Der Philhellenismus in Deutschland

Untertitel: Philhellenische Bekundungen der Deutschen am Anfang des 19. Jahrhunderts bis zur Gründung des griechischen Staates
Autor: Melina Philippou
Fach: Griechisch / Altgriechisch

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Details

Kategorie: Magisterarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 118
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 61  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 2513 KB
Archivnummer: V86056
ISBN (E-Book): 978-3-638-00715-3
ISBN (Buch): 978-3-638-93345-2

Zusammenfassung / Abstract

Der Philhellenismus, vor allem der Einfluss der philhellenischen Bewegung auf die internationale Politik und die aufständischen Griechen, war und ist als Forschungsobjekt immer noch sehr beliebt. Im Gegensatz zu den zahlreichen bereits existierenden Publikationen ist das Ziel dieser Magisterarbeit, die Entwicklung des deutschen Philhellenismus vom Anfang des 18. Jh. bis zur Gründung des griechischen Staates im Jahre 1830 darzustellen. In einem ersten Teil wurde daher der Frage nachgegangen, welche Faktoren die Griechen zu ihrem Unabhängigkeitskrieg motivierten, und welche Ereignisse die griechische Revolution überhaupt ermöglichten. Anschließend wurde im zweiten Teil eine zusammenfassende historische Betrachtung des Philhellenismus bis zum Ende des 18. Jh. präsentiert. Zudem wurde ein erster genereller Überblick über die philhellenischen Tendenzen in Europa gegeben, sowie die die Haltung Europas gegenüber der "Griechischen Sache" aufgezeigt. Den grundlegenden Teil der Arbeit bildete die ausführliche Darstellung des deutschen Philhellenismus innerhalb des oben genannten Zeitraumes. Der methodische Schwerpunkt lag dabei im Aufzeigen der deutsch-griechischen Beziehungen vor dem Beginn des griechischen Befreiungskampfes. In diesem Zusammenhang wurden auch die verschiedenen Militär- und Hilfsprojekte sowie die Rolle der deutschen Presse mit einbezogen, um damit dem Leser ein vollständiges Bild vermitteln zu können. Zwar war der deutsche Philhellenismus eine staatenübergreifende soziale Bewegung, die alle Schichten der Bevölkerung mobilisierte, jedoch kann rückblickend seine unterstützende Wirkung für die unterdrückten Griechen als nur mäßig bezeichnet werden. Die Gründe dafür liegen sowohl in der mangelnden Akzeptanz der angebotenen Hilfe, als auch in der ineffizienten Verwendung der Spendengelder, die größtenteils für die Verschiffung und Versorgung der Expeditionstruppen verwendet wurden. In den deutschen Staaten hingegen leitete der Philhellenismus eine neue Ära ein, die besonders auf dem Gebiet der sozialen Bewegungen und der Entwicklung des Pressewesens ihren Ausdruck fand.

Textauszug (computergeneriert)

Freie Universität zu Berlin

Fachbereich:
Philosophie und Geisteswissenschaften

Institut für Neogräzistik

Magisterarbeit

Der Philhellenismus in Deutschland

Philhellenische Bekundungen der
Deutschen am Anfang des 19. Jahrhunderts
bis zur Gründung des griechischen Staates.


Melina Philippou
Sommersemester 2007

 

Inhaltsverzeichnis

 

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis ... II

Abkürzungsverzeichnis ... IV

Ziel und Methoden der Arbeit ... 1

1. Eine Einführung in den Philhellenismus ... 4

2. Der griechische Unabhängigkeitskrieg ... 9

2.1 Die günstigen Umstände für das Griechentum im Laufe des 18. Jahrhunderts ... 9
2.2 Die ökonomische Lage Griechenlands vor 1821 ... 11
2.3 Die Philike und die Philomusi Hetairia ... 14
2.4 Bedeutende Ereignisse des Freiheitskampfes ... 17

3. Der europäische Philhellenismus am Beispiel ausgewählter Nationen ... 22

3.1 Die Entwicklung des Philhellenismus im Laufe der Zeit ... 24

3.2 Die philhellenischen Aktivitäten im westlichen Europa ... 28
3.2.1 Frankreich, das Zentrum des politischen Philhellenismus ... 28
3.2.2 Der Philhellenismus in Großbritannien ... 30
3.2.3 Die Rolle des Schweizer Philhellenismus ... 32

3.3 Die Entwicklung des Philhellenismus in den deutschen Staaten ... 33
3.3.1 Die deutsch-griechischen Beziehungen vor der griechischen Revolution ... 35
3.3.2 Die Reaktionen des deutschen Volkes auf die Nachricht über die Griechischen Revolution ... 38

4. Die Griechenvereine ... 42

4.1 Die Entwicklung des Vereinwesens in den deutschen Staaten ... 42

4.2 Die Struktur der deutschen Griechenvereine ... 44
4.2.1 Die soziale und innere Struktur der Philhellenenvereine ... 44
4.2.2 Die lokalen Vereine ... 45
4.2.3 Die Filialvereine ... 47
4.2.4 Die Hauptvereine ... 47

4.3 Die externen Kommunikationsformen der Griechenbewegung ... 49

5. Philhellenische Hilfs- und Militärprojekte ... 51

5.1 Die materiellen Spenden ... 52
5.1.1 Die soziale Struktur der Spenderschaft ... 52
5.1.2 Geographische Zuordnung der Geldspenden ... 564

5.2 Die Spendensammlungen vor 1826 ... 55

5.3 Die Spendensammlungen nach 1826 ... 57

5.4 Die philhellenischen Militärprojekte ... 59
5.4.1 Die Militärprojekte in der ersten Phase des Befreiungskampfes ... 59
5.4.2 Die Reaktion der Griechen auf die angebotene Freiwilligenhilfe ... 64
5.4.3 Das böse Erwachen in Griechenland ... 65

5.5 Die Militärprojekte in der zweiten Phase des Befreiungskampfes ... 68

5.6 Zusammenfassung: Deutsche philhellenische Hilfs- und Militärprojekte ... 70

6. Die deutsche Presse und der griechische Freiheitskampf ... 71

6.1 Die wichtigsten deutschen Zeitungen im Kurzüberblick ... 72

6.2 Der Inhalt der Zeitungen ... 74
6.2.1 Die Aufrufe für Freiwillige und Spenden ... 76
6.2.2 Die Vereine im Spiegel der Presse ... 79
6.2.3 Kritische Äußerungen der Presse ... 81

6.3 Die staatlich auferlegte Zensur ... 83

6.4 Zusammenfassung: Die deutsche Presse und der griechische Freiheitskampf ... 86

7. Resümee ... 88

Anhang ... 92

Bibliographie ... 102

a) Deutschsprachige Bibliographie ... 102
b) Fremdsprachige Bibliographie ... 107
c) Zeitungen ... 109
d) Internet ... 109

 

Ziel und Methoden der Arbeit

Das Ende des 18. Jahrhundert war von der Französischen Revolution gekennzeichnet und bedeutete den Anfang einer neuen Ära in Europa. Vierzig Jahre später waren es die Griechen, die mit ihrem Mut und ihrem Verlangen nach Freiheit den Liberalen in ganz Europa den Atem raubten. Der Philhellenismus ist jedoch kein modernes Phänomen, das erst im 19. Jahrhundert entstand. Seine Wurzeln liegen viel tiefer, doch die Griechenbegeisterung als motivierende Macht von religiösen, humanitären und kulturellen Äußerungen trat erstmals in dieser Epoche besonders hervor.

Die Deutschen, aber auch andere europäische Nationen, sahen die Neugriechen als Nachfahren der Altgriechen, denen sie Werte wie Kultur, Demokratie und Kunst zu verdanken hatten. Die uralte Liebe und Bewunderung der Deutschen für das antike Griechenland führte zu einer Dankesschuld, die aus ihrer Sicht nur mit einer aktiven Hilfe zu begleichen war. Außerdem war auch die religiöse Verantwortung ein fester Bestandteil der Griechenhilfe, wobei die religiösen Appelle vor allem diejenigen überzeugen sollten, die politische Einwände gegen den Philhellenismus hatten.

Der Philhellenismus war und ist als Forschungsobjekt immer noch sehr beliebt, vor allem die Wirkung der philhellenischen Bewegung auf die internationale Politik und die kämpfenden Griechen. Dabei stützen sich die meisten Forscher auf Freiwilligenberichte, Zeitungsartikel und Aufrufe, um ein einheitliches Bild über die Beteiligung der deutschen Staaten zu gewinnen. Diese Arbeit befasst sich ebenfalls mit der Philhellenenbewegung in den deutschen Staaten, jedoch umfasst diese nicht nur die Zeit der griechischen Revolution sondern eine Periode von 30 Jahren. Zwar liegt der Schwerpunkt entsprechend der Themenstellung dieser Arbeit auf der Befreiungsbewegung der Griechen, jedoch wird diese aus der Sicht der deutschen Staaten und nicht aus der Sicht der Griechen dargestellt.

Das angesprochene Thema und das Gesamtbild des deutschen Philhellenismus werden anhand von zwei Quellengruppen ausgearbeitet und dargestellt. Dabei spielen Publikationen von Universitätsprofessoren und Forschern eine tragende Rolle. Im Rahmen einer zweiten Quellengruppe werden auch Aufrufe, Artikel und Zitate aus Zeitungen und Zeitschriften einbezogen, die die Untersuchung glaubhafter und gleichzeitig ansprechender gestalten sollen.

Die Einbeziehung derartiger Quellen ist zwar wegen ihres Umfangs sowohl zeitals auch arbeitsaufwändig, man bedenke nur wie viele Zeitungen und Zeitschriften in der oben angegebenen Zeit erschienen. Jedoch verkörpern gerade diese Quellen die einzigen, bis jetzt noch existierenden Zeitzeugen. Weiterhin repräsentieren Zeitungen tendenziell die subjektive Meinung einer Gruppe von Menschen, sie sind in hohem Maße an den zeitgenössischen Ereignissen orientiert und von diesen beeinflusst. Doch gerade diese Tatsache gestaltet sie zu „selbst sprechenden Quellen“, und sie sollten eher wie Tagebucheinträge behandelt werden.1

Dabei wird die Abhandlung in einzelne Kapitel gegliedert, die für das Verständnis des Themas relevante Eckpunkte darstellen. Die Magisterarbeit ist in fünf Teile gegliedert. In einem ersten Teil, der Kapitel 1 und 2 umfasst, werden vor allem die Definitionen und die Hauptmerkmale des modernen Philhellenismus geklärt und ausführlich vorgestellt. Weiterhin soll in diesem ersten Teil auch der Frage nachgegangen werden, welche Tatsachen die Griechen zu einem Unabhängigkeitskrieg motiviert hatten und welche Ereignisse die griechische Revolution überhaupt ermöglichten. Ferner soll die systematische Schilderung der beachtenswertesten Ereignisse der Revolution dabei behilflich sein, eine zeitliche Orientierung zu schaffen.

Anschließend wird in einem zweiten Teil eine kurze zusammenfassende historische Betrachtung des Philhellenismus bis Ende des 18. Jahrhunderts präsentiert. Dabei wird gleichzeitig auch ein erster genereller Überblick über die philhellenischen Tendenzen in Europa aufgezeigt. Parallel soll die Haltung Europas gegenüber der Griechischen Sache im Kurzüberblick aufgezeigt werden.

Den grundlegenden Teil der Arbeit bildet schwerpunktmäßig die ausführliche Darstellung des deutschen Philhellenismus in der oben genannten Zeit. Das methodische Vorgehen besteht in der Herausarbeitung der deutsch-griechischen Beziehungen vor dem Beginn des griechischen Befreiungskampfes. Gegen Ende des zweiten Teils soll eine ausführliche und detaillierte Darstellung der Reaktion des deutschen Volkes auf die Nachricht des griechischen Aufstandes präsentiert werden.

Die allgemeine Vorstellung der Griechenvereine erfolgt in einem dritten Teil. Der Schwerpunkt liegt dabei in der näheren Betrachtung der Funktion, Struktur und der geleisteten Arbeit der Vereine. Außerdem wird dargestellt wie die Vereine mit der Bevölkerung kommunizierten um für den Griechischen Befreiungskampf Freiwillige zu gewinnen und finanzielle Mittel zu beschaffen.

Im folgenden vierten Teil werden andere ausgewählte Formen der Griechenhilfe, wie zum Beispiel Militärprojekte und Geldspenden, kategorisiert und analysiert. Dabei wird natürlich auf eine detaillierte Auflistung und geografische Zuordnung zur Herkunft der Spendengelder nicht verzichtet. Schließlich wird über das „Zerbrechen“ der Illusion der Freiwilligen in Griechenland berichtet, und es werden daraus resultierende Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Philhellenismus in den deutschen Staaten aufgezeigt. Der vierte Teil endet mit einer kurzen Zusammenfassung der thematischen Schwerpunkte.

Zeitungsartikel, veröffentliche Aufrufe, Zitate und Bemerkungen der deutschen philhellenischen Presse werden in einem fünften Teil systematisch aufgeführt und analysiert. Darüber hinaus werden Themen wie Spenden- und Freiwilligenaufrufe, Vereinswesen und Kritik an der internationalen Politik und der geleisteten Griechenhilfe behandelt. Ein spezieller Absatz wird der staatlichen Zensur gewidmet. Dies soll zum besseren Verständnis der in den deutschen Staaten herrschenden politischen Lage beitragen, die durch den Spiegel der Presse reflektiert wird. Das Ende der Magisterarbeit bildet ein resümierendes Ergebnis über die bisher betrachteten Punkte.

[...]


1 Spaenle (1990), S. 12.

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