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Subtitle: Untersuchung einer Methode
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 33 Pages
Author: Florian Ilg
Subject: German Studies - Modern German Literature
Details
Institution/College: University of Freiburg (Deutsches Seminar)
Tags: Differential, Dialektforschung, Regionale, Standardvarietäten, semantisches Differential, Faktorenanalyse
Year: 2007
Pages: 33
Grade: 1.0 (sehr gut)
Bibliography: ~ 22 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-00664-4
ISBN (Book): 978-3-638-91420-8
File size: 299 KB
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Abstract
Ausgehend von der Dialektforschung, die den empirischen Rahmen zur Untersuchung im ersten Teil liefert, steht im Mittelpunkt der Arbeit das "semantische Differential" als Methode. Es erfolgt eine kurze Darstellung der Entstehung des semantischen Differentials aus der Theorie des Behaviorismus, so wie deren Genese zur modifizierten Form der "Einstellungsmessung". Entscheidend sind die Begriffe "Faktoren" und "semantischer Raum" und deren Zusammenhänge die das semantische Differential ausmachen. Erläutert werden die Probleme der "Metrik" sowie vor Allem der sog. "Skalen-Kozept-Interaktion". Von zentraler Bedeutung ist die Frage nach "universellen" und "konzeptspezifischen" Eindrucksdifferentialen. Im Zweiten Teil wird die sog. "Dialektkompetenz" behandelt, die für jegliche Form der Dialektforschung, des semantischen Differenzierens die grundsätzliche Bedingung darstellt.
Excerpt (computer-generated)
Albert Ludwigs-Universität Freiburg i. Br. Sommersemester 2007
Deutsches Seminar II
Hauptseminar: Regionale Standardvarietäten.
Das semantische Differential in der Dialektforschung
Untersuchung einer Methode
Vorgelegt von
Florian Ilg
Inhaltsverzeichnis
Teil I 3
1. Einleitung 3
2. Begriffsklärung 3
3. Was soll gemessen werden? 4
4. Das semantische Differential 5
4.1 Entstehung des semantischen Differentials 5
4.1.1 Wozu ein semantisches Differential? 5
4.1.2 Der Behaviorismus 6
4.1.3 Die Bedeutung von Bedeutung 6
4.1.4 Kurze Umreißung der Technik 8
4.2 Was misst das semantische Differential? 8
4.3 Die abstrakte Qualität des Eindrucksdifferentials 9
4.3.1 Der semantische Raum 9
4.3.2 Die Faktoren 10
4.4 Das semantische Differential als Instrument zur Einstellungsmessung 13
4.5 Methodische Probleme der Technik 14
4.5.1 Metrik 14
4.5.1.1 Linearitätsannahme 15
4.5.1.2 Intervallgleichheit 16
4.5.1.3 Nullpunktlage 16
4.5.2 Die Konzept-Skalen-Interaktion 16
4.6 Konzeptspezifisches oder universelles Eindrucksdifferential? 20
5. Dialektologie und das Eindrucksdifferential 22
6. Schluss 24
Teil II 26
1.Einleitung 26
2. Die Dialektkompetenz 26
2.1 Dialektgebrauch 26
2.2 Dialekte in ihrer gesellschaftlichen Bewertung 28
3. Schluss 29
Literaturverzeichnis 31
Teil I
1. Einleitung
Das semantische Differential – auch Polaritätsprofil oder Eindrucksdifferential genannt – misst in der ursprünglichen von Charles Osgood entwickelten Form Bedeutungen von sprachlichen Reizen (Begriffen). Es findet ein weites Anwendungsgebiet in den Bereichen von Forschung und Praxis. Bereits Peter Hofstätter (1959, 19) schreibt, dass sich die „Profilmethode“ „beängstigender Beliebtheit“ erfreue. Damit ist auch schon das Anliegen vorliegender Arbeit umrissen. Im Spannungsfeld zwischen der Isolierung der Phänomene und der Authentizität der Ergebnisse, erscheint das Eindrucksdifferential als ein valider Kompromiss. Die Anwendung dieser Technik, ohne deren grundlegende Parameter jemals kritisch hinterfragt zu haben, erscheint als bedenklich. Schon allein der Sprung in der Anwendung von der Bedeutungsmessung zur Einstellungsmessung, birgt viele Probleme in sich. Was genau soll gemessen werden? Einstellungen? Und was sind denn „Einstellungen“? Sind die Bewusstseinsinhalte, die den Probanden entlockt werden sollen, emotionaler Natur oder sind sie kognitiv? Hier herrscht nach wie vor große Unklarheit. Dementsprechend sind auch die Schlüsse, die wir aus den Ergebnissen der Durchführung von Studien mit Hilfe der Eindrucksdifferentiale erhalten, vage. Man könnte versucht sein – von diesem Standpunkt aus – der Methode die Validität, wie sie aufgrund der breiten Anwendung der Technik zu vermuten war, abzusprechen. Vorliegende Arbeit stellt sich also die Aufgabe diese Validität kritisch zu hinterfragen. Im Mittelpunkt stehen dabei die methodischen Probleme. Doch hängt eine solche Theorie der Bedeutungsmessung nicht in der Luft. Sie ist letztendlich abhängig von empirischen Fragestellungen und insbesondere ihre Genese ist ausschließlich auf Empirie zurück zu führen. Diesen empirischen Rahmen soll die Dialektforschung und ihre Fragestellungen liefern.
2. Begriffsklärung
Polaritätsprofil, semantisches Differential und Eindrucksdifferential, alle drei Begriffe bezeichnen dasselbe in dieser Untersuchung dargestellte Messinstrument. Die Begriffe lassen sich jedoch nicht alle gleich gut verwenden. Die von Hofstätter eingeführte Bezeichnung Polaritätsprofil (Hofstätter 1955/56, 507) hat sich zunächst zwar durchgesetzt, ist aber wegen ihrer Mehrdeutigkeit unzweckmäßig. Einmal bezeichnet es die Skalierungsmethode Osgoods, ein andermal speziell das Material, das bei dieser Methode verwendet wird, also die Liste der Merkmale die das Beurteilungsmedium bilden. Und häufig kennzeichnet man damit auch das Profil, das man mit der Skalierung über mehrere Merkmale gewinnt (Ertel 1965, 23 f.). Dieser Begriff scheint mir deshalb ungeeignet. Semantisches Differential und Eindrucksdifferential werden hier nebeneinander verwendet, je nach Kontext. Handelt es sich um das von Osgood entwickelte Messinstrument wollen wir semantisches Differential benutzen, handelt es sich um eine weiterentwickelte Form nennen wir es Eindrucksdifferential (ED).
3. Was soll gemessen werden?
Bevor überhaupt eine Bewertung der Methode des Eindrucksdifferentials stattfinden kann, muss geklärt werden, welcher Natur denn die zu messenden Bewusstseinsinhalte sind. Grund-sätzlich können wir zwischen „kognitiv“/„rational“ und „affektiv“/„emotional“ unterscheiden. Diese Polarität soll für uns den Bewusstseinsrahmen abstecken, auf den das Eindrucksdiffe-rential beim Probanden zurückgreifen kann. Diese kategoriale Unterscheidung (kogni-tiv/affektiv) wird bei der Bestimmung von Bedeutungsarten häufig bemüht (Fuchs 1974 a, 53). In vorliegender Arbeit werden die Begriffe in einem herkömmlichen Sinne verwendet, um ein Mittel zur Differenzierung an der Hand zu haben, das auch mit dem Begriffsdualismus von Denotat und Konnotat kompatibel ist. Deshalb kommt wohl die Definition von Ogden und Richards von kognitiv und emotional wie wir sie verstehen, am nächsten:
„Als Kriterium, ob eine Äußerung primär referentiell bzw. kognitv oder emotional ist, gilt die Relevanz der Frage: ‚Ist dies wahr oder falsch im üblichen strikt wissenschaftlichen Sinne?’ Ist diese Frage relevant, handelt es sich um einen darstellenden Sprachgebrauch, ist sie ein-deutig irrelevant, hat man es mit einer emotionalen Äußerung zu tun.“ (Fuchs 1974a, 54)
[...]
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