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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 21 Pages
Author: Rebekka Hahn
Subject: American Studies - Literature
Details
Institution/College: Johannes Gutenberg University Mainz (Institut für Anglistik, Amerikanistik und Anglophonie)
Tags: Alice, Walker, Color, Purple, Analyse, Einführung
Year: 2006
Pages: 21
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 29 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-01077-1
ISBN (Book): 978-3-638-91534-2
File size: 176 KB
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Abstract
„So manches liest sich in diesem Buch übrigens wie für die deutsche Sprache geschrieben, und ein besseres Kompliment [...] kann es nicht geben. Sind Übersetzer(innen) nicht überhaupt oft genug so etwas wie engelhafte Vermittler?“ (Jung, DIE ZEIT. 11.08.2005.) In solchen und ähnlich subjektiven, unpräzisen Bewertungen erschöpft sich die heute gängigste Form der literarischen Übersetzungskritik, die man in Buchrezensionen übersetzter Werke findet. Meist handelt es sich um eine reine Zieltextkritik, die ohne Bezug auf den Ausgangstext und ohne ausreichende Kenntnis des Übersetzungsvorgangs entstanden ist. „Von der fachmännischen Übersetzungskritik darf man mehr erwarten als von den beiläufig geäußerten übersetzungskritischen Bemerkungen eines Literaturkritikers“ (Albrecht 229). In diesem Sinne soll in der vorliegenden Hausarbeit Helga Pfetschs Übersetzung von Alice Walkers The Color Purple analysiert werden. Der praktischen Übersetzungskritik gehen einige theoretische Überlegungen voraus. Hintergrundinformationen zu Autorin und Werk sowie allgemeine Angaben zur Übersetzerin und Übersetzung sollen das Umfeld der Analyse näher beleuchten und das Verständnis erleichtern. Anhand konkreter Textbeispiele werden dann Kriterien der Übersetzungskritik veranschaulicht und Ausgangs- und Zieltext miteinander verglichen. Abschließend erfolgt eine Bewertung der Übersetzung.
Excerpt (computer-generated)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Anglistik, Amerikanistik und Anglophonie
Übersetzerseminar: Einführung ins literarische Übersetzen
Wintersemester 2006/2007
Alice Walker: The Color Purple; Analyse der deutschen Übersetzung
von
Rebekka Hahn
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung... 3
2 Theoretische Grundlagen... 3
2.1 Ziel und Zweck der Übersetzungskritik... 3
2.2 Texttypologie... 4
2.3 Äquivalenz vs. Adäquatheit... 4
2.4 Kriterien für eine literarische Übersetzungskritik... 5
3 Ausgangstext... 6
3.1 Autorin: Alice Walker... 6
3.2 Werk: The Color Purple (1982)... 7
4 Zieltext... 7
4.1 Übersetzerin: Helga Pfetsch... 7
4.2 Übersetzung: Die Farbe Lila (1984)... 8
5 Praktische Übersetzungskritik nach Katharina Reiß... 8
5.1 Semantik... 9
5.1.1 Auslassung... 9
5.1.2 Zusatz... 9
5.1.3 Abweichung... 9
5.1.4 Übersetzungsfehler... 10
5.2 Lexik... 10
5.2.1 Fachtermini... 10
5.2.2 Eigennamen... 11
5.2.3 Wortspiele... 11
5.2.4 Redewendungen... 12
5.3 Grammatik... 12
5.3.1 Grammatik des Ausgangstextes... 13
5.3.2 Grammatik des Zieltextes... 13
5.4 Stil... 14
6 Abschließende Bewertung... 16
Literaturverzeichnis... 17
Anhang... 20
1 Einleitung
„So manches liest sich in diesem Buch übrigens wie für die deutsche Sprache geschrieben, und ein besseres Kompliment [...] kann es nicht geben. Sind Übersetzer(innen) nicht überhaupt oft genug so etwas wie engelhafte Vermittler?“ (Jung, DIE ZEIT. 11.08.2005.) In solchen und ähnlich subjektiven, unpräzisen Bewertungen erschöpft sich die heute gängigste Form der literarischen Übersetzungskritik, die man in Buchrezensionen übersetzter Werke findet. Meist handelt es sich um eine reine Zieltextkritik, die ohne Bezug auf den Ausgangstext und ohne ausreichende Kenntnis des Übersetzungsvorgangs entstanden ist. „Von der fachmännischen Übersetzungskritik darf man mehr erwarten als von den beiläufig geäußerten übersetzungskritischen Bemerkungen eines Literaturkritikers“ (Albrecht 229). In diesem Sinne soll in der vorliegenden Hausarbeit Helga Pfetschs Übersetzung von Alice Walkers The Color Purple analysiert werden. Der praktischen Übersetzungskritik gehen einige theoretische Überlegungen voraus. Hintergrundinformationen zu Autorin und Werk sowie allgemeine Angaben zur Übersetzerin und Übersetzung sollen das Umfeld der Analyse näher beleuchten und das Verständnis erleichtern. Anhand konkreter Textbeispiele werden dann Kriterien der Übersetzungskritik veranschaulicht und Ausgangs- und Zieltext miteinander verglichen. Abschließend erfolgt eine Bewertung der Übersetzung.
2 Theoretische Grundlagen
In den 1970-er Jahren bildeten sich in der Übersetzungswissenschaft erste übersetzungskritische Modelle heraus, die im Hinblick auf Bewertungskriterien und Methodik jedoch variieren (Snell-Hornby 373). Weitreichend anwendbar, umfassend und detailliert ist der Ansatz von Katharina Reiß1. Als Ergänzung sollen die Vorschläge von Thomas Reschke und Jörn Albrecht dienen, die sich speziell mit der Analyse und Bewertung literarischer Übersetzungen beschäftigen.
2.1 Ziel und Zweck der Übersetzungskritik
Für Katharina Reiß erfüllt die Übersetzungskritik einen weitreichenden Zweck: Sie soll die Qualität der Übersetzung prüfen und zugleich sichern bzw. erhöhen. Beim Leser soll so der Wunsch nach besseren Übersetzungen geweckt werden. Schließlich schärft die Übersetzungskritik das Sprachbewusstsein und erweitert den sprachlichen sowie außersprachlichen Horizont nicht nur des Lesers, sondern auch des Übersetzers bzw. Kritikers (Reiß 7).
2.2 Texttypologie
Ebenso wichtig wie die Frage nach dem Ziel ist für die praktische Übersetzungskritik die Frage nach dem Ausgangspunkt, denn „der Übersetzungs-kritiker hat zunächst das jeweilige Umfeld der Übersetzung (Texttyp, Adressaten, Zweck der Übersetzung) in Augenschein zu nehmen, bevor er sich den konkreten sprachlichen Befunden zuwendet“ (Albrecht 233). Die funktionsorientierte Zuordnung des Zieltexts zu einem Texttyp bildet demzufolge eine sinnvolle Basis für eine Übersetzungsanalyse. Grundlage für die folgenden Ausführungen soll das texttypologische Konzept von Katharina Reiß sein, das auch im Handbuch Translation von Snell-Hornby et al. Verwendung findet.
Reiß’ Texttypologie gründet auf Karl Bühlers dreistrahligem Organonmodell, welches das sprachliche Zeichen einem von drei Funktionstypen zuordnet. Entsprechend unterscheidet Reiß „den darstellenden oder informativen, den ausdrucksbetonten oder expressiven und den appellbetonten oder operativen Texttyp“ (Snell-Hornby 63). Unter Voraussetzung des Funktionserhalts gelten für die Übersetzung folgende Kriterien: Beim informativen Text muss der Inhalt unverändert in die Zielsprache übertragen werden. Beim expressiven Text liegt die Betonung auf der ästhetischen Gestaltung, und der operative Text erfordert den Erhalt des Appells oder der beabsichtigten persuasiven Wirkung (Reiß 31-34). Da Form und Inhalt sich aber nicht ohne weiteres voneinander trennen lassen, sondern stets zusammenwirken, ist eine eindeutige Zuordnung nur selten möglich (Albrecht 258): Die Textsorte des Romans zählt grundsätzlich zum expressiven Texttyp. The Color Purple ist außerdem informativ, denn der Roman zeichnet ein genaues Bild der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Situation der unterprivilegierten schwarzen Bevölkerung in den USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts. In Anbetracht der enthaltenen Sozialkritik spielt bei der Übersetzung des Romans nicht zuletzt auch die operative Textfunktion eine Rolle.
2.3 Äquivalenz vs. Adäquatheit
Anhand der Texttypologie kann festgelegt werden, welche Ausgangstextelemente entscheidend für die Textfunktion sind und deshalb in der Übersetzung beibehalten werden müssen; vorausgesetzt, das der Übersetzung übergeordnete Prinzip ist tatsächlich der Funktionserhalt des Ausgangstexts. Dass dies nicht immer der Fall ist, verdeutlicht die Skopostheorie. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Begriffe Äquivalenz und Adäquatheit, die von Reiß/Vermeer wie folgt definiert werden: Äquivalenz bezeichnet die Funktionskonstanz zwischen Ausgangs- und Zieltext. Äquivalenz ist somit ausgangstextorientiert. Adäquatheit dagegen ist zieltextorientiert; sie bezieht sich auf den Skopos, den Zweck des Zieltexts, der am Adressaten ausgerichtet ist und im Übersetzungsauftrag bestimmt wird. Nach der Skopostheorie stellt die Erfüllung des Skopos das wichtigste Kriterium für die Übersetzung dar. Die Adäquatheit ist demnach der Äquivalenz übergeordnet (Reiß/Vermeer 100-102, 139, 140). Vom Übersetzungsskopos ist abhängig, ob Ausgangs- und Zieltext pragmatisch gleich oder unterschiedlich gerichtet sind. Literarische Texte sind in der Regel „sowohl primär quellensprachlich also auch potentiell zielsprachlich gerichtet“ (Snell-Hornby 58) (Hervorhebung im Original) und geben damit keine eindeutige Übersetzungsmethode vor. Eine besonders originaltextgetreue, anti-illusionistische Übersetzung will dem Leser einen Eindruck von der Sprachstruktur und Kultur des Ausgangstexts vermitteln. Eine illusionistische Übersetzung dagegen will durch die völlige Adaptation an Zielsprache und Zielkultur den Leser vergessen lassen, dass er es mit einer Übersetzung zu tun hat; die Übersetzung soll wie ein Originaltext wirken, nichts ‚Fremdes’ soll man ihr anmerken (Albrecht 75).
[...]
1 Reiß, Katharina. Möglichkeiten und Grenzen der Übersetzungskritik. Kategorien und Kriterien für eine sachgerechte Beurteilung von Übersetzungen. München: Max Hueber Verlag, 1971.
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