Anonyme Nutzung virtueller sozialer Netzwerke und Gemeinschaften durch eingeschränkte Benutzergruppen

Untertitel: Problemdimensionen und Lösungsansätze
Autor: Arthur Kaiser
Fach: Informatik - Internet, neue Technologien

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Veranstaltung: Privacy
Institution/Hochschule: Fachhochschule Brandenburg (Fachhochschule Brandenburg)
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2008
Seiten: 18
Literaturverzeichnis: ~ 19  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 358 KB
Archivnummer: V86429
ISBN (E-Book): 978-3-638-02097-8
ISBN (Buch): 978-3-638-92318-7

Zusammenfassung / Abstract

Die anonyme Nutzung von asynchronen Kommunikationsmitteln ist in Zeiten von Vorratsdatenspeicherung und personalisierter Werbung ein wichtiges Thema. In der vorlie-genden Arbeit wird insbesondere auf Probleme sowie technische Aspekte eingegangen. Es werden Ansätze aufgezeigt, die einen datensparsamen Betrieb von Webangeboten mit interpersonellen Kommunikationsmöglichkeiten am Beispiel eines sozialen Netzwerkes einer Hochschule ermöglichen.

Textauszug (computergeneriert)

Anonyme Nutzung virtueller sozialer Netzwerke

und Gemeinschaften durch eingeschränkte

Benutzergruppen

Problemdimensionen und Lösungsansätze

Arthur Kaiser

Seminararbeit

Fachbereich Informatik und Medien

Fachhochschule Brandenburg an der Havel

WiSe 07/08

Privacy

Kurzfassung

Die anonyme Nutzung von asynchronen Kommunikationsmitteln ist in Zeiten von Vor-

ratsdatenspeicherung und personalisierter Werbung ein wichtiges Thema. In der vorlie-

genden Arbeit wird insbesondere auf Probleme sowie technische Aspekte eingegangen.

Es werden Ansätze aufgezeigt, die einen datensparsamen Betrieb von Webangeboten

mit interpersonellen Kommunikationsmöglichkeiten am Beispiel eines sozialen Netz-

werkes einer Hochschule ermöglichen.


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1

2. Begriffsbestimmung 2

2.1.

Gruppe 2

2.2.

Virtuelle Gemeinschaft 2

2.3.

Virtuelle soziale Netzwerke 3

3. Fallbeispiel 3

4. Verbreitete Probleme und Lösungsansätze 4

5. Authentifizierung durch Drittsysteme 5

6. Überprüfung durch Mitbenutzer 9

7. Ausschluss bei Anonymität 9

8. Fazit 10

9. Zusammenfassung 11

10.

Quellenverzeichnis 12

11.

Abbildungsverzeichnis 15


1. Einleitung

Computervermittelte Kommunikation, insbesondere in Form von virtuellen Gemeinschaf-

ten, hat einen festen Platz im Alltagsleben der Bevölkerung von Industrieländern einge-

nommen. Die bei der Kommunikation anfallenden Daten wecken zunehmend Begehrlich-

keiten seitens der Unternehmen sowie staatlichen Stellen. Die EU Richtlinie zur Vorratsda-

tenspeicherung (vgl. [AEU06]), die vor kurzem vom Bundestag verabschiedete und vom

Bundesrat genehmigte Umsetzung im deutschem Recht (vgl. [Pa07]) sowie weitere Vor-

schläge zur Überwachung der computervermittelten Kommunikation seitens des Innenmi-

nisteriums verdeutlichen diese Entwicklung (vgl. [Bo07]).

Wo jedoch keine Daten gespeichert und gesammelt werden, können diese auch nicht für

Werbe- und Überwachungszwecke missbraucht werden. Trotz der jüngsten gesetzgeberi-

schen Entwicklung gilt nach wie vor das Prinzip der Datenvermeidung und Datensparsam-

keit, welches im §3a des Bundesdatenschutzgesetzes festgeschrieben ist. Dort heißt es:

,,Gestaltung und Auswahl von Datenverarbeitungssystemen haben sich an dem Ziel auszurichten,

keine oder so wenig personenbezogene Daten wie möglich zu erheben, zu verarbeiten oder zu nut-

zen. Insbesondere ist von den Möglichkeiten der Anonymisierung und Pseudonymisierung

Gebrauch zu machen, soweit dies möglich ist und der Aufwand in einem angemessenen Verhältnis

zu dem angestrebten Schutzzweck steht." [BDSG06] §3a

Die Reaktion auf die gesetzgeberische Entwicklung sind Initiativen wie ,,Wir speichern

nicht" (vgl. [WSN07]), welche Gütesiegel an Betreiber vergeben, deren Internetangebote

vorgegebene Kriterien erfüllen und sich auf ein notwendiges Minimum an Datenspeiche-

rung beschränken. Um jedoch unerwünschtem Nutzerverhalten begegnen zu können und

die Qualität der bereitgestellten Inhalte zu erhalten oder zu steigern, werden bestimmte

Daten benötigt. Welche Daten sind wirklich notwendig, um auftretende Probleme zu lösen

und auf welche kann verzichtet werden?

Die vorliegende Arbeit stellt an einem Fallbeispiel häufige Probleme vor und diskutiert

mögliche Lösungsansätze, welche gemäß dem oben zitiertem §3a auf Datensparsamkeit

ausgerichtet sind. Nachfolgend wird zunächst auf zentrale Begriffe eingegangen.

1


2. Begriffsbestimmung

2.1. Gruppe

Der Begriff Gruppe ist vielfach mehr oder weniger eng von diversen Autoren definiert

worden. Für die vorliegende Arbeit wurde die im Folgenden aufgeführte Definition von

[Ol59] ausgewählt:

,,Eine Gruppe kann definiert werden als eine Mehrheit von Individuen, die in Kontakt mit-

einander stehen, aufeinander reagieren und in wesentlichen Punkten Gemeinsamkeiten

erleben" ([Ol59] S. 21).

Diese Definition lässt sich gut auf computervermittelte Kommunikation in Gruppen an-

wenden. Die Benutzer einer Kommunikationsplattform, wie bspw. eines Forums, stehen

miteinander in Kontakt, reagieren auf die Äußerungen anderer Teilnehmer und erleben

gemeinsame Kommunikation.

2.2. Virtuelle Gemeinschaft

So vielfach die Definitionen für den Begriff Gruppe in der wissenschaftlichen Literatur

diskutiert wird, so selten sind Definitionen für den Begriff Gemeinschaft zu finden. Dies

liegt vor Allem daran, dass Klein- und Kleinstgruppen als Forschungsgegenstand dominie-

ren (vgl. [Dö03] S. 490). Folgt man weitgehend Dörings Definition1 von Gemeinschaften

(ebd. S. 493), lässt sich eine virtuelle Gemeinschaft folgendermaßen definieren:

Eine virtuelle Gemeinschaft besteht aus virtuellen sozialen Gruppen, die durch einen be-

sonderen sozio-emotionalen Bezug der Mitglieder gekennzeichnet ist.

Werden empirische Befunde zu Emotionen bei der computervermittelten Kommunikation

berücksichtigt, kann eine niedrigere Schwelle zu einem besonderen, sozio-emotionalen

Bezug angenommen werden, als dies bei einer face-to-face Kommunikation der Fall wäre.

Dies bedeutet unter anderem, dass beispielsweise die verwendete Sprache emotional ärmer

ist (vgl. [RiLo87]).

1 Weiterführend als bei Döring wird die Definition von ,,Virtuelle Gemeinschaften" durch Höflich diskutiert

(vgl. [Hö03] S. 65 ff.). Dabei geht er sowohl auf eine gruppenunabhängige als auch gruppenabhängige De-

finition ein, stellt jedoch keine eigene Definition auf.

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