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J.M.R. Lenz’ „Die Soldaten“ - Komödie oder Tragödie?

Termpaper, 2007, 18 Pages
Author: Nelli Winter
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 18
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V84252
ISBN (E-book): 978-3-638-00492-3

File size: 181 KB

Abstract

In der folgenden Arbeit soll auf Grundlage zweier Primärtexte untersucht werden, welcher Gattung das Drama J.M.R. Lenz’ „Die Soldaten“ zugeordnet werden kann. Dabei ist für die Herangehensweise und das Vorgehen bei der Analyse entscheidend, was Lenz für eine Auffassung vom Wesen des Dramas hatte. In seiner Schrift „Anmerkungen übers Theater“ modernisiert er das Theater quasi nach seinen Vorstellungen, in denen sich die Ideen der Sturmund- Drang-Bewegung wiederfinden. Deshalb erfolgt eine entsprechend ausführliche Abhandlung zu der theoretischen Schrift. Weil jene aber auf Grundlage der alten griechischen Dramentheorie erdacht wurde und dort teilweise Elemente entnommen und neu bewertet wurden, findet zuerst dazu ein knapper Exkurs statt. Die anschließende Untersuchung nutzt deshalb sowohl die lenzschen als auch die althergebrachten Vorstellungen, insbesondere über die Komödie, um Zuordnungen und Deutungen vorzunehmen. Die verwendete Sekundärliteratur unterstützt hierbei die Analyse dahingehend, dass einzelne Aspekte, die relativ einhellig von der Forschung beurteilt worden sind, aufgegriffen werden. Eine Gegenüberstellung verschiedener Positionen soll hingegen nicht erfolgen, da dies zum einen der Umfang der Arbeit nicht hergeben würde und zum anderen die abschließende Einschätzung die eigene Position deutlich machen soll.


Excerpt (computer-generated)

Universität Hamburg, Institut für Germanistik II
Seminar: „Das bürgerliche Trauerspiel vom 18. bis 21. Jahrhundert“
SoSe 2006, 5. Fachsemester

J.M.R. Lenz’ „Die Soldaten“ - Komödie oder Tragödie?

von

Nelli Winter

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung... 3

2. Grundlegendes für die Analyse... 4

2.1 Das griechische Drama... 4
2.2 Die „Anmerkungen übers Theater“... 6

3. Die gattungsspezifische Untersuchung des Stückes... 9

3.1 Die komischen Elemente im Stück... 9
3.2 Die tragischen Elemente des Stückes... 12
3.3 Abschließende Betrachtung... 14

4. Schluss... 15

5. Literaturverzeichnis... 16

5.1 Primärliteratur... 16
5.2 Sekundärliteratur... 16


 

1. Einleitung

Im ausgehenden 18. Jahrhundert gab es eine Reihe junger deutscher Autoren, die sich dem Ideal des schaffenden Dichters als sich selbst verwirklichenden Menschen verschrieben. In der Zeit des so genannten Sturm und Drang wurden unterschiedlichste Ideen bezüglich der Dichtkunst, aber auch der bestehenden politischen und sozialen Verhältnis geäußert. So vielfältig diese auch waren, war der Grundtenor immer eine Art Modernisierungsgedanke, der sich vornehmlich gegen die rationalen und vernunftbetonten Ansichten der Aufklärung richtete. Auch J.M.R. Lenz versuchte die neuen Ideen in den Dramen zu verwirklichen und begründete seine reformatorischen Gedanken in theoretischen Schriften über die Dichtkunst.
In der folgenden Arbeit soll auf Grundlage zweier Primärtexte untersucht werden, welcher Gattung das Drama J.M.R. Lenz’ „Die Soldaten“1 zugeordnet werden kann. Dabei ist für die Herangehensweise und das Vorgehen bei der Analyse entscheidend, was Lenz für eine Auffassung vom Wesen des Dramas hatte. In seiner Schrift „Anmerkungen übers Theater“2 modernisiert er das Theater quasi nach seinen Vorstellungen, in denen sich die Ideen der Sturmund- Drang-Bewegung wiederfinden. Deshalb erfolgt eine entsprechend ausführliche Abhandlung zu der theoretischen Schrift. Weil jene aber auf Grundlage der alten griechischen Dramentheorie erdacht wurde und dort teilweise Elemente entnommen und neu bewertet wurden, findet zuerst dazu ein knapper Exkurs statt. Die anschließende Untersuchung nutzt deshalb sowohl die lenzschen als auch die althergebrachten Vorstellungen, insbesondere über die Komödie, um Zuordnungen und Deutungen vorzunehmen.
Die verwendete Sekundärliteratur unterstützt hierbei die Analyse dahingehend, dass einzelne Aspekte, die relativ einhellig von der Forschung beurteilt worden sind, aufgegriffen werden. Eine Gegenüberstellung verschiedener Positionen soll hingegen nicht erfolgen, da dies zum einen der Umfang der Arbeit nicht hergeben würde und zum anderen die abschließende Einschätzung die eigene Position deutlich machen soll.

2. Grundlegendes für die Analyse

Da die Untersuchung des Schauspiels basierend auf den lenzschen Aussagen über Beschaffenheit und den Sinn des Schauspiels stattfindet, soll in diesem ersten Kapitel ein kurzer Abriss seiner theoretischen Schrift „Anmerkungen übers Theater“ erfolgen. Um das Verständnis für die Kernaussagen und Hypothesen von Lenz zu erleichtern, wird mit einer knappen Vorstellung der ursprünglichen griechischen Dramenformen begonnen.

2.1 Das griechische Drama

Zu Beginn der Arbeit soll kurz die Charakteristik des griechischen Dramas, also der Tragödie und Komödie, eingegangen werden. Lenz selbst nimmt in seinen „Anmerkungen übers Theater“ Bezug auf die aristotelische Tradition der Schauspiele, wie sie, zwar mit einigen aktualisierenden Abänderungen, bis zur Aufklärung weiter fortgeführt wurde. Gegen diese seiner Meinung nach veralteten Vorstellungen über das Theater wendet sich Lenz. Um seiner Argumentation besser folgen zu können soll deshalb an dieser Stelle ein kurzer Abriss zu den zwei Dramenformen erfolgen.
An erster Stelle der antiken Schauspiele stand immer die Tragödie. Zu ihrem Wesen und ihrer Bauart äußerte sich Aristoteles in seiner „Poetik“. Ihr Stoff ist dem Mythos entnommen, d.h., der griechischen Götterwelt. Die Thematik entstammte also überlieferten Erzählungen, die allgemein bekannt waren. Die Interpretation und gegebenenfalls Abänderung, die der Dichter an den Mythen vornahm, wurden vom Publikum bemerkt und es reflektierte in der Folge über die Absichten und das Können des Tragödienschreibers. Die Fabel selbst, ein logischer Handlungsablauf, wird über die verschiedenen Perspektiven der Personnage gezeigt. Das Urteil des Publikums über den dargestellten Handlungsgang basiert damit auf der Kenntnisnahme unterschiedlicher Sichtweisen und wird dadurch fundierter. Hier wird die erzieherische Wirkungsfähigkeit der Tragödie deutlich. Ein entsprechender Rahmen wurde der Aufführung mit der Einbettung in ein religiöses Fest, an dem die Bürger Athens teilnahmen, verliehen.3

[...]


1 Lenz, Jakob Michael Reinhold: Die Soldaten. Eine Komödie, erschienen 1776 (=Hamburger Lesehefte, Bd.184, Husum 2005)

2 Lenz, Jakob Michael Reinhold: Anmerkungen übers Theater nebst angehängten übersetzten Stück Shakespeares, erschienen 1774 (=Weiß, Christoph [Hg.]: J.M.R. Lenz. Werke in zwölf Bänden. Faksimiles der Erstausgaben seiner zu Lebzeiten selbständig erschienenen Texte, Bd.5, St. Ingbert 2001)

3 Latacz, Joachim: Einführung in die griechische Tragödie, 2. Aufl., Göttingen 2003, S.10-13.


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