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"... daß Jesu Leichnam nämlich verwest und verrottet ist" - Gerd Lüdemann und die Auferstehung Jesu

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 22 Pages
Author: Anni Neumann
Subject: Theology - Biblical Theology

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 22
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V84683
ISBN (E-book): 978-3-638-00966-9
ISBN (Book): 978-3-638-91502-1
File size: 185 KB

Abstract

„In früheren Publikationen hatte er die Auferstehung Jesu geleugnet, die Zeugung Jesu auf eine Vergewaltigung Marias zurückgeführt und die im Neuen Testament berichteten Wunder relativiert. Seine Professur will Lüdemann trotz seines Entscheides behalten.“ (Reformierte Nachrichten, 11.03.1998) „...dass Gerd Lüdemann vorläufig einen Sonderstatus erhält und der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen zugeordnet bleibt.“ (Ministerium Wissenschaft und Kultur, 04.02.1999) „Gerd Lüdemann hat die Auferstehung Jesu bestritten.“ (Reformierte Presse, 21.05.1999) Diese Pressemitteilungen genügen, um festzustellen: Gerd Lüdemann ist kein Theologe, wie die anderen. Er provoziert Christen aus allen Gesellschaftsschichten, verletzt sie in den heiligsten Gefühlen, findet selten (öffentliche) Zustimmung und sollte seines Lehrstuhles enthoben werden, aber seine Veröffentlichungen finden – im Vergleich zumindest – reißenden Absatz. Selten kamen aus dem Inneren der Christenheit solch provokante Äußerungen, wie sie von Gerd Lüdemann permanent zu hören und zu lesen sind. Dabei will er nicht verletzten – nicht, wenn es nicht unbedingt notwendig ist – sondern die Gemeinden und jeden Christen, der es hören will, aufklären darüber, was in Theologenkreisen jeder weiß und voraussetzt, „dass „Jesu Leichnam nämlich verwest und verrottet ist.“ Diese Arbeit soll dazu dienen Gerd Lüdemann im Hinblick auf seine Aussagen über die Auferstehung Jesu näher zu betrachten und seine Bedeutung für die Diskussion über dieses immer wieder brisante Thema darzustellen.


Excerpt (computer-generated)

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Theologische Fakultät

Hauptseminar: ,,Die Auferstehung im NT"

Wintersemester 2002/03

,,...daß Jesu Leichnam nämlich verwest

und verrottet ist"

Gerd Lüdemann und die Auferstehung Jesu



Eingereicht von:

Anni Neumann


2

Inhaltsverzeichnis

Einleitung 3

1. Kapitel: Gerd Lüdemann über die Auferstehung im Allgemeinen ­

Ein kurzer Überblick 4

2. Kapitel: Gerd Lüdemann über die Auferstehung im Speziellen ­

Die biblischen Berichte 6

2.1. Die Evangelien-Berichte 6

Die Auferstehung bei Markus (Mk 16, 1 ­ 20) 6

Die Auferstehung bei Johannes (Joh 20, 1 ­ 21, 23) 11

2.2. Der Auferstehungsbericht nach 1. Kor 15, 1-11 13

3. Kapitel: Konsequenzen und Folgen aus Lüdemanns Behauptungen 16

Nachwort 20

Quellen- und Literaturverzeichnis 21


3

Einleitung

,,In früheren Publikationen hatte er die Auferstehung Jesu geleugnet, die Zeugung Jesu

auf eine Vergewaltigung Marias zurückgeführt und die im Neuen Testament berichteten

Wunder relativiert. Seine Professur will Lüdemann trotz seines Entscheides behalten."

(Reformierte

Nachrichten,

11.03.1998)

,,...dass Gerd Lüdemann vorläufig einen Sonderstatus erhält und der Theologischen

Fakultät der Universität Göttingen zugeordnet bleibt."

(Ministerium Wissenschaft und Kultur, 04.02.1999)

,,Gerd Lüdemann hat die Auferstehung Jesu bestritten."

(Reformierte

Presse,

21.05.1999)

Diese Pressemitteilungen genügen, um festzustellen: Gerd Lüdemann ist kein Theologe,

wie die anderen. Er provoziert Christen aus allen Gesellschaftsschichten, verletzt sie in

den heiligsten Gefühlen, findet selten (öffentliche) Zustimmung und sollte seines

Lehrstuhles enthoben werden, aber seine Veröffentlichungen finden ­ im Vergleich

zumindest ­ reißenden Absatz.

Selten kamen aus dem Inneren der Christenheit solch provokante Äußerungen, wie sie

von Gerd Lüdemann permanent zu hören und zu lesen sind. Dabei will er nicht

verletzten ­ nicht, wenn es nicht unbedingt notwendig ist ­ sondern die Gemeinden und

jeden Christen, der es hören will, aufklären darüber, was in Theologenkreisen jeder

weiß und voraussetzt, ,,dass ,,Jesu Leichnam nämlich verwest und verrottet ist."1

Diese Arbeit soll dazu dienen Gerd Lüdemann im Hinblick auf seine Aussagen über die

Auferstehung Jesu näher zu betrachten und seine Bedeutung für die Diskussion über

dieses immer wieder brisante Thema darzustellen.

1 Zitiert in: ,,der ,Ketzer′ Lüdemann ­ Moderne Theologie im Streit mit der Tradition, Subway 10/1995.


4

1. Kapitel: Gerd Lüdemann über die Auferstehung im Allgemeinen ­

Ein kurzer Überblick

Mindestens die Hälfte der Lüdemannschen Publikationen befasst sich mit der

Auferstehung Jesu ­ und findet neue Aspekte ebenso selten, wie überzeugende

Begründungen.

Lüdemann begründet sein Interesse an der Auferstehung durch die mangelhafte

Beachtung, die dieser zentrale Punkt des Christentums während seines Studiums fand.

Entweder wurden historische Anfragen komplett ausgeklammert oder Historizität für

Ereignisse behauptet, die keiner Beweisanfrage standhielten2. Auch beobachtete er in

der Zeit nach seinem Studium keine gravierenden Änderungen dieses Denkens,

stattdessen wurde der Versuch unternommen, Geschehnisse wie die Auferstehung dem

historischen und allgemeinwissenschaftlichen Fragen zu entziehen und dadurch zu

schützen.3 Es kam zudem die Behauptung auf, dass es Ereignisse gibt, die stattgefunden

haben, auch wenn die Historie und jede andere Wissenschaft dagegen sprechen.4 Hinter

dieser Behauptung stand die Überlegung, dass alle bestehenden Größen (besonders

Institutionen, wie die Kirche) einen Ursprungspunkt in der Geschichte haben müssen ­

vor allem einen, der plausibel erscheint.

Lüdemann selbst versteht seine Arbeit als Suche nach der Wahrheit, allerdings lässt er

außer acht, dass die Wahrheit nicht nur im historisch beweisbaren liegt, sondern manche

Wahrheiten existieren, auch wenn der Augenschein dagegen spricht.

In seinem Buch "Der große Betrug" listet Lüdemann echte und unechte Worte und

Taten Jesu auf. Das wirklich Interessante an dieser Publikation ist der ,,Brief an Jesus",

der dieser Auflistung vorgeschaltet ist und zeigt, was Lüdemann glaubt oder vielmehr

was er nicht (mehr) glaubt. Dieser Brief ist eine Abrechnung mit der Tradition, dem

Christentum im Allgemeinen und nicht zuletzt Jesus selbst. Dieser Brief soll die

Grundlage bieten, einmal die Behauptungen Lüdemanns aufzuzeigen, die die

Auferstehung Jesu im Allgemeinen betreffen, bevor dann auf seine Aussagen über die

biblischen Texte im Speziellen eingegangen wird.

Nachdem Lüdemann auflistet, an was er geglaubt hat und an Jesus und Christentum

auch sympathisch fand, kommt er zum eigentlichen ,,Knackpunkt": so gut, überzeugend

und herausragend Jesu auch gewesen sein mag ­ er ist trotz allem ,,gestorben, und zwar

2 Z.B. Wolfgang Pannenberg (Vgl. Lüdemann, Die Auferstehung Jesu, 13).

3 Vgl., a.a.O., 14.

4 Z.B. Karl Barth (Vgl. Lüdemann, Die Auferstehung Jesu, 15).


5

im besten Mannesalter."5 Folgt man Lüdemanns Ausführungen, so findet sich die

Aussage, dass Jesus, aller Zukunftshoffnungen beraubt, ,,mit der brutalen Realität

zusammenprallte" - in Form eines römischen Kreuzes.

Dass überhaupt noch jemand von ihm spricht hat Jesus nur der Tatsache zu verdanken,

so Lüdemann, ,,dass [seine] Anhänger [...] den Glauben an [seine] Auferstehung

verkündet [haben]"6. Diese Verkündigung zusammen mit der gepredigten Hoffnung auf

baldige Wiederkunft Jesu sorgte dafür, dass ,,das christliche Gedankengebäude [nicht]

in sich zusammengefallen [ist]."7

Das eigentliche Problem liegt für Lüdemann aber nicht in der Verkündigung der Jünger

selbst, sondern in der Grundlage dieser Verkündigung. Denn die Wiederkunft Jesu fällt

aus, weil die ,,Auferstehung gar nicht stattfand, sondern nur ein frommer Wunsch war."8

Da für Lüdemann die Auferstehung in leiblicher Form nicht stattfand, bleiben ihm nur

zwei Möglichkeiten, zu erklären, was mit dem Körper Jesu geschehen ist: entweder ist

er im Grab verwest oder er wurde von ,,Geiern und Schakalen aufgefressen".9

Das Verhalten der Jünger nach der Kreuzigung begründet Lüdemann psychologisch: sie

haben die Auferstehung erfunden, um nicht selbst zu verzweifeln und der vergangenen

Zeit mit Jesus einen Sinn zu geben.

Als Verzweiflung begründet er auch den heutigen Glauben an die Auferstehung und

stellt dabei fest, dass durch ein ,,intellektuelles Verwirrspiel"10 versucht wird zu

erklären, was eigentlich keiner mehr glauben kann. Dieses ,,Verwirrspiel" besteht für

Lüdemann darin, dass sich die Theologen von der leiblichen Auferstehung

verabschiedet haben und von dem ,,Sein [Jesu] bei Gott"11 sprechen.

Im Weiteren spricht Lüdemann davon, dass Jesus ­ hauptsächlich von der Kirche ­

benutzt wurde, indem ihm Dinge in den Mund gelegt wurden, die seiner Verkündigung

nicht entsprachen. Er beschreibt, dass dies und vieles andere dazu, allem voran die nicht

stattgefundene Auferstehung, der Grund ist, weshalb er nicht mehr an Jesus glauben

kann. Und deshalb macht Lüdemann ,,religiös Schluß"12 mit Jesus. Dies ist eine

notwendige Konsequenz die Lüdemann aus seinen Ansichten ziehen musste. Denn mehr

als an jedem anderen Bericht über Jesus in den Evangelien hängt an der Auferstehung

5 Lüdemann, Der große Betrug, 11.

6 A.a.O., 11.

7 A.a.O., 11

8 A.a.O., 11.

9 A.a.O.,11.

10 A.a.O., 12.

11 A.a.O., 11.

12 A.a.O., 18.



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