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Seminararbeit, 2005, 15 Seiten
Autor: Urban Sager
Fach: Geschichte - Ausland
Details
Institution/Hochschule: Universität Bern (Historisches Institut )
Tags: Täuferbewegung, Sicht, Proseminar/Basismodul, Schweizer, Geschichte, Reformationszeit
Jahr: 2005
Seiten: 15
Note: 1.5
Literaturverzeichnis: ~ 11 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-01538-7
Dateigröße: 124 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die Zeit der Reformation veranlasste einige Zeitgenossen das Geschehen für die Nachwelt aufzuzeichnen. Vielen war bewusst, dass einschneidende Veränderungen stattfanden und sie wollten diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten schriftlich festhalten. Johannes Salat, ein Luzerner Chronist, war einer jener Zeitgenossen welche zur Feder griffen und eine Reformationschronik erstellten. Nach den Worten Richard Fellers ist dies „nicht nur die erste, sondern auch die bedeutendste Reformationschronik katholischerseits.“ Salat widmet 20 Folien seiner Chronik den Täufern, auf welchen er neben zwei allgemeinen Abhandlungen über die Bewegung vor allem über einzelne Führer der Täufer, ihr Leben und Lehren, genaueres berichtet. Die Täuferbewegung, das „Stiefkind der Reformation“ , erfreut sich vor allem in jüngeren Jahren wieder einer vermehrten wissenschaftlichen Betrachtung. Aufgrund der Urteile der grossen Reformatoren waren die Täufer lange von der reformationsgeschichtlichen Forschung ausgeschlossen. Erst ab der Französischen Revolution begann sich ein neues Interesse an den Täufern einzustellen. Sie wurden nunmehr als eigentliche Träger der Bauernrevolutionen und somit als radikale Kräfte der Reformationszeit betrachtet. Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Schilderungen Johannes Salats in seiner Reformationschronik über die Täuferbewegungen seiner Zeit. Dabei werden die zwei allgemeinen Beiträge zu den Täufern, genauer betrachtet. Wie diffamiert Salat die Täuferbewegung? Was für Bilder benutzt er? Wie argumentiert er gegen ihren Glauben? In der weiteren Einleitung wird eine Heranführung des Lesers ans Thema vorgenommen. Dabei werden die Täuferbewegung und der Chronist Johannes Salat genauer vorgestellt. Im zweiten Teil erfolgt die äussere Quellenkritik und im dritten Abschnitt wird die eigentliche Analyse der beiden Beiträge aus der Chronik vorgenommen. Der vierte und letzte Teil dient einer Zusammenfassung der Ergebnisse aus der Interpretation und der Beantwortung der einleitend formulierten Fragen.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Bern, Historisches Institut
Sommersemester05; Bern, Mai 2005
"eine gar ellende sect" - Die Täuferbewegung aus katholischer Sicht
von
Urban Sager
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung... 3
1.1 Täufer... 4
1.2 Johannes Salat... 5
2 Die Reformationschronik von Johannes Salat... 6
3 Täuferbeiträge... 7
3.1 Von ankunftt / articklenn / fürern / meystern / und schützlichen jrrung der töüffer / und (als man nampt) widertöuffer –... 7
3.2 Von töuffern jn gmein... 8
3.3 Interpretation... 10
4 Schluss... 12
5 Bibliographie... 14
5.1 Gedruckte Quellen... 14
5.2 Literatur... 14
1 Einleitung
Die Zeit der Reformation veranlasste einige Zeitgenossen das Geschehen für die Nachwelt aufzuzeichnen. Vielen war bewusst, dass einschneidende Veränderungen stattfanden und sie wollten diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten schriftlich festhalten. Johannes Salat, ein Luzerner Chronist, war einer jener Zeitgenossen welche zur Feder griffen und eine Reformationschronik erstellten.1 Nach den Worten Richard Fellers ist dies „nicht nur die erste, sondern auch die bedeutendste Reformationschronik katholischerseits.“2 Salat widmet 20 Folien seiner Chronik den Täufern, auf welchen er neben zwei allgemeinen Abhandlungen über die Bewegung vor allem über einzelne Führer der Täufer, ihr Leben und Lehren, genaueres berichtet. Die Täuferbewegung, das „Stiefkind der Reformation“3, erfreut sich vor allem in jüngeren Jahren wieder einer vermehrten wissenschaftlichen Betrachtung. Aufgrund der Urteile der grossen Reformatoren waren die Täufer lange von der reformationsgeschichtlichen Forschung ausgeschlossen. Erst ab der Französischen Revolution begann sich ein neues Interesse an den Täufern einzustellen. Sie wurden nunmehr als eigentliche Träger der Bauernrevolutionen und somit als radikale Kräfte der Reformationszeit betrachtet.4 In der neueren Täuferforschung hat vor allem Ernst Troeltsch5 durch seine Typologien und Thesen wichtige Impulse gesetzt.6 Was folgte war eine intensive Rezeption Troeltschs in der freikirchlichen, vor allem mennonitischen Geschichtsforschung. Es war dies eine so intensive Forschung, dass „nach wenigen Jahrzehnten eine Intensität erreicht [wurde, US], die im Rahmen der Reformationsgeschichte nur noch von der Lutherforschung übertroffen wird“7. Diese „normativ-typologische“ Forschung, wie Strübind sie nennt8, wurde in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts von einer stark soziologisch geprägten Täuferforschung abgelöst.9 Die Theologie rückte in den Hintergrund, „die Merkmale der Sozialgestalt und Organisation der täuferischen Gruppen“10 gewannen vermehrte Aufmerksamkeit. Des Weiteren erwähnt Strübind noch die marxistische Täuferforschung als eine dritte Richtung. Dabei sieht der historische Materialismus in der Reformation und in den Bauernkriegen eine frühbürgerliche Revolution. Die Täufer stellen das „Sammelbecken der vielgestaltigen, oppositionellen, radikalen und revolutionären Antworten auf die gescheiterte Revolution“11 dar, wobei mit „gescheiterter Revolution“ die Bauernkriege gemeint sind. Die anhaltende Publikation an Forschungsarbeiten zeigt die nach wie vor grosse Beachtung der Täuferforschung.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Schilderungen Johannes Salats in seiner Reformationschronik über die Täuferbewegungen seiner Zeit. Dabei werden die zwei allgemeinen Beiträge zu den Täufern, Von ankunftt / articklenn / fürern / meystern / und schützlichen jrrung der töüffer / und (als man nampt) widertöuffer und Von töuffern jn gmein genauer betrachtet. Wie diffamiert Salat die Täuferbewegung? Was für Bilder benutzt er? Wie argumentiert er gegen ihren Glauben?
In der weiteren Einleitung wird eine Heranführung des Lesers ans Thema vorgenommen. Dabei werden die Täuferbewegung und der Chronist Johannes Salat genauer vorgestellt. Im zweiten Teil erfolgt die äussere Quellenkritik und im dritten Abschnitt wird die eigentliche Analyse der beiden Beiträge aus der Chronik vorgenommen. Der vierte und letzte Teil dient einer Zusammenfassung der Ergebnisse aus der Interpretation und der Beantwortung der einleitend formulierten Fragen.
1.1 Täufer
Der Name Täufer ist der Sammelbegriff aller reformatorischen Gruppen welche sich für die Erwachsenentaufe aussprachen. Die Taufe als „Erkenntnistaufe“ sollte die Bereitschaft zu einer neuen christlichen Lebensführung zum Ausdruck bringen.12 In sich unterschied sich die Gruppierung jedoch stark in ihren jeweiligen Ausprägungen und zerfällt in viele einzelne Kleingruppen mit unterschiedlichen theologischen Auffassungen. Dabei können nach Blickle drei Hauptgruppen unterschieden werden: Schweizer Täufer, Huttsche Täufer und die Melchioriten.13 Das Täufertum kennt drei Entstehungsregionen: Zürich (1525), Thüringen/Franken (1526) und die Niederlanden (1530). Die erste Erwachsenentaufe wurde in Zürich von Konrad Grebel durchgeführt und die erste Täufergemeinde entstand in Zollikon vor Zürich. Unterstützt durch den Bauernkrieg und die anhaltende Verfolgung durch Obrigkeiten verbreitete sich das Täufertum rasch über die Schweiz nach Süddeutschland und Österreich.14
[...]
1 Ruth Jörg, Johannes Salat. Reformationschronik 1517-1534, 3. Bd., Freiburg i.Ü. 1986, S. 7.
2 Richard Feller, Edgar Bonjour, Geschichtsschreibung der Schweiz. Vom Spätmittelalter zur Neuzeit, 1. Bd., 2. erw. Auflage, Basel/Stuttgart 1979, S. 283.
3 Heinold Fast (Hg.), Der linke Flügel der Reformation. Glaubenszeugnisse der Täufer, Spiritualisten, Schwärmer und Antitrinitarier, Bremen 1962, S. IX.
4 Andrea Strübind, Eifriger als Zwingli. Die frühe Täuferbewegung in der Schweiz, Berlin 2003, S. 19.
5 Vgl. dazu ausführlich: Ernst Troeltsch, Die Soziallehren der christlichen Kirchen und Gruppen, Tübingen 1912.
6 Strübind (Anm. 4), S. 20.
7 Hans-Jürgen Goertz, Religiöse Bewegungen in der frühen Neuzeit, München 1993, S. 79.
8 Strübind (Anm. 4), S. 22-24.
9 Goertz (Anm. 7), S. 79.
10 Ebd.
11 Zit. nach: Gerhard Zschäbitz, Die Stellung der Täuferbewegung im Spannungsbogen der deutschen frühbürgerlichen Revolution in: Strübind (Anm. 4), S. 35.
12 Klaus Ganzer, Bruno Steimer, Lexikon der Reformation, Freiburg 2002, S. 738.
13 Peter Blickle, Die Reformation im Reich, 3. überarb. Auflage, Stuttgart 2000, S. 158.
14 Ganzer (Anm. 12), S. 738.
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