Die deutsche Medienbranche befindet sich möglicherweise in einem ihrer größten Umbrüche der letzten Jahrzehnte. Seit das Internet von einem großen Teil der Bevölkerung genutzt wird, konkurrieren dort neue Dienste mit Angeboten der klassischen Medienunternehmen. Die aktuellen Breitbandzugänge im Internet ermöglichen die problemlose Übertragung von Ton- und Bewegtbild. Dabei entwickeln sich neue Medienformate wie Podcast und IP-TV als Konkurrenz zu den Klassischen Broadcast-Medien, die terrestrisch, bzw. über Satellit und Kabel mithilfe von Sendern verbreitet werden. Festplattenrekorder bieten nie dagewesene Aufnahmekapazitäten, Such- und Ordnungsfunktionen, sowie einen schnellen Zugriff auf gespeicherte Daten und ermöglichen so eine völlig neue Nutzung und Aufzeichnung von Medieninhalten.
Was ist anders an Medienformaten wie Podcast und Festplattenrekorder? Welche Auswirkung hat ihre Nutzung auf das Verhalten von Sender und Empfänger und wie müssen die bestehenden Geschäftsmodelle den neuen Gegebenheiten angepasst werden? Dies sind die Fragen, mit denen sich die folgende Arbeit beschäftigen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Verbreitungswege und technische Möglichkeiten
2.1 Terrestrik, Kabel und Satellit
2.2 Das Internet als Übertragungsweg
2.3 Festplattenrekorder und Podcast
3 Der Kommunikationsprozess
3.1 Begriffe
3.2 Kommunikation
3.3 Klassische Medientheorie
3.4 Verhaltensänderung bei Sender und Empfänger
4 Geschäftsmodelle
4.1 Wie funktionierten Geschäftsmodelle, als wir noch klassisches werbefinanziertes Broadcast -Radio/TV hatten?
4.2 Welche neuen Geschäftsmodelle sind heute denkbar?
5 Fazit
6 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie zeitunabhängige Medienformate wie Festplattenrekorder und Podcasts das Verhalten von Sendern und Empfängern verändern und welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die bestehenden Geschäftsmodelle der Medienbranche haben.
- Technische Grundlagen und Verbreitungswege von Medieninhalten
- Analyse des Kommunikationsprozesses bei klassischen und neuen Formaten
- Theoretische Perspektiven der Medienwirkungsforschung
- Veränderungen im Verhältnis von Sender und Empfänger
- Zukünftige Geschäftsmodelle in der Medienbranche
Auszug aus dem Buch
3.2 Kommunikation
Bevor das Verhalten von Sender und Empfänger betrachtet wird, soll an dieser Stelle ein einfaches Modell zur Abstraktion eines bestimmten Realitätsbereichs in der Kommunikation vorgestellt werden. Grundlegend für das Modell von Shannon und Weaver ist der Gedanke, dass jede Informationsquelle einen Sender benötigt, mit dem eine Botschaft encodiert und damit an den zur Verfügung stehenden Kanal angepasst werden kann. Der Empfänger muss die Botschaft wieder decodieren.
Dabei ist ein Gemeinsames Codesystem von Informationsquelle und Ziel Voraussetzung (Kunczik, Zipfel 2001, 43). Wendet man dieses Modell auf die Rundfunk und Fernsehübertragung an, zeigt sich der Sender als Rundfunk- oder Fernsehsender, der seine Botschaften, zeitabhängig, aus verschiedenen Informationsquellen speist und der Empfänger als Empfangsgerät, dass die übermittelten Informationen für den Rezipienten decodiert. Das Modell blendet zwar den reziproken Charakter der Kommunikation aus und zeigt sie als einseitig, es trifft damit aber den wesentlichen Charakter klassischer Broadcast-Medien, bei denen die Übermittlung von Botschaften im Wesentlichen in eine Richtung läuft.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Umbruch der Medienbranche durch das Internet und die Konkurrenz neuer Medienformate zu klassischen Broadcast-Medien.
2 Verbreitungswege und technische Möglichkeiten: Dieses Kapitel stellt klassische Übertragungswege wie Kabel und Satellit den Möglichkeiten des Internets sowie modernen Technologien wie Festplattenrekordern und Podcasts gegenüber.
3 Der Kommunikationsprozess: Der Abschnitt analysiert den Kommunikationsprozess, theoretische Ansätze der Medienwirkungsforschung und die daraus resultierenden Verhaltensänderungen bei Sendern und Empfängern.
4 Geschäftsmodelle: Hier wird untersucht, wie sich die traditionelle werbefinanzierte Finanzierung klassischer Medien verändert und welche neuen Geschäftsmodelle durch die technologische Entwicklung entstehen können.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Auswirkungen der neuen Medienformate zusammen und betont den Wandel der Mediennutzung sowie die Notwendigkeit neuer Erlösquellen für Medienunternehmen.
6 Ausblick: Der Ausblick reflektiert die zukünftige Entwicklung durch Breitbandinternet und Triple-Play-Technologien und fordert ein ganzheitliches Umdenken aller Beteiligten.
Schlüsselwörter
Medienwandel, Festplattenrekorder, Podcast, Internet, Kommunikation, Broadcast, Medienwirkungsforschung, Geschäftsmodelle, Nutzerverhalten, Zeitsouveränität, Agenda-Setting, Wissensklufthypothese, Medienkonvergenz, IP-TV, Werbefinanzierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den tiefgreifenden Wandel der deutschen Medienbranche durch die Entstehung zeitunabhängiger Medienformate wie Festplattenrekorder und Podcasts.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die technischen Rahmenbedingungen der Medienübertragung, der theoretische Kommunikationsprozess, das Nutzerverhalten und die zukünftige Anpassung von Geschäftsmodellen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu verstehen, wie neue Technologien das Verhalten von Sendern und Empfängern verändern und welche Konsequenzen dies für die Finanzierung von Medienangeboten hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Anwendung medienwissenschaftlicher Modelle (wie Shannon/Weaver) sowie Ansätzen der Medienwirkungsforschung (Agenda-Setting, Uses-and-Gratifications).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die technischen Grundlagen, dann der Kommunikationsprozess und schließlich die ökonomischen Aspekte sowie die veränderten Geschäftsmodelle detailliert analysiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Medienwandel, Zeitsouveränität, Nutzerverhalten und neue Geschäftsmodelle charakterisiert.
Wie verändern Festplattenrekorder die Rolle des Rezipienten?
Festplattenrekorder ermöglichen dem Rezipienten, den Zeitpunkt und den Zeitverlauf der Mediennutzung selbst zu bestimmen, wodurch er aus einer passiven Rolle in eine aktivere, selbstbestimmte Rolle rückt.
Welche Auswirkung hat die Podcast-Technik auf traditionelle Sender?
Podcasts ermöglichen es jedem Nutzer, selbst zum Sender zu werden, was das traditionelle Medienmonopol der klassischen Rundfunk- und Fernsehanstalten untergräbt und den Wettbewerb um Aufmerksamkeit intensiviert.
- Quote paper
- Markus Schmidt (Author), Jakob Schlademann (Author), 2006, Zeitunabhängige Medienformate, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/84015