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Die Religionen des präkolumbianischen Amerikas

Subtitle: Der Glauben der Maya als eine der komplexesten Religionen der Religionsgeschichte

Termpaper, 2007, 47 Pages
Author: Doreen Kötschau
Subject: Theology - Comparative Religion Studies

Details

Institution/College: http://www.uni-jena.de/
Tags: Religionen, Amerikas
Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 47
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 11  Entries
Language: German
Archive No.: V86235
ISBN (E-book): 978-3-638-00720-7
ISBN (Book): 978-3-638-91459-8
File size: 1198 KB

Abstract

Um das Jahr 320 nach Christi Geburt begann sich in Nordamerika eine einzigartige Kultur zu entwickeln, die Kultur der Maya. Sie ist bis heute in ihrer gesamten Komplexität noch nicht erfasst worden. Jedoch ist durch die Forschung schon vieles über diese Kultur bekannt. So wurden die Maya durch einen alle Lebensbereiche beeinflussenden Glauben geprägt. Dieser ist in der Religionsgeschichte einzigartig. Doch wie komplex ist diese Religion wirklich? Wer übte sie aus und wie wurde sie prakti-ziert? Was waren ihre Grundelemente? Diesen Fragen möchte ich mich in meiner Hausarbeit widmen. Ausgehend davon möchte ich meine Grundthese Der Glauben der Maya ist eine der komplexesten Religionen der Religi-onsgeschichte beweisen. Dabei werde ich argumentierend vorgehen. In der Sekundärliteratur zum Thema gibt es zahlreiche unterschiedliche Aussagen über die Maya. So meint Christian Rätsch: „Die Menschen, die sich selber Maya nennen, bewohnten schon vor der Konquista und bewohnen noch heute die Halbinsel Yucatán, die den Golf von Mexiko und die Karibik voneinander trennt. […] Die Quiché, die oft fälschlicherweise als Quiché-Maya bezeichnet werden, […], nennen sich selbst Achi, `Menschen’, und kennen das Wort Maya nur aus den Mündern der Touristen und Anthropologen.“ . Dagegen wird bei Vincke von einer ganzen Maya-Region gesprochen, die alle mayasprachi-gen Völker unter dem Begriff Maya zusammenfasst . Die Betrachtungsweise von Vincke kommt in der Forschung häufiger vor, daher werde ich mich danach richten. Der immer noch wichtigste Bericht über die Maya Kultur bleibt die Ausführungen des Diego de Landa. Der Umfang dieses Themas ermöglicht es mir leider nicht, auf alles Aspekte der Maya-Religion einzugehen. So kann ich zum Beispiel nicht über jeden Gott der Maya ausführliche Angaben machen, sondern beschränke mich auf die wichtigsten unter ihnen. Jedoch werde ich trotz allem versuchen, die Maya Religion in ihren bedeutenden Zügen zu betrachten, damit ein möglichst komplexes Bild über sie entsteht. Da die Sprache der Maya bis heute noch nicht vollständig entschlüsselt ist, gibt es in der Lite-ratur unterschiedliche Schreibweisen der Götternamen. Ich habe stets die am häufigsten vor-kommende Schreibweise benutzt, jedoch ergaben sich beim Zitieren teilweise Differenzen. Ich bitte das schon im Voraus zu entschuldigen.


Excerpt (computer-generated)

Seminar: Einführung in die allgemeine Religionsgeschichte
SS 07

Die Religionen des präkolumbianischen Amerikas
-
Der Glauben der Maya als eine der komplexesten Religionen der Religionsgeschichte

von

Doreen Kötschau

LAR Ethik – Deutsch

 

 

1. EINLEITUNG 3

2. DIE RELIGION DER MAYA 4
2.1. HISTORISCHE VORBETRACHTUNG 4
2.1.1. DAS ALTE REICH 4
2.1.2. DAS NEUE REICH 6
2.2. DIE KOMPLEXITÄT IN DER GÖTTWELT 7
2.2.1. VORBETRACHTUNG 7
2.2.2. „DEUS OTIOSUS“ – DER HOCHGOTT 8
2.2.3. GOTT B, DER REGENGOTT 8
2.2.4. GOTT D – ITZAMNÁ 8
2.2.5 GÖTTIN I – IXCHEL, DIE MONDGÖTTIN 9
2.2.6. GOTT E - DER JUNGE MAISGOTT 10
2.2.7. IXTÁB – DIE GÖTTIN DER SELBSTMÖRDER 10
2.2.8. DER TODESGOTT UND DIE TODESDÄMONEN 11
2.2.9. DIE ERDBEBENGÖTTER 11
2.2.10. GOTT M - DER GOTT DES KRIEGES 12
2.2.11. TOHIL UND QUETZALKOATL 12
2.3. DIE KOMPLEXITÄT IN DER RELIGIÖSEN PRAXIS 13
2.3.1. MENSCHENOPFER 13
2.3.2 RITUELLES HANDELN 14
2.4. DIE MAYA-PRIESTER – EIN KOMPLEXES SYSTEM 15
2.4.1. DER HOHEPRIESTER AHAUCAN 15
2.4.2. DER CHILAN PRIESTER 15
2.4.3. DER NACOM PRIESTER 16
2.5. DER SCHÖPFUNGSMYTHOS 17
2.6. DAS MYSTISCHE WELTBILD 19
2.7. DER TOD UND DIE UNTERWELT 20

3. ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT 22

LITERATURVERZEICHNIS 23

ANHANG 25

 

 

1. Einleitung

Um das Jahr 320 nach Christi Geburt begann sich in Nordamerika eine einzigartige Kultur zu entwickeln, die Kultur der Maya. Sie ist bis heute in ihrer gesamten Komplexität noch nicht erfasst worden. Jedoch ist durch die Forschung schon vieles über diese Kultur bekannt. So wurden die Maya durch einen alle Lebensbereiche beeinflussenden Glauben geprägt. Dieser ist in der Religionsgeschichte einzigartig.

Doch wie komplex ist diese Religion wirklich? Wer übte sie aus und wie wurde sie praktiziert? Was waren ihre Grundelemente?

Diesen Fragen möchte ich mich in meiner Hausarbeit widmen. Ausgehend davon möchte ich meine Grundthese Der Glauben der Maya ist eine der komplexesten Religionen der Religionsgeschichte beweisen. Dabei werde ich argumentierend vorgehen.

In der Sekundärliteratur zum Thema gibt es zahlreiche unterschiedliche Aussagen über die Maya. So meint Christian Rätsch: „Die Menschen, die sich selber Maya nennen, bewohnten schon vor der Konquista und bewohnen noch heute die Halbinsel Yucatán, die den Golf von Mexiko und die Karibik voneinander trennt. […] Die Quiché, die oft fälschlicherweise als Quiché-Maya bezeichnet werden, […], nennen sich selbst Achi, `Menschen’, und kennen das Wort Maya nur aus den Mündern der Touristen und Anthropologen.“1.

Dagegen wird bei Vincke2 von einer ganzen Maya-Region gesprochen, die alle mayasprachigen Völker unter dem Begriff Maya zusammenfasst3. Die Betrachtungsweise von Vincke kommt in der Forschung häufiger vor, daher werde ich mich danach richten. Der immer noch wichtigste Bericht über die Maya Kultur bleibt die Ausführungen des Diego de Landa.4 Der Umfang dieses Themas ermöglicht es mir leider nicht, auf alles Aspekte der Maya- Religion einzugehen. So kann ich zum Beispiel nicht über jeden Gott der Maya ausführliche Angaben machen, sondern beschränke mich auf die wichtigsten unter ihnen. Jedoch werde ich trotz allem versuchen, die Maya Religion in ihren bedeutenden Zügen zu betrachten, damit ein möglichst komplexes Bild über sie entsteht.

Da die Sprache der Maya bis heute noch nicht vollständig entschlüsselt ist, gibt es in der Literatur unterschiedliche Schreibweisen der Götternamen. Ich habe stets die am häufigsten vorkommende Schreibweise benutzt, jedoch ergaben sich beim Zitieren teilweise Differenzen. Ich bitte das schon im Voraus zu entschuldigen.

2. Die Religion der Maya

2.1. Historische Vorbetrachtung

2.1.1. Das Alte Reich

Die Geschichte der Maya wird charakterisiert durch das Bewohnen dreier unterschiedlicher Gebiete in Mittelamerika.5

Das so genannte „Alte Reich“ befand sich in der Zone des befeuchteten Regenwaldes, auf dem Gebiet des heutigen Guatemala. In der Sekundärliteratur wird das Alte Reich in unterschiedliche Perioden aufgegliedert. Bei Lanczkowski wird es, nach einer Phase der Vorklassik ab 2600 vor Christus, insgesamt in den Zeitraum von 320 bis 987 eingeordnet. Er untergliedert diese Zeitdauer in die frühe Periode (320 – 663)6, in die mittlere Periode (633 – 731) und in die Blütezeit (731 – 987).7 Im Gegensatz dazu steht Vinckes Betrachtung. Sie spricht von einer Maya Kultur ab dem Jahre 2000 vor Christus8 und ordnet die Zeitspanne von 2000 vor Christus bis 250 nach Christus in die so genannte Präklassik ein: „Mit dem Übergang zur Sesshaftigkeit um 2000 v. Chr. und der Einführung der Keramik wird der Anfang der Präklassik angesetzt.“9. Des Weiteren benutzt sie den Begriff des Hiatus für eine Phase der Klassik: „Im 6. Jahrhundert kommt es zum sogenannten ´Hiatus’, einem Bruch in der Kulturentwicklung, der sich vor allem durch Stagnation der Bautätigkeit und fast gänzliches Fehlen von Inschriften bemerkbar macht.“10

[....]


1 Rätsch, Christian: Einführung in die Kosmologie der Maya. In: Rätsch, Christian: Chactun – Die Götter der Maya. Quellentexte, Darstellung und Wörterbuch, Diederichs Gelbe Reihe; 58: Die Indiander, Köln 1986, 1. Auflage. S. 11.

2 vgl. Vincke, Karin: Tod und Jenseitsvorstellungen der präkolumbischen Maya. Grazer altertumskundliche Studien; 3, Frankfurt am Main u.a. 1997, 1. Auflage. S. 20f.

3 vgl. Anhang Abb. 1 und Abb. 2

4 vgl. De Landa, Diego Fray: Bericht über die Dinge von Yucatán. Übersetzt und dargestellt von Barbara Hermanns und Heinz Jürgen Probst. In: Rätsch, Christian: Chactun – Die Götter der Maya. Quellentexte, Darstellung und Wörterbuch, Diederichs Gelbe Reihe; 58: Die Indianer, Köln 1986, 1. Auflage

5 für eine Gesamtkarte der archäologischen Fundorte siehe Anhang Abb.3

6 ältester Datumsbeweis der Maya siehe Anhang Abb. 4

7 vgl. Lanczkowski, Günter: Die Religionen der Azteken, Maya und Inka. Darmstadt 1989. S. 67.

8 vgl. Anhang Tabelle 1

9 Vincke, Karin: Tod und Jenseitsvorstellungen der präkolumbischen Maya. 1997. S. 23.

10 Ebd. S. 23.

 


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