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Armut und soziale Ausgrenzung in Österreich

Scholary Paper (Seminar), 2007, 29 Pages
Authors: Verena Heitzinger, Eva Jungmair
Subject: Politics - Miscellaneous

Details

Event: Sozialpolitik in Österreich
Institution/College: University of Linz
Tags: Armut, Ausgrenzung, Sozialpolitik
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 29
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V84689
ISBN (E-book): 978-3-638-00969-0
ISBN (Book): 978-3-638-94243-0
File size: 284 KB

Abstract

„Arm ist nicht nur, wer obdachlos ist und in Pappschachteln leben muss, sondern wer am Alltagsleben nicht teilnehmen kann.“ Armut und soziale Ausgrenzung sind auch in Österreich, einem der reichsten Industrieländer der Welt, präsent und nicht nur materiell spürbar. Die Angst vor Armut ist in den Köpfen der österreichischen Bevölkerung fest verankert. Oft werden nur Personen als „arm“ gesehen, die kein Obdach mehr haben und auf einer Parkbank schlafen. Es sind jedoch viel mehr Österreicher/innen von Armut betroffen, als man annehmen würde. Viele diese Österreicher/innen nehmen ihre Armut oftmals selbst als solche gar nicht wahr, da Armut viele Facetten in sich birgt. Diese Menschen fallen unter den Begriff der versteckten Armut, da sie bei den offiziellen Statistiken nicht erfasst werden. Um als arm zu gelten reicht es schon, nebst einem geringen Einkommen, eines der folgenden Kriterien zu erfüllen: - Leben in einer Substandardwohnung - Nöte beim Beheizen der Wohnung, bei der Anschaffung von Kleidern oder beim Kauf von Lebensmitteln - Wenn es nicht möglich ist, zumindest einmal im Monat jemanden nach Hause zum Essen einzuladen - Mietrückstände, Rückstand beim Bezahlen der Betriebskosten oder eines Kredites Im Folgenden möchten wir näher auf die einzelnen Facetten von Armut und sozialer Ausgrenzung eingehen und veranschaulichen, welche Gruppen in Österreich besonders von Armut betroffen sind.


Excerpt (computer-generated)

Armut und soziale Ausgrenzung in Österreich

LVA: Intensivierungskurs Sozialpolitik in Österreich

SoSe 2007

Verfasserinnen: Eva Jungmair

Verena Knoll


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 4

2. Definition Armut 5

2.1. Absolute und relative Armut 5

2.2. Definition Äquivalenzeinkommen 6

2.3. Messung von Armut 7

2.3.1. Ernährungsstandards 7

2.3.2. Warenkorbmethode 7

2.3.3. Deprivationsindex (Verhaltensansatz) 8

3. Definition Soziale Ausgrenzung 8

4. Entwicklung der Armutsdiskussion in Österreich 9

5. Aktuelle Situation in Österreich 11

6. Spezielle Formen der Armut 13

6.1. Frauenarmut in Österreich 13

6.2. Kinderarmut 14

7. Obdachlosigkeit in Österreich 16

7.1. Literatur und wissenschaftliche Forschung 16

7.2 Situation der Obdachlosen in Österreich 18

7.3. Situation in Linz 20

8. Politik zur Armutsbekämpfung 22

8.1. Die Sozialhilfe 23

8.1.1 Ziele der Sozialhilfe 23

8.1.2 Hilfe in besonderen Lebenslagen 24

8.1.4. Soziale Dienste 25

8.1.5. Probleme bei der Sozialhilfe 25

9. Aktuelles Regierungsprogramm 26

Quellenverzeichnis 27

2


Abbildungsverzeichnis

Abb.1 Entwicklung von Armut und deren gesellschaftliche Bedeutung 10

Abb.2 Schwankungsbreite der Armutsgefährdungsquote 10

Abb.3 Armutsgefährdete aufgeteilt in Geschlecht und Alter 13

Abb.4 Kategorien der Wohnungslosigkeit in OÖ. Jahr 2000 20

Abb.5 Akut Obdachlose nach Altersgruppe und Geschlecht, Juli 2005 in Linz 21

3


1. Einleitung

(Verena Knoll)

,,Arm ist nicht nur, wer obdachlos ist und in Pappschachteln leben muss,

sondern wer am Alltagsleben nicht teilnehmen kann."1

Armut und soziale Ausgrenzung sind auch in Österreich, einem der reichsten

Industrieländer der Welt, präsent und nicht nur materiell spürbar. Die Angst vor

Armut ist in den Köpfen der österreichischen Bevölkerung fest verankert.

Oft werden nur Personen als ,,arm" gesehen, die kein Obdach mehr haben und auf

einer Parkbank schlafen.

Es sind jedoch viel mehr Österreicher/innen von Armut betroffen, als man annehmen

würde. Viele diese Österreicher/innen nehmen ihre Armut oftmals selbst als solche

gar nicht wahr, da Armut viele Facetten in sich birgt. Diese Menschen fallen unter

den Begriff der versteckten Armut, da sie bei den offiziellen Statistiken nicht erfasst

werden.

Um als arm zu gelten reicht es schon, nebst einem geringen Einkommen, eines der

folgenden Kriterien zu erfüllen:

- Leben in einer Substandardwohnung

- Nöte beim Beheizen der Wohnung, bei der Anschaffung von Kleidern oder beim

Kauf von Lebensmitteln

- Wenn es nicht möglich ist, zumindest einmal im Monat jemanden nach Hause zum

Essen einzuladen

- Mietrückstände, Rückstand beim Bezahlen der Betriebskosten oder eines Kredites

Im Folgenden möchten wir näher auf die einzelnen Facetten von Armut und sozialer

Ausgrenzung eingehen und veranschauliche, welche Gruppen in Österreich

besonders von Armut betroffen sind.

1 http://www.salzburger-armutskonferenz.at/themaarmut.htm. downgeloadet am 07.06.07; 10:14

4


2. Definition Armut

(Verena Knoll)

Da es unterschiedlichste Ausprägungen von Armut gibt, gestaltet es sich als sehr

schwierig einen objektiven Armutsbegriff zu definieren. Nicht nur das

lebensbedrohliche Elend der Entwicklungsländer, sondern auch die immer stärker

auftretenden Mangelzustände in den westlichen Industriestaaten, fallen unter den

Armutsbegriff.

Laut EU gilt folgende Definition von Armut:

,,Arm sind jene Personen, Familien und Gruppen, die über so geringe

(materielle, kulturelle und soziale) Mittel verfügen, dass sie von der

Lebensweise ausgeschlossen sind, die in dem Mitgliedstaat, in dem sie

leben, als Minimum annehmbar ist." 2

2.1. Absolute und relative Armut

Von

absoluter Armut

wird gesprochen, wenn

,,eine Person oder Personengruppe nicht über jenes Mindestmaß an

Gütern verfügt, das in der jeweiligen Gesellschaft als Voraussetzung für

ein ,,menschenwürdiges" Dasein erachtet wird."3

Hier bezeichnet man vor allem den Mangel an Mitteln zur Deckung der

Grundbedürfnisse. Heutzutage findet man diese extreme Form der Armut

hauptsächlich in Entwicklungsländern, jedoch sind auch bestimmte

Personengruppen in Industriegesellschaften davon betroffen, wie zum Beispiel

Obdachlose und Drogensüchtige.

2 http://www.salzburger-armutskonferenz.at/themaarmut.htm. downgeloadet am 07.06.07; 10:15

3 Badelt/Österle (2001): Grundzüge der Sozialpolitik, Wien: Manzsche Verlags- und Universitätsbuchhandlung

S. 227

5


Der

relative Armutsbegriff

definiert Armut hingegen immer im Verhältnis zum

Durchschnitt der jeweiligen Gesellschaft. Nicht die Deckung der Grundbedürfnisse

gilt als zentrales Problem der Betroffenen, sondern die eingeschränkte Teilhabe am

gesellschaftlichen Leben aufgrund mangelnder Ressourcen macht den Armen zu

schaffen. Die armen Bevölkerungsschichten sind demnach nicht in der Lage den

Lebensstandard zu genießen, der dem Großteil der Gesellschaft zuteil wird. Im EU

weiten Vergleich wurde bis dato primär die relative Einkommensarmut

herangezogen. 4

Der von der EU festgelegte kritische Wert liegt diesbezüglich bei 60% des nationalen

durchschnittlichen Äquivalenzeinkommens. Das bedeutet, dass alle Personen, die

weniger als 60% des Durchschnittseinkommens ihres Landes verdienen, besonders

armutsgefährdet sind. Kritik an dieser Art der Definition von Armut wird vor allem

dadurch laut, dass die alleinige Betrachtung des Einkommens zu wenig über die

tatsächliche Lebenslage der Betroffenen auszusagen vermag. Hinzu kommt, dass

wie auch immer begründete Verschiebungen der Höhe des

Durchschnittseinkommens nach oben oder nach unten, den Anteil der armen

Bevölkerung blitzartig vergrößern oder verkleinern können. So führt beispielsweise

der Wegzug von sehr begüterten Gesellschaftsmitgliedern zu einer Senkung des

Durchschnittseinkommens und somit zu einer Abnahme der Zahl derjenigen, die

unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle leben, obwohl sich an der Lebenslage

dieser Personen nichts verändert hat.5

2.2. Definition Äquivalenzeinkommen

,,Äquivalenzzahlen sind ein Weg, unterschiedliche Haushaltsstrukturen

hinsichtlich der Wohlfahrtsimplikationen ihrer Einkommenssituation

vergleichbar zu machen. Sie geben den relativen Einkommensbetrag an,

den Haushalte unterschiedlicher Zusammensetzung benötigen, um

dasselbe Niveau wirtschaftlicher Wohlfahrt zu erreichen."6

4 http://soziologisch.info-lounge.at/?p=12 downgeloadet 07.06.07, 10:40

5 http://soziologisch.info-lounge.at/?p=12 downgeloadet 07.06.07, 10:40

6 Badelt/Österle (2001):Grundzüge der Sozialpolitik, Wien: Manzsche Verlags- und Universitätsbuchhandlung,

S. 226

6



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