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A linhagem da elite e a linhagem do povo - zur Darstellung von Herrschenden und Beherrschten in Brasilien

Subtitle: Am Beispiel von Joao Ubaldo Ribeiros "Viva o povo brasileiro"

Thesis (M.A.), 2006, 141 Pages
Author: M.A. Thomas Jäger
Subject: Romance Languages - Latin American Studies

Details

Category: Thesis (M.A.)
Year: 2006
Pages: 141
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 95  Entries
Language: German
Archive No.: V83882
ISBN (E-book): 978-3-638-87695-7

File size: 699 KB

Abstract

Der 1982 veröffentlichte Roman Viva o povo brasileiro von João Ubaldo Ribeiro entsteht in einer Zeit, in der sich Brasilien im – von oben gesteuerten – Wandel von einer Militärdiktatur zur Demokratie befindet, der so genannten fase da abertura. Der Autor wagt mit diesem Roman nicht mehr und nicht weniger als eine Revision der Gründungsmythen des Landes und der Rolle, die Volk und Elite in 300 Jahren brasilianischer Geschichte gespielt haben (…). Statistiken zur Ressourcenverteilung in Brasilien verdeutlichen die Aktualität des Themas: Mitte der 1990er Jahre gehören einem Prozent der Bevölkerung 43 Prozent des Landes (…). Die Verteilung der Ressourcen zu Beginn der brasilianischen Geschichte beschreibt er als einen Prozess der räuberischen Aneignung seitens der skrupellosen neuen Herren des Kontinents. Vor allem versucht der Autor aber, dem Deutungsmonopol der Eliten entgegenzuwirken (…); er kreiert seinerseits einen Mythos, indem er die Geschichte einer fiktiven Rebellion der Unterdrückten und Besitzlosen erzählt. (…) Die Analyse der Herrschenden und der Beherrschten, der Elite und des Volkes, so wie Ribeiro sie darstellt, soll Thema der hier vorliegenden Arbeit sein (…). Als Herangehensweise habe ich im ersten Teil dieser Arbeit eine multiperspektivische Annäherung an zentrale Begriffe der Herrschaftstheorie (vor allem Macht, Herrschaft und Knechtschaft) gewählt (…) sowie an bestimmte Teilaspekte, die mir insbesondere für die Analyse von Viva o povo brasileiro bedeutsam erschienen, wie das Phänomen der Entfremdung und die geschlechterspezifische Dimension von Herrschaft (…) Bei Herrschaftsverhältnissen, die auf Grundlage der Rassenzugehörigkeit bestehen (…), bin ich dabei näher auf die brasilianischen Verhältnisse, die Geschichte der Sklaverei und ihrer Abschaffung sowie die Entwicklung der Diskurse im Land, die das Verhältnis zwischen den Rassen beschreiben, einzugehen. Denn in Viva o povo brasileiro wird zu diesen Fragen direkt Bezug genommen. Im zweiten Teil dieser Arbeit beschäftige ich mich mit dem Roman selbst, der Analyse der einzelnen Figuren der Elite (a linhagem da elite) und des Volkes (a linhagem do povo). (…) Darüber hinaus ziehe ich, bei einigen Figuren des Romans, Vergleiche zum spanischen Schelmenroman (picaresca) und zu ihrem brasilianischen Verwandten, der romance da malandragem, da dessen Autoren in ihren Werken zumeist ein Herr-Knecht-Verhältnis schildern (…).


Excerpt (computer-generated)

Freie Universität Berlin
Lateinamerika-Institut

Magisterarbeit
zur Erlangung des akademischen Grades eines Magister
Artium

A linhagem da elite e a linhagem do povo

Zur Darstellung von Herrschenden und Beherrschten in
Brasilien
am Beispiel von João Ubaldo Ribeiros

Viva o povo brasileiro

Thomas Jäger
Berlin, 01. August 2006

 

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung ... 4

Teil I. Herrschende und Beherrschte ... 7

1. Annäherung an die Begriffe: Herrschaft und Knechtschaft; Volk und Elite ... 7

1.1 Üble Mächte am Werk? – „Power tends to corrupt, and absolute power corrupts absolutely“ ... 9
1.2 Von Macht zu Herrschaft ... 11
1.3 „Mancher hält sich für den Herrn seiner Mitmenschen und ist trotzdem mehr Sklave als sie.“ – Die Beziehung zwischen Herr und Knecht ... 14
1.4 Der Herren fremder Geist ... 18

2. Herrschaft und Geschlechter ... 22

2.1 Überlegene Unterlegenheit ... 24
2.2 Frauen als outsider ... 26
2.3 Die Verunsicherung des Geschlecht ... 27

3. Rassismus und Sklaverei ... 30

3.1 Ursprung der Sklaverei ... 30
3.2 Rassistische Diskurse des 19. Jahrhundert ... 31
3.3 Der Abolitionismu ... 33
3.4 Das Ideal des embranquecimento ... 34
3.5 Rassistische Diskurse zur Jahrhundertwende – Nina Rodrigue ... 37
3.6 Mestiçagem und Renaissance des embranquecimento – OliveiraVianna ... 38
3.7 Positive Bewertung der mestiçagem und democracia racial - Gilberto Freyre ... 39

Teil II: Analyse von Herrschenden und Beherrschten in Viva o povo brasileiro ... 46

4. João Ubaldo Ribeiros Viva o Povo Brasileiro ... 48

4.1 Autor und Werk ... 48
4.2 Grundstruktur und Sprache des Roman ... 49

5. Bezüge zum spanischen Schelmenroman in Viva o povo brasileiro ... 52

5.1 Die Entstehung der picaresca ... 52
5.2 Der brasilianische malandro ... 54
5.3 Pícaros und malandros in Viva o povo brasileiro ... 56

6. Die linhagem da elite ... 58

6.1 Der Baron Perilo Ambrósio von Pirapuama ... 58
6.2 Amleto Ferreira ... 65
6.3 Bonifácio Odulfo ... 71
6.4 Legitimationskrise der Herrschaft ... 76
6.5 Die Frauen der Elite ... 79

7. Die linhagem do povo ... 88

7.1 Nego Leléu ... 88
7.2 Auflehnung der malandros gegen die Herrschaft – Caboco Capiroba und Caboca Vu ... 95
7.3 Die geheime Bruderschaft des brasilianischen Volke ... 97
7.4 Maria da Fé ... 104
7.5 Patrício Macário als Bindeglied zwischen elite und povo ... 111
7.6 Die feiticeiras als Hüterinnen der afrobrasilianischen Kultur ... 117
7.7 Stalin José ... 120
7.8 Rebellion versus picardía / malandragem in der linhagem do povo ... 121

8. Herrschendes Geschichtsbild versus orale Überlieferung ... 127

Schluss ... 132

Literaturverzeichnis ... 135

 

 

Einleitung

Der 1982 veröffentlichte Roman Viva o povo brasileiro von João Ubaldo Ribeiro entsteht in einer Zeit, in der sich Brasilien im – von oben gesteuerten – Wandel von einer Militärdiktatur zur Demokratie befindet, der so genannten fase da abertura. Der Autor wagt mit diesem Roman nicht mehr und nicht weniger als eine Revision der Gründungsmythen, die mit der Intention konstruiert wurden, den Charakter und die Identität des Landes sowie seiner Bewohner festzuschreiben. Darüber hinaus – und dies erscheint mir der wichtigere Punkt zu sein – versucht Viva o povo brasileiro „uma releitura — paródica e bem-humorada — de pelo menos três séculos de história do Brasil, dando destaque ao povo e à sua longa aprendizagem para conquistar um lugar de onde pudesse ser ouvido pelas elites que se julgavam as únicas donas do país.”1

Statistiken zur Ressourcenverteilung in Brasilien verdeutlichen die Aktualität des Themas: Mitte der 1990er Jahre gehören einem Prozent der Bevölkerung 43 Prozent des Landes in Privatbesitz und die landwirtschaftlichen Großbetriebe mit mehr als 500 Hektar bewirtschaften fast zwei Drittel der genutzten Fläche. Die Kleinst- und Kleinbetriebe, die etwa zwei Drittel aller Betriebe ausmachen, besitzen hingegen nur weniger als sechs Prozent des Agrarlandes.2 In einer von der Konrad-Adenauer-Stiftung veröffentlichten Studie führt die Autorin Susanne Käss diese extrem ungleiche Verteilung sowie die aktuellen sozialen Konflikte Brasiliens auf die Mechanismen der Erschließung des Landes während der Kolonialzeit zurück.3

Auch Ribeiro untersucht in seinem Roman, unter anderem, wie Macht und Reichtum einer elitären Minderheit entstehen und auf welche Weise sie sich über die Jahrhunderte halten konnten. Die Verteilung der Ressourcen zu Beginn der brasilianischen Geschichte beschreibt er dabei als einen Prozess der räuberischen Aneignung seitens der skrupellosen neuen Herren des Kontinents. Vor allem versucht der Autor aber auch, dem Deutungsmonopol der Eliten entgegenzuwirken und jenen Gehör zu verschaffen, die sonst nicht gehört werden; er kreiert somit seinerseits einen Mythos, indem er die Geschichte einer fiktiven Rebellion der Unterdrückten und Besitzlosen erzählt.

Während sich die meisten Analysen von Viva o povo brasileiro mit den Konzepten des Autors zu Historiographie und Geschichtsbild beschäftigen4, versuche ich in dieser Arbeit zum Kern der Historie, zu ihren Akteuren und Interpreten vorzudringen:

Die Analyse der Herrschenden und der Beherrschten, der Elite und des Volkes, so wie Ribeiro sie darstellt, soll Thema der hier vorliegenden Arbeit sein. Davon erhoffe ich mir nicht nur ein umfassendes Verständnis der Sicht des Autors auf sein Land, sondern insbesondere durch die Analyse der einzelnen Romanfiguren auch ein tieferes, kulturenübergreifendes Verständnis der Wechselwirkungen von politischen, sozialen und ökonomischen Faktoren mit der individuellen Psyche.

Als Herangehensweise habe ich im ersten Teil dieser Arbeit eine multiperspektivische Annäherung an zentrale Begriffe der Herrschaftstheorie (vor allem Macht, Herrschaft und Knechtschaft) gewählt. So wird die Bedeutung der genannten Begriffe zunächst einmal etymologisch hergeleitet, um die Thematik dann aus sozialwissenschaftlicher und philosophischer Sicht zu untersuchen. Bestimmte Teilaspekte, die eng mit Herrschaft und Knechtschaft zusammen hängen und die mir insbesondere für die Analyse von Viva o povo brasileiro bedeutsam erschienen, wie das Phänomen der Entfremdung und die geschlechterspezifische Dimension von Herrschaft, habe ich nicht brasilienspezifisch, sondern mit Hilfe der allgemeinen Literatur zum Thema behandelt. Bei Herrschaftsverhältnissen, die auf Grundlage der Rassenzugehörigkeit bestehen und bestanden, erschien es mir jedoch ratsam, näher auf die brasilianischen Verhältnisse, die Geschichte der Sklaverei und ihrer Abschaffung sowie die Entwicklung der Diskurse im Land, die das Verhältnis zwischen den Rassen beschreiben, einzugehen. Denn in Viva o povo brasileiro wird zu diesen Fragen direkt Bezug genommen.

Bei der Reproduktion der sozialwissenschaftlichen und philosophischen Diskurse über Macht und Herrschaft konnte der Anspruch jedoch nicht sein, das Thema vollständig zu abzuhandeln, da die Fülle der diesbezüglichen Veröffentlichungen das kaum zulässt. Vielmehr ging es mir darum, ein Instrumentarium zur Analyse von Viva o povo brasileiro zur Hand zu haben, was auch das Hauptkriterium für die Selektion bestimmter Autoren, Denkrichtungen und –schulen war. Insbesondere die neueren Diskurse haben sich als nicht sehr ergiebig für das hier behandelte Thema erwiesen, handeln sie doch, spätestens seit Michel Foucault (insbesondere mit Überwachen und Strafen5, veröffentlicht im Jahr 1975), zumeist von komplexen Macht- und Herrschaftsverhältnissen in den modernen Industriegesellschaften. Die Handlung von Viva o povo brasileiro hingegen spielt größtenteils im 19. Jahrhundert, zu Zeiten der Sklaverei, und davor. Dass „abweichendes Verhalten aller Art nicht mehr (...) durch physische Strafen (...) geahndet, sondern in mehr oder minder gewaltfreie Formen ‚sozialer Kontrolle’ (Freiheitsentzug, Kasernierung, ‚Therapie’, Resozialisierung, Disziplinierung) behandelt wird –, erscheint bei Foucault nicht als ‚Humanisierung’, sondern als bloßer Wandel von Macht- und Herrschaftsformationen“6. Diese Ansicht kann man teilen oder nicht, fest steht jedenfalls, dass dieser Wandel im Brasilien João Ubaldo Ribeiros nicht stattfindet.

Selbst die als Epiloge auf die Haupthandlung anzusehenden Teile des Romans, die das 20. Jahrhundert in Brasilien behandeln, stellt der Autor als Fortführung eines Klassenkonfliktes dar, der zwar mitunter modernere Formen annimmt; die Grundstruktur der heutigen brasilianischen Gesellschaft geht aber auf die vorherigen Geschehnisse zurück, also auf die Etablierung einer skrupellosen, vor Gewalt und Folter nicht zurückschreckenden Elite, sei es zu Zeiten der Sklaverei oder unter der Militärdiktatur der 1960er und 1970er Jahre. Der offensichtlich repressive Charakter von Herrschaft sowie die grundsätzliche Dichotomie zwischen Arm und Reich bleibt aus Ribeiros Sicht in Brasilien also erhalten.

Im zweiten Teil dieser Arbeit beschäftige ich mich mit dem Roman selbst, der Analyse der einzelnen Figuren der Elite (a linhagem da elite) und des Volkes (a linhagem do povo). Dabei dienen mir die Ergebnisse des ersten, theoretischen Teils als Grundlage der Interpretation. Darüber hinaus ziehe ich, bei einigen Figuren des Romans, Vergleiche zum spanischen Schelmenroman (picaresca), da dessen Autoren in ihren Werken zumeist ein Herr-Knecht- Verhältnis schildern, was Rückschlüsse auf den Zustand einer Gesellschaft zulässt. In einem Kapitel stelle ich deshalb die Entstehungsgeschichte und Entwicklung der picaresca bis hin zu ihrem brasilianischen Verwandten, der romance da malandragem, kurz vor. Aspekte des Geschichtsbildes sowie der Sicht Ribeiros auf die cultura popular (und ihr Gegenteil, die cultura erúdita), die mir im Hinblick auf unser Thema wichtig erschienen, habe ich im letzten Kapitel zusammengefasst.

Teil I. Herrschende und Beherrschte

1. Annäherung an die Begriffe: Herrschaft und Knechtschaft; Volk und Elite


„Soziologisch betrachtet ist Herrschaft die Gliederung in Herrschende und Beherrschte (...), d.h. in eine Minderheit, die für ihre Machtansprüche und Befehle Gehorsam findet, und in eine Mehrheit, die ihnen Gehorsam leistet.“7

Herrschaft bezeichnet also eine asymmetrische Beziehung. Die Perspektive, aus der das Phänomen betrachtet wird, ist die der Herrschaftsausübenden, während die der Herrschaftsunterworfenen mit dem Begriff der Knechtschaft belegt ist.

Etymologisch leiten sich die zwei Begriffe von Herr und Knecht ab: Herr „eigentlich Komparativ zu hehr, mhd. hêr > vornehm, erhaben <“8 bezeichnete ursprünglich jeden Hochgestellten und Vorgesetzten. Im frühen Mittelalter war Herr der Standesname für jene Adligen, die in der Hierarchie nach den Fürsten und Grafen folgten. Im Folgenden erfuhr die Bedeutung des Begriffs allerdings mehrere graduelle Abwertungen: So wurde Herr im 17. Jahrhundert zur Anrede für alle Adligen, Ratsherren und Geistlichen, und im 18. Jahrhundert wurden auch alle bürgerlichen Honoratioren (Akademiker, Kaufleute) so genannt. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts bezog sich der Begriff auf einen Mann gehobenen bürgerlichen Standes, dann auf Männer jeden Standes.9 Für das hier behandelte Thema bleibt die ursprüngliche Bedeutung von Herr jedoch die entscheidende.

Knecht bezeichnet dagegen den Unfreien „im Unterschied zum Freien, z.B. Knappen und gemeine Soldaten (...), Handwerksgesellen, Bediente (Hausknecht), Arbeitnehmer im landwirtschaftlichen Betrieb (...). Der Begriff widerspricht dem heutigen sozialen Empfinden,“10 da er eine Person, die sich am unteren Ende der sozialen Hierarchie befindet, bezeichnet. Damit will sich freilich niemand identifizieren.

Während die eine Bezeichnung, Herr, also den umgekehrten Weg nahm und von der Unterschicht für sich vereinnahmt wurde, ist der Begriff Knecht nahezu aus dem Sprachgebrauch verschwunden; dies, obwohl es sich ursprünglich um ein Begriffspaar – im antonymischen Sinne – handelte.

Die für unser Thema bedeutsame Erscheinung der Sklaverei ist, als Extremform, in der Bezeichnung Knechtschaft mit enthalten.11

Da Begriffe wie Herrschaft und die ihr nah anverwandte Macht im alltäglichen Sprachgebrauch zwar häufig, jedoch zumeist ungenau und / oder stark positiv oder negativ konnotiert, verwendet werden, werde ich im Folgenden versuchen, mich einer wissenschaftlichen Definition der Begriffe anzunähern.

Aus diesem Grund werde ich einige soziologische Modelle vorstellen, von denen vor allem jene Berücksichtigung finden, die mir im Hinblick auf die Fragestellung und der Analyse von Ribeiros Roman am ergiebigsten erscheinen. Um dabei eine möglichst breite heuristische Grundlage herauszuarbeiten, möchte ich ferner auf Hegels philosophische Analyse der Herr- Knecht-Problematik sowie auf die sich daraus ergebenden Fragestellungen, zum Beispiel der Entfremdung der Herrschaft, eingehen.

Dass in Viva o povo brasileiro die Elite mit den Herrschenden und das Volk (povo) mit den Beherrschten weitgehend gleichgesetzt wird, steht übrigens durchaus im Einklang mit der offiziellen Sichtweise: Zur so genannten „Wert-Elite“ gehören demzufolge alle Träger von Spitzenleistungen, zur Elite an sich aber auch die kleine Oberschicht der Reichsten einer Gesellschaft.12 Es kann sich dabei aber auch um die Besten einer Befreiungsbewegung handeln, die durch ihre herausragende Position letztendlich selbst wiederum gegen die eigenen Ideale wie (Demokratie oder Gleichheit) stehen können.13 Der Begriff Volk (povo) hingegen kann unter anderem auch verstanden werden als „die Hauptmasse einer Bevölkerung, im Unterschied zur Oberschicht, zur politischen Führung, zur Regierung, überhaupt zu den öffentlichen Gewalten und Berufen“.14 Da Ribeiro, wenn er von povo spricht, das Wort in diesem Sinne gebraucht, können die zahlreichen anderen Bedeutungen und die etymologische Herleitung des Begriffs an dieser Stelle vernachlässigt werden.

[...]


1 Bernd (2001): keine Seitenangabe.

2 Zahlen aus Käss (2004): S. 1.

3 Ebd.: S. 1 ff.

4 Siehe dazu die Arbeiten von Kuschnir (1997), Myers (1994) und Valente (1990 und 1993).

5 Foucault (1994)

6 Goldschmidt (2004): S. 115.

7 Brockhaus Enzyklopädie Bd. 8 (1969): S. 415.

8 Ebd.: S. 410.

9 Ebd.: S. 410.

10 Brockhaus Enzyklopädie Bd. 10 (1970): S. 288.

11 Brockhaus Enzyklopädie Bd. 10 (1970): S. 288.

12 Vgl. Kofler (1997): S. 271; siehe auch Brockhaus Enzyklopädie Bd. 5 (1968): S. 465.

13 Kofler (1997): S. 268.

14 Brockhaus Enzyklopädie Bd. 19 (1974): S. 682.


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