universität Chemnitz / Romanistik
Hauptseminar: Le Siècle des Lumières
WS 2006/07

Voltaire - Candide ou l’Optimisme -
eine Kritik am Optimismus

von

Kristin Freitag

20.02.2007

 

 

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis 1

1. Einleitung 2

2. Candide – Das Werk 4
2.1 Historischer Hintergrund und Entstehung von Candide 4
2.2 Inhaltliche Zusammenfassung 5
2.3 Hauptfiguren in Candide 6

3. Der Aufbau des Werkes 9
3.1 Äußere Struktur und Stil 9
3.2 Innere Struktur 9
3.2.1 Zentrale Themen 9
3.2.2 Die verschiedenen Etappen 10
3.2.3 Die Ironie in Candide 11

4. Inhaltliche Interpretation des Werkes 13
4.1 Candides Entwicklung 13
4.2 Eldorado 14
4.3 Der Garten 15

5. Fazit: Candide ou l’Optimisme – Eine Kritik am Optimismus 17

6. Literaturverzeichnis 18

Primärliteratur: 18
Sekundärliteratur: 18
Internetquellen : 18

 

 

1. Einleitung 

Als einer der wichtigsten Philosophen der französischen Aufklärung wollte Voltaire die Menschen dazu bewegen, sich gegen Intoleranz, Fanatismus und Aberglauben zu wehren. Gedankenfreiheit und die Würde des Menschen waren ihm dabei besonders wichtig. Schon in jungen Jahren fiel Voltaire durch seine satirischen Schriften auf und wurde mehrfach in die Bastille gesperrt, bis er schließlich nach England ins Exil ging, wo er vor allem vom Philosoph Locke stark beeinflusst wurde. Nach einem jahrelangen Briefwechsel mit Friedrich II. von Preußen lebte er in Berlin an dessen Hof, bis er sich in Genf niederließ. Seine Literatur wie zum Beispiel La Henriade (1728), Zaïre (1732), Lettres philosophiques (1734) und Micromégas (1752) befasste sich mit den aktuellen Problemen der Gesellschaft. Er gehörte gemeinsam mit Montesquieu, Holbach und Rousseau zu den Verfassern der berühmten französischen Encyclopédie ou dictionnnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers von Diderot.1 Obwohl Voltaire eine zentrale Figur des 18. Jahrhunderts darstellt und sein Ruhm lange anhielt, werden seine Werke kaum noch gespielt oder gelesen. Candide ou l’Optimisme ist jedoch eine Ausnahme.2 Trotz Zensur und drohender Strafen kritisiert Voltaire in seinem Werk auf ironische und zum Teil amüsante Weise die Missstände der damaligen Zeit. Er entführt den Leser auf eine Reise um die Welt, zeigt ihm u.a. die Ungerechtigkeit der Ständegesellschaft, die Machtmissbräuche der Kirche, die Willkür der Inquisition, das Schicksal der Sklaven und den Realitätsverlust der Noblesse. Neben herausragenden Werken der Aufklärung wie zum Beispiel die Lettres persanes von Montesquieu (1721) und Diderots Jacques le Fataliste (1773) spiegelt Candide ou l’Optimisme die Idee dieser Epoche, für Toleranz und Glaubensfreiheit zu kämpfen, besonders gut wieder.

Im nun Folgenden soll es vor allem um die Hintergründe der Entstehung von Candide ou l’Optimisme gehen, wobei eine kurze inhaltliche Zusammenfassung, sowie die charakteristische Darstellung der Hauptfiguren mit in diese Hausarbeit einfließen. Mit Hilfe einer Analyse des Aufbaus Candides, sollen erste Rückschlüsse auf die Absichten Voltaires gezogen werden. Schließlich erfolgt eine inhaltliche Interpretation des Werkes, in der die wichtigsten Themen herausgearbeitet werden sollen.

2. Candide – Das Werk 

2.1 Historischer Hintergrund und Entstehung von Candide 

Die Auffassung des Philosophen Leibniz, dass die Welt die beste aller möglichen Welten ist, und alles in ihr ein notwendiges Übel sei3, wird in Voltaires Candide kritisiert. Doch wer war Leibniz? Gottfried Wilhelm von Leibniz war ein Philosoph, Wissenschaftler, Diplomat, Bibliothekar und Historiker. Neben dem Algorithmus, seinen Gedichten, sowie seiner Tätigkeit als politischer und juristischer Berater, widmet er sich in seinem Werk Théodicée von 1710 der Entstehung unserer Welt. Seiner Ansicht nach, ist diese zwar keinesfalls perfekt, aber die bestmögliche Welt, die Gott erschaffen konnte.4 So dass alles Schlechte, was in der Welt passiert letztendlich zu etwas Gutem führt und das Schicksal des Einzelnen dem Wohle der Gemeinschaft dient.


Un mal apparent peut donc cacher un bien: ce jeune garçon qui vient de mourir serait devenu un assassin; cette maison a pris feu, mais elle cachait sous ses ruines un trésor immense, etc. 5

Für Voltaire allerdings gibt es viele Beweise dafür, dass diese Philosophie keinesfalls begründet ist. Er verliert im Jahre 1749 seine beste und langjährige Freundin Madame du Châtelet, wodurch sich seine Philosophie verfinstert.6 Als im Jahre 1755 ein Erdbeben die Stadt Lissabon zerstört und Tausenden von Menschen das Leben nimmt, ist Voltaire so stark berührt, dass er das Gedicht Poème sur le désastre de Lisbonne schreibt. Er konnte das Beben selbst in seinem Haus in Genf, das er liebevoll „Les Délices“7 nannte, spüren.8 Nur ein Jahr nach dem schrecklichen Ereignis in Lissabon bricht zwischen Frankreich und England der Siebenjährige Krieg aus. Für Voltaire waren diese Geschehnisse keinesfalls eine Vorhersehung Gottes, sondern die Widerspiegelung des Elends in der Welt.

[....]


1 Vgl. Charpentier, Michel et Jeanne, Voltaire, Paris : Édition Nathan, 1991, S. 5 ff.

2 Vgl. Ayer, Alfred, Voltaire- Eine intellektuelle Biographie, Weinheim: Beltz Athenäum Verlag, 1994, S. 161.

3 Ayer, Alfred,Voltaire- Eine intellektuelle Biographie, S. 161.

4 Vgl. Leibniz – philosophe de l’universel, in: Magazine Littéraire, Nr. 416, Januar 2003, S. 19 ff.

5 Décote Georges, Profil d’une oeuvre, Candide – Voltaire, Paris : Collection Pol Gaillard, 1992, S. 22.

6 Vgl. ebd., S. 10.

7 Auf deutsch: Die Freuden

8 Vgl. Voltaire, Note sur Candide dans Romans et contes, édition établi par René Pomeau, Paris: Garnier - Flammarion, 1966, S. 170.


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