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Die Krise des Highlife

Subtitle: Zur Entwicklung der populären Musik in Ghana

Bachelor Thesis, 2005, 40 Pages
Author: Finn Hassold
Subject: Musicology

Details

Institution/College: University of Potsdam
Tags: Krise, Highlife
Category: Bachelor Thesis
Year: 2005
Pages: 40
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 20  Entries
Language: German
Archive No.: V83951
ISBN (E-book): 978-3-638-87294-2
ISBN (Book): 978-3-638-87305-5
File size: 192 KB

Abstract

Der Highlife hat sich im 20. Jahrhundert zu einer wichtigen populären Musik- und Tanzform in Ghana etabliert, an dessen Entstehung und Weiterentwicklung ausländische Einflüsse seit der Kolonialzeit einen großen Anteil haben. Der erste Kontakt mit europäischen Kolonialmächten vollzog sich bereits 1471, als portugiesische Seefahrer das erste Mal nach Ghana, der damaligen Goldküste, kamen. Unterschiedliche Kolonialmächte aus Europa errichteten im Laufe der Zeit Ansiedlungen entlang der westafrikanischen Küste. Religiöse und musikkulturelle Einflüsse des Auslandes prägten die Entwicklung der ghanaischen populären Musik entscheidend, womit sich der erste Teil der vorliegenden Bachelor-Arbeit befasst. Im Hauptteil wird die Krise des Highlife seit den späten 1970er Jahren näher untersucht und durch verschiedene Faktoren unterstrichen.


Excerpt (computer-generated)

Universität Paderborn/Hochschule für Musik Detmold
Studiengang: Populäre Musik und Medien, BA

Bachelor-Arbeit

Die Krise des Highlife -
zur Entwicklung der populären Musik in Ghana

von

Finn Hassold

SoSe 2005

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  ...  2

2. Highlife-Entwicklung in Ghana   ...  3

3. Highlife in den 1970er Jahren   ...  9

4. Krise des Highlife   ...  13
4.1 Wirtschaftliche Krise   ...  13
4.2 Musikindustrielle Krise   ...  15
4.3 Ausgangssperren   ...  21
4.4 Niedergang der Live-Musik   ...  22
4.5 Aktuelle Situation vor Ort   ...  24

5. Zukunft des Highlife   ...  32

6. Fazit   ...  36

7. Literatur- und Quellenverzeichnis   ...  38

 

 

1. Einleitung

Der Highlife hat sich im 20. Jahrhundert zu einer wichtigen populären Musik- und Tanzform in Ghana etabliert, an dessen Entstehung und Weiterentwicklung ausländische Einflüsse seit der Kolonialzeit einen großen Anteil haben. Der erste Kontakt mit europäischen Kolonialmächten vollzog sich bereits 1471, als portugiesische Seefahrer das erste Mal nach Ghana, der damaligen Goldküste, kamen. Unterschiedliche Kolonialmächte aus Europa errichteten im Laufe der Zeit Ansiedlungen entlang der westafrikanischen Küste. Religiöse und musikkulturelle Einflüsse des Auslandes prägten die Entwicklung der ghanaischen populären Musik entscheidend, womit sich der erste Teil der vorliegenden Bachelor-Arbeit befasst. Im Hauptteil wird die Krise des Highlife seit den späten 1970er Jahren näher untersucht und durch verschiedene Faktoren unterstrichen.

Der erste Teil setzt sich mit der Entstehung des Highlife auseinander, die durch unterschiedlich Ausprägungen charakterisiert ist, was unter Kapital 2 näher untersucht wird. Kapital 3 soll verdeutlichen, dass eine Krise des Highlife in den frühen 1970er noch nicht erkennbar gewesen ist. Diese setzte erst am Ende der Dekade ein. Verschiedene Faktoren werden im Hauptteil angeführt, die mitverantwortlich für den Rückgang der Highlife-Musik und der dazugehörigen Live-Musik Szene sind. Auch eigene Forschungsergebnisse, die durch einen dreimonatigen Aufenthalt in Ghana im Jahre 2004 entwickelt werden konnten, fließen vermehrt in Kapitel 4.5 und Kapitel 5. ein und liefern interessante Ergebnisse bezüglich der aktuellen Situation vor Ort.

2. Highlife-Entwicklung in Ghana

Der Highlife gehört zu einem der unzähligen kultureigenen populären Tanzmusikstile in der Welt, der sich durch afrikanische, europäische, amerikanische und islamische Einflüssen in Westafrika im 20. Jahrhundert entwickelt hat. Parallelen zu anderen musikalischen Fusionen wie Ragtime, Jazz, Samba, Blues, Calypso, Swing, Rhythm and Blues, Soul und Reggae, die außerhalb des afrikanischen Kulturerbes entstanden, sind deutlich erkennbar.1 Da der Highlife auf dem afrikanischen Kontinent entkeimt ist, kann fortwährend ein direkter und kontinuierlicher Bezug zur traditionellen afrikanischen Musik hergestellt werden. Afrikanische Wurzeln sind sowohl in der populären Musik Amerikas durch die afrikanische Diaspora in der Neuen Welt, aber vor allem in der Entwicklung der populären Musik in Afrika selbst erkennbar.2

Obwohl der Begriff „Highlife“ erst in den 1920er Jahren aufkam, liegen seine Ursprünge in den Englisch sprechenden Ländern Westafrikas wie Liberia, Sierra Leone, Nigeria und Ghana des späten 19. Jahrhunderts. Drei bestimmte Stränge, jeder abhängig davon, in wieweit sich der Einfluss der westlichen Welt auf die einheimische traditionelle Musik auswirken konnte, sind in der Highlife- Entwicklung auszumachen: Der Palm-Wine-Gitarren-Band Highlife, der Brass- Band Highlife und der Dance-Band Highlife. Im folgenden Abschnitt sollen alle drei näher beschrieben werden.

Die Küstenbewohner Westafrikas sind hauptverantwortlich für die Entstehung des Palm-Wine-Gitarren-Band Highlife. Diese kombinierten lokale Streich- und Perkussionsinstrumente (u.a. die Goombay-Framedrum) mit von ausländischen Seefahrern importierten tragbaren Instrumenten (Gitarre, Mandoline, Banjo, Harmonika, Akkordeon).3 Der Name „Palm-Wine Musik“ selbst entstand in Bars an der westafrikanischen Küste, wo sich einheimische und ausländische Seefahrer, sowie Hafenarbeiter einerseits zum Trinken des vergorenen Saftes der Palmen trafen, sich anderseits aber auch zum gemeinsamen Musizieren zusammenfanden. Vor allem die Seefahrer aus Liberia und der Elfenbeinküste, die ethnischen Gruppe der Kru4, die über Jahrhunderte verschiedene Siedlungen entlang der westafrikanischen Küste errichteten und auf hoher See für ausländische Kolonialmächte arbeiteten, hatten einen großen Anteil an der Entstehung dieser Musik.5

[....]


1 Vgl. Collins, John: King of the Black Beat: The Story of King Bruce and the Black Beats, Highlife Dance-Band of Ghana, 1991, S. 10

2 Vgl. Ebd., S. 10

3 Ebd.

4 Die Kru sind ein westafrikanisches Volk, das in Liberia und der Elfenbeinküste ansässig ist. Das Volk der Kru umfasst heute etwa eine Million Menschen. Die Kru wurden schon im 18. Jahrhundert von europäischen Schiffen als Seeleute angeheuert und waren deshalb schon früh europäischen Einflüssen ausgesetzt.

5 Vgl. Collins, 1991, S. 12


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