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Subtitle: Evaluation
Bachelor Thesis, 2007, 99 Pages
Author: Tomas Leinich
Subject: Physical Therapy / Occupational Therapy
Details
Tags: Direct, Access, Direkter, Zugang, Physiotherapie, Schweden
Year: 2007
Pages: 99
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 29 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-90902-0
ISBN (Book): 978-3-638-90993-8
File size: 521 KB
Ehrenpreis als Anerkennung hervorragender Leistung für die vorliegende Arbeit an dem Tag der Wissenschaft im April 2007 in Bochum, gestiftet von dem IFK - dem Bundesverband Selbstständiger Physiotherapeuten.
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Abstract
Direct Access – Direkter Zugang zur Physiotherapie in Schweden (Evaluation) Einleitung Im Zusammenhang mit der Knappheit der finanziellen Mitteln im deutschen Gesundheitssystem ist es gefordert, neue Überlegungen zur Lösung des Problems zu erwägen, um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung effizienter zu gestalten. In vielen Ländern wurde dies bereits unternommen, unter anderem auch in Schweden. Dort haben die Physiotherapeuten ihre Legitimität als Profession innerhalb des Gesundheitssystems erlangt und tragen seit dem im Status eines First Contact Practitioners im Rahmen eines offenen Zuganges zu ihren Dienstleistungen zu einer bestmöglichen Versorgung bei. Wie sich ein offener Zugang zur Physiotherapie entwickelte, welche Anforderungen dies auf die Therapeuten stellte und schließlich welchen Nutzen die Physiotherapie vor diesem Hintergrund für das schwedische Gesundheitssystem hat, wird in der Arbeit dargestellt. Methodologische Einordnung des I, II und III Teils der Untersuchung Teil I: Die Studienlage und geschichtliche Entwicklung wurden im Rahmen einer Literaturrecherche und Expertengespräche herausgearbeitet. Teil II: (qualitativ) Um die Erfahrungswerte der schwedischen Physiotherapeuten zu gewinnen, wurde ein leitfadengestütztes Experteninterview mit 5 Therapeuten durchgeführt. Es kam darauf an, die Prozessinhalte des DA zur Physiotherapie heraus zu kristallisieren und die damit verbundene Problematik aber auch die erarbeiteten Fortschritte darzulegen. Teil III: (quantitativ) Anschließend wurde die Zufriedenheit der Patienten beurteilt. Als Instrument zur Gewinnung der Daten wurde ein aus zwei Items aufgebauter Fragebogen verwendet, der die Art und Weise des Zuganges zur Physiotherapie erfasste und die Zufriedenheit der Patienten darstellte. Die Auswertung des Fragebogens erfolgte mittels deskriptiver Statistik. Ergebnisse Eine drastische Steuerregression und langen Wartezeiten für die ärztliche Behandlungen zwangen die Landesregierungen mit dem schwedischen Physiotherapieverband in Verhandlungen zu treten. Endgültige Konvention war 1996 ein initialer Versuch der Einführung des DA in den ersten vier Provinzen. 2004 war der Besuch eines Physiotherapeuten in 15 von 20 Provinzen von einer ärztlichen Verordnung unabhängig möglich.
Excerpt (computer-generated)
Bachelorarbeit zum Thema
Direct Access - Direkter Zugang zur Physiotherapie in Schweden
(Evaluation)
zur Erlangung des akademischen Grades eines Bachelor of Science (B.Sc.)
Wintersemester: 2006/2007
Fakultät: Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Studiengang: B.Sc. der Physio-/Ergotherapie
Modul: Bachelor-Arbeit
Autor: Tomas Leinich
Ausgabedatum: 27.11.2006
Abgabedatum: 5.01.2007
Inhaltsverzeichnis
Danksagung
Zusammenfassung
Abstract
Abbreviaturen und Glossar
1 Einleitung ... 11
1.1 Untersuchungsgegenstand und Zielsetzung ... 13
1.2 Schaubild zur Untersuchung ... 13
2 Theoretischer Background ... 15
2.1 Struktur des schwedischen Gesundheitssystems ... 16
2.1.1 Einordnung der Physiotherapie innerhalb der schwedischen Gesundhietsversorgung ... 17
2.2 Finanzierung der Gesundheitsleistungen ... 18
2.3 Direct Access ... 20
2.3.1 Definition und Begriffsklärung ... 20
2.3.2 Entwicklung des Direct Access in Schweden ... 21
2.3.2.1 Wichtigsten politischen Entscheidungen ... 21
2.3.2.2 Rechtsgrundlagen ... 22
2.3.2.3 Akademisierung der Ausbildung ... 22
2.3.2.4 Ethischer Kodex ... 23
2.4 Direct Access Status Quo ... 24
3 Methodologische Einordnung des I, II und III Teils der Untersuchung ... 26
3.1 Literaturrecherche (Teil I) ... 26
3.1.1 Expertengespräche zur Gewinnung des theoretischen Background ... 27
3.2 Leitfadengestütztes Experteninterview (Teil II) ... 28
3.2.1 Physiotherapeuten als Experten ... 29
3.2.2 Kriterien für die Expertenauswahl und Feldzugang ... 30
3.2.3 Datenerhebungsinstrument und Auswertungsmethode ... 32
3.3 Patientenumfrage (Teil III) ... 32
3.3.1 Klient als Abnehmer der physiotherapeutischen Dienstleistung ... 33
3.3.2 Datenerhebungsinstrument und Auswertungsmethode ... 33
3.3.3 Kriterien für die Teilnehmerauswahl ... 34
4 Ergebnisse des I Teils der Untersuchung ... 35
4.1 Wissenschaftliche Reporte und Studien bezüglich Direct Access ... 35
4.1.1 Report des Västra Göterlandsregionen ... 35
4.1.2 Early Access to the Pysical Therapy (RCT) ... 39
4.2 Ärztliche vs. therapeutische Leistungstarife ... 41
5 Ergebnisse des II Teils der Untersuchung ... 44
5.1 Organisation und Durchführung ... 45
5.1.1 Interdisziplinäre Kommunikation ... 49
5.1.2 Dokumentation ... 51
5.2 Untersuchung ... 54
5.3 Behandlung 57
6 Ergebnisse des III Teils der Untersuchung 62
6.1 Item I ... 63
6.2 Item II ... 65
7 Zusammenfassende Ergebnisdiskussion ... 74
7.1 Reflexion zum Forschungsprozess ... 79
8 Literaturverzeichnis ... 81
9 Tabellen- und Abbildungsverzeichnis ... 85
Anhang ... 87
Zusammenfassung
Einleitung: Im Zusammenhang mit der Knappheit der finanziellen Mitteln im deutschen Gesundheitssystem ist es gefordert, neue Überlegungen zur Lösung des Problems zu erwägen, um die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung effizienter zu gestalten. In vielen Ländern wurde dies bereits unternommen, unter anderem auch in Schweden. Dort haben die Physiotherapeuten ihre Legitimität als Profession innerhalb des Gesundheitssystems erlangt und tragen seit dem im Status eines First Contact Practitioners im Rahmen eines offenen Zuganges zu ihren Dienstleistungen zu einer bestmöglichen Versorgung bei. Wie sich ein offener Zugang zur Physiotherapie entwickelte, welche Anforderungen dies auf die Therapeuten stellte und schließlich welchen Nutzen die Physiotherapie vor diesem Hintergrund für das Gesundheitssystem hat, soll in der Arbeit dargestellt werden.
Methode: Literaturrecherche, Experteninterviews und Patientenumfrage
Ergebnisse: In den 90er Jahren erlebte Schweden eine drastische Steuerregression, die von den einzelnen Landesregierungen die Lösung des finanziellen Problems forderte. Die langen Wartenzeiten für die ärztlichen Behandlungen steigerten gleichzeitig die Unzufriedenheit der Patienten. Die Situation zwang nun die Landesregierungen mit dem Physiotherapieverband in Verhandlungen zu treten. Die endgültige Konvention war 1996 der erste Versuch der Einführung des Direct Access zur Physiotherapie in den vier schwedischen Provinzen. Im Laufe der folgenden 8 Jahre bis 2004 war der Besuch eines Physiotherapeuten in 14 von 20 Provinzen ohne Überweisung eines Arztes möglich. Die dem Direct Access vorangegangenen Entwicklungen auf den politischen, rechtlichen und professionellen Ebenen legitimierten die Physiotherapie zum autonomen Handeln. Die im Rahmen dieser Arbeit durchgeführte Befragung bescheinigte der Physiotherapie die Zufriedenheit der Patienten. Doch die neue berufliche Freiheit implementierte enorme Verantwortung. Die Physiotherapeuten müssen lernen unter den neuen Interventionsbedingungen mit den Patienten selbstbewusst aufzutreten, wichtige Entscheidungen zu treffen und ausreichende diagnostische Fähigkeiten zu bieten.
Diskussion: Zum Ende dieser Arbeit findet eine zusammenfassende Diskussion statt. Dabei werden die Ergebnisse unter anderem kritisch reflektiert.
Schlüsselwörter: Schweden, Physiotherapie, Direct Access, Evaluation
Abstract
Introduction: In connection with the shortage of financial resources in the German health care system, it is essential to elaborate an innovative conception, which will create a more efficient health care for the general public. In many countries this kind of conception has already been translated successfully into action, among others also in Sweden. Here, the physiotherapist has established his professional legitimacy within the health care system. What is more, due to his status as a First Contact Practitioner and thanks to an open access to his services, he contributes to the best possible medical treatment. It was my assigned task to show in this thesis how an Direct Access to physiotherapy developed, which requirements the physiotherapists had to meet and – finally - in which way the health care system has benefited from physiotherapy.
Methods: Literature research, interviews with experts and patients´ survey
Results: During the 1990s Sweden experienced a dramatic tax regression, urging the provincial governments to find a solution to this financial problem. At the same time, there was a growing dissatisfaction among patients, due to the long waiting periods for medical treatment. Now, the government was forced to enter into negotiations with the Association for Physiotherapy. The final convention in 1996 was the first attempt to introduce the Direct Access to physiotherapy in the 4 Swedish provinces. In the following eight years until 2004, in 14 provinces out of 20 it was possible to see a physiotherapist without having a prescription from the physicians. The political, legal and professional developments preceding the Direct Access authorized physiotherapy to act autonomously. On the basis of the survey carried out within the framework of this thesis, the patients have acknowledged their unrestricted satisfaction with physiotherapy. On the other hand, this newly achieved professional independence also implemented a great deal of responsibility. The physiotherapists need to learn that – on these new conditions of intervention – they have to be self-assured towards the patient, take crucial decisions and offer sufficient skills in differential diagnosis.
Discussion: At the end of this dissertation there will be a summarized discussion. Here, the results will also be reflected critically.
Key words: Sweden, physiotherapy, Direct Access, evaluation
1 Einleitung
Sowohl in mehreren Ländern in Europa als auch in der restlichen Welt agiert der Physiotherapeut während der physiotherautischen Intervention als First Contact Practitioner im Rahmen eines Direct Access. Dabei bedarf es keiner ärztlichen Verordnung.
Vor elf Jahren konstatierte die WCPT (1995c), dass die Zahl der Länder, in denen der Zugang zur Physiotherapie von einer ärztlichen Verordnung unabhängig ist, zunimmt. Im Jahre 2005 veröffentlichte der europäische Verband, die European Region of the WCPT (ER-WCPT 2005) die Ergebnisse einer Befragung der nationalen Berufsverbände in Europa. Demnach gab es zu diesem Zeitpunkt in siebzehn europäischen Ländern den Direct Access zur Physiotherapie. Allerdings beschränkte sich der Zugang in fünf Ländern auf den Bereich der Prävention. In den anderen zwölf Ländern, nämlich in Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Norwegen, Serbien-Montenegro, Slowenien, Spanien und schließlich Schweden gab es den offenen Zugang zur Physiotherapie auch im Rahmen einer Behandlung.
Die ER-WCPT definiert im European Physiotherapy benchmark statement die Ausbildungsstandards, die Physiotherapeuten dazu befähigen sollen, als First Contact Praktitioner innerhalb der Gesundheitsversorgung zu agieren (ER-WCPT 2003 S.10). Trotz all der Bemühungen auf der sowohl europäischen Ebene als auch weltweit gilt der Beruf eines Physiotherapeuten in Deutschland jedoch nur als Heilhilfsberuf. Dem entsprechend bleibt der Physiotherapeut von Diagnosen und der Überweisung eines Arztes abhängig. Die so genannten „Heilhilfsberufe" haben nach Definition des Bundesverfassungsgerichts „im Schwerpunkt eine Ersetzung, Ergänzung oder Unterstützung der ärztlichen Tätigkeit zum Gegenstand" (BVerfG 2002)1 .
Das Bundessozialgericht konstatierte in einem Urteil, dass Angehörige der Heilhilfsberufe grundsätzlich im Tätigkeitsbereich des Arztes auf dessen Anordnung bzw. Verordnung beschäftigt werden (BSG 2005)2 . Der Beruf des Physiotherapeuten wurde vom Bundesfinanzhof explizit als Heilhilfsberuf eingeordnet (BFH 2002, 2003)3 .
Allerdings, wie am Beispiel Schwedens deutlich zu sehen ist, bedarf die physiotherapeutische Intervention keiner mit einer medizinischen Diagnose versehenen ärztlichen Verordnung. Zahlreiche Studien aus den angelsächsischen Ländern und Schweden bescheinigen der Physiotherapie die Fähigkeit, als First Contact Praktitioner im Rahmen eines Direct Access zu agieren und belegen einen ökonomischen Nutzen und medizinischen Wert eines direkten Zuganges zu den physiotherapeutischen Dienstleistungen.
Dahingehend soll auch die deutsche Physiotherapie gelenkt werden. Doch bevor man sich mit den Möglichkeiten der Umsetzung und eventuell auch der Einführung des Direct Access – des direkten Zugangs zu physiotherapeutischen Dienstleistungen beschäftigt, ist es von enormen Vorteil, die Evaluation dieses Prozesses in anderen Ländern anzuschauen und zu analysieren. Dabei soll unter anderem neben dem schon in zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten beschriebenen Professionalisierungsprozess, beziehungsweise das Bestreben der Physiotherapie nach Autonomie, der Direct Access auch als ein eigenständiger Prozess genauer betrachtet, in seiner Struktur definiert und auf sein Nutzen und Wert innerhalb eines Gesundheitssystems untersucht und beurteilt werden.
[...]
1 BVerfG, 2 BvF 1/01 vom 24.10.2002, Absatz-Nr. 176, http://www.bverfg.de/
2 BSG, B 12 RA 12/04 R vom 22.06.2005, Absatz-Nr. 19, http://www.bundessozialgericht.de/
3 BFH, IV R 45/00 vom 19.09.2002, Absatz-Nr. 23 u. 24 sowie BFH, IV R 69/00 vom 20.03.2003, Absatz-Nr. 20, http://www.bundesfinanzhof.de/
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