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Interpretation von Robert Brownings "A Lover`s Quarrel"

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 23 Pages
Author: Christian Dunke
Subject: English Language and Literature Studies - Literature

Details

Event: Hauptseminar: Robert Browning
Institution/College: University of Freiburg (Englisches Seminar)
Tags: Interpretation, Robert, Brownings, Lover`s, Quarrel, Hauptseminar, Robert, Browning
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2004
Pages: 23
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 10  Entries
Language: German
Archive No.: V84884
ISBN (E-book): 978-3-638-01420-5

File size: 187 KB

Abstract


Excerpt (computer-generated)

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Englisches Seminar

Hauptseminar: Robert Browning

Sommersemester 2004

Interpretation von Robert Brownings

,,A Lover′s Quarrel"

Vorgelegt von: Christian Dunke

Englisch: 5 FS

Sport: 5 FS

Spanisch: 5 FS


Inhaltsverzeichnis

Einleitung 3

Aufbau und Stilistik des Gedichts

A Lover′s Quarrel

5

Sinnabschnitte des Gedichtes

A Lover′s Quarrel

und ein kurzer Überblick

über die Inhalte seiner Strophen 6

Interpretation des Gedichtes

A Lover′s Quarrel

,,Strophe für Strophe" 7

Schluss 19

Bibliographie 22

2


Einleitung

Robert Browning war ohne Zweifel einer der bedeutendsten Dichter des viktorianischen

Zeitalters. Er war ein Dichter von so großer Bedeutung, dass 1881 sogar die ,,Browning

Society" gegründet wurde, um seine nicht immer ganz einfache Lyrik besser zu verstehen und

zu untersuchen.

Robert Browning veröffentlichte 1855 seine zweibändige Gedichtsammlung ,, Men and

Women", in dem auch das 1853 geschriebene Gedicht ,, A Lover′s Quarrel" enthalten war.

Es passt sehr gut, dass dieses Gedicht gerade in der Sammlung mit diesem Titel enthalten ist,

denn dieses Gedicht beschreibt eine Konversation zwischen Mann und Frau, besser gesagt

einen Monolog, den das männliche Lyrische Ich in Bezug auf seine Geliebte oder ehemalige

Geliebte führt. Die Sammlung ,,Men and Women", vielerseits als Brownings bestes Werk

bezeichnet, entstand während Brownings produktivster Zeit, die er zusammen mit seiner Frau

Elizabeth Barrett Browning und später auch seinem Sohn Robert Wiedemann Barrett

Browning in Florenz verlebte. Bis dato war Browning von Presse und Kritikern eher

unbeachtet geblieben.

Das wollte Browning mit der Veröffentlichung seiner Sammlung ,,Men and Women" ändern.

Die Zeit in Florenz war eine der glücklichsten Zeiten im Leben der Brownings gewesen, denn

gerade hier entwickelte Robert Browning plötzlich ungeahnte Kreativität und war zudem auch

noch äußerst produktiv. Trotz der glücklichen Jahre in Florenz trägt dieses Gedicht den schon

in sich widersprüchlichen Titel ,,A Lover′s Quarrel".

Paradox erscheint mir dieser Titel deswegen, da Liebende und Streiten doch eher selten in

einem Kontext stehen oder sogar als Titel für ein Gedicht verwendet werden, da die beiden

Begriffe eben ein Paradoxon zueinander bilden.

Gerade dieses Gegensätzliche im Titel dieses Gedichts machte mich auf dieses Gedicht

aufmerksam und weckte mein Interesse sogar insoweit, dass ich beschloss, genau über

,,A lover′s Quarrel" meine Hausarbeit zu schreiben und dem Streiten der Liebenden näher

auf den Grund zu gehen.

Wie der Titel provoziert auch das Gedicht viele Fragen, da nicht einmal die Thematik dieses

Gedicht klar umrissen ist. Der Autor fokussiert schon in den ersten 5 Strophen nacheinander

auf die Natur, die vergangene Zeit, die er mit seiner Partnerin verbracht hat, er widmet sich

einem Artikel aus der ,,Times"- kurzum;

3


er vollzieht viele anfangs verwirrende und unnachvollziehbare Gedankensprünge.

Aus diesem Grund will ich mich der Frage nach der Thematik und dem Motiv für dieses

Gedicht erst im Hauptteil meiner Interpretation stellen, da sich diese Frage als komplexer

erweisen wird und dazu auch Hintergrundwissen vonnöten sein wird.

Jedoch will ich vorwegnehmen, dass es sich hierbei um einen dramatischen Monolog handelt,

der sich mit dem Missverständnis und der Uneinigkeit zweier Liebender beschäftigt.

Das Bild das sich dem Leser einprägt ist das Bild der Liebenden am Kaminfeuer, das

Browning in Strophe drei seines Gedichts zum ersten mal verwendet. Dieses Kaminfeuer

drückt eine gewisse Behaglichkeit und Entspannung aus, jedoch merkt der Leser schnell, dass

unter dieser Oberfläche ein Feuer brodelt, das nicht nur als das Feuer der Liebe verstanden

werden kann, sondern eher als Feuer in seinem negativen Sinne: Spannungen, hitzige

Wortgefechte und eben das Streiten der Liebenden.

In erster Linie stellt sich bei diesem Gedicht die Frage, was der Autor mit diesem Gedicht

sagen will, in zweiter Linie das, was dadurch geändert oder verbessert werden sollte.

Dieses Gedicht ist in einem sehr persönlichen Ton abgefasst, was einen gewissen Hinweis auf

seine Autobiographität darstellt, dies alleine jedoch noch nicht beweist. Leider habe ich in

Kintners Briefesammlung keinen direkten Verweis auf die Thematik dieses Gedichtes

gefunden, dennoch ist das Lyrische Ich in diesem Fall seinem Autor gleichzusetzen, denn aus

dessen Sicht werden die Dinge erzählt und seine präzisen Gedanken sind es, die

widergespiegelt werden. Ich stütze mich hierbei auf die verwendete Literatur, die Robert

Browning auch als Erzählenden über seine eigenen Erfahrungen und Gefühle sieht. Auch

Loucks ist dieser Meinung, denn er schreibt zu diesem Gedicht:

The autobiographical element here is unmistakable. Browning and his wife differed strongly

on the topics mentioned: Napoleon III and Spiritualism

.(Ploucks, S. 96)

Insofern kann man die in diesem Gedicht Angeredete ohne Zweifel als Elizabeth Barrett
Browning, Robert Brownings Ehefrau ansehen.

Ich werde folgend in meiner Interpretation von Robert Brownings ,,A Lover′s Quarrel"

versuchen, das Gedicht zuerst einmal seinem Aufbau nach zu untersuchen, dann werde ich auf

den Inhalt fokussieren, den ich Vers für Vers, Strophe für Strophe beleuchten will, um

abschließend hoffentlich das Gedicht als zusammenhängendes Werk sehen zu können und

daraus dann einen Schluss über die Aussage dieses Gedichts machen zu können.

4


Aufbau und Stilistik des Gedichts A Lover′s Quarrel

A Lover′s Quarrel enthält 154 Verse, die gleichmäßig auf 22 Strophen verteilt wurden.

Das bedeutet, dass jede der 22 Strophen aus 7 Versen besteht, die im Reimschema aabbccc

angeordnet sind. Dieses Gedicht weist saubere als auch unsaubere Reime auf.

Es gibt bei diesem Gedicht keine Signalwörter, die auffällig verwendet werden oder mehrfach

im Text vorkommen. Auszunehmen sind jedoch die Anreden , mit denen Browning seine

Geliebte anredet, was er mehrmals mit

Love

oder

Dearest

tut.

Auffällig sind an diesem Gedicht zudem seine zahlreichen Elisionen, die einzigen mir

ersichtlichen Gründe hierfür sind die metrischen.

Beispiele hierfür finden sich in den Zeilen:

46: Thro′ the finger Tipps

53: `Tis our quarter-deck

59: `Tis a huge fur cloak

75: `Twas a time when the heart could show

77: `Neath the mute hand′s to-and-fro!

86: `Twas a bubble born of breath

115: `Tis the world the same

Es werden ausschließlich männliche Reime benutzt, es ist jeweils die letzte Silbe, die auch

aufgrund der Reimbarkeit betont wird. Diese Reime sind aber teilweise vorgetäuschte Reime,

wie am Beispiel der ersten Strophe:

All is blue again

After last night′s rain

(Zeilen3 und 4)

Die Grundstimmung dieses Gedichtes ist zweideutig, da sich sehr düstere und pessimistisch

klingende Strophen mit fröhlichen naturverherrlichenden Strophen abwechseln.

Es fällt auf, dass das Wärme -und Kälteempfinden in diesem Gedicht eine entscheidende

Rolle spielt, denn es werden Bilder von extremer Kälte aber auch gemütlicher Wärme erzeugt.

Beispiele hierfür sind. Das beste Beispiel hierfür ist die doch sehr einprägsame Strophe drei,

in der dieser Kontrast durch die Schilderung des kalten Windes und Schnee im Gegensatz

zum Kaminfeuer sehr deutlich zum Tragen kommt.

5



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