Please wait
Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 31 Pages
Author: Hendrikje Schulze
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Institution/College: http://www.uni-jena.de/ (Germanistische Sprachwissenschaft)
Tags: Kommasetzung, Infinitivgruppen, Schriftsystem, Orthographie
Year: 2002
Pages: 31
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-15546-5
ISBN (Book): 978-3-638-64058-9
File size: 267 KB
In der Arbeit werden die verschiedenen Möglichkeiten der Kommasetzung bei Infinitivgruppen mit -zu- vor und nach der Rechtschreibreform von 1996 vorgestellt. 20 Seiten Hausarbeit plus Anhang
Other users also were interested in the following titles:
Abstract
Ich rate, ihm zu helfen. oder Ich rate ihm, zu helfen. ??? Erfahrungsgemäß gehörten die bisherigen Interpunktionsregeln, insbesondere bei Infinitiv- und Partizipialgruppen, zu den Bereichen der deutschen Rechtschreibung, die den Schreibenden die meisten Schwierigkeiten bereiteten. Da dieser Aspekt im amtlichen Regelwerk von 1901/02 nicht behandelt wurde, kam es in den Folgejahren zu einer Fülle von Einzelregelungen, die eher zur Verwirrung als zur Übersichtlichkeit und Verständlichkeit beitrugen. Im Zuge der Rechtschreibreform von 1996 wurden daher auch die bisher geltenden Kommaregeln einer genaueren Prüfung unterzogen. Das Ziel dieser Reform bestand im Wesentlichen darin, eine größere Systematik in die deutschsprachige Orthographie zu bringen. Die Rechtschreibregeln sollten vereinfacht, die Zahl der Ungereimtheiten und Zweifelsfälle verringert werden. Für die Kommasetzung bei Infinitivgruppen bedeutet dies in der Zukunft, dass den Schreibenden größere Freiheiten eingeräumt werden, um ihre Aussage zu verdeutlichen. Ob dies tatsächlich zu einer besseren Systematik führt, bleibt zunächst dahin gestellt. In der vorliegenden Arbeit werden verschiedene Möglichkeiten der Regelung einer Kommasetzung bei Infinitivgruppen mit „zu“ vorgestellt und diskutiert. In einem kurzen Abriss soll dabei zunächst geklärt werden, was Infinitivgruppen eigentlich sind. Danach werden die bisherige Regelung und die Neuregelung von 1996 für die Kommasetzung bei Infinitivgruppen gegenübergestellt. Vor- und Nachteile, sowie Lücken dieser beiden Regelungen werden dabei näher untersucht. Im Anschluss daran werden zwei weitere konträre Ansätze diskutiert. Dabei handelt es sich einerseits um den "syntaktisch orientierten Ansatz2 von Peter Gallmann. Bei diesem Ansatz wird das Kriterium der Satzwertigkeit eingeführt, wenn es darum geht, darüber zu entscheiden, ob bei einer Infinitivgruppe ein Komma gesetzt werden soll oder nicht. Im Gegensatz dazu steht der "pragmatisch leserorientierte Ansatz2 von Gerhard Augst. Dieser Ansatz spricht sich dafür aus, die Kommasetzung praktisch frei zu geben bzw. das Komma nur zu setzen, wenn dadurch des Leseprozess erleichtert wird. In einer abschließenden Zusammenfassung werden nochmals die Vor- und Nachteile der verschiedenen Regelungen - auch mit Blick auf die Vermittlung im schulischen Unterricht - diskutiert.
Excerpt (computer-generated)
Zur Kommasetzung bei Infinitivgruppen
von Hendrikje Schulze
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Was sind Infinitivgruppen? 3
3. Die bisherige Regelung der Kommasetzung bei Infinitivgruppen 4
4. Die Kommasetzung nach der Neuregelung von 1996 5
5. Der syntaktisch orientierte Ansatz von Peter Gallmann 7
5.1. Fälle, bei denen die abhängige Infinitivgruppe immer satzwertig ist 9
5.2. Fälle, bei denen die abhängige Infinitivgruppe nie satzwertig ist 10
5.3. Fälle, bei denen nicht ohne weiteres festgestellt werden kann, ob die
abhängige Infinitivgruppe mit dem übergeordneten Verb
ein komplexes Prädikat bildet oder nicht 10
5.4. Kritische Betrachtung des syntaktischen Ansatzes 12
6. Der pragmatisch leserorientierte Ansatz von Gerhard Augst 13
6.1. Zum Auftreten von Missverständnissen und Doppeldeutigkeiten 14
7. Die Auslegung der neuen Rechtschreibregeln in der ZEIT 15
8. Zusammenfassung 16
9. Literaturverzeichnis 18
1. Einleitung
Ich rate, ihm zu helfen.
oder
Ich rate ihm, zu helfen. ???
Erfahrungsgemäß gehörten die bisherigen Interpunktionsregeln, insbesondere bei Infinitiv- und Partizipialgruppen, zu den Bereichen der deutschen Rechtschreibung, die den Schreibenden die meisten Probleme bereiteten. Da dieser Aspekt im amtlichen Regelwerk von 1901/02 nicht behandelt wurde, kam es in den Folgejahren zu einer Fülle von Einzelregelungen, die eher zur Verwirrung als zur Übersichtlichkeit und Verständlichkeit beitrugen. (Die neue deutsche Rechtschreibung 1996: 25) Im Zuge der Rechtschreibereform von 1996 wurden daher auch die bisher geltenden Kommaregeln einer genaueren Prüfung unterzogen. Das Ziel dieser Reform bestand im Wesentlichen darin, eine größere Systematik in die deutschsprachige Orthographie zu bringen. Die Rechtschreibregeln sollten vereinfacht, die Zahl der Ungereimtheiten und Zweifelsfälle verringert werden. (Die neue deutsche Rechtschreibung 1996: 23) Für die Kommasetzung bei Infinitivgruppen bedeutet dies in der Zukunft, dass den Schreibenden größere Freiheiten eingeräumt werden, um ihre Aussage zu verdeutlichen. Ob dies tatsächlich zu einer besseren Systematik führt, bleibt zunächst dahin gestellt.
In dieser Arbeit werden nun verschiedene Möglichkeiten der Regelung einer Kommasetzung bei Infinitivgruppen mit "zu" vorgestellt und diskutiert. In einem kurzen Abriss soll dabei zunächst geklärt werden, was Infinitivgruppen eigentlich sind. Danach werden die bisherige Regelung und die Neuregelung von 1996 für die Kommasetzung bei Infinitivgruppen gegenübergestellt. Vor- und Nachteile, sowie Lücken dieser beiden Regelungen sollen dabei näher untersucht werden.
Im Anschluss daran werden zwei weitere konträre Ansätze diskutiert. Dabei handelt es sich einerseits um den syntaktisch orientierten Ansatz von Peter Gallmann. Bei diesem Ansatz wird das Kriterium der Satzwertigkeit eingeführt, wenn es darum geht zu entscheiden, ob bei einer Infinitivgruppe ein Komma gesetzt werden soll oder nicht. Im Gegensatz dazu steht der pragmatisch leserorientierte Ansatz von Gerhard Augst. Dieser Ansatz spricht sich dafür aus, die Kommasetzung praktisch frei zu geben bzw. das Komma nur zu setzen, wenn dadurch des Leseprozess erleichtert wird.
Am Ende der Arbeit soll am Beispiel des ZEIT-Verlags gezeigt werden, inwieweit die neue Kommaregelung in der Praxis umgesetzt wird. In einer abschließenden Zusammenfassung sollen nochmals die Vor- und Nachteile der verschiedenen Regelungen auch mit Blick auf die Vermittlung im schulischen Unterricht diskutiert werden.
2. Was sind Infinitivgruppen?
Als Infinitivgruppen (Grundformgruppen) bezeichnet man Infinitive (Grundformen), die ein "zu" bei sich haben, z.B. zu singen, gelaufen zu sein, gelobt zu werden. Ebenso wie Partizipgruppen nehmen sie eine Mittelstellung zwischen Satzteilen und Sätzen, konkreter gesagt zwischen dem Verbalabstraktum/bzw. dem substantivierten Infinitiv und der Nebensatzkonstruktion, ein. Folgendes Beispiel verdeutlicht dies:
- weil er das Bild betrachten wollte.
- um das Bild zu betrachten.
Er ging einen Schritt zurück
- zum Betrachten des Bildes.
- zur Betrachtung des Bildes.
Auf Grund dieser Zwischenstellung wurden Infinitivkonstruktionen bisher entweder analog zum Nebensatz kommatiert oder analog zum Verbalabstraktum/bzw. substantivierten Infinitiv ohne Komma geschrieben. (vgl. Augst 5)
Infinitive, die kein "zu" bei sich haben, gehören dagegen nicht zu den Infinitivgruppen. Sie sind immer einfaches Satzglied oder Teil eines Satzgliedes und werden nicht durch Kommas abgetrennt. (vgl. Duden Taschenbücher 1998: 68)
3. Die bisherige Regelung der Kommasetzung bei Infinitivgruppen
[...]
Comments
Other users also were interested in the following titles:
Sprachkritik im 19. Jahrhundert - Ein Überblick
Author: Antje LeupoldGerman Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics, 2002 Download as PDF-file for 14,99 EUR
Legasthenie - Der Stellenwert der Sozialpädagogik im Konflikt zwischen Familie und Schule
Author: Christin RemmersSocial Pedagogy / Social Work, 2006 Download as PDF-file for 34,90 EUR
Neue Medien in der Freinet-Pädagogik
Author: Michael KellnerPedagogy - Media Pedagogy, 2004 Download as PDF-file for 34,90 EUR
Der Minnesang - Ein entwicklungsgeschichtlicher Einblick in eine literarische Form mittelhochdeutscher Dichtung
Author: Yvonne VittGerman Studies - Older German Literature, Mediaevistik, 2002 Download as PDF-file for 5,99 EUR
This text can be quoted and accessed from this url:
25.04.2005 21:43:37
"Der pragmatisch leserorientierte Ansatz von Gerhard Augst" (Punkt 6 im Inhalt) existiert in keiner Bücherei. Auch die Suche über Google hat nichts gebracht. Ich mache mir schon Gedanken, ob die Autorin diesen Ansatz vielleicht selbst ausgedacht hat... Könnte mir jemand Auskunft geben, wo diese Handschrift (Aufsatz, Artikel?) von G.Augst zu finden wäre? MfG Tatsiana L.