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Anne de Bretagne und der Abschluss des Nationalen Werdens in Frankreich - Die Vereinigung Frankreichs mit der Bretagne

Termpaper, 2007, 24 Pages
Author: Martin Jähnert
Subject: Romance Languages - French Studies

Details

Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 24
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 27  Entries
Language: German
Archive No.: V83910
ISBN (E-book): 978-3-638-00143-4
ISBN (Book): 978-3-640-31970-1
File size: 149 KB
Notes :
Die Arbeit wurde vom Dozenten als sehr fundiert und fachlich wie sachlich richtig gelobt. Dabei hob er den logischen Aufbau und das umfassende Literaturverzeichnis hervor. Die Schwäche, die zur Abwertung geführt hat, war das "in meinen Augen" auf Seite 14. An dieser HA habe ich 9 Monate gearbeitet, ich hoffe, sie wird euch erhellen. Viel Erfolg!


Abstract

In meiner Generation und meinem gesellschaftlichen Umfeld wird seit dem Vertrag von Maastricht auf die Eigenständigkeit der einzelnen Regionen großer Wert gelegt. Die romanischen Nationalstaaten geben einen Teil ihrer lange zuvor erhaltenen Hoheitsrechte zum Einen an die Europäische Union, zum Anderen aber auch dem Subsidiaritätsprinzip an die Regionen ab. Über die Entstehung der romanischen Nationalstaaten wurde in der Vorlesung "Nationales Werden in Romanischen Ländern" von Herrn Dr. Udo Scholze detailliert berichtet und ich möchte in dieser Arbeit das Beispiel der Bretagne noch einmal näher bearbeiten. Ende des 15. Jahrhunderts ist die Bretagne das letzte von der französischen Krone unabhängige Fürstentum auf dem Gebiet des heutigen Frankreich. Seit Generationen Gegenstand harter Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Adelslinien besonders im französisch-englischen Machtkampf, erzwingt Frankreich Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts schliesslich die Vereinigung des Herzogtums Bretagne mit dem Königreich Frankreich. Dies ist ein wichtiger Schritt zur nationalen Einheit und Sicherheit Frankreichs, denn über das Vergrößern des Wirtschaftsraumes hinaus wird hierdurch eine Westgrenze mit einem feindlichen Staat und Herrscherhaus unmöglich gemacht und somit die Sicherung gegen andere europäische Mächte stark verbessert. Eine Herzogstochter wird zur zentralen Figur in der Entwicklung dieser Vereinigung: Anne de Bretagne, [...]


Excerpt (computer-generated)

Anne de Bretagne und der Abschluss des Nationalen Werdens in Frankreich

Universität Potsdam
Modul GK1:
Nationales Werden in Romanischen Ländern
im Wintersemester 2005/2006

 

Martin Jähnert,

eingereicht am 23. März 2007

 

 

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis 2

1 Einführung und Fragestellung 3

2 War Annes Herrschaft rechtens? Die Begründung des Herrschaftsstreits durch Frankreich und Ausgangslage bei Annes Geburt 6

    2.1 Die Rechtsauffassung der bretonischen Herrscher 6
    2.2 Die Rechtsauffassung der französischen Herrscher 6
    2.3 Louis XI. Versuch eines Rechteerwerbs 7

3 Wieso Königin? Der Weg auf den Thron Frankreichs und die Ehe mit Charles VIII. 9

    3.1 Gründe für eine Verbindung mit dem bretonischen Herrschergeschlecht 9
    3.2 Die ersten Bewerber und Hochzeitspläne 9
    3.3 Der Versuch einer Verbindung mit dem habsburgischen Reich 10
    3.4 Der Ehevertrag mit Charles VIII. 12

4 Ein neuer Versuch. Die Ehe mit Louis XII. 13

5 Der Kampf um die Kinder 15

    5.1 Die Hoffnung auf einen männlichen Thronfolger und die tatsächlichen Entwicklungen 15
    5.2 Die Hochzeitspolitik für die Nachfolgerinnen 16

6 Folgen für die Bretagne, Schlussfolgerungen 18

    6.1 Schaubild: Stammbaum Anne de Bretagne 20

Literaturverzeichnis: 21

 

 

1 Einführung und Fragestellung

In meiner Generation und meinem gesellschaftlichen Umfeld wird seit dem Vertrag von Maastricht auf die Eigenständigkeit der einzelnen Regionen großer Wert gelegt. Die romanischen Nationalstaaten geben einen Teil ihrer lange zuvor erhaltenen Hoheitsrechte zum Einen an die Europäische Union, zum Anderen aber auch dem Subsidiaritätsprinzip an die Regionen ab. Über die Entstehung der romanischen Nationalstaaten wurde in der Vorlesung "Nationales Werden in Romanischen Ländern" von Herrn Dr. Udo Scholze detailliert berichtet und ich möchte in dieser Arbeit das Beispiel der Bretagne noch einmal näher bearbeiten.

Ende des 15. Jahrhunderts ist die Bretagne das letzte von der französischen Krone unabhängige Fürstentum auf dem Gebiet des heutigen Frankreich (vgl. Leguay in Brepolis:vol. 2,col 625). Seit Generationen Gegenstand harter Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Adelslinien besonders im französisch-englischen Machtkampf, erzwingt Frankreich Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts schliesslich die Vereinigung des Herzogtums Bretagne mit dem Königreich Frankreich.

Dies ist ein wichtiger Schritt zur nationalen Einheit und Sicherheit Frankreichs, denn über das Vergrößern des Wirtschaftsraumes hinaus wird hierdurch eine Westgrenze mit einem feindlichen Staat und Herrscherhaus unmöglich gemacht und somit die Sicherung gegen andere europäische Mächte stark verbessert.

Eine Herzogstochter wird zur zentralen Figur in der Entwicklung dieser Vereinigung: Anne de Bretagne, bretonisch Anna Vreizh, (nach dem Gregorianischen Kalender, vgl. Minois:1999, S. 17) am 25.1.14771 als erste Tochter des Herzogs der Bretagne, François II., in Nantes geboren. Im Alter von 9 Jahren verliert sie ihre Mutter Marguerite de Foix, zwei Jahre später wird sie nach dem Tod ihres Vaters Herzogin der Bretagne, mit 15 Königin Frankreichs, mit 16 Mutter. Mit 21 ist sie Witwe und mit 22 erneut Königin (vgl. Cornette:2005, S. 384).

Während ihres Lebens hält sie trägt sie neben Herzogin der Bretagne unter anderem die folgenden Titel: Königin Frankreichs (zweimal), Siziliens und Jerusalems, des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Erzbischöfin Österreichs, Herzogin Mailands.

Geboren mit einer leichten Behinderung (ein Bein ist etwas zu kurz), ist sie ein hübsches, aufgewecktes Kind, genießt eine hervorragende Ausbildung und bleibt ihr Leben lang wissbegierig und Kunstliebhaberin (vgl. Matarasso:2001, S.51 und Jones:1988, S.371,375,383). Anne erbt die Bretagne, als der Osten des Landes von französischen Truppen kontrolliert wird (vgl. Cornette:2005, S. 384) und kämpft ihr Leben lang gegen den französischen Drang, die Bretagne zu einer Provinz Frankreichs zu machen. Dabei wird sie von der Bevölkerung als gerechte und milde Herrscherin verehrt. Ein Grund ist ihr Vertrauen auf die Linie des Kompromisses, eine Tradition ihrer Vorgänger seit dem Ende des Bretonischen Erbfolgekrieges2 (vgl. Tourault:2002, S.19).

Noch 1514, im Jahr ihres Todes (9.1.1514) heiratet ihre Tochter Claude François d′Angoulême (der bald darauf (am 1.1.1515) als König François I. von Frankreich gekrönt wird), womit die Unabhängigkeit der Bretagne praktisch endet. Als Claude stirbt, wird die Bretagne 1524 durch die Thronfolge Henris auch rechtlich ein Teil des Herrschaftsgebietes den französischen Königs, bevor die beiden Gebiete 1532 durch die von François I. im Edikt von Nantes erklärte union perpetuelle endgültig vereint werden (vgl. Bautier in Leguay: ′Bretagne, IV. Das Ende der Selbständigkeit′ in Brepolis (1977), vol.2,S.626).

[...]


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