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Thesis (M.A.), 2001, 105 Pages
Author: Thomas Pult
Subject: Sport - Miscellaneous
Details
Tags: Sport, Sportwissenschaft, Demographie, Senioren, Statistik
Year: 2001
Pages: 105
Grade: 1,5
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-15361-4
File size: 350 KB
Die Tatsache, dass die Gesellschaft stetig älter wird, ist ein wesentliches Merkmal der demographischen Entwicklung in Deutschland und Europa. Vor den Sportvereinen macht dieser Trend nicht Halt. Die vorliegende Arbeit versucht, dies mit Hilfe statistischer Daten zu beweisen. Das 105 Seiten starke Werk befasst sich mit sportdemographischen Entwicklungen in den Landessportbünden des Deutschen Sportbundes und zeigt, dass sich die Sportvereine in den nächsten Jahren auf einen Ansturm von Seniorensportlern einstellen müssen. Am Schluss der Arbeit wird versucht, Sportvereinen Tipps zu geben, wie sie sich Senioren öffnen und wie sie ihr Angebot speziell für Senioren erweitern können. Die Arbeit wurde mit einem Video eingereicht, das den Seniorensport in der Hansestadt Greifswald unter die Lupe nimmt. Der 25-minütige Film kann bei Bedarf für 20 Euro (inkl. Versandkosten) beim Autoren bestellt werden.
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Excerpt (computer-generated)
Der Vormarsch des Seniorensports in Deutschland -
Sportdemographische Entwicklungen in den Landessportbünden des Deutschen Sportbundes
sowie in der Hansestadt Greifswald und ihr Einfluss auf die Zukunft der Sportvereine
MAGISTERARBEIT
angefertigt im Fach
"SPORTWISSENSCHAFT"
im
Jahr 2001
eingereicht von: Thomas Pult
Inhalt
1. Vorwort ... 4
2. Die Lebenssituation älterer Menschen in Deutschland ... 6
3. Der Seniorensport auf dem Vormarsch ... 11
3.1. Landessportbund Baden-Nord ... 11
3.2. Landessportbund Baden-Süd ... 14
3.3. Landessportbund Württemberg ... 17
3.4. Landessportbund Bayern ... 19
3.5. Landessportbund Berlin ... 22
3.6. Landessportbund Brandenburg ... 24
3.7. Landessportbund Bremen ... 28
3.8. Landessportbund Hamburg ... 30
3.9. Landessportbund Hessen ... 33
3.10. Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern ... 36
3.11. Landessportbund Niedersachsen ... 38
3.12. Landessportbund Nordrhein-Westfalen ... 41
3.13. Landessportbund Rheinland-Pfalz ... 43
3.14. Landessportbund Saarland ... 46
3.15. Landessportbund Sachsen ... 49
3.16. Landessportbund Sachsen-Anhalt ... 51
3.17. Landessportbund Schleswig-Holstein ... 54
3.18. Landessportbund Thüringen ... 57
4. Kurze sportdemographische Gesamtanalyse des deutschen
Seniorensports ... 60
4.1. Mitgliederentwicklung in deutschen Sportvereinen hinsichtlich ihres
Seniorenanteils ... 60
4.2. Die beliebtesten Sportarten der deutschen Senioren ... 62
4.3. Das Verhältnis der Geschlechter im Seniorensport Deutschlands ... 63
5. Der organisierte Seniorensport in Greifswald ... 65
5.1. Organisierter Sport innerhalb des Stadtsportbundes ... 65
5.1.1. Bevorzugte Sportarten Greifswalder Senioren ... 66
5.1.2. Senioren in Greifswalder Vereinen ... 69
5.1.3. Verhältnis der Geschlechter im organisierten Sport
Greifswalds ... 69
5.2. Organisierter Sport außerhalb des Stadtsportbundes ... 70
5.3. Probleme bei der Organisation von Seniorensport in Greifswald ... 70
5.4. Filmprojekt "Wer rastet, der rostet" ... 70
6. Möglichkeiten, Chancen und Grenzen der Sportvereine bei der
Etablierung des Seniorensports ... 73
6.1. Vorgedanken und erste Schritte zur Gewinnung von Senioren ... 73
6.2. Öffentlichkeitsarbeit als Werbemittel ... 76
6.3. Die soziale Komponente des Seniorensports ... 78
6.4. Zusammenfassung ... 80
7. Resümee ... 81
Anhang mit wichtigen Anschriften zum Seniorensport, Materialien zum Filmbeitrag
"Wer rastet, der rostet" sowie Quellenangaben ... 83
1. Vorwort
"Die Tatsache, dass die Gesellschaft stetig älter wird, ist ein wesentliches Merkmal der demographischen Entwicklung in Deutschland und Europa"1. Mit diesem Satz beschrieb J. Schwier in einem 1998 veröffentlichten Beitrag ein Problem, das nicht nur die Träger der Rentenkassen seit Jahren beschäftigt, sondern auch viele Mediziner. Fest steht, dass die Lebenserwartung beständig steigt. Betrug sie in Rom vor 2000 Jahren noch 22 Jahre und in den USA um 1900 noch 49 Jahre, so lag sie 1990 in Deutschland schon bei 74 Jahren2. Fakt ist auch, dass der Anstieg der Lebenserwartung einher geht mit der Steigerung gesundheitlicher Probleme und körperlicher Leistungseinschränkungen. Die Ursachen dafür sind nicht ausschließlich dem Älterwerden zuzuschreiben, sondern meist eine "indirekte Folge eines von Bewegungsarmut geprägten Lebensstils."3 Inaktivität verstärkt und beschleunigt den Altersvorgang. Sportliche Bewegung hingegen kann den Alterungsprozess zwar nicht aufheben, aber verzögern.4 Gesund alt werden und die Lebensqualität durch sportliche Bewegung erhöhen: das muss die Devise für heutige Senioren sein. Nur ein geringer Teil der älteren Menschen jedoch hat dies bislang richtig wahrgenommen.
Die vorliegende Arbeit soll die letztgenannte These stützen und mit den bereits angedeuteten Trends bestätigen, dass der Seniorensport in Zukunft enorm an Bedeutung gewinnen wird. In erster Linie wird es auf den folgenden Seiten darum gehen, einen Überblick über die aktuellen sportdemographischen Gegebenheiten und Entwicklungen in den Landessportbünden Deutschlands zu geben sowie eine Bestandsaufnahme des Seniorensports in der Hansestadt Greifswald vorzunehmen. Ferner werden in dieser Arbeit Antwortvorschläge für die Fragestellung entwickelt, wie Vereine auf den zu erwartenden und bereits eingesetzt habenden Vormarsch des Seniorensports in Deutschland reagieren bzw. wie sie agieren können. Ich beschränke mich dabei auf wesentliche Aussagen. Vieles kann in diesem Rahmen nur angerissen beziehungsweise muss vernachlässigt werden.
Dieser Arbeit ist außerdem ein selbstständig geplanter, gedrehter und zusammengestellter Film mit dem Titel "Wer rastet, der rostet" beigefügt. Er dokumentiert das Sportgeschehen in der Hansestadt Greifswald hinsichtlich der Möglichkeiten für Senioren. Der 25-minütige Zusammenschnitt von zehn Stunden Filmmaterial ist als Animationsvideo angelegt. Sein Zweck war es neben der Darstellung eines Ist-Zustandes auch, durch aussagekräftige Bilder und Interviews Senioren Greifswalds für den Sport zu begeistern und zu gewinnen.
2. Die Lebenssituation älterer Menschen in Deutschland
Um einen Einstieg zu geben, ist es sinnvoll, die demographische Situation in Deutschland zu skizzieren. Die im folgenden zu belegende Annahme, dass in den Vereinen des Deutschen Sportbundes (DSB) in den vergangenen Jahren
eine kleine Revolution hinsichtlich der Altersstruktur der Mitglieder eingeläutet wurde, kommt nämlich nicht von ungefähr. Sie rührt vom Wissen um den demographischen Wandel, der sich seit dem letzten Jahrhundert vollzieht. Gegen Ende des 19. Jh. betrug der Anteil der über 60-Jährigen in der deutschen Bevölkerung noch 5%. 1992 war der Stand bei 21%. Das bedeutet, dass jeder fünfte Bundesbürger älter als 60 war. Ende 1999 lebten in Deutschland fast 19 Millionen Menschen, die das 60. Lebensjahr überschritten hatten. Bei einer Einwohnerzahl von gut 82 Millionen sind dies 23% der Gesamtbevölkerung. Auf 2030 lässt sich eine Zahl von 38% prognostizieren. Die 9. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes brachte als Ergebnis, dass bis zum Jahr 2050 die Menschen im Alter von 58 bis 63 Jahren zu den am stärksten besetzten Jahrgängen gehören werden. Heute sind es die 35- bis 40-Jährigen.
Diese Verlagerung zugunsten der Senioren ist hauptsächlich auf zwei Faktoren zurückzuführen: die sinkenden Geburtenraten und die allgemein höhere Lebenserwartung, die aus einer Steigerung der Lebensqualität resultiert.
Darüber, dass die Geburtenraten in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts stark gesunken sind, informieren diverse Massenmedien regelmäßig. Erklärbar wird das Phänomen der sinkenden Babyzahlen dadurch, dass der Wunsch nach Kindern abgenommen hat. Kinder stellen eine erhebliche ökonomische und psychische Belastung dar. Viele potenzielle Eltern haben heutzutage entweder kaum Zeit, Nachkommen aufzuziehen oder sind finanziell nicht dazu in der Lage. Durch das Rentensystem sind Kinder auch nicht mehr nötig, um die Eltern im Alter zu versorgen - so wie es in vielen Entwicklungsländern der Welt beispielsweise noch der Fall ist. Ungewollte Schwangerschaften können durch Verhütungsmethoden wirkungsvoll unterbunden werden, sodass Menschen zunehmend besser bestimmen können, wann sie wieviel Nachwuchs bekommen möchten und ob sie überhaupt Kinder wollen.
Es besteht bereits seit einiger Zeit ein Missverhältnis zwischen Geburts- und Sterberaten. Dies manifestiert sich in einem Rückgang der Bevölkerung. Experten prognostizieren für die Bundesrepublik einen Bevölkerungsschwund von mehreren Millionen Menschen in den nächsten 40 Jahren. Lebten 1988 noch 78,4 Millionen Personen in beiden deutschen Staaten, wird für 2040 eine Zahl von 62,3 Millionen erwartet.5 Indirekt hängt der Trend der sinkenden Geburtenraten auch mit der verringerten Kindersterblichkeit zusammen.
[...]
1 Schwier, J.: Zur Lebenssituation älterer Menschen. In: Kirchner/Rohm/Wittemann: Seniorensport. Aachen 1998, S. 14.
2 Vgl. hierzu: Hübscher, J.: Biologische Aspekte des Sports mit Älteren. In: Kirchner/Rohm/ Wittemann: Seniorensport. Aachen 1998, S. 38.
3 Vgl. hierzu: Hübscher, J.: Biologische Aspekte des Sports mit Älteren. In: Kirchner/Rohm/ Wittemann: Seniorensport. Aachen 1998, S. 49.
4 Vgl. hierzu: Hübscher, J.: Biologische Aspekte des Sports mit Älteren. In: Kirchner/Rohm/ Wittemann: Seniorensport. Aachen 1998, S. 48/49.
5 Vgl. Schwier, J.: Zur Lebenssituation älterer Menschen. In: Kirchner/Rohm/Wittemann: Seniorensport. Aachen 1998, S. 14.
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