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Termpaper, 2007, 24 Pages
Author: Finn Hassold
Subject: Musicology
Details
Institution/College: University of Paderborn
Tags: Performing, Nation, Staatliche, Folkore-Förderung, Tansania, Musikalische, Reinterpretation, Folklorismus, Revival
Year: 2007
Pages: 24
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 16 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-00159-5
ISBN (Book): 978-3-638-91008-8
File size: 139 KB
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Abstract
1. Einleitung S. 1 2. Politischer Hintergrund S. 2 3. Exkurs: Nationsbildung und nationale Identität S. 3 4. Folklorismus und staatliche Folklore-Förderung S. 5 4.1 Ngoma S. 9 4.2 Tarabu S. 14 5. Aktuelle Entwicklung: Bongo Flava S. 17 6. Fazit S. 19 7. Literatur- und Quellenverzeichnis S. 20 Der vorliegenden Hausarbeit liegt eine Publikation von Kelly Askew aus dem Jahre 2002 zugrunde. In ihrem Buch „Performing the Nation - Swahili Music and Cultural Politics in Tanzania-“ bindet sie ihre zehnjährigen Forschungsergebnisse aus Tansania mit ein. In die Thematik des Seminars „Musikalische Reinterpretation: Folklorismus und Revival“ gliedert sich diese Niederschrift passend ein, da hier mit staatlichen Eingriffen Volkskultur massiv gefördert wurde. Die amtierende Regierung versuchte noch vorhandene Traditionsformen in bestimmte Richtungen zu kultivieren, aus ihren Lebenssphären herauszulösen und zu verselbständigen. Durch Nachbildung und Imitation von Volkskultur sollte dem tansanischen Volk ein eindrucksvolles Konglomerat aus Echtem und Gemischtem präsentiert werden, um die neu gegründete „Nation“ zu legitimieren und zusammenzuschweißen. Volkskultur wurde mit dem Ziel gefördert, ein Nationalbewusstsein und eine nationale Identität im Volk herauszubilden. Das Hauptanliegen der Regierung lag dabei darin, die Bevölkerung auf ihre „traditionellen“ Wurzeln aufmerksam zu machen. Dass Folklorismus nicht nur aus einer vermeintlich authentischen Vermittlung von „Tradition“ besteht, sondern einer ständigen Reinterpretation, einer De- und Neu-Kontextualisierung und Neu-Konfiguration unterworfen ist, wird im weiteren Verlauf dieser Hausarbeit mit Beispielen aus der Musikkultur Tansanias in Kapitel vier und fünf verdeutlicht. Vorab wird die politische Entwicklung Tansanias in Kapitel zwei kurz erläutert. Kapitel drei liefert einen Exkurs zu den Begriffen „Nationsbildung“ und „nationale Identität“, die im weiteren Verlauf dieser Arbeit eine zentrale Rolle spielen. Im letzten Kapitel werden die erarbeitenden Ergebnisse resümierend zusammengefasst.
Excerpt (computer-generated)
Seminar: Musikalische Reinterpretation: Folklorismus und Revival
Wintersemester 2005/2006
Universität Paderborn
Studiengang: Populäre Musik und Medien, Master of Arts
Modul 6: Musik im sozikulturellen Wandel
Performing the Nation - Staatliche Folklore-Förderung in Tansania
Finn Hassold
7. Semester
Inhalt
1. Einleitung 1
2. Politischer Hintergrund 2
3. Exkurs: Nationsbildung und nationale Identität 3
4. Folklorismus und staatliche Folklore-Förderung 5
4.1 Ngoma 9
4.2 Tarabu 13
5. Aktuelle Entwicklung: Bongo Flava 16
6. Fazit 18
7. Literaturverzeichnis- und Quellenverzeichnis 20
1. Einleitung
Der vorliegenden Hausarbeit liegt eine Publikation von Kelly Askew aus dem Jahre 2002 zugrunde. In ihrem Buch „Performing the Nation - Swahili Music and Cultural Politics in Tanzania-“ bindet sie ihre zehnjährigen Forschungsergebnisse aus Tansania mit ein. In die Thematik des Seminars „Musikalische Reinterpretation: Folklorismus und Revival“ gliedert sich diese Niederschrift passend ein, da hier mit
staatlichen Eingriffen Volkskultur massiv gefördert wurde. Die amtierende Regierung versuchte noch vorhandene Traditionsformen in bestimmte Richtungen zu kultivieren, aus ihren Lebenssphären herauszulösen und zu verselbständigen. Durch Nachbildung und Imitation von Volkskultur sollte dem tansanischen Volk ein eindrucksvolles Konglomerat aus Echtem und Gemischtem präsentiert werden, um
die neu gegründete „Nation“ zu legitimieren und zusammenzuschweißen. Volkskultur wurde mit dem Ziel gefördert, ein Nationalbewusstsein und eine nationale Identität im Volk herauszubilden. Das Hauptanliegen der Regierung lag dabei darin, die Bevölkerung auf ihre „traditionellen“ Wurzeln aufmerksam zu machen. Dass Folklorismus nicht nur aus einer vermeintlich authentischen Vermittlung von „Tradition“ besteht, sondern einer ständigen Reinterpretation, einer De- und Neu-Kontextualisierung und Neu-Konfiguration unterworfen ist, wird im weiteren Verlauf dieser Hausarbeit mit Beispielen aus der Musikkultur Tansanias in Kapitel vier und fünf verdeutlicht. Vorab wird die politische Entwicklung Tansanias in Kapitel zwei kurz erläutert. Kapitel drei liefert einen Exkurs zu den Begriffen „Nationsbildung“ und „nationale Identität“, die im weiteren Verlauf dieser Arbeit eine zentrale Rolle spielen.
Im letzten Kapitel werden die erarbeitenden Ergebnisse resümierend zusammengefasst.
2. Politischer Hintergrund
Seit 1920 stand die Region als Völkerbundsmandat (nach dem Zweiten Weltkrieg als Treuhandgebiet der UNO) unter britischer Verwaltung. Am 9. Dezember 1961 erhielt Tansania die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland. Kurz nach der Unabhängigkeitserklärung verbanden sich die beiden Staaten Tanganjika (Tan) und Zanzibar (San) un gründeten am 26. April 1964 die Vereinigte Republik Tansania. Erster Staatspräsident wurde Julius Kambarage Nyerere mit der Tanganyika African National Union (TANU). Auf Anregung von Nyerere fusionierten 1977 TANU und die
Afro-Shirazi Party (ASP) Sansibars zur Chama Cha Mapinduzi (CCM1). Nyerere und seine Anhänger strebten den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft in Tansania an, verstaatlichten die Banken und führten Bildungs- und Landreformen durch. Ziel Nyereres war ein spezifisch afrikanischer Sozialismus in Abgrenzung zu den autoritären Sozialismusmodellen nach dem Vorbild der Sowjetunion. Vorbild für die sozialistische Umgestaltung Tansanias sollte stattdessen die „Ujamaa”, die Dorfgemeinschaft als Produktions- und Verteilungskollektiv, sein. Die Ausweitung des Ujamaa-Modells auf größere Produktionseinheiten scheiterte allerdings mit der Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. 1992 endete dann das Einparteiensystem, und zum ersten Mal fanden demokratische Wahlen im Jahre 1995 statt, bei denen jedoch die amtierende Regierungspartei CCM ihre Stellung behaupten konnte.
Seit der Gründung der Republik von Tansania im Jahre 1964 wurden staatliche Instrumentarien angewandt, die sich auf kultureller Ebene niederschlugen, um die noch junge „Nation“ zu legitimieren. Staatliche Folklore-Förderung erschien der Regierung ein probates Mittel zu sein, um Einheit und Nationalbewusstsein zwischen den 104 verschiedenen Ethnien im Land zu initiieren. Um ein besseres Verständnis
von den Begriffen „nationale Identität“ und „Nationsbildung“ zu bekommen und um einen widersprüchlichen, undifferenzierten und falschen Gebrauch dieser auszuschließen, setzt sich der folgende Abschnitt mit genannten Begriffen gründlicher auseinander.
[...]
1 Übersetzt: Partei der Revolution
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