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Scholary Paper (Seminar), 2006, 13 Pages
Author: Leonard Ameln
Subject: Philosophy - Philosophy of the Present
Details
Tags: Meinung, Habermas
Year: 2006
Pages: 13
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 3 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-00555-5
File size: 143 KB
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Abstract
Die vorliegende Seminararbeit basiert auf einem Referat zum Öffentlichkeits-Begriff, wie Jürgen Habermas ihn in seiner Habilitationsschrift "Strukturwandel der Öffentlichkeit" entwickelt. Jedoch wird die Betrachtung nicht die gesamte Genese der Habermas'schen Begrifflichkeit und dessen Begründungen umfassen, sondern vielmehr die resümierenden Kapitel seines Werkes, in denen er sowohl eine "sozialpsychologische Auflösung des Begriffs" unternimmt, als auch einen "soziologischen Versuch der Klärung" wagt. Aufgrund der Übersichtlichkeit des zur Verfügung stehenden Platzes kann an dieser Stelle weder auf das Gesamtkonzept Habermas' eingegangen werden, noch können komplexe sachliche Verflechtungen und deren Argumentationen erschöpfend behandelt werden - neben einer knappen Beschreibung der von Habermas dargestellten Sachverhalte sollen daher ausschließlich einige ausgesuchte Details herausgenommen und tiefer hinterfragt werden. Aus den genannten Gründen soll in diesem Rahmen insbesondere der Fragestellung nachgegangen werden, inwieweit die vorgestellte Problemlösung Habermas', die er auf den letzten Seiten der Schrift präsentiert, praktikabel ist und welche Möglichkeiten einer konkreten Ausgestaltung dieser Vorschlag haben könnte.
Excerpt (computer-generated)
Leonard Ameln
SoSe 2006
Freie Universität Berlin,
Wahrheit, Moral und Öffentlichkeit
Seminararbeit
Thema
Öffentlichkeit und öffentliche Meinung bei Habermas
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. Habermas′ Begriff der Öffentlichkeit ... 4
2.1. Öffentliche Meinung aus sozialpsychologischer Perspektive ... 6
2.2. Öffentliche Meinung aus soziologischer Perspektive ... 7
3. Fazit ... 11
Literaturverzeichnis ... 12
1. Einleitung
Die vorliegende Seminararbeit basiert auf einem Referat zum Öffentlichkeits-Begriff, wie Jürgen Habermas ihn in seiner Habilitationsschrift "Strukturwandel der Öffentlichkeit" entwickelt. Jedoch wird die Betrachtung nicht die gesamte Genese der Habermas′schen Begrifflichkeit und dessen Begründungen umfassen, sondern vielmehr die resümierenden Kapitel seines Werkes, in denen er sowohl eine "sozialpsychologische Auflösung des Begriffs"1 unternimmt, als auch einen "soziologischen Versuch der Klärung"2 wagt. Aufgrund der Übersichtlichkeit des zur Verfügung stehenden Platzes kann an dieser Stelle weder auf das Gesamtkonzept Habermas′ eingegangen werden, noch können komplexe sachliche Verflechtungen und deren Argumentationen erschöpfend behandelt werden - neben einer knappen Beschreibung der von Habermas dargestellten Sachverhalte sollen daher ausschließlich einige ausgesuchte Details herausgenommen und tiefer hinterfragt werden.
Aus den genannten Gründen soll in diesem Rahmen insbesondere der Fragestellung nachgegangen werden, inwieweit die vorgestellte Problemlösung Habermas′, die er auf den letzten Seiten der Schrift präsentiert, praktikabel ist und welche Möglichkeiten einer konkreten Ausgestaltung dieser Vorschlag haben könnte.
2. Habermas′ Begriff der Öffentlichkeit
Öffentlichkeit ist nach Habermas "epochaltypische Kategorie"3, die als "grundlegendes gesellschaftliches Ordnungsprinzip fungiert"4. Reese-Schäfer sieht darin einen "Begriff zur Beschreibung des kommunikativen Raumes zwischen bürgerlicher Privatsphäre und dem Staat"5.
Die "institutionalisierte Fiktion"6 einer öffentlichen Meinung ist für Habermas eine bedeutende demokratietheoretische Konstante, wenn nicht gar die Legitimationsgrundlage, und das heißt für die Legislative, dass sie "zur Materie von politisch relevanten Überlegungen, Entscheidungen und Maßnahmen gemacht wird"7. Gleichwohl gibt es auf die Frage, was öffentliche Meinung bedeutet, vielfältige Antworten, die Habermas zu beantworten sucht.
So nimmt dieser Begriff "eine andere Bedeutung an, je nachdem, ob sie als kritische Instanz im Verhältnis zur normativ gebotenen Publizität des Vollzugs politischer und sozialer Gewalt beansprucht oder als rezeptive Instanz im Verhältnis zur demonstrativ und manipulativ verbreiteten Publizität für Personen und Institutionen, Verbrauchsgüter und Programme in Dienst genommen wird"8.
Aus soziologischer Perspektive ist für Habermas eine Begriffsklärung jedoch zwingend mit einer entwicklungs-geschichtlichen Betrachtungsweise verknüpft: "Ein historisch sinnvoller, normativ den Ansprüchen sozialstaatlicher Verfassung genügender, theoretisch klarer und empirisch einlösbarer Begriff der öffentlichen Meinung ist nur aus dem Strukturwandel der Öffentlichkeit selber, und aus der Dimension ihrer Entwicklung zu gewinnen"9. Anhand Hemings Zuspitzung, nach der öffentliche Meinung als das "Filtrat von Öffentlichkeit als sozialem Kommunikationsraum"10 anzusehen ist, wird deutlich welch wichtige Rolle einer präzisen Klärung des Begriffes der Öffentlichkeit zuteil wird, will man, wie oben von Habermas ausgeführt, ein Theorem der öffentlichen Meinung vorlegen.
Unmittelbar dazu gehört die historische Betrachtung der Entstehung von Öffentlichkeit und ihres Begriffs.
Habermas zufolge gliedert sich die Entstehung in drei Phasen, nämlich in die Phase der "repräsentativen Öffentlichkeit", der "bürgerlich-liberalen Öffentlichkeit" sowie des "Zerfalls der bürgerlich-liberalen Öffentlichkeit".
Unklar bleibt, warum Habermas eine vierte Phase namentlich nicht explizit macht, nämlich den gegenwärtigen Zustand der Öffentlichkeit, der sich von dem Zustand des Zerfalls bürgerlich-liberaler Öffentlichkeit offenbar deutlich unterscheidet.
Hauptmerkmale der Phase der "repräsentativen Öffentlichkeit", die Habermas vor Ende des 18. Jahrhunderts verortet, sind eine strikte Trennung zwischen Privatsphäre und öffentlicher Sphäre, ein geringes Potenzial sowohl des Bürgers als auch des Volkes kritisch gegenüber der Herrschaft zu agieren - mangels ausreichender Publizität. Des Weiteren sind die Entscheidungsstrukturen nicht demokratisch, also auch nicht partizipatorisch. Die Entscheidungen werden dem Volk lediglich verkündet, es findet also eine "Herrschaft vor dem Volk, statt durch das Volk"11 statt. Daraus entwickelt sich nach Habermas zunehmend eine bürgerlich-liberale Öffentlichkeit. Bedingt durch den Zerfall feudaler Strukturen und einer wachsenden Trennung zwischen privater und öffentlicher Sphäre. Dabei sieht Heming die Öffentlichkeit als zwischen beiden Polen vermittelndes Prinzip; Öffentlichkeit sei politisch in ihrer Funktion, jedoch aus privaten Elementen bestehend: "als Zusammenkunft deliberierender Privatleute bleibt Öffentlichkeit konstitutiv selbst Bestandteil des privaten Bereichs"12. Die politische Funktion der Öffentlichkeit besteht vor allen Dingen darin, dem Staat die Bedürfnisse der Gesellschaft durch das Medium der öffentlichen Meinung zu vermitteln, Öffentlichkeit versteht sich so unter anderem selbst als Gegenpol zu den staatlichen Autoritäten13. Idealerweise stellt Habermas sich Öffentlichkeit als Raum vor, in dem Herrschaft aufgelöst und in Vernünftigkeit überführt werden soll, durch deliberierenden, Konsens erzeugenden Diskurs14.
[...]
1 Habermas, SDÖ S. 343
2 Habermas, SDÖ S. 352
3 Habermas, S. 13
4 Heming, S. 25
5 Reese-Schäfer, S. 34
6 Habermas, S. 344
7 Habermas, S. 353
8 Habermas, S. 343
9 Habermas, S. 353
10 Heming, S. 172
11 Heming, S. 54
12 Heming, S. 49
13 vgl. Heming, S. 55f.
14 vgl. Habermas, S. 16
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