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Analyse des Kinderbuchs "Isabel - Ein Straßenkind in Rio" von Mecka Lind

Termpaper, 2005, 18 Pages
Author: Maraike Sittartz
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 18
Grade: 1,1
Bibliography: ~ 14  Entries
Language: German
Archive No.: V84478
ISBN (E-book): 978-3-638-00826-6
ISBN (Book): 978-3-638-91418-5
File size: 203 KB

Abstract

Das Interesse der Öffentlichkeit für die Straßenkinderproblematik wuchs Anfang der 90er Jahre aufgrund vermehrter Medienberichte über die grausame Ermordung von Straßenkindern in Brasilien durch Todesschwadronen. Aus den Medien ist dieses Thema längst wieder verschwunden, wobei in den letzten zehn Jahren zahlreiche Kinder- und Jugendbücher zu diesem Thema verfasst wurden. In meiner Hausarbeit werde ich zunächst Hintergrundinformationen über Brasilien, den Schauplatz des zu analysierenden Jugendbuches, geben. Im Anschluss folgt die Beschreibung der Gattung der Literatur, in die das Thema „Dritte Welt“ einzuordnen ist, bevor der Roman anhand ausgewählter Kriterien untersucht wird. Ziel ist es, bei der Betrachtung der inhaltlichen als auch der sprachlichen Aspekte zu hinterfragen und zu beurteilen, wie realistisch der Autor diese Thematik darstellt und welche Wirkung jeweils erzeugt wird. Wichtig scheint es mir dann, die Prinzipien interkultureller Erziehung in der Schule zu nennen und darzustellen, welche Funktion speziell Literatur in diesem Zusammenhang hat. Zum Abschluss folgt eine persönliche Bewertung des Buches unter Hinzunahme anderer Jugendbücher zu dieser Thematik.


Excerpt (computer-generated)

Westfälische- Wilhelms- Universität Münster
Fachbereich Deutsch, Münster, 2005

Analyse des Kinderbuchs "Isabel - Ein Straßenkind in Rio" von Mecka Lind

von

Maraike Sittartz

 


Inhalt

0. Einleitung... 3

1. Brasilien... 3

1.1 Allgemeine Fakten... 3
1.2 Massenelend/Sozialstrukturen... 3
1.3 Straßenkinder... 4

2. Gattung... 5

3. Analyse des Buches... 6

3.1 Biografie der Autorin... 6
3.2 Inhalt... 6
3.3 Inhaltliche Analyse... 6

3.3.1 Realismus... 6
3.3.2 Ursachendarstellung... 8
3.3.3 Zukunftsperspektiven... 9

3.4 Stilanalyse-Sprache/Form... 9

3.4.1 Äußere Aufmachung... 9
3.4.2 Struktur/Aufbau... 10
3.4.3 Erzählperspektive... 10
3.4.4 Handlungs-/Spannungsverlauf... 11
3.4.5 Zeitstruktur... 11
3.4.6 Figurenkonstellation... 12
3.4.7 Sprache... 12
3.4.8 AdressatInnenbezug/Rezeptionsanalyse... 14

4. Schluss/Bewertung... 15

Literatur.... 16


 

0. Einleitung

Das Interesse der Öffentlichkeit für die Straßenkinderproblematik wuchs Anfang der 90er Jahre aufgrund vermehrter Medienberichte über die grausame Ermordung von Straßenkindern in Brasilien durch Todesschwadronen. Aus den Medien ist dieses Thema längst wieder verschwunden, wobei in den letzten zehn Jahren zahlreiche Kinder- und Jugendbücher zu diesem Thema verfasst wurden. In meiner Klausur werde ich zunächst Hintergrundinformationen über Brasilien, den Schauplatz des zu analysierenden Jugendbuches, geben. Im Anschluss folgt die Beschreibung der Gattung der Literatur, in die das Thema „Dritte Welt“ einzuordnen ist, bevor der Roman anhand ausgewählter Kriterien untersucht wird. Ziel ist es, bei der Betrachtung der inhaltlichen als auch der sprachlichen Aspekte zu hinterfragen und zu beurteilen, wie realistisch der Autor diese Thematik darstellt und welche Wirkung jeweils erzeugt wird. Wichtig scheint es mir dann, die Prinzipien interkultureller Erziehung in der Schule zu nennen und darzustellen, welche Funktion speziell Literatur in diesem Zusammenhang hat. Zum Abschluss folgt eine persönliche Bewertung des Buches unter Hinzunahme anderer Jugendbücher zu dieser Thematik.

1. Brasilien

1.1 Allgemeine Fakten

Brasilien ist mit einer Fläche von 8,5 Millionen Quadratkilometern das größte Land Südamerikas und somit das fünftgrößte der Erde (vgl. Koch/Kupsch 2001), die Amtssprache ist portugiesisch. Nach neusten Angaben (2003) hat Brasilien etwa 182 Millionen Einwohner, von denen etwa 82 % in den Städten leben (vgl. Microsoft Encarta 2004). Die multiethnische Bevölkerung besteht nach Sangmeister (1992) zu 90 % aus Katholiken. Weiterhin haben die afrobrasilianischen Religionen wie der Candomblé, der Macumba- und der Umbanda-Kult eine wachsende Anhängerschaft.

1.2 Massenelend/Sozialstrukturen

In kaum einem Land sind die Unterschiede zwischen Arm und Reich so gravierend wie in Brasilien, wobei aufgrund der immer noch vorherrschenden Rassendiskriminierung ein Großteil der Armen schwarz ist (vgl. Zuber 1992). In Brasilien leben Massen am Rande der Gesellschaft, die Hälfte von ihnen verfügt noch nicht einmal über einen Mindestlohn. Hinzu kommt das Wohnungselend in den Favelas (Wohnviertel der Armen), in denen meist katastrophale hygienische Bedingungen herrschen. Aus dieser Situation des Massenelends resultieren für Brasilien schwerwiegende soziale Probleme wie Arbeitslosigkeit, schlechte Arbeitsbedingungen, hohe Analphabetenquote (15 %), erhöhte Gewaltbereitschaft, Landflucht, Kinderarbeit und -prostitution und Straßenkinder. Bei den Präsidentschaftswahlen am 27.10.2002 wurde Luiz Inácia da Silva (genannt Lula) gewählt, erstmalig ein sozialistischer Präsident in der Geschichte Brasiliens, der durch neue Reformen bis heute versucht gegen die sozialen Probleme des Landes anzugehen (vgl. Microsoft Encarta 2004).

1.3 Straßenkinder

Nach neusten Schätzungen von UNICEF gibt es über 10 Millionen Straßenkinder in Brasilien. Davon sind zwei Drittel der Kinder männlichen und ein Drittel weiblichen Geschlechts (vgl. terre des hommes 2004). In dieser Arbeit wende ich mich hauptsächlich den „Kindern der Straße“ (Zuber 1992) zu, d.h. denen, die auf sich alleine gestellt auf der Straße leben ohne Kontakt zu ihrer Familie. Meist verlaufen die Schicksale der Straßenkinder ähnlich und in vielen Fällen sind die unerträglichen familiären Probleme (sexuelle, psychische, physische Gewalt aufgrund von erhöhtem Alkoholkonsum bedingt durch Arbeitslosigkeit und Not) der Anlass für die Kinder, ihr Glück auf der Straße zu suchen. Die Straßenkinder schlagen sich häufig mit kleinen Hilfsdiensten wie Schuhputzen, Autowaschen, Prostitution (vor allem Mädchen) oder Betteln durchs Leben. Viele Kinder „organisieren“ auch durch Diebstahl und Drogenhandel das Geld für die nötige Nahrung. Das Überleben ist nur durch das Zusammenleben der Kinder in einer Bande möglich, sie dient als Familienersatz und bietet Sicherheit (z.B. vor anderen Banden). Obwohl die Solidarität in der eigenen Gruppe hoch ist, entstehen kaum wahre Freundschaften, da die Kinder oft ein tiefes Misstrauen anderen gegenüber haben. Darüber hinaus geht kaum ein Straßenkind in die Schule (etwa 50 % der schulpflichtigen Kinder in Brasilien bleibt eine Schulbildung verwehrt) (vgl. Koch/Kupsch 2001). Des Weiteren birgt das Leben auf der Straße viele Gefahren. Hierzu zählt der frühe Kontakt zu Drogen, vornehmlich das Schnüffeln von Schusterleim, das irreparable gesundheitliche Schäden mit sich bringt. Zudem werden die Straßenkinder neben der Polizei auch von privat organisierten Todesschwadronen bedroht und ermordet, da zum einen die Bevölkerung Angst vor Übergriffen der Kinder hat und zum anderen die Touristen nicht verschreckt werden sollen. Das brutale Vorgehen von Polizei und Todesschwadronen wird in Brasilien sowohl von Gesetzeshütern als auch von der Gesellschaft toleriert.

[...]


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