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"schick es nochmal, kam kein text mit..." - Eine linguistische Untersuchung der Sprache in SMS

Diplomarbeit, 2007, 141 Seiten
Autor: Dipl. Germ. Univ. Nikolai Sokoliuk
Fach: Germanistik - Linguistik

Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2007
Seiten: 141
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 37  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V86225
ISBN (E-Book): 978-3-638-90904-4
ISBN (Buch): 978-3-638-90910-5
Dateigröße: 957 KB

Zusammenfassung / Abstract

Für die Arbeit wurde ein Textkorpus von 1139 z.T. in Fragebogen erstellten, z.T. von den Befragten selbst verfassten oder empfangenen SMS untersucht. Ziel der Arbeit ist dabei lediglich die linguistische Untersuchung im Hinblick auf Lexikologie (Kurzwörter, Abkürzungen, Reduktionen, Dialekt, Groß- und Kleinschreibung, Emoticons, Onomatopoetika, Inflektive, Iterationen) und Syntax (Interpunktion, Hypo- und Parataxen, Ellipsen).


Textauszug (computergeneriert)

„schick es noch mal, kam kein text mit...“
Eine linguistische Untersuchung der Sprache in
SMS.

„schick es noch mal, kam kein text mit...“
A linguistic Analysis of the Language used in SMS.

Diplomarbeit
im Studiengang Germanistik
in der Fakultät Sprach- und Literaturwissenschaften
der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

vorgelegt von
Nikolai Sokoliuk

Bamberg, im April 2007

 

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung ... 5

2 Voraussetzungen, Funktionsweise und Nutzung von SMS ... 8

2.1 Technik ... 8
2.1.1 Geschichte ... 8
2.1.2 Handynetz ... 10
2.1.3 Handy ... 12

2.2 Nutzer ... 13

3 SMS — Klassifizierung der Kommunikationsform ... 17

3.1 Zeichentyp ... 17

3.2 Kommunikationsrichtung ... 19

3.3 Anzahl der Kommunikationspartner ... 20

3.4 Zeitlichkeit ... 21

3.5 Räumlichkeit ... 22

3.6 Kapazität zum Speichern und Senden ... 23

3.7 Zusammenfassung ... 24

4 Forschungsansatz ... 26

4.1 Ansatz allgemein, Hypothese ... 26

4.2 Methode ... 27
4.2.1 Fragebogen ... 27
4.2.2 Gruppe der Befragten ... 28
4.2.3 Material ... 29
4.2.4 Auswertung ... 30

5 Untersuchung ... 32

5.1 Lexikologie ... 32
5.1.1 Kurzwörter ... 33
5.1.2 Abkürzungen ... 36
5.1.3 Reduktionen ... 39
5.1.4 Dialekt ... 43
5.1.5 Groß- und Kleinschreibung ... 47
5.1.6 Emoticons ... 51
5.1.7 Onomatopoetika ... 53
5.1.8 Inflektive ... 56
5.1.9 Iterationen ... 58

5.2 Syntax ... 61
5.2.1 Interpunktion ... 62
5.2.2 Hypotaxen und Parataxen ... 65
5.2.3 Ellipsen ... 69

6 Diskussion und Ausblick ... 76

6.1 Ergebnisse ... 76

6.2 Ausblick ... 80

A SMS 1 ... 87

B SMS 2 ... 93

C SMS 3 ... 99

D SMS 4 ... 132

E Tabelle: Auswertung der Fragebögen ... 141

 

1 Einleitung

„Schreib’ mir doch einfach ’ne SMS!“

Wenn vor 15 Jahren jemand diesen Satz gesagt hätte, wäre ihm wahrscheinlich nur ein erstauntes Gesicht mit fragenden Augen gegenüber gestanden. Heute erscheint einem die Aufforderung völlig normal, alltäglich, ja sogar meist logisch. Die SMS (Der Name selbst ist übrigens eine Abkürzung für Short Message Service, zu deutsch Kurznachrichtendienst1.) hat seit ihrer Erfindung einen Werdegang vollzogen, den ihr so schnell keiner nachmachen wird. Sie war zunächst nur ein praktisches Nebenprodukt, eine Begleiterscheinung, und heute simst man in der Schule unter der Bank, im Kino, an der Kasse im Supermarkt – ja sogar die Kanzlerin greift gern zum Handy um eine Kurzmitteilung auf den Weg zu schicken2 und selbst die Queen versteht, was in SMS-Sprache„gr8“ bedeutet:great nämlich, zu deutsch: großartig.

Dabei ist die SMS mittlerweile deutlich mehr als nur eine Möglichkeit der Kommunikation. Sie wird genutzt, um neue Kunden zu werben3, Gedichte zu verschicken4 oder an Gewinnspielen im Fernsehen teilzunehmen, kurz: Die SMS ist überall.

Das Bemerkenswerte ist allerdings weniger die Omnipräsenz (in einer schnelllebigen Zeit wie der heutigen ist man die plötzliche Popularität neuer technischer Errungenschaften an sich ja schon gewöhnt), als vielmehr die Inhalte der Nachrichten: Anders als die E-Mail, die auch noch nicht so lange ihr Dasein in unserem Alltag fristet oder der traditionelle Brief, der zumindest im privaten Bereich schon fast aus unserem Leben verschwunden ist, bedient sich die SMS einer scheinbar ganz besonderen, eigenen Sprache.

Was hier zunächst, vor allem für ältere Menschen, seltsam anmutet und manchmal keinerlei Sinn zu ergeben scheint5 ist für den regelmäßigen SMS-Schreiber verständlich und logisch. Er verkürzt oft schon unbewusst Sätze, reduziert Wörter und verwendet Sonderzeichen, die normalerweise nichts in einem Satz zu suchen haben, um kleine Gesichter, so genannte Smileys darzustellen. Mittlerweile sind hierzu auch eine Reihe von Ratgebern6, Wörterbüchern7 und SMS-Sammlungen8 erschienen, die diese Sprache zum Teil leichter verständlich machen sollen. Seit kurzem ist sogar ein Werbespot im Fernsehen zu sehen, in dem nur in SMSSprache geredet wird.

All dies ist Grund genug, die SMS genauer zu untersuchen. Die vorliegende Arbeit widmet sich dieser Aufgabe auf linguistischer Ebene: Das Ziel dieser Untersuchung wird es sein, die sprachlichen Besonderheiten der SMS herauszuarbeiten und näher zu betrachten.

Dazu wird zunächst auf die Voraussetzungen der SMS eingegangen. Hier sollen sowohl die materiellen, was das Handy an sich, das Mobilfunknetz und den geschichtliche Hintergrund betrifft, als auch die ideellen Gegebenheiten, wie die Akzeptanz in der Gesellschaft und die Schreibgewohnheiten in einem Kapitel über die Nutzer der SMS näher beleuchtet werden.

Im Anschluss wird der Augenmerk auf die SMS als Kommunikationsform gerichtet: Anhand von sechs Kriterien gilt es, die Kurzmitteilung zu klassifizieren. Zu diesem Zeitpunkt wird erstmals auch auf die Inhalte und sprachliche Merkmale der SMS eingegangen.

Schließlich widmet sich ein Kapitel der Beschreibung des Forschungsansatzes. Zunächst wird der Ansatz allgemein beschrieben, um deutlich zu machen, was genau das Ziel der Arbeit darstellen soll. In einem weiteren Punkt wird anschließend auf die Methode eingegangen, nach der erst einmal die zu untersuchenden SMS gesammelt, gespeichert und kodiert wurden, und schließlich wird erklärt, wie die Auswertung des Korpus vorgenommen wurde.

Im Hauptteil der Arbeit werden dann die sprachlichen Besonderheiten in den untersuchten SMS dargestellt und erläutert. Hierzu wird jeweils zunächst das zu bestimmende Phänomen definiert und mit Beispielen illustriert. Im Anschluss wird sowohl versucht, eine Begründung für die Verwendung des Phänomens zu finden, als auch auf die Verteilung desselben im Korpus eingegangen. Um das Kapitel übersichtlicher zu gestalten, sind die Phänomene in Lexikologie und Syntax aufgeteilt. Insgesamt werden zwölf Phänomene untersucht: neun davon im Bereich der Lexikologie, drei im Bereich der Syntax.

Abschließend werden in einem letzten Kapitel die Forschungsergebnisse diskutiert und schließlich soll die Arbeit mit einem Ausblick auf die weitere Forschung beendet werden.

2 Voraussetzungen, Funktionsweise und Nutzung von SMS

In diesem Kapitel möchte ich in erster Linie auf die Voraussetzungen für die Kommunikation per SMS eingehen. Damit ist nicht nur die Technologie an sich gemeint, die das Übermitteln von Kurzmitteilungen über Mobiltelefone überhaupt erst möglich macht, sondern auch der Wille der Bevölkerung, die Bereitstellung dieser Technologie anzunehmen und in solch hohem Grade in ihren Alltag einzubauen, dass das Produkt, nämlich die SMS, heute in vielen Bereichen nicht mehr wegzudenken ist.

[...]


1 vgl. Joachim Höflich; Julian Gebhardt: Vermittlungskulturen im Wandel. Brief E-mail SMS. Frankfurt/Main: Peter Lang. 2003. S. 10. Im Folgenden: [HG03].

2 Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,476291,00.html; im Folgenden: [spia]; Stand: 14.04.2007

3 vgl. Hans Christian Altmann: Mut zu neuen Kunden. Heidelberg: Redline Wirtschaft. 2006. S. 72 ff. Im Folgenden: [Alt06]

4 vgl. Anton G. Leitner (Hg.): SMS-Lyrik. 160 Zeichen Poesie. München: dtv. 2002. Im Folgenden: [Lei02].

5 Beispielsweise konnte die Lehrerin eines schottischen Mädchens den von ihm abgegebenen Aufsatz über die Schulferien nicht entziffern: Er war komplett in SMS-Sprache geschrieben. (Quelle: http://www.spiegel.de/schulspiegel/0,1518,238539,00.html; im Folgenden: [spib]; Stand: 14.04.2007.)

6 Z.B. Hannes Rügheimer: SMS- und Handy TRIX. Würzburg: Arena. 2001. Im Folgenden: [Rüg01].

7 Z.B. Michael Freidank: Dem SMS-Buch Kanakisch. Frankfurt/Main: Eichborn. 2002. Im Folgenden: [Fre02].

8 Z.B. [Lei02], Elvira Bäuml-Hasenmaier: SMS Sammlung für jung und alt. Regensburg: Der neue Kopierer. 2006. Im Folgenden: [BH06].


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