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Seminararbeit, 2007, 15 Seiten
Autor: Johannes Richter
Fach: Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Details
Tags: Geschlechtsidentität, Frauen, Entwicklung, Folgen, identität, soziologie
Jahr: 2007
Seiten: 15
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-02113-5
Dateigröße: 119 KB
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Zusammenfassung / Abstract
„Hausarbeit ist Menschenarbeit und nicht Frauenarbeit.“ (Alice Schwarzer – Feministin) Eine interessante These, welche Frau Schwarzer in den Raum stellt. Sie setzt damit einen Punkt in einer weitreichenden Diskussion. Hat sich das Bild von der Hausfrau und Mutter gewendet? Wie sehen wir die Frau von heute? Manche sehen es wahrscheinlich gerne, wenn es eine klare Trennlinie zwischen den Geschlechtern gibt, doch verwischt diese nicht zunehmend? – Die heutige Frau ist emanzipiert. Immer mehr Frauen drängen in die Chefetagen und versuchen, die Karriere zu ihrem Lebensmittelpunkt zu definieren. Die Familie und der Haushalt sind für Frauen nicht mehr der Dreh- und Angelpunkt in der heutigen Gesellschaft. Oder vielleicht doch? Die Gesellschaft hat sich spätestens mit dem Einsetzen des Industriezeitalters grundlegend verändert. Mit den einhergehenden sozialen Veränderungen blieb auch die Identitätskategorie – Geschlecht – von den gesellschaftlichen Umbrüchen und politischen Bewegungen der letzten Jahrzehnte nicht verschont. (vgl. Eickelpisch/Rademacher (Hrsg.) 2004: 94.) Allen voran die westlichen Staaten sprachen den Frauen immer mehr Grundrechte zu. Das Wahlrecht für Frauen als ein enorm wichtiger Schritt im Gleichstellungsprozess wurde in vielen Staaten eingeführt (In Deutschland geschah dies im Jahr 1918.). Nach dem zweiten Weltkrieg kam den Frauen eine wichtige Aufgabe zu. Als so genannte „Trümmerfrauen“ sorgten sie für einen schnellen Aufbau des zerstörten Deutschlands. Frauen nahmen die Positionen der Männer ein, welche im Krieg an der Front gefallen waren oder noch in Kriegsgefangenschaft saßen. Auch in den Folgejahren des Krieges waren immer mehr Frauen im Berufsleben zu finden. Obwohl die Quote der erwerbstätigen Frauen im damaligen Osten Deutschlands mit 80,9 % viel höher war als im Westen (46,2 % - gemessen 1970), ist ein genereller Anstieg seit 1950 erkennbar. (Vgl. Tabelle Joas (Hrsg.) 2007: 301.) Des Weiteren ist zu beobachten, dass heute immer mehr Frauen einen universitären oder anderen, gleichwertigen Abschluss machen. Mittlerweile ist gut die Hälfte der Absolventen an Hochschulen weiblich. Diese Zahl nimmt jedoch bei den Habilitationen (23%) und Professorenstellen höchster Besoldungsstufe (9%) rapide ab. (Vgl. Statistisches Bundesamt 2006: 64ff.)
Textauszug (computergeneriert)
Hausarbeit zum Thema:
,,Geschlechtsidentität von Frauen Entwicklung und Folgen"
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Geschlechtsidentität von Frauen 4
2.1 Allgemeines und Definitionen 4
2.2 Die Definitionsebenen zum Aufbau einer Geschlechtsidentität 5
2.3 Geschichtlicher Abriss der Entwicklung der Gesellschaft und des Frauenbildes 6
2.4 Ontogenese der Geschlechtsidentität 7
2.5 Probleme bei der Findung einer eigenen unvoreingenommenen Identität 8
2.6 Geschlechtsidentitäten von Frauen in der heutigen Zeit 9
2.6.1 Ein Überblick 9
2.6.2 Konsequenzen 11
2.6.3 Ausblick 11
3. Zusammenfassung 12
4. Literaturverzeichnis 14
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1. Einleitung
,,Hausarbeit ist Menschenarbeit und nicht Frauenarbeit." (Alice Schwarzer Feministin) Eine
interessante These, welche Frau Schwarzer in den Raum stellt. Sie setzt damit einen Punkt in
einer weitreichenden Diskussion. Hat sich das Bild von der Hausfrau und Mutter gewendet?
Wie sehen wir die Frau von heute? Manche sehen es wahrscheinlich gerne, wenn es eine klare
Trennlinie zwischen den Geschlechtern gibt, doch verwischt diese nicht zunehmend? Die
heutige Frau ist emanzipiert. Immer mehr Frauen drängen in die Chefetagen und versuchen,
die Karriere zu ihrem Lebensmittelpunkt zu definieren. Die Familie und der Haushalt sind für
Frauen nicht mehr der Dreh- und Angelpunkt in der heutigen Gesellschaft. Oder vielleicht
doch?
Die Gesellschaft hat sich spätestens mit dem Einsetzen des Industriezeitalters
grundlegend verändert. Mit den einhergehenden sozialen Veränderungen blieb auch die
Identitätskategorie Geschlecht von den gesellschaftlichen Umbrüchen und politischen
Bewegungen der letzten Jahrzehnte nicht verschont. (vgl. Eickelpisch/Rademacher (Hrsg.)
2004: 94.) Allen voran die westlichen Staaten sprachen den Frauen immer mehr Grundrechte
zu. Das Wahlrecht für Frauen als ein enorm wichtiger Schritt im Gleichstellungsprozess
wurde in vielen Staaten eingeführt (In Deutschland geschah dies im Jahr 1918.). Nach dem
zweiten Weltkrieg kam den Frauen eine wichtige Aufgabe zu. Als so genannte
,,Trümmerfrauen" sorgten sie für einen schnellen Aufbau des zerstörten Deutschlands. Frauen
nahmen die Positionen der Männer ein, welche im Krieg an der Front gefallen waren oder
noch in Kriegsgefangenschaft saßen. Auch in den Folgejahren des Krieges waren immer mehr
Frauen im Berufsleben zu finden. Obwohl die Quote der erwerbstätigen Frauen im damaligen
Osten Deutschlands mit 80,9 % viel höher war als im Westen (46,2 % - gemessen 1970), ist
ein genereller Anstieg seit 1950 erkennbar. (Vgl. Tabelle Joas (Hrsg.) 2007: 301.) Des
Weiteren ist zu beobachten, dass heute immer mehr Frauen einen universitären oder anderen,
gleichwertigen Abschluss machen. Mittlerweile ist gut die Hälfte der Absolventen an
Hochschulen weiblich. Diese Zahl nimmt jedoch bei den Habilitationen (23%) und
Professorenstellen höchster Besoldungsstufe (9%) rapide ab. (Vgl. Statistisches Bundesamt
2006: 64ff.) Ein Wandel ist hier zurzeit noch nicht erkennbar, obwohl er prognostiziert wird.
Ein Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben aufgrund des Geschlechts gilt heute als
illegitim. Neben all diesen Veränderungen muss ebenfalls erwähnt werden, dass die
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Fertilitätsrate in Deutschland auf einem sehr niedrigen Level stagniert. Dies alles sind nur
einige Bereiche, in denen sich eine neue Definition des Frauenbildes bemerkbar macht.
Weiterhin existieren Bereiche, in denen die Gleichberechtigung zwischen Frau und
Mann noch immer deutlich existiert, wie z.B. beim Einkommen, der Verteilung der
Hausarbeit oder der sexuellen Gewalt. (vgl. Heintz 2001: 9.)
Wie unschwer zu erkennen ist, sollen im Mittelpunkt der Bearbeitung dieser
Hausarbeit die Frauen und die Identifikation mit ihrem Geschlecht stehen. Speziell möchte
ich mich mit Folgendem auseinandersetzen: Wie identifizieren sich die heutigen Frauen mit
ihrer Umwelt? Welchen Wandel gab es und wohin führt dieser? Es soll aber auch aufgezeigt
werden, was den Frauen ermöglicht, überhaupt erst eine eigene Geschlechtsidentität
aufzubauen.
Es ist zu beachten, dass ich mich bei spezifischen Werten von empirischen
Untersuchungen nur auf die Bundesrepublik Deutschland beziehe.
2. Geschlechtsidentität von Frauen
2.1 Allgemeines und Definitionen
Das Geschlecht bildet im Allgemeinen den ,,zentralen Definitionsraum für den Aufbau und
die Aufrechterhaltung der Identität eines Individuums." (Trautner 1987: 29.) Ferner ist ,,das
Geschlecht [...] " neben ,,Nation" und ,,Rasse" ,,[...] eine der zentralen Kategorie, die die
Identität des Menschen symbolisch und sozial in einer übergreifenden, scheinbar ,objektiven′
Zugehörigkeit verankern." (Eickelpisch/Rademacher (Hrsg.) 2004: 94.) Genauso wie die
Kategorie Rasse lässt sich das Geschlecht an Körpermerkmalen erkennen und ist somit leicht
von der Umwelt wahrnehmbar. Die Kategorie der Geschlechtsidentität ist unterteilt in Mann
und Frau. Ausgenommen sind hier Transvestiten, Transsexuelle und Homosexuelle. Ferner ist
zu bemerken, dass die Differenzkategorie Geschlecht nie alleine wirkt, sondern ,,[...] in
verschiedenen Kontexten gleichzeitig mit und durch andere Differenzen artikuliert und sozial
realisiert" (Eickelpisch / Rademacher (Hrsg.) 2004: 96.) wird. Die Frau wird symbolisch in
die Nähe der Natur gestellt, womit sie als emotional, beherrscht, instinktgeleitet,
unselbstständig und kindhaft beschrieben werden kann.
Sie (oder eben auch er, der Mann) nimmt in der Gesellschaft eine bestimmte Rolle ein,
mit welcher sie sich identifiziert. Am Anfang stehen dabei häufig die Selbstwahrnehmung
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