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Gesundheitsförderung in Schulen

Scholary Paper (Seminar), 2007, 33 Pages
Authors: Verena Heitzinger, E. Ettmayer, A. Gaspar
Subject: Sociology - Miscellaneous

Details

Institution/College: University of Linz
Tags: Gesundheitsförderung, Schulen
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 33
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 15  Entries
Language: German
Archive No.: V84691
ISBN (E-book): 978-3-638-00976-8
ISBN (Book): 978-3-638-94244-7
File size: 432 KB
Notes :
Zur Gesundheitsförderung in österreichischen Schulen (Anm. der Red.)


Abstract

Unter dem Begriff der „schulischen Gesundheitsförderung“ werden verschiedene Maßnahmen der Verbesserung der Lebens- und Umweltbedingungen für Kinder und Jugendliche subsumiert. Sie will alle Mitglieder einer Schulgemeinschaft dazu befähigen, Gesundheit zu unterstützen und zu fördern. Diese pädagogischen und präventiven Bemühungen sollen nicht nur die Gesundheitsqualität der Schule verbessern, sondern auch die Bildungsqualität nachhaltig positiv beeinflussen. Um über Gesundheitsförderung sprechen zu können, bedarf es zunächst einer Definition von Gesundheit. Laut WHO ist Gesundheit „ein Zustand des völligen körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit oder Gebrechen.“


Excerpt (computer-generated)

LVA-Name:

SE: Gesundheitssoziologie: Zentrale Themen

Institut:

Abteilung für Politik- und Entwicklungsforschung

Semester:

SoSe 2007

Seminararbeit zum Thema:

Gesundheitsförderung in der Schule

Ausgearbeitet von:

Ettmayer, Eva

Gaspar, Agnes

Knoll, Verena


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

1.1 Definition Gesundheit 3

1.2 Definition Gesundheitsförderung 4

2. Theoretische Ansätze und Aktivitäten 4

2.1 Einfluss des Salutogenen Modells auf Schulen 6

2.2 Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung 7

2.2.1 Unterschiede Gesundheitserziehung und Gesundheitsförderung 7

2.2.1.1 Ziele 7

2.2.1.2 Themen 8

2.2.1.3 Zielgruppen 8

2.2.1.4 Methoden 9

2.2.1.5 Verankerung in der Schule 9

3. Gesundheitsförderung in Schulen 11

3.1 Leitlinien der WHO 11

3.2 Ausgangslage 12

3.2.1 Situation der SchülerInnen 13

3.2.2 Situation der LehrerInnen 14

3.3 Förderungsmaßnahmen 13

4. Praktische Beispiele zur Gesundheitsförderung in Schulen 17

4.1 Beispiel 1: Förderung der körperlichen Gesundheit von SchülerInnen 17

4.1.1 Einführung von Sitzbällen 17

4.1.2 Weitere Maßnahmen zur Gesundheitsförderung 21

4.2 Beispiel 2: Förderung der psychosozialen Gesundheit von SchülerInnen 22

4.2.1 Weitere Maßnahmen zur Gesundheitsförderung 25

4.3 Beispiel 3: Förderung der Gesundheit von LehrerInnen 26

4.3.1 Weitere Maßnahmen zur Gesundheitsförderung 29

Bibliographie 30

Abbildungsverzeichnis 32

2


1. Einleitung

Unter dem Begriff der ,,

schulischen Gesundheitsförderung

" werden verschiedene

Maßnahmen der Verbesserung der Lebens- und Umweltbedingungen für Kinder und

Jugendliche subsumiert. Sie will alle Mitglieder einer Schulgemeinschaft dazu befähigen,

Gesundheit zu unterstützen und zu fördern. Diese pädagogischen und präventiven

Bemühungen sollen nicht nur die Gesundheitsqualität der Schule verbessern, sondern auch die

Bildungsqualität nachhaltig positiv beeinflussen. 1

1.1 Definition Gesundheit

Um über Gesundheitsförderung sprechen zu können, bedarf es zunächst einer Definition von

Gesundheit. Laut WHO ist Gesundheit

,,ein Zustand des völligen körperlichen, psychischen

und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit oder Gebrechen."

2

Abb. 1

1 vgl. Grasböck, Martina (2004): Psychosoziale Gesundheitsförderung. Linz: Institut für Soziologie, S. 112

2 Die WHO-Definition von Gesundheit: URL:

http://www.euro.who.int/AboutWHO/20021122_3?language=German (dl. 05. 04. 2007)

3


1.2 Definition Gesundheitsförderung

Gemäß der Ottawa Charta (1986) definiert die WHO Gesundheitsförderung als Prozess, der

darauf abzielt

,,allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit

zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit befähigen. Um ein umfassendes

körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden zu erlangen, ist es notwendig, dass sowohl

einzelne als auch Gruppen ihre Bedürfnisse befriedigen, ihre Wünsche und Hoffnungen

wahrnehmen und verwirklichen sowie ihre Umwelt meistern bzw. verändern können. In

diesem Sinne ist die Gesundheit als wesentlicher Bestandteil des alltäglichen Lebens zu

verstehen und nicht als vorrangiges Lebensziel. Gesundheit steht für ein positives Konzept,

das in gleicher Weise die Bedeutung sozialer und individueller Ressourcen für die Gesundheit

betont wie die körperlichen Fähigkeiten. Die Verantwortung für die Gesundheitsförderung

liegt deshalb nicht nur beim Gesundheitssektor, sondern bei allen Politikbereichen und zielt

über die Entwicklung gesünderer Lebensweisen hinaus auf die Förderung von umfassenden

Wohlbefinden hin." 3

2. Theoretische Ansätze und Aktivitäten

Das Salutogenese Modell von Aaron Antonovsky beschäftigt sich mit den zentralen Fragen: 4

· ,,

Warum bleiben Menschen - trotz potentiell gesundheitsgefährdender Einflüsse ­

gesund?"

·

,,Wie schaffen sie es sich von Erkrankungen wieder zu erholen?"

·

,,Was ist das Besondere an Menschen, die trotz extremster Belastungen nicht krank

werden?"

Antonovsky sieht die Salutogenese nicht als Gegner der Pathogenese

(,,Was macht krank?")

sondern als wichtige Erweiterung. Er lehnt die Dichotomie

,,Gesund-Krank"

ab und stellt

diese Begriffe als Extrempole des Gesundheits-Krankheitskontinuums dar. Damit ist gemeint,

dass sich die Menschen zwischen diesen Extremen bewegen und sie mal mehr oder weniger

gesund bzw. krank sind. Das Salutogenesemodell richtet sein Interesse nicht auf die

3 Marks, Wolfgang / Schöppl, Ilona (2005): Kompendium Vorsorge- und Gesundheitsmanagement. Linz:

Trauner Verlag, S.71f

4 Schärf Anja (2000): Gesundheitsfördernde Schule als lernende Organisation: Pädagogische Hochschule

Heidelberg. URL:

http://www.phheidelberg.de/org/ife/zulas/Gesundheitsfoerdernde_Schule_als_Lernende_Text.pdf (dl.

27.04.2007) S.18

4


Symptombehandlung, sondern auf die Stärkung von vorhandenen Ressourcen und die

einzelnen Lebengeschichten der Betroffenen.5

Das Salutogenesemodell besteht aus den Bestandteilen Kohärenzgefühl, Gesundheits-

Krankheits-Kontinuum, Stressoren, Spannungszuständen und generalisierten

Widerstandsressourcen.

Das Kohärenzgefühl (bzw. Kohärenzsinn) beschreibt dabei die Grundeinstellung eines

Menschen gegenüber der Welt und seinem eigenen Leben. Je mehr Kohärenzgefühl ein

Mensch besitzt, umso gesünder sollte er/sie sein um umso schneller sollte er/sie gesund

werden. Die Grundhaltung setzt sich dabei aus den Gefühlen der Verstehbarkeit,

Handhabbarkeit bzw. Bewältigbarkeit und der Sinnhaftigkeit bzw. Bedeutsamkeit zusammen.

Die zentrale Aufgabe des Organismus ist es Spannungszustände zu bewältigen, um die

Gesundheit erhalten und fördern zu können. Stress ist dabei ein wichtiger Aspekt.

Antonovsky unterscheidet drei verschiedene Stressoren: den psychosozialen, den physischen

und den biochemischen Stressor.

Die generalisierten Widerstandsressourcen teilt er verschiedene Bereiche. Sie beziehen sich

auf individuelle, soziale und kulturelle Faktoren, die in Situationen aller Art zum Einsatz

kommen.6

Das Zusammenspiel der Bestandteile wird durch die nachfolgende Grafik erläutert:

5 vgl. Schärf Anja (2000): Gesundheitsfördernde Schule als lernende Organisation: Pädagogische Hochschule

Heidelberg. URL:

http://www.phheidelberg.de/org/ife/zulas/Gesundheitsfoerdernde_Schule_als_Lernende_Text.pdf (dl.

27.04.2007) S.19ff

6 vgl. Schärf Anja (2000): Gesundheitsfördernde Schule als lernende Organisation: Pädagogische Hochschule

Heidelberg. URL:

http://www.phheidelberg.de/org/ife/zulas/Gesundheitsfoerdernde_Schule_als_Lernende_Text.pdf (dl.

27.04.2007) S.21ff

5


Abb.2

2.1 Bezug auf Gesundheitsförderung in Schulen7

Schulische Stressoren sind zum Teil schlechte Ernährung, die sitzende Lebensweise im

Schulalltag, Lärm, schlechte Luft im Klassenzimmer, unergonomische Schulmöbel, schwere

Schultaschen und die Vielzahl von Krankheitserregern. Hinzu kommen neben

Überforderungen, Leistungsdruck, soziale Diskriminierung, Beziehungskrisen und viele

andere, auch Anforderungen die sich LehrerInnen und SchülerInnen an sich selbst stellen.

Im Zuge dessen ist es wichtig die Widerstandsressourcen zu stärken. Zwar lassen sich

individuelle Ressourcen wie ein intaktes Immunsystem oder eine günstige genetische

Ausstattung nicht in Schulen vermitteln, aber man kann SchülerInnen und LehrerInnen

gesundheitsrelevantes Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln Einstellungen und Verhalten

prägen und soziale Kompetenzen stärken. Soziale Widerstandsressourcen finden sich im

Umfeld der SchülerInnen und LehrerInnen. Ein stabiler Freundeskreis, Familie,

Partnerschaften und die Einbindung in soziale Netzwerke stärken diese.

Eine wichtige Rolle spielen dabei kompetente und engagierte Autoritätspersonen in den

Schulen, wie die Schulleitung, oder SchulärztInnen. Vor allem aber wirken die PädagogInnen

auf die Gesundheitsförderung und Gesundheitserziehung von SchülerInnen ein.

7 vgl. Kleindienst-Cachay, Christa (2006): VL Grundlagen der Sportpädagogik:

Gesundheitserziehung im Sport. URL: http://www.uni-

bielefeld.de/sport/arbeitsbereiche/ab_iv/lehre/grundlagen%20der%20sportp%C3%A4dagogik2003/websitepp31

_1_2006GesundWagnis.pdf (dl. 27.04.2007) S.4ff

6



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