Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Seminararbeit, 2007, 17 Seiten
Autor: Anonym
Fach: Psychologie - Persönlichkeitspsychologie
Details
Tags: Vater, Vaterschaft, Sicht
Jahr: 2007
Seiten: 17
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 6 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-01313-0
ISBN (Buch): 978-3-638-91696-7
Dateigröße: 164 KB
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Zusammenfassung / Abstract
Bis Mitte der siebziger Jahre galt die Mutter als wichtigste emotionale Bezugsperson eines Kindes, weshalb die Väterforschung lange vernachlässigt wurde. Dem Mann fiel die Rolle des Erzeugers und Versorgers zu, nicht aber die des Erziehers. Der Mangel an Studien über werdende Väter in der psychoanalytischen Literatur wurde in den vergangenen Jahrzehnten des Öfteren diskutiert. Die Untersuchung der psychischen Vorgänge des werdenden Vaters ist ein neueres Phänomen. Erst durch Studien zur Vaterabwesenheit fing man langsam an, die Vater-Kind-Beziehung zu erforschen. Bei Kindern, die ohne Vater aufwuchsen, hatte man vermehrt Probleme bei der Geschlechterrollenentwicklung, weniger moralisches Urteilsfähigkeit oder fehlendes Verantwortungsbewusstsein festgestellt. Hauptziel dieser Arbeit ist jedoch nicht, den Einfluss von Männern auf ihre Kinder zu analysieren, sondern die Erwartungen und Empfindungen der werdenden Väter vor und während der Schwangerschaft aufzuzeigen. Meine Arbeit gliedert sich in drei Teile. Zu Beginn werde ich mich mit Michael D. Diamonds1 Werk von 1991 „Der werdende Vater: Psychoanalytische Ansichten über den vergessenen Elternteil“ befassen. In seiner Abhandlung charakterisiert Diamond den männlichen Kinderwunsch aus psychoanalytischer Sicht sowie die verschiedenen Phasen der Vaterschaft. Nachdem ich diesen Prozess des Vaterwerdens dargestellt habe, werde ich die von Diamond beschriebenen Stadien an einem Fallbeispiel des Psychoanalytikers Alan R. Gurwitt2 verdeutlichen. Anschließend will ich auf eine Studie von Harald Werneck3 eingehen, die 1998 in Österreich durchgeführt wurde, da sie meiner Meinung nach die Veränderung der Vaterrolle unserer Zeit gut widerspiegelt.
Textauszug (computergeneriert)
,,Der werdende Vater"
Der Übergang zur Vaterschaft aus psychoanalytischer Sicht
Schriftliche Hausarbeit für das Seminar
"Zur Psychoanalyse des Mannes"
im Sommersemester 2007
8. Fachsemester
Psychoanalyse (Magister Nebenfach)
Fertigstellung: September 2007
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort 2
2. ,,Der werdende Vater" 2
2.1. Motivation zur Vaterschaft 3
2.2. Phasen der Vaterschaft 5
3. Fallstudie eines werdenden Vaters 7
3.1. Fallbeschreibung 7
3.2. Diskussion der Analyse 10
4. Väterforschung im Wandel der Zeit 11
4.1. Voraussetzungen für eine erfolgreiche Vaterschaft 11
4.2. Studie zum Thema Vaterschaft 12
5. Schlussbemerkung 14
Literaturverzeichnis 15
1
1. Vorwort
Bis Mitte der siebziger Jahre galt die Mutter als wichtigste emotionale Bezugsperson
eines Kindes, weshalb die Väterforschung lange vernachlässigt wurde. Dem Mann fiel
die Rolle des Erzeugers und Versorgers zu, nicht aber die des Erziehers. Der Mangel an
Studien über werdende Väter in der psychoanalytischen Literatur wurde in den
vergangenen Jahrzehnten des Öfteren diskutiert. Die Untersuchung der psychischen
Vorgänge des werdenden Vaters ist ein neueres Phänomen. Erst durch Studien zur
Vaterabwesenheit fing man langsam an, die Vater-Kind-Beziehung zu erforschen. Bei
Kindern, die ohne Vater aufwuchsen, hatte man vermehrt Probleme bei der
Geschlechterrollenentwicklung, weniger moralisches Urteilsfähigkeit oder fehlendes
Verantwortungsbewusstsein festgestellt.
Hauptziel dieser Arbeit ist jedoch nicht, den Einfluss von Männern auf ihre Kinder
zu analysieren, sondern die Erwartungen und Empfindungen der werdenden Väter vor
und während der Schwangerschaft aufzuzeigen. Meine Arbeit gliedert sich in drei Teile.
Zu Beginn werde ich mich mit Michael D. Diamonds1 Werk von 1991 ,,
Der werdende
Vater: Psychoanalytische Ansichten über den vergessenen Elternteil
" befassen. In
seiner Abhandlung charakterisiert Diamond den männlichen Kinderwunsch aus
psychoanalytischer Sicht sowie die verschiedenen Phasen der Vaterschaft. Nachdem ich
diesen Prozess des Vaterwerdens dargestellt habe, werde ich die von Diamond
beschriebenen Stadien an einem Fallbeispiel des Psychoanalytikers Alan R. Gurwitt2
verdeutlichen. Anschließend will ich auf eine Studie von Harald Werneck3 eingehen,
die 1998 in Österreich durchgeführt wurde, da sie meiner Meinung nach die
Veränderung der Vaterrolle unserer Zeit gut widerspiegelt.
2. ,,Der werdende Vater"
Die Beziehung des Vaters zu seinem Kind entwickelt sich bereits vor der Zeugung.
Elternschaft wird als wichtiger Schritt in der Entwicklung des Mannes angesehen und
bedeutet zugleich eine große Veränderung der Paarbeziehung der werdenden Eltern. Ein
Mann erlebt die Schwangerschaft, ja selbst die Geburt, aus zweiter Hand. Er hat keinen
körperlichen Bezug zum Fötus, erlebt keine hormonellen Veränderungen.
Nichtsdestotrotz stellt der Übergang zur Elternschaft auch für ihn eine sehr große
Veränderung dar.
2
Die Erforschung der prospektiven Vaterschaft ist noch immer nicht so ausgereift ist
wie die der Mutterschaft. Diamond (1991, S. 39) versucht durch seine Abhandlung ein
,,integratives psychoanalytisches Rahmenkonzept zur Person des werdenden Vaters zu
entwickeln". Um die Motivation des Mannes zur Vaterschaft und die verschiedenen
Phasen der ,,männlichen Schwangerschaft" zu beschreiben, bezieht er sich auf
fachspezifische Literatur, eigene Erfahrungen und Fallbeobachtungen.
2.1. Motivation zur Vaterschaft
Diamond skizziert den psychodynamischen männlichen Kinderwunsch im Laufe des
Entwicklungsprozesses vom kleinen Jungen zum Mann, angefangen mit infantilen und
ödipalen Kinderwünschen4. Die frühesten Kinderphantasien entwickeln sich sowohl
bei Jungen als auch bei Mädchen in der oralen und analen Phase. Diese Phantasien
beziehen sich in diesem Stadium ,,auf Schwangerschaft und Entbindung, durch die orale
Inkorporation und die anale Wiedergeburt der Mutter" (Diamond, 1991, S. 44). Durch
das Aufessen der Brüste will das Junge die Mutter reproduzieren, um somit die Mutter-
Sohn-Beziehung umzukehren. Das Selbe phantasiert der Junge in einer späteren Phase
über das Aufessen des Penis des Vaters. Und verlagert so seine Schwangerschafts-
phantasien von der Mutter auf den Vater.
In der ödipalen Phase muss der Junge die Vorstellungen, ein Baby zu gebären,
aufgeben. Ist der Kastrationskonflikt überwunden, werden frühere Phantasien von dem
,,Wunsch nach der Befruchtung der eigenen Mutter" ersetzt, was als normale
Entwicklung angesehen wird. Nach erfolgreicher Überwindung der ödipalen Phase
identifiziert sich der Junge stärker mit dem eigenen Vater und hat somit zum Ziel, selbst
Vater zu werden. Sind Kastrationsängste allerdings nicht überwunden worden, kann der
Junge ein gestörtes Verhältnis zur Schwangerschaft bekommen.
Der Neid auf die Gebärfähigkeit der Mutter und die gleichzeitige Furcht vor ihr
wird niemals ganz aufgegeben. Der kleine Junge identifiziert sich mit der Mutter, was
im Falle einer gelungenen Sublimierung zu einer positiven Einstellung zum Thema
Kinderwunsch und Vaterschaft führt. ,,Indem er das Kind seiner Frau bevatert und sich
gleichzeitig mit dem Kind und mit der Mutter identifiziert, kann ein Vater seinen
archaischen Wunsch nach dem Besitz der Mutterbrust befriedigen und somit
vervollständigen" (Diamond, 1991, S. 46) Werden jedoch Abwehrhaltungen gegen
diese Neidgefühle entwickelt, kann das zu einem fehlenden Kinderwunsch oder zu
späterer Impotenz führen.
3
Kommentare
Bisher keine Kommentare
Andere Nutzer haben sich auch für folgende Titel interessiert:
Globalisierung, Hybridbildung und Hegemonie - Der Wandel des Kulturbegriffs
Autor: M.A. Jan KüverEthnologie / Volkskunde, 2005 Als PDF-Datei downloaden für 8,99 EUR
Race/Class/Gender - Zur Bedeutung der Kategorien Gender und ethnische Herkunft für das Selbstverständnis des weißen, institutionalisierten Feminismus
Autor: Bianca ElySoziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter, 2003 Als PDF-Datei downloaden für 7,99 EUR
Frauenrechte im Mittelalter
Autor: Carmen AraxianSozialpädagogik / Sozialarbeit, 2007 Als PDF-Datei downloaden für 4,99 EUR
'Die Psychologie der Massen' - ein Vergleich der Erklärungsansätze von Le Bon und Freud
Autor: Gisela BsdokPsychologie - Sozialpsychologie, 2006 Als PDF-Datei downloaden für 5,99 EUR
Die Bedeutung der Eltern-Kind-Beziehung für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes
Autor: Helena KrezPädagogik - Päd. Psychologie, 2008 Als PDF-Datei downloaden für 4,99 EUR
Eltern-Kind-Beziehungen aus kulturvergleichender Sicht
Autor: Nicole FleischmannPsychologie - Entwicklungspsychologie, 2004 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Emotionale Intelligenz
Autor: Ljuba RebenPsychologie - Sozialpsychologie, 2006 Als PDF-Datei downloaden für 6,99 EUR
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: