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Konzeptentwicklung zur Integration von Kreativitätstechnikenin die kollaborative eLearning-Umgebung BluES

Diplomarbeit, 2007, 116 Seiten
Autor: Stefanie Pötzsch
Fach: Informatik - Didaktik

Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 116
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 126  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V84925
ISBN (E-Book): 978-3-638-89614-6

Dateigröße: 1163 KB

Zusammenfassung / Abstract

Kreativitätstechniken als ein Weg zur Ideengenerierung und Problemlösung werden in Unternehmen für die Entwicklung neuer Produkte oder für die Optimierung von Arbeitsprozessen eingesetzt. Zusätzlich bieten die kreativitätsfördernden Methoden ein Potenzial für den Einsatz in Lehre und Bildung. Lernprozesse in Gruppen profitieren durch die aktive Teilnahme und die Beiträge der einzelnen Mitglieder. Wissen wird in solchen Szenarien nicht passiv dargeboten, sondern von den Lernenden selbst konstruiert. Dennoch kann nicht davon ausgegangen werden, dass das bloße Zusammentreffen von Personen zu einer effektiven Kollaboration und somit zu einem Lernprozess führt. Im Rahmen der Arbeit wird untersucht, inwiefern Kreativität und Kreativitätstechniken die kollaborative Konstruktion von Wissen unterstützen und fördern können.


Textauszug (computergeneriert)

Diplomarbeit

KONZEPTENTWICKLUNG ZUR INTEGRATION VON
KREATIVITÄTSTECHNIKEN IN DIE KOLLABORATIVE
ELEARNING-UMGEBUNG BLUES

Technische Universität Dresden
Fakultät Informatik
Dozentur für kooperative multimediale Anwendungen

Vorgelegt von Stefanie Pötzsch

 

 

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG ... 1

1.1 Motivation ... 1

1.2 Zielstellung ... 1

1.3 Aufbau der Arbeit ... 2

2 DAS WESEN DER KREATIVITÄT ... 3

2.1 Kreativität ... 3
2.1.1 Begriffsbestimmung ... 3
2.1.2 Der kreative Prozess ... 4
2.1.3 Die kreative Person ... 6
2.1.4 Das kreative Produkt ... 7
2.1.5 Die kreative Umgebung ... 8
2.1.6 Das kreative Problem ... 8

2.2 Kognitionswissenschaftlicher Hintergrund ... 10
2.2.1 Kognition und kognitive Denkprozesse ... 10
2.2.2 Gedächtnis ... 11
2.2.3 Dualität des Gehirn ... 11
2.2.4 Denken, Lernen und Problemlösen ... 12

2.3 Kreativitätstechniken ... 13
2.3.1 Grundlage von Kreativitätstechniken ... 14
2.3.2 Kategorisierungen von Kreativitätstechniken ... 15
2.3.3 Regeln für Kreativitätstechniken in kollaborativen Szenarien ... 17

2.4 Fazit ... 18

3 KREATIVITÄT UND KREATIVITÄTSTECHNIKEN IN LERNPROZESSEN ... 19

3.1 Lerntheoretische Einordnung und Zielbestimmung ... 19
3.1.1 Kreativität vor dem Hintergrund der Lerntheorien ... 19
3.1.2 Zieltaxonomie von Kreativitätstechniken ... 21
3.1.3 Ziele von Kreativitätstechniken in kollaborativen Lernszenarien ... 21

3.2 State of the Art ... 24
3.2.1 Einsatzszenarien und intendierte Zielstellungen ... 24
3.2.2 Ergebnisse der Kreativitätsunterstützung ... 26
3.2.3 Bewertung der Untersuchungen ... 28

3.3 Kreativitätstechniken in computerunterstützten Lernanwendungen ... 30
3.3.1 Übersicht ... 30
3.3.2 Konzepte der Lernanwendungen ... 31
3.3.3 Bewertung der Einbindung von Kreativitätstechniken ... 32
3.3.4 Beispiel: GroupSystem ... 33

3.4 Fazit ... 34

4 EINFLUSS VON ANONYMITÄT UND AWARENESS AUF DEN EINSATZ VON KREATIVITÄTSTECHNIKEN ... 35

4.1 Identifikation und Anonymität ... 35
4.1.1 Informationstheoretische Perspektive ... 35
4.1.2 Sozialwissenschaftliche Perspektive ... 35

4.2 Argumentation vor sozialpsychologischem Hintergrund ... 36
4.2.1 Deindividuationstheorie ... 36
4.2.2 Das SIDE-Modell ... 37

4.3 Empirische Studien zum Einfluss von Anonymität auf die kreative Leistung ... 39
4.3.1 Studie von Connolly, Jessup und Valacich ... 39
4.3.2 Studie von Jessup, Connolly und Galegher ... 40
4.3.3 Bewertung der Studien ... 41

4.4 Awarene ... 43
4.4.1 Begriffsbestimmung ... 43
4.4.2 Arten von Awarene ... 44
4.4.3 Einfluss von Awareness auf die Nutzung von Kreativitätstechniken ... 45

4.5 Fazit ... 47

5 ANFORDERUNGEN FÜR DIE METHODISCHE UNTERSTÜTZUNG VON KREATIVITÄT IN BLUES ... 49

5.1 BluES like universal eEducation System ... 49
5.1.1 Das Workspace – Konzept ... 49
5.1.2 Rollenkonzept ... 50
5.1.3 Template-Konzepte ... 51
5.1.4 Einordnung des BluES im Spannungsfeld von CSCW ... 51

5.2 Lern- und Arbeitsprozesse im Rahmen von BluE ... 53
5.2.1 Angeleitetes Lernen ... 53
5.2.2 Selbstbestimmtes Lernen ... 56
5.2.3 Erstellen von Inhalten ... 59

5.3 Fazit ... 60

6 KONZEPT ZUR INTEGRATION VON KREATIVITÄTSTECHNIKEN IN BLUE ... 62

6.1 Vorüberlegungen ... 62
6.1.1 Selektion von Kreativitätstechniken ... 62
6.1.2 Funktionsanalyse ... 65
6.1.3 Weitere Funktionalitäten und Annahmen ... 68

6.2 Aufbau eines Moduls für Kreativitätstechniken ... 68
6.2.1 Input ... 69
6.2.2 Inhalt ... 70
6.2.3 Akteure ... 71
6.2.4 Arbeitsbereich ... 74
6.2.5 Auswertung ... 75
6.2.6 Output ... 76
6.2.7 Schlussfolgerung ... 77

6.3 Creativity-Technique-Templates ... 78
6.3.1 Template der 6-Hut Methode ... 79
6.3.2 Template der Methode Mindmap ... 82
6.3.3 Weitere Template ... 84

6.4 Fazit ... 84

7 DISKUSSION UND BEWERTUNG ... 85

7.1 Validierung ... 85
7.1.1 Angeleitetes Lernen ... 85
7.1.2 Erstellen von Inhalten ... 85

7.2 Bewertung und Ausblick ... 86
7.2.1 Pluspunkte des Konzept ... 86
7.2.2 Kompromisse und offene Punkte ... 87

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ... V

ABBILDUNGSVERZEICHNIS ... VI

TABELLENVERZEICHNIS ... VIII

ANHANG ... X

A Beschreibung ausgewählter Kreativitätstechniken ... X
B Anforderungen an BluE ... XVII

LITERATURVERZEICHNIS ... XIX

 

 

1 EINLEITUNG

1.1 Motivation

Kreativitätstechniken als ein Weg zur Ideengenerierung und Problemlösung werden einerseits in Unternehmen für die Entwicklung neuer Produkte oder für die Optimierung von Arbeitsprozessen eingesetzt. Zusätzlich bieten die kreativitätsfördernden Methoden ein Potenzial für den Einsatz in Lehre und Bildung.

Lernprozesse in Gruppen profitieren durch die aktive Teilnahme und die Beiträge der einzelnen Mitglieder. Wissen wird in solchen Szenarien nicht passiv dargeboten, sondern von den Lernenden selbst konstruiert. Dennoch kann nicht davon ausgegangen werden, dass das bloße Zusammentreffen von Personen zu einer effektiven Kollaboration und somit zu einem Lernprozess führt. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, inwiefern Kreativität und Kreativitätstechniken die kollaborative Konstruktion von Wissen unterstützen und fördern können. Zu untersuchende Fragestellungen in diesem Zusammenhang sind:

  • Was sind Kreativität und Kreativitätstechniken?
  • Wie können diese Konzepte Lernprozesse positiv beeinflussen und unterstützen?

1.2 Zielstellung

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, ein Konzept für die Integration von Kreativitätstechniken in die kollaborative Lernumgebung BluES (BluES like universal eEducation System) zu entwickeln.

Dabei gilt es, die Rolle von Kreativität und Kreativitätstechniken in Lernprozessen generell zu untersuchen sowie die Vereinbarkeit dieser mit den Konzepten von BluES zu überprüfen und herauszuarbeiten. Berücksichtigt werden sollen zusätzlich die Auswirkungen von Anonymität auf die kreative Leistung und die Bedeutung von Informationen zur Awareness. Fragestellungen, die sich in diesem Kontext stellen und welche im Verlauf der Arbeit beantwortet werden sollen, sind:

  • Welche Konzepte für den Einsatz von Kreativitätstechniken in Lernszenarien sind existent?
  • Wie wirkt sich Anonymität auf die kreative Leistung einer Gruppe aus und welche Anforderungen leiten sich daraus ab?
  • Welche Rolle spielen Awareness-Informationen für die Nutzung von Kreativitätstechniken?
  • Welche Anforderungen ergeben sich vor dem Hintergrund typischer Lernund Arbeitsprozesse in BluES für die Kreativitätsförderung?
  • Wie können Kreativitätstechniken allgemein in die bestehende Lernumgebung integriert werden?

1.3 Aufbau der Arbeit

Im zweiten Kapitel der Arbeit werden die Grundlagen von Kreativität und Kreativitätstechniken erläutert, sowie auf deren Zusammenhang mit menschlichen Denkprozessen aus Sicht der Kognitionswissenschaft eingegangen.

Eine Einordnung von Kreativität und Kreativitätstechniken im Rahmen der drei Hauptlerntheorien wird in Kapitel 3 vorgenommen. Zusätzlich werden die Ziele von Kreativitätstechniken in kollaborativen Lernszenarien hergeleitet sowie eine Analyse des „State of the Art“ durchgeführt. Dafür werden zum einen Untersuchungen hinsichtlich des computerunterstützten Einsatzes von Kreativitätstechniken in Lernprozessen vorgestellt, als auch Lernanwendungen betrachtet, welche Kreativitätstechniken anbieten.

Das Kapitel 4 beschäftigt sich mit dem Einfluss von Anonymität auf die kreative Leistungsfähigkeit einer Gruppe, wobei zwischen einer technischen und einer sozialen Betrachtungsweise differenziert wird. Als weitere Einflussfaktor auf die effektive Nutzung von Kreativitätstechniken wird auf verschiedene Aspekte von Awareness eingegangen.

Die Vorstellung der kollaborativen Lernumgebung BluES und ihrer grundlegenden Konzepte erfolgt in Kapitel 5. An dieser Stelle werden außerdem ausgewählte Lern- und Arbeitsprozesse in BluES skizziert und hinsichtlich ihrer Anforderungen für die Kreativitätsunterstützung analysiert.

Die Beschreibung eines Konzepts zur Integration von Kreativitätstechniken ist Gegenstand des sechsten Kapitels. Es wird ein allgemeiner Aufbau und Ablauf der Kreativitätsmethoden auf Anwendungsebene vorgestellt, sowie auf Unterschiede zwischen den verschiedenen Techniken im Konkreten eingegangen. Daraus abgeleitet wird eine Lösung, welche sowohl die gemeinsame Funktion und Zielsetzung von Kreativitätstechniken in BluES berücksichtigt als auch die Unterschiede in der konkreten Umsetzung beachtet.

Abschließend wird in Kapitel 7 das Konzept auf theoretischer Ebene und bezugnehmend auf die zuvor beschriebenen Arbeitsprozesse in BluES validiert, sowie eine Diskussion und Bewertung vorgenommen. Ein Ausblick auf notwendige fortführende Untersuchungen rundet die Arbeit ab.

Alle in der Diplomarbeit verwendeten Grafiken und Tabellen, welche keinen expliziten Quellenvermerk besitzen, sind eigene Abbildungen und Übersichten.

2 DAS WESEN DER KREATIVITÄT

2.1 Kreativität

Im Folgenden soll eine Bestimmung des Begriffs „Kreativität“ vorgenommen werden, bevor auf den Prozesscharakter des Phänomens eingegangen wird, sowie eine Betrachtung von Elementen dieses Prozesses erfolgt.

2.1.1 Begriffsbestimmung

Kreativität stammt von dem lateinischen Wort „creare“ (erschaffen, hervorbringen) ab und wird im Alltag zur Beschreibung von Personen, Produkten oder Prozessen verwendet.

Der in verschiedenen Definitionen am häufigsten genannte Aspekt von Kreativität, ist der des Neuen. Urban erklärt Kreativität als „die Fähigkeit, ein neues, ungewöhnliches und überraschendes Produkt zu schaffen als Lösung eines sensitiv wahrgenommenen Problems […]“ (Urban 2004, S.11). Der Anstoß für Kreativität liegt demzufolge im Erkennen eines vorhandenen Problems. Nach Ulmann ist die Offenheit eines Individuums gegenüber seiner Umwelt eine Voraussetzung, um ein Problem überhaupt wahrzunehmen und gedankliche Flexibilität der Schlüssel zu kreativem Denken. Nur wer bereit ist, alte Denkstrukturen zu verlassen, kann etwas Neues entdecken oder erfinden (Ulmann 1968, S.14ff.). Im Sinn von Urban wird auch bei Brodbeck betont, dass Kreativität Erwartungen übertrifft und auf positive Weise überrascht. „Schlechte Neuerungen kann schließlich jeder erfinden“ (Brodbeck 1995, S.8). Originalität ist demnach ein weiteres Merkmal von Kreativität. Brodbeck führt an, dass nicht nur Produkte kreativen Charakter haben können, sondern auch Wege zu bereits bekannten Resultaten.

In (Hewett et al. 2005) werden verschiedene Dimensionen von Kreativität gegenüber gestellt:

  • Kreativität als Eigenschaft von Personen vs. Kreativität als Eigenschaft von Produkten vs. Kreativität als Menge kognitiver Prozesse,
  • Kreativität auf individueller Ebene vs. Kreativität auf sozialer Ebene vs. Kreativität auf kultureller Ebene,
  • Kreativität als etwas Alltägliches vs. Kreativität als etwas Besonderes, Wesen der Kreativität 4
  • Kreativität auf einem spezifischen Wissensgebiet vs. generelle Kreativität,
  • Quantitative Kreativität vs. qualitative Kreativität.

Diese Übersicht zeigt, dass Kreativität ein sehr vielschichtiges Konzept ist und in unterschiedlichen Bedeutungszusammenhängen gesehen werden kann.

Im Hinblick auf die persönliche oder kulturelle Interpretationsebene von Kreativität erklärt Braun:


Kreativität und kreative Phänomene ereignen sich auf verschiedenen Ebenen menschlichen Lebens: auf der individuellen Ebene, auf der ein einzelner Mensch etwas subjektiv „Neues“ schafft; auf der sozialen Ebene, auf der das „Neue“ im direkten sozialen und zwischenmenschlichen Umfeld deutlich wird, und auf der gesellschaftlichen Ebene, weil das „Neue“ kollektiv Beachtung und Wirkung findet (Braun 1992, S. 20).

In diesem Sinn wird auch in (Fischer 1999) argumentiert, dass kreative Handlungsweisen oder Produkte nicht notwendigerweise neu oder originell in einem sozial-kulturellen Rahmen sein müssen, sondern einfach neu und bedeutsam für das einzelne Individuum sein können.

[...]


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