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Subtitle: Verwendung der Begriffe in der Migrationsforschung
Scholarly Essay, 2006, 14 Pages
Author: Diplom-Psychologin Merima Sabic
Subject: Psychology - Social Psychology
Details
Tags: Integration, Assimilation, Akkulturation, Enkulturation, Auswanderung, J.W. Berry, Ausländer
Year: 2006
Pages: 14
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 32 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-01908-8
File size: 116 KB
Anmerkung: Dies ist ein Auszug aus der Einleitung meiner Diplomarbeit, die am Fachbereich Psychologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main mit folgendem Titel entstanden ist: “Modifikation und Evaluation des Frankfurter Akkulturationsfragebogen (FRAKK) an einer bosnischen Stichprobe“ Note: 1,0
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Abstract
Auszüge aus dem Text: ..Insbesondere als Folge von Arbeits- und Flüchtlingsmigration ist die Gesellschaft dieses Landes multikulturell und vielsprachig in ihrer Gestalt und es ist zu erwarten, dass sich dies künftig eher verstärken als verringern wird, wobei Heckmann bereits 1981 auf diese Entwicklungstendenz hingewiesen hat. ...Während Schrader (1989, S. 436) noch vereinfacht die Migration als "…das Verlassen des bisherigen und das Aufsuchen eines neuen, als dauerhaft angestrebten Wohnorts in einer signifikanten Entfernung…" beschreibt, gehen Elias und Scotson (1990, S. 248) in ihrer Definition über den Aspekt des Ortwechsels hinaus und erachten vor allem "…den Wechsel der Gruppenzugehörigkeit…" als charakteristisch für die Migration. Die Autoren betonen hierbei, dass sich Migranten nicht nur physisch von einem Ort zum anderen bewegen, sondern dabei auch zugleich von einer Gesellschafts- beziehungsweise Kulturgruppe in eine andere überwechseln. An diesem Berührungspunkt zwischen zwei Kulturen, ist der Prozess der Akkulturation einzuordnen, bei dem unterschiedliche Kulturen durch Interaktion ihrer Mitglieder aufeinander treffen und in einen Austausch geraten, der kulturelle Veränderungen nach sich zieht. ... Aus den bisherigen Publikationen zur Akkulturation geht keine allgemeinverbindliche Definition von diesem Konstrukt hervor. Es zeigen sich beim Gebrauch dieses Begriffes häufig Unklarheiten und Widersprüche: Zum einen wird mit diesem einmal das Ergebnis von Kulturkontakten und zum anderen der Prozess selbst bezeichnet, oder Akkulturation wird gleichbedeutend mit Termini wie Assimilation, Absorption, Integration und Enkulturation zur Beschreibung des individuellen Verhaltens im Prozessverlauf benutzt. Im Folgenden werden die oben genannten zentralen Grundbegriffe, die in der Migrations- und Akkulturationsforschung häufig konfundiert sind, voneinander abgegrenzt und die ihnen jeweils zugrunde liegende Bedeutung herausgestellt.
Excerpt (computer-generated)
Integration, Assimilation, Akkulturation und Enkulturation
Verwendung der Begriffe in der Migrationsforschung
von
Dipl.-Psych. Merima Sabic
November 2006
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung... 3
2. Begriffsdefinitionen... 4
2.1 Assimilation und Absorption... 5
2.2 Integration... 6
2.3 Enkulturation und Akkulturation... 7
3. Schlusswort... 10
Literaturverzeichnis... 12
Anmerkung:
Dies ist ein Auszug aus meiner Diplomarbeit,
die am Fachbereich Psychologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main mit folgendem Titel
entstanden ist: “Modifikation und Evaluation des Frankfurter Akkulturationsfragebogen (FRAKK) an einer bosnischen Stichprobe“
1. Einleitung
Der Anteil der Migranten1 an der Gesamtbevölkerung Deutschlands liegt seit langer Zeit bei knapp neun Prozent. Sie kommen in erster Linie aus der Türkei, Italien, Spanien, dem ehemaligen Jugoslawien sowie aus Russland. In Deutschland leben folglich mehr als acht Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, wobei über drei Millionen von ihnen seit mehr als fünfzehn Jahren in der Bundesrepublik ansässig und ca. zwei Millionen hier geboren sind (Statistisches Bundesamt, 2006). Diese Angaben betrachtend ist es eine inzwischen nicht mehr zu leugnende Tatsache, dass sich die Bundesrepublik Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Einwanderungsland entwickelt hat. Insbesondere als Folge von Arbeits- und Flüchtlingsmigration ist die Gesellschaft dieses Landes multikulturell und vielsprachig in ihrer Gestalt und es ist zu erwarten, dass sich dies künftig eher verstärken als verringern wird, wobei Heckmann bereits 1981 auf diese Entwicklungstendenz hingewiesen hat. Heute, 25 Jahre später, obwohl seit 2005 ein Einwanderungsgesetz vorliegt, ist festzuhalten, dass die Politik und auch die Bevölkerung Deutschlands aus der Migrantenwirklichkeit noch nicht zur Genüge die Konsequenzen gezogen haben.
Obgleich sich die Bundesrepublik mit dem Zuwanderungsgesetz vom informellen zum formellen Einwanderungsland gewandelt hat, stellen Migration und Integration heute - mehr denn je - ein gesellschaftliches Konfliktfeld dar, so dass Studien zur Anpassung von Migranten eine steigende Bedeutung zukommt. Während Schrader (1989, S. 436) noch vereinfacht die Migration als "…das Verlassen des bisherigen und das Aufsuchen eines neuen, als dauerhaft angestrebten Wohnorts in einer signifikanten Entfernung…" beschreibt, gehen Elias und Scotson (1990, S. 248) in ihrer Definition über den Aspekt des Ortwechsels hinaus und erachten vor allem "…den Wechsel der Gruppenzugehörigkeit…" als charakteristisch für die Migration. Die Autoren betonen hierbei, dass sich Migranten nicht nur physisch von einem Ort zum anderen bewegen, sondern dabei auch zugleich von einer Gesellschafts- beziehungsweise Kulturgruppe in eine andere überwechseln. An diesem Berührungspunkt zwischen zwei Kulturen, ist der Prozess der Akkulturation einzuordnen, bei dem unterschiedliche Kulturen durch Interaktion ihrer Mitglieder aufeinander treffen und in einen Austausch geraten, der kulturelle Veränderungen nach sich zieht. Bei Individuen kommt es hierbei zu intraindividuellen psychischen Veränderungen, was seit Graves (1967) als psychologische Akkulturation bezeichnet wird. Akkulturation stellt ein psychologisch und auch gesamtgesellschaftlich relevantes Thema dar, was sich in einer starken Zunahme von Forschungen über Akkulturation in den letzten Jahren äußert. Nach Rudmin (2003) hängt dies insbesondere mit Änderungen der politischen Bestrebungen von Gruppen innerhalb pluraler Gesellschaften sowie mit der wachsenden Anzahl von Flüchtlingen und Auswanderern zusammen.
Die zentralen psychologischen Fragestellungen der Akkulturationsforschung beziehen sich auf das Erleben und Verhalten der Migranten unter der Bedingung ihres Aufenthaltes in einem anderen als ihrem primären soziokulturellen Kontext. Dabei wird untersucht, unter welchen Bedingungen welche besonderen Verlaufsformen der Akkulturation auftreten sowie welche Faktoren Einfluss auf den Akkulturationsprozess haben.
2. Begriffsdefinitionen
Aus den bisherigen Publikationen zur Akkulturation geht keine allgemeinverbindliche Definition von diesem Konstrukt hervor. Es zeigen sich beim Gebrauch dieses Begriffes häufig Unklarheiten und Widersprüche: Zum einen wird mit diesem einmal das Ergebnis von Kulturkontakten und zum anderen der Prozess selbst bezeichnet, oder Akkulturation wird gleichbedeutend mit Termini wie Assimilation, Absorption, Integration und Enkulturation zur Beschreibung des individuellen Verhaltens im Prozessverlauf benutzt. Im Folgenden werden die oben genannten zentralen Grundbegriffe, die in der Migrations- und Akkulturationsforschung häufig konfundiert sind, voneinander abgegrenzt und die ihnen jeweils zugrunde liegende Bedeutung herausgestellt.
2.1 Assimilation und Absorption
[...]
1 In der Arbeit wird aufgrund der besseren Lesbarkeit und einfacheren Handhabung auf die explizite sprachliche Unterscheidung von Migranten/Migrantinnen usw. verzichtet.
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