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Sprachförderung in der Grundschule

Seminararbeit, 2006, 21 Seiten
Autor: Isabella Wlossek
Fach: Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 21
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V84429
ISBN (E-Book): 978-3-638-00772-6

Dateigröße: 202 KB

Zusammenfassung / Abstract

Es ist wohl keine neue Erkenntnis, dass die sprachlichen Fähigkeiten eines Menschen ein entscheidendes Kriterium für seinen Schulerfolg und somit auch für seine späteren beruflichen Chancen darstellen. Darüber hinaus ist Sprachkompetenz sozusagen die Eintrittskarte für die Möglichkeit einer aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und dessen Gestaltung. Dem Bildungssystem fällt demnach eine tragende Funktion für das langfristige Gelingen der gesellschaftlichen Integration zu, - unabhängig davon, ob es sich um einen deutschen Staatsbürger oder eine Person mit Migrationshintergrund handelt. Sprachförderung ist ersichtlich also auch Entwicklungsförderung, und neben der Familie und den Kindertagesstätten, die ebenfalls eine bedeutende Rolle spielen, da das günstige „Zeitfenster“ für das Erlernen einer Sprache bereits weit vor der Einschulung liegt, fällt der Schule auch in diesem Bereich eine gewichtige Verantwortung zu. Jedoch hat sich auch durch die PISA- Studie aus dem Jahr 2000 bestätigt, dass gerade dieser bedeutsame Sektor in Deutschland mit einigen Defiziten zu kämpfen hat. Die mangelhaften Ergebnisse der Studie verleiteten einige besorgte Eltern und Bürger zu der Annahme, dass das schlechte Abschneiden Deutschlands auf den hohen Ausländeranteil in deutschen Klassenzimmern zurückzuführen ist. Schnell kochten hitzige Diskussionen zu Themen wie Quote Bussing und Sprachtests auf, deren Nichtbestehen unzureichende Kenntnisse der deutschen Sprache attestieren und eventuell Rückstellungen zur Folge haben könnten. (...) Im Fokus dieser Arbeit steht der Primärbereich des Bildungssystems und gleichzeitig eine der wichtigsten Plattformen für die Sprachförderung - die Grundschule. Zunächst soll untersucht werden, warum die Sprachförderung sich in Deutschland als momentan so unzulänglich darstellt und welche Möglichkeiten es gibt, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Anschließend werden allgemein laufende Konzepte an Grundschulen und die dazu gehörenden Methoden vorgestellt und zum Abschluss wird an den konkreten Beispielen einiger Schulen in Deutschland erörtert, ob nicht doch auch bereits effiziente Modelle an Grundschulen existieren, in denen die Sprachförderung repräsentabel gehandhabt wird.


Textauszug (computergeneriert)

Universität Augsburg, Wintersemester 2005/2006
Lehrstuhl für deutsche Philologie/ Deutsch als Fremdsprache
Proseminar: Zweitspracherwerb im Kindesalter

Sprachförderung in der Grundschule

von

Isabella Wlossek

 


Inhaltsverzeichnis

1. Sprachförderung als Schlüssel für die Zukunft... 3

2. Rahmenbedingungen für eine funktionierende Sprachförderung in der Grundschule... 4

3. Methoden der Sprachförderung in der Grundschule... 8

4. Möglichkeiten der Sprachförderung neben dem Unterricht... 12

5. Positive Beispiele an Schulen... 14

6. Abschliessende Zusammenfassung... 19

7. Literaturverzeichnis... 20


 

1. Sprachförderung als Schlüssel für die Zukunft

Es ist wohl keine neue Erkenntnis, dass die sprachlichen Fähigkeiten eines Menschen ein entscheidendes Kriterium für seinen Schulerfolg und somit auch für seine späteren beruflichen Chancen darstellen. Darüber hinaus ist Sprachkompetenz sozusagen die Eintrittskarte für die Möglichkeit einer aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und dessen Gestaltung. Dem Bildungssystem fällt demnach eine tragende Funktion für das langfristige Gelingen der gesellschaftlichen Integration zu, - unabhängig davon, ob es sich um einen deutschen Staatsbürger oder eine Person mit Migrationshintergrund handelt. Sprachförderung ist ersichtlich also auch Entwicklungsförderung, und neben der Familie und den Kindertagesstätten, die ebenfalls eine bedeutende Rolle spielen, da das günstige „Zeitfenster“ für das Erlernen einer Sprache bereits weit vor der Einschulung liegt, fällt der Schule auch in diesem Bereich eine gewichtige Verantwortung zu.1 Jedoch hat sich auch durch die PISA- Studie aus dem Jahr 2000 bestätigt, dass gerade dieser bedeutsame Sektor in Deutschland mit einigen Defiziten zu kämpfen hat. Die mangelhaften Ergebnisse der Studie verleiteten einige besorgte Eltern und Bürger zu der Annahme, dass das schlechte Abschneiden Deutschlands auf den hohen Ausländeranteil in deutschen Klassenzimmern zurückzuführen ist. Schnell kochten hitzige Diskussionen zu Themen wie Quote Bussing und Sprachtests auf, deren Nichtbestehen unzureichende Kenntnisse der deutschen Sprache attestieren und eventuell Rückstellungen zur Folge haben könnten.
Bereits an dieser Stelle wird klar, was für eine immens wichtige Rolle dem Bereich der Sprachförderung zukommt, -nicht nur für die förderungsbedürftigen Schüler selbst, sondern auch für die Gesellschaft und deren weitere Entwicklung. PISA hat jedenfalls deutlich aufgewiesen, dass Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern im Bezug auf seine Bildungsanstrengungen reichlich spät handelt, und bestätigt ebenso, dass es sich nicht um ein ethnisches, sondern um ein Problem sozialer Art handelt. So zeigte sich im internationalen Vergleich, dass in keinem anderen Land die soziale Herkunft so eng mit den schulischen Leistungen gekoppelt ist wie hier.2 Aus all dem geht ganz ersichtlich hervor, dass Sprachförderung vor allem bei Kindern aus sozial schwachen Familien, sowie bei jenen mit Migrationshintergrund besonders früh und effizient einsetzen muss.
Die Dringlichkeit dieses Anspruchs bestätigt sich auch durch die Ergebnisse der Berliner Sprachstandserhebung „Bärenstark“. Der Studie zufolge sprechen zwei Drittel aller Berliner Vorschulkinder unzureichendes Deutsch, wobei sich Migrationskinder mit einem Anteil von 70 % repräsentieren, und alarmierende 30% der deutschen Kinder den Rest ausmachen. Die Tatsache, dass jedoch fast alle Kinder eine Tagesstätte oder die Vorschule besucht haben, verschärft die Situation noch zusätzlich.3 Im Fokus dieser Arbeit steht der Primärbereich des Bildungssystems und gleichzeitig eine der wichtigsten Plattformen für die Sprachförderung - die Grundschule. Zunächst soll untersucht werden, warum die Sprachförderung sich in Deutschland als momentan so unzulänglich darstellt und welche Möglichkeiten es gibt, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Anschließend werden allgemein laufende Konzepte an Grundschulen und die dazu gehörenden Methoden vorgestellt und zum Abschluss wird an den konkreten Beispielen einiger Schulen in Deutschland erörtert, ob nicht doch auch bereits effiziente Modelle an Grundschulen existieren, in denen die Sprachförderung repräsentabel gehandhabt wird.

2. Rahmenbedingungen für eine funktionierende Sprachförderung in der Grundschule

Wie bereits erwähnt hat die PISA- Studie vor allem bewiesen, dass es in unserem Bildungssysteme Mängel geben muss, die besonders Kinder mit Migrationshintergrund benachteiligen. Denn trotz vermeintlicher Chancengleichheit schneidet diese Bevölkerungsgruppe im Hinblick auf eine solide Schulkarriere und spätere gute berufliche Chancen dürftig ab. In dahingehend soll an dieser Stelle ein kurzer Blick auf die Bildungsproblematik im Bereich der grundschulischen Sprachförderung geworfen werden. Eine Voraussetzung die im Bereich der Sprachverbesserung bei Migrantenkindern auf jeden Fall gewährleistet werden sollte, ist die Unterscheidung der zwei Begriffe „Förderung“ und „Selektion“. Tatsache ist, dass in fast allen Bundesländern der Wunsch besteht, die Sprachkompetenz aller Kinder, - sowohl deutscher als auch ausländischer-, zu untersuchen. Allerdings dürfen die Testergebnisse, nicht dazu führen, die Kinder je nach Resultat zu selektieren und nur dann einzuschulen, wenn sie über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen.4 Dies würde eventuell sogar die Defizttheorie unterstützen, nach der für ausländische Kinder eine Art „Sonderpädagogik“ einzuführen sei, damit diese ihre Defizite ausmerzen und überwinden können. Tatsache ist jedoch, dass wir bereits in einer Zuwanderungsgesellschaft leben, und das Interkulturelle eine charakteristisches Merkmal dafür ist, welches man gerade in der Schule, die einen wesentlichen Teil auch zur Förderung der Toleranz beitragen sollte, nicht so einfach ausschließen darf.5

[...]


1 Vgl.www.landesregierung.schleswigholstein. de/coremedia/generator/Aktueller_20Bestand/MBF/Brosch_C3_BCre_20_2F_20Publikation/Schule/PDF/Sprach f_C3_B6rderkonzept,property=pdf.pdf

2 Vgl. www.integrationsbeauftragte.de/doenload/sieben.pdf

3 Vgl. www.integrationsbeauftragte.de/doenload/sieben.pdf

4 Vgl. www.integrationsbeauftragte.de/doenload/sieben.pdf

5 Vgl. Stoik,Otto 1990: S.14


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