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Phraseologie: Einführung und Grundbegriffe

Scholary Paper (Seminar), 2006, 20 Pages
Author: Rebekka Hahn
Subject: Speech Science / Linguistics

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 20
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 15  Entries
Language: German
Archive No.: V84236
ISBN (E-book): 978-3-638-00416-9
ISBN (Book): 978-3-638-91165-8
File size: 227 KB

Abstract

Ein Kapitel seines Bestsellers <Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod> widmet Bastian Sick den Sprichwörtern und Redewendungen des Deutschen, deren korrekter Gebrauch nicht länger als selbstverständlich angesehen werden kann. Nicht nur Sibylle von nebenan, sondern auch Medien und Werbung schießen beim Spiel mit der Sprache des öfteren am Tor vorbei. Ausgehend von Harald Burgers <Phraseologie – Eine Einführung am Beispiel des Deutschen> (2003) wird die vorliegende Arbeit wichtige Grundbegriffe der Phraseologie erläutern und gängige Aspekte näher beleuchten. Zunächst soll die Begriffsklärung der wissenschaftlichen Termini Phraseologie, Phraseologisierung und Phraseologismus in die Materie einführen und das Verständnis der weiteren Ausführungen erleichtern. Die phraseologischen Hauptmerkmale Polylexikalität, Festigkeit, Idiomatizität und Motiviertheit werden definiert und ausgeführt, wobei neben Burger weitere wissenschaftliche Ansätze als Bezugspunkte dienen. Die Schlussbemerkung geht auf die Bedeutung der Phraseologie im täglichen Sprachgebrauch ein.


Excerpt (computer-generated)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Sommersemester 2006
Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaft
Institut für Allgemeine Sprach- und Kulturwissenschaft

Phraseologie: Einführung und Grundbegriffe

von

Rebekka Hahn

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung... 3

2. Phraseologie und Phraseologisierung... 3

3. Phraseologismus... 4

3.1 Bezeichnungen... 4
3.2 Definitionen... 4
3.3 Wörtliche, übertragene und freie Bedeutung... 5
3.2 Phraseologismen im weiteren und engeren Sinn... 5

4. Die phraseologischen Merkmale... 6

4.1 Polylexikalität... 7
4.2 Festigkeit und Variabilität... 8

4.2.1 Gebräuchlichkeit... 8
4.2.2 Psycholinguistische Festigkeit... 8
4.2.3 Strukturelle Festigkeit... 9

4.2.3.1 Irregularitäten... 9
4.2.3.2 Restriktionen... 11

4.2.4 Relativierungen der strukturellen Festigkeit... 12

4.2.4.1 Variationen... 12
4.2.4.2 Modifikationen... 13
4.2.4.3 Fehler... 14

4.2.5 Pragmatische Festigkeit... 15

4.3 Idiomatizität und Motiviertheit... 16

5. Schlussbemerkung... 17

Literaturverzeichnis... 18


 

1. Einleitung


„Sibylle verwendet Ausdrücke, die in keinem Wörterbuch stehen. Man versteht die Redewendung zwar, aber man wird das Gefühl nicht los, dass irgendetwas mit ihr nicht ganz richtig ist. Mit der Redewendung, meine ich, nicht mit Sibylle. Sibylle hat ein großes Herz, und sie mag Tiere. ‚Auch eine blinde Kuh findet die Spreu im Weizen’, sagt sie zum Beispiel. Und sie würde auch niemals ‚mit Spatzen auf Kanonen schießen’. Dafür schwimmt bei ihr ab und zu mal ein ‚Hecht im Ententeich’. Sibylle weiß, ‚wo der Hase im Pfeffer begraben ist’. [...] Da Sibylle sich nicht besonders gut in Geografie auskennt, weiß sie nicht, wo die berühmten böhmischen Dörfer liegen. Weil ihr aber oft etwas spanisch vorkommt, sagt sie stattdessen: ‚Für mich ist das ein spanisches Dorf’. Derlei Verdrehungen ziehen sich durch Sibylles Wortschatz ‚wie ein rotes Tuch’.“ (Sick 2005, 189, 190)

Ein Kapitel seines Bestsellers Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod widmet Bastian Sick den Sprichwörtern und Redewendungen des Deutschen, deren korrekte Verwendung nicht länger als selbstverständlich angesehen werden kann. Nicht nur Sibylle von nebenan, sondern auch Medien und Werbung schießen beim Spiel mit der Sprache des Öfteren am Tor vorbei.
Ausgehend von Harald Burgers Phraseologie – Eine Einführung am Beispiel des Deutschen (2003) wird die vorliegende Arbeit wichtige Grundbegriffe der Phraseologie erläutern und gängige Aspekte näher beleuchten. Zunächst soll die Begriffsklärung der wissenschaftlichen Termini Phraseologie, Phraseologisierung und Phraseologismus in die Materie einführen und das Verständnis der weiteren Ausführungen erleichtern. Die phraseologischen Hauptmerkmale Polylexikalität, Festigkeit, Idiomatizität und Motiviertheit werden definiert und ausgeführt, wobei neben Burger weitere wissenschaftliche Ansätze als Bezugspunkte dienen. Die Schlussbemerkung geht auf die Bedeutung der Phraseologie im täglichen Sprachgebrauch ein.

2. Phraseologie und Phraseologisierung

Der Begriff der Phraseologie (griech.: phrasis: ‚rednerischer Ausdruck’) kann auf zwei Arten ausgelegt werden: Die Phraseologie als Teilgebiet der Linguistik befasst sich mit der Erforschung von Phraseologismen. Sie ist die „Lehre von den festen Wortverbindungen einer Sprache, die in System und Satz Funktion und Bedeutung einzelner Wörter (Lexeme1) übernehmen können“ (Palm 1997, 1). Daneben meint Phraseologie auch den „Bestand (Inventar) von Phraseologismen in einer bestimmten Einzelsprache“ (Häusermann 1977, 3). Zur besseren Unterscheidung verwendet Pilz für die erste Bedeutung den Ausdruck Phraseologie(forschung), für die zweite Bedeutung den Ausdruck Phraseolexikon (vgl. Pilz 1978, 784).
Als Teildisziplin der Lexikologie nahm die Phraseologie in der Sowjetunion der 1930-er Jahre ihren Anfang. Inzwischen hat sie international einen autonomen Forschungsstatus erreicht, und neben der Sprach- und Literaturwissenschaft beschäftigen sich weitere Wissenschaftszweige mit ihr: Die Volkskunde untersucht im Bereich der ‚Parömiologie’ hauptsächlich Redewendungen und Sprichwörter. Soziologie und Soziolinguistik befassen sich vorrangig mit den schichten- und gruppenspezifischen Aspekten von Phraseologis-men. Seit den 1970-er Jahren ist die Phraseologie außerdem zunehmend ins Interesse der Psycholinguistik und Pädagogik gerückt (vgl. Burger/ Buhofer/Sialm 1982, 6-10).
Als Phraseologisierung bezeichnet man die historische Entwicklung einer freien zu einer phraseologischen Wortverbindung (vgl. Burger 2003, 15). In gleicher Bedeutung spricht Häusermann von Phraseologisation und unterscheidet zwischen eigentlich linguistischer, logisch-syntaktischer und extralinguistischer Phraseologisation (vgl. Häusermann 1977, 49-51).

3. Phraseologismus

3.1 Bezeichnungen

Forschungsgegenstand der Phraseologie sind die Phraseologismen, die in Abgrenzung zu den freien Wortverbindungen auch feste bzw. phraseologische Wortverbindungen genannt werden (vgl. Burger 2003, 12). Häusermann verwendet synonym die Bezeichnung Frasmus, bei Pilz findet sich der Ausdruck des Wortgruppenlexems. Des Weiteren tauchen in der wissenschaftlichen Literatur – jedoch nicht immer in der gleichen Verwendung! – die Begriffe phraseologische Einheit, Phraseolexem, Phrasem, Idiom, festes Syntagma oder fester Wortkomplex auf (vgl. Häusermann 1977, 2; Burger/Buhofer/Sialm 1982, 2; Palm 1997, 105; Pilz 1978, 31).

3.2 Definitionen

[...]


1 Def.: Lexem: Wortstamm; ungebeugte Grundform eines Wortes (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Lexem)


Comments

barbara andrilovic
30.03.2009 21:46:25
transfer
Hallo Rebekka, am 26. Maerz habe ich die Arbeit von Ihnen "Phraseologie: Einführung und Grundbegriffe" gekauft, leider aber sie wurde mir nicht ueberschickt...da gab es irgendwelchen Fehler im System, das Geld fuer die Arbeit wurde aber Ihnen ueberwiesen. Wie koennen wir das klaeren? Die Arbeit brauche ich immer noch. Meine Kontakte: barbareta85@gmail.com
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