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Deutsche und internationale Entwicklungspolitik - Ein Überblick

Termpaper, 2007, 22 Pages
Author: Thomas Szczepanek
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 22
Grade: 1,8
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V83736
ISBN (E-book): 978-3-638-00094-9
ISBN (Book): 978-3-638-91068-2
File size: 148 KB

Abstract

Beim ‚Millennium-Gipfel’ in New York zogen die Vereinten Nationen eine verheerende Bilanz über ihre seit 1949 bestehende Entwicklungspolitik: Im Jahr 2000 lebten (immer noch) über eine Milliarden Menschen in extremer Armut, sprich jeder fünfte Erdenbewohner hatte weniger als einen Dollar pro Tag für sein Leben zur Verfügung. Die Vereinten Nationen beschlossen daraufhin in ihren ‚Millennium-Entwicklungszielen’ unter anderem bis 2015 den Anteil der Menschen zu halbieren, welche unter absoluter Armut leiden. Ob diese Zielsetzung realisierbar ist, bleibt zunächst abzuwarten. In Hinblick auf diese Zahlen stellt sich die Frage nach dem Sinn, wenn mehr als 50 Jahre Entwicklungspolitik zu diesem mageren Resultat führten? Und, wie müsste denn erfolgreiche Entwicklungspolitik aussehen? Im Rahmen meines Sozialpädagogikstudiums an der Berufsakademie Stuttgart machte ich während meines Fremdpraktikums in einem Straßenkinderprojekt in Kisumu, Kenia, vielfältige Erfahrungen in der Sozialen Arbeit in einem Entwicklungsland, lernte die Probleme des dortigen sozialen Hilfesystems und die Arbeit von diversen NGOs , sogenannten Nicht-Regierungs-Organisationen, kennen. Doch wie sich die Rahmenbedingungen der Entwicklungshilfe, die Finanzierung, das System und die politischen Hintergründe gestalten, blieb mir unbekannt. So soll im Rahmen dieser Arbeit ein Überblick über das entwicklungspolitische System gegeben, die Begrifflichkeiten geklärt, die politische Zielsetzung und der organisatorische Aufbau der deutschen Entwicklungspolitik erläutert, ein Einblick in die historische Entstehung der Entwicklungspolitik gegeben, auf die Ursachen von Unterentwicklung eingegangen und mögliche Entwicklungsstrategien aufgezeigt werden. Aufgrund des begrenzten Rahmens dieser Seminararbeit kann natürlich nicht der Anspruch erhoben werden, das Thema ‚Entwicklungspolitik’ umfassend darzustellen, aber es soll im Folgenden ein fundierter und informativer Überblick über die genannten Themen gegeben werden.


Excerpt (computer-generated)

Berufsakademie Stuttgart, Sozialarbeit und Politik
Studienjahrgang 2004, Kurs B

Deutsche und internationale Entwicklungspolitik - Ein Überblick

von

Thomas Szczepanek

 


Inhaltsverzeichnis

1. Themenstellung und Einführung... 3

2. Begriffsklärung... 4

3. Ziele der Entwicklungspolitik und ihr organisatorischer Aufbau in Deutschland... 6

4. Historische Entwicklung: Vier Dekaden der Entwicklungspolitik... 10

5. Ursachen von Unterentwicklung... 13

5.1 Externe Ursachen... 13
5.2 Interne Ursachen... 14

6. Entwicklungsstrategien... 16

7. Zusammenfassung und Ausblick... 19

8. Abkürzungsverzeichnis... 20

9. Literaturverzeichnis... 21


 

1. Themenstellung und Einführung

Beim ‚Millennium-Gipfel’ in New York zogen die Vereinten Nationen eine verheerende Bilanz über ihre seit 1949 bestehende Entwicklungspolitik: Im Jahr 2000 lebten (immer noch) über eine Milliarden Menschen in extremer Armut, sprich jeder fünfte Erdenbewohner hatte weniger als einen Dollar pro Tag für sein Leben zur Verfügung.1 Die Vereinten Nationen beschlossen daraufhin in ihren ‚Millennium-Entwicklungszielen’ unter anderem bis 2015 den Anteil der Menschen zu halbieren, welche unter absoluter Armut leiden.2 Ob diese Zielsetzung realisierbar ist, bleibt zunächst abzuwarten. In Hinblick auf diese Zahlen stellt sich die Frage nach dem Sinn, wenn mehr als 50 Jahre Entwicklungspolitik zu diesem mageren Resultat führten? Und, wie müsste denn erfolgreiche Entwicklungspolitik aussehen? Im Rahmen meines Sozialpädagogikstudiums an der Berufsakademie Stuttgart machte ich während meines Fremdpraktikums in einem Straßenkinderprojekt in Kisumu, Kenia, vielfältige Erfahrungen in der Sozialen Arbeit in einem Entwicklungsland, lernte die Probleme des dortigen sozialen Hilfesystems und die Arbeit von diversen NGOs3, sogenannten Nicht- Regierungs-Organisationen, kennen. Doch wie sich die Rahmenbedingungen der Entwicklungshilfe, die Finanzierung, das System und die politischen Hintergründe gestalten, blieb mir unbekannt. So soll im Rahmen dieser Arbeit ein Überblick über das entwicklungspolitische System gegeben, die Begrifflichkeiten geklärt, die politische Zielsetzung und der organisatorische Aufbau der deutschen Entwicklungspolitik erläutert, ein Einblick in die historische Entstehung der Entwicklungspolitik gegeben, auf die Ursachen von Unterentwicklung eingegangen und mögliche Entwicklungsstrategien aufgezeigt werden. Aufgrund des begrenzten Rahmens dieser Seminararbeit kann natürlich nicht der Anspruch erhoben werden, das Thema ‚Entwicklungspolitik’ umfassend darzustellen, aber es soll im Folgenden ein fundierter und informativer Überblick über die genannten Themen gegeben werden.

2. Begriffsklärung

Das ‚Lexikon Dritte Welt‘ definiert Entwicklungspolitik als „die Summe aller Mittel und Maßnahmen (...), die von Entwicklungsländern und Industrieländern eingesetzt und ergriffen werden, um die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Entwicklungsländer zu fördern, d.h. die Lebensbedingungen der Bevölkerung in den Entwicklungsländern zu verbessern.“4 Nach dieser Definition umfasst Entwicklungspolitik alle politischen, wirtschaftlichen und sozialen Aktivitäten von Staaten, internationalen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, mit der Zielsetzung von sozialer Gerechtigkeit, wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, politischer Stabilität und ökologischem Gleichgewicht.
Alltagsprachlich wird der Begriff Entwicklungspolitik häufig synonym zu Entwicklungshilfe oder -zusammenarbeit verwendet, auch wenn der Aufgabenbereich der Entwicklungspolitik weit über die reine Entwicklungshilfe hinausgeht und nicht allein im Zuständigkeitsbereich des ‚Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung’ (BMZ) liegt, sondern Teil der Außen-, Sicherheits- und Wirtschaftspolitik der BRD ist.5 Die Bezeichnung Entwicklungsland, teilweise auch immer noch ‚Dritte Welt’ genannt, ist ein Sammelbegriff für Länder, die man allgemein als ‚arm’ bezeichnet und unterliegt keiner theoretischen Konzeption, obwohl er im Fachjargon der Entwicklungspolitik gängig ist. Die Armut bezieht sich auf den relativ niedrigen Stand der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Entwicklung eines Landes. Die Einteilung von Entwicklungsländern wird nicht nach einheitlichen Kriterien vorgenommen: Die UNO (United Nations Organization) beispielsweise unterscheidet Less Developed Countries (LDC) von Least Developed Countries (LLDC), also weniger entwickelte Länder von am wenigsten entwickelten Ländern. Diese Einteilung erfolgt auf Grund des Bruttoinlandproduktes pro Kopf, dem Economic Vulnerability Index (Kriterien der wirtschaftlichen Stabilität) und dem Human Assets Index (soziale Merkmale, wie Bildung und Gesundheit) eines Landes.
Die Weltbank hingegen bezieht sich bei ihrer Einteilung von förderungswürdigen Entwicklungsländern allein auf das Pro-Kopf-Einkommen eines Landes.6 Armut beschreibt einen Mangel an materiellen, aber auch immateriellen Grundbedürfnissen. Hierbei ist der Begriff immer als eine relative Größe zu verstehen: So bezeichnet man Entwicklungsländer und deren mehrheitliche Einwohner als arm, aber auch in sogenannten ‚reichen’ Ländern, wie Deutschland, gibt es Armut7. Andererseits gibt es auch in einigen Entwicklungsländern, wie den ölexportierenden Ländern, Reichtum. Relative Armut bezieht sich somit auf das Verhältnis des individuellen Einkommens zum Durchschnittseinkommen eines Landes. Die WHO setzt hierbei die Armutsgrenze bei der Hälfte, die Europäische Union (EU) bei 60% des durchschnittlichen Einkommens an.8

[...]


1 Vgl. RANDERS 2007.

2 Vgl. Kap. 4.

3 Im Text nicht erklärte Abkürzungen werden im Abkürzungsverzeichnis erläutert.

4 NUSCHELER 2006, S. 76.

5 Vgl. NUSCHELER 2006, S. 76f.

6 Vgl. LACHMANN 1994, S. 19ff.

7 Vgl. die aktuelle Kinderarmutsdiskussion in Deutschland.

8 Vgl. NUSCHELER 2006, S. 144.


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