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Referat (Ausarbeitung), 2007, 29 Seiten
Autoren: Carola Gerdes, Vera Stevens
Fach: Pädagogik - Allgem. Didaktik, Erziehungsziele
Details
Institut: Studienseminar Nordhorn
Tags: Leistungsmessung, Schule, Seminar, Pädagogik
Jahr: 2007
Seiten: 29
Literaturverzeichnis: ~ 11 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-01557-8
Dateigröße: 104 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Die individuelle Leistung spielt in der modernen demokratischen Gesellschaft eine wichtige Rolle für die Stellung des Einzelnen. Wir leben also in einer Leistungsge-sellschaft, die von der Schule erwartet, die Leistung eines jeden Schülers zu bewerten. Damit ist der Begriff Leistung aber noch nicht inhaltlich gefüllt. Was ist Leistung überhaupt? Nach dem gängigen Verständnis enthält Schulleistung drei Komponenten, die sich im Folgenden als Gleichung präsentieren: Leistung = Kenntnisse + Fähigkeit + Anstrengung1 Diese Formel greift zu kurz, weil sie sich überwiegend auf den kognitiven Bereich verengt und Leistung zu sehr personalisiert. Dabei gibt es viele Faktoren, wie zum Beispiel das soziale Umfeld des Schülers, die Tagesform, Antipathie oder Sympathie des bewertenden Lehrers, die großen Einfluss auf die Leistung (beziehungsweise die Bewertung der Leistung) haben. Die Begriffe Leistungsmessung und Leistungsbewertung werden oft zusammen genannt, wobei auf eine klare begriffliche Trennung verzichtet wird. Dabei besteht eine klare Unterscheidung. Bei der Zensierung von Schülerleistungen gehen die Tätigkeiten Messen und Bewerten oft nahtlos ineinander über, ohne dass sich Lehrer dessen wirklich bewusst sind. Aber wo liegt der Unterschied zwischen Leistungsmessung und Leistungsbewertung? Die Antwort lautet: die Bezugssysteme sind verschieden. Wenn die Lehrkraft in einem Diktat Fehler anstreicht und auszählt, dann ist dies ein Akt der Leistungsmessung, für den ein relativ eindeutiger Maßstab (die Konventionen der deutschen Rechtschreibung) vorliegt. Diese Arbeit betrachtet die Funktionen von Noten genauer und geht auf die Vor- aber auch die Nachteile ein. Die individuelle Leistung spielt in der modernen demokratischen Gesellschaft eine wichtige Rolle für die Stellung des Einzelnen. Wir leben also in einer Leistungsgesellschaft, die von der Schule erwartet, die Leistung eines jeden Schülers zu bewerten. Dies geschieht hauptsächlich durch die Vergabe von Noten. Doch sind Noten wirklich gerecht?
Textauszug (computergeneriert)
FS Pädagogik
Referenten:
Vera Stevens,
Carola Gerdes
Referat:
Leistungsbewertung
Werlte, 23.08.2007
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Definitionen 4
2. Noten als Instrument zur Leistungsbewertung 6
2.1 Funktionen von Noten 6
2.2 Bezugsnormen von Noten 8
2.3 Gütekriterien der Notengebung 10
2.4 Schwachstellen der Notengebung 11
2.5 Die Klassenarbeit als ein Beispiel für schriftliche Noten 13
3. Neue Methoden der Leistungsbewertung 15
3.1 Das Portfoliokonzept 15
3.1.1 Begriffsbestimmung 15
3.1.2 Die Bedeutung der Portfolios für die Leistungsbewertung 17
3.2 Lernkontrakte 18
3.2.1 Begriffsbestimmung 18
3.2.2 Die Bedeutung von Lernkontrakten für die Leistungsbewertung 19
3.3 Beobachtungen im Prozess 19
3.3.1 Begriffsbestimmung 19
3.3.2 Mögliche Bedeutungen der Beobachtung im Prozess für die
Leistungsbewertung 20
3.4 Lerntagebücher 21
3.4.1 Begriffsbestimmung 21
3.4.2 Die Bedeutung des Lerntagebuchs für die Leistungsbewertung 22
2
3.5 Leistungspräsentation 22
3.5.1 Begriffsbestimmung 22
3.5.2 Die Bedeutung der Präsentation für die Leistungsbewertung 24
3.6 Rückmeldebögen 24
3.6.1 Begriffsbestimmung 24
3.6.2
Mögliche Bedeutungen der Rückmeldebögen für die Leistungsbewertung 25
3.7 Zertifikate 26
3.7.1 Begriffsbestimmung 26
3.7.2 Mögliche Bedeutung der Arbeit mit Zertifikaten für die Leistungsbewertung 26
Literaturverzeichnis 28
Internetseiten: 28
3
1. Definitionen
Die individuelle Leistung spielt in der modernen demokratischen Gesellschaft eine
wichtige Rolle für die Stellung des Einzelnen. Wir leben also in einer Leistungsge-
sellschaft, die von der Schule erwartet, die Leistung eines jeden Schülers zu bewerten.
Damit ist der Begriff Leistung aber noch nicht inhaltlich gefüllt. Was ist Leistung
überhaupt?
Nach dem gängigen Verständnis enthält Schulleistung drei Komponenten, die sich im
Folgenden als Gleichung präsentieren:
Leistung = Kenntnisse + Fähigkeit + Anstrengung1
Diese Formel greift zu kurz, weil sie sich überwiegend auf den kognitiven Bereich
verengt und Leistung zu sehr personalisiert. Dabei gibt es viele Faktoren, wie zum
Beispiel das soziale Umfeld des Schülers, die Tagesform, Antipathie oder Sympathie
des bewertenden Lehrers, die großen Einfluss auf die Leistung (beziehungsweise die
Bewertung der Leistung) haben.
Die Begriffe Leistungsmessung und Leistungsbewertung werden oft zusammen
genannt, wobei auf eine klare begriffliche Trennung verzichtet wird. Dabei besteht eine
klare Unterscheidung.
Bei der Zensierung von Schülerleistungen gehen die Tätigkeiten Messen und Bewerten
oft nahtlos ineinander über, ohne dass sich Lehrer dessen wirklich bewusst sind.
Aber wo liegt der Unterschied zwischen Leistungsmessung und Leistungsbewertung?
Die Antwort lautet: die Bezugssysteme sind verschieden.
Wenn die Lehrkraft in einem Diktat Fehler anstreicht und auszählt, dann ist dies ein Akt
der
Leistungsmessung
, für den ein relativ eindeutiger Maßstab (die Konventionen der
deutschen Rechtschreibung) vorliegt.
1 Kiper/ Meyer/ Topsch 2002, S. 134.
4
Die
Leistungsmessung
muss dagegen auf andere Bezugssysteme zurückgreifen. In die
Bewertung können Faktoren einfließen, die vom Ergebnis der Messung unabhängig
sind. Solche Faktoren können sein:
· die Klassenzusammensetzung
· das soziale Umfeld
· Aspekte wie Sympathie und Antipathie1
Häufiges Problem: Im Unterricht werden Leistungen mit Wertungen verknüpft, ohne
dass eine Leistungsmessung im engeren Sinne stattgefunden hat, z.B. dann, wenn ein
Schüler ein Gedicht aufsagt etc. Oft muss unmittelbar bewertet werden. Dann nehmen
Lehrkräfte auf eine nicht näher definierte und nicht weiter überprüfbare Annäherung an
das erwartete Ergebnis Bezug. Erwartungen spielen also eine große Rolle.
1 Vgl. ebd.
5
2. Noten als Instrument zur Leistungsbewertung
Das gesetzliche Bezugssystem für die Bewertung und Beurteilung von Schülerleistung
ist zunächst einmal die ,,Allgemeine Schulordnung (ASchO)"1. Hier werden die
Grundsätze sowie ein Noten- und Punktesystem für die Leistungsbewertung und
Zeugniserteilung festlegt.
Als Lehrer haben wir tagtäglich mit der Beurteilung von Schülerarbeiten zu tun und
vergeben dafür Noten. Worauf aber basieren unsere Entscheidungen dem einen Schüler
eine 2, dem anderen eine 4 in seinem Aufsatz zu geben. Auf der einen Seite haben wir
bestimmte Maßstäbe, an die wir uns bewusst halten, aber wir werden auch durch viele
Faktoren beeinflusst die uns nicht bewusst sind.
Als Lehrer ist es wichtig sich der Einflussfaktoren, denen man ausgesetzt ist, bewusst zu
sein, um alle Schüler so gerecht wie möglich zu benoten. Im Folgenden werden deshalb
wichtige Faktoren der Notengebung angesprochen.
2.1 Funktionen von Noten
Grundsätzlich kann man die Funktionen von Noten in fünf Bereiche einteilen, die im
Folgenden genannt und kurz beschrieben werden.2
Berechtigungs-, Zuteilungs- und Selektionsfunktion
Die individuelle Leistung eines jeden Schülers wird, wie bereits erwähnt, auf die
sechsstufige Notenskala abgebildet. Diese Einstufung ermöglicht verschiedene
Leistungen sowohl intra-, als auch interindividuell vergleichen zu können. Ein Schüler
kann z.B. anhand seiner schriftlichen oder mündlichen Noten in einem Fach
vergleichen, ob er besser oder schlechter geworden ist (intraindividuell), aber auch
innerhalb der Klasse kann er sich durch die eigene Note einstufen und mit anderen
vergleichen (interindividuell).
1 Vgl. Nöthen 2005, S.80.
2 Vgl. Bovet/ Huwendiek 2000, S. 241-243.
6
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