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Diplomarbeit, 2007, 93 Seiten
Autor: Dipl. Ing. (FH) Gartenbau René Glöckner
Fach: Agrarwissenschaften
Details
Tags: Untersuchungen, Kalanchoe
Jahr: 2007
Seiten: 93
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 96 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-89707-5
ISBN (Buch): 978-3-638-91433-8
Dateigröße: 11522 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Bei den Untersuchungen zu Kalanchoe pinnata in dieser Diplomarbeit kamen viele interessante Sachverhalte zum Vorschein: War es doch Johann Wolfgang von Goethe, der eine der ersten botanisch-pflanzenmorphologischen Studien an dieser Pflanze durchführte. Außerdem sind unzählige Synonyme in der Literatur gefunden worden und auch eine lange Liste volkstümlicher Namen dieser Pflanze wurden hier aufgezeichnet. Zum Anbau wurden in dieser Arbeit einige Eigenschaften und Ansprüche aufgeführt und auch auf die Vermehrung wird eingegangen. Zur Medizin sind hier unzählige Einsatzgebiete im Volk dokumentiert und viele Studien zur medizinischen Wirkung bei dieser Pflanze angeführt worden. Selbst bei schweren Krankheiten wie Krebs, Leishmaniose und Malaria konnte eine Wirkung festgestellt werden. Es ist zu hoffen, dass Kalanchoe pinnata bei der Bekämpfung dieser und anderer schwerer Krankheiten in Zukunft ein Stück mit beitragen kann. Im praktischen Teil dieser Diplomarbeit (dem Versuch) kam heraus, dass Gibberellinsäure (GA3) die Jugendphase bei Kalanchoe pinnata aufheben kann. Bei den sechs Monate alten Pflanzen...
Textauszug (computergeneriert)
Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FH)
Fachbereich Landbau / Landespflege
Studiengang Gartenbau
Untersuchungen zu Kalanchoe pinnata
Diplomarbeit
zur Erlangung des akademischen Grades eines
Diplomingenieurs (Dipl.-Ing. FH)
im Studiengang Gartenbau
vorgelegt von
René Glöckner
aus Dresden
Dresden, im Oktober 2007
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 1
2 Theoretischer Teil ... 3
2.1 Geschichte ... 3
2.2 Botanik ... 7
2.2.1 Aussehen ... 7
2.2.2 Verbreitung ... 8
2.2.3 Systematik ... 9
2.2.4 Formen, Unterarten und Synonyme ... 10
2.2.5 Namen ... 11
2.2.6 Besonderheit CAM ... 12
2.3 Anbau ... 13
2.3.1 Vermehrung ... 13
2.3.2 Boden und Substrate ... 15
2.3.3 Klimatische Bedingungen ... 15
2.3.4 Krankheiten und Schädlinge ... 15
2.4 Medizinische Verwendung ... 17
2.4.1 Ethnomedizin – volksmedizinischer Einsatz ... 17
2.4.2 Schulmedizin – belegte medizinische Wirkungen ... 19
2.5 Sonstige Verwendung und Forschung ... 21
2.6 Fazit ... 22
3 Praktischer Teil ... 23
3.1 Versuchsfrage ... 23
3.2 Material und Methoden ... 24
3.2.1 Anzucht und Kultur ... 24
3.2.2 Versuchsaufbau ... 26
3.2.3 Zubereitung und Applikation der Lösungen ... 29
3.2.3.1 Zubereitung der Gibberellinsäurelösungen ... 29
3.2.3.2 Zubereitung der Kokosmilchlösungen ... 30
3.2.3.3 Applikation der Lösungen ... 30
3.2.4 Kulturmaßnahmen ... 31
3.2.5 Festlegung der Boniturkriterien und Messung ... 32
3.3 Ergebnisse ... 34
3.3.1 Kurztagversuch ... 34
3.3.1.1 Boniturkriterium Blüte ... 34
3.3.1.2 Boniturkriterium Höhe ... 39
3.3.2 Langtagversuch ... 41
3.3.2.1 Boniturkriterium Blüte ... 41
3.3.2.2 Boniturkriterium Höhe ... 41
3.3.3 Sonstige Bemerkungen ... 44
3.4 Diskussion ... 46
3.4.1 Boniturkriterium Blüte ... 46
3.4.2 Boniturkriterium Höhe ... 49
3.4.3 Sonstige Bemerkungen ... 50
3.5 Fazit ... 51
4 Zusammenfassung ... 53
5 Anhang ... 54
5.1 Tabellen ... 54
5.2 Text ... 68
5.3 Abbildungsverzeichnis ... 73
5.4 Tabellenverzeichnis ... 76
5.5 Textverzeichnis ... 77
5.6 Abkürzungsverzeichnis ... 78
5.7 Literaturverzeichnis ... 80
1 Einleitung
Kalanchoe pinnata ist ein tropischer Vertreter der Crassullaceae. Im Amazonastiefland Ecuadors im Jahr 2005 kam der Autor dieser Arbeit das erste Mal in Kontakt mit ihr. Ein Heiler verabreichte sie ihm als Heilmittel bei einer schlecht heilenden Wunde. Seit diesem Zeitpunkt ist der Autor von dieser Pflanze beeindruckt und neben dem Bekanntwerden weiterer medizinischer Eigenschaften durch die einheimische Bevölkerung, fiel ihm die faszinierende, botanische Eigenart dieser Pflanze auf, sich in erheblichem Maße vegetativ zu reproduzieren.
In Deutschland zurück machte der Verfasser dieser Arbeit alsbald die ersten Pflanzen dieser Art (Kalanchoe pinnata) in den botanischen Gärten aus und begann sich mit der Kultur zu beschäftigen. Durch die Fähigkeit dieser Pflanze sich selbst in großem Maße zu vermehren, stand schon innerhalb weniger Monate genug Pflanzenmaterial zur Verfügung, um einen gartenbaulichen Versuch auszustatten. In einer Studentenübung (WS 06/07), in welcher der Verfasser mitwirkte, wurde versucht, die Pflanze Kalanchoe pinnata zusammen mit der Pflanze Kalanchoe blossfeldiana zur Blüte zu bringen. Bei Kalanchoe blossfeldiana funktionierte dies im Kurztag wie erwartet problemlos, aber bei Kalanchoe pinnata konnten keine Effekte erreicht werden. Nun galt es herauszufinden, wie eine Blüte bei Kalanchoe pinnata erreicht werden kann und eine umfassende Recherche begann.
Neben Veröffentlichungen unter dem Synonym Bryophyllum calycinum mit geschichtlichem Hintergrund sind auch viele Studien zur medizinischen Wirksamkeit dieser Pflanze ans Licht gekommen. Außerdem tauchte ein botanischer Versuch aus Indien auf, welcher 1967 in der Zeitschrift „Planta“ veröffentlicht wurde (WADHI & MOHAN RAM 1967). Dieser beschäftigt sich mit der Blütenbildung an Kalanchoe pinnata. Beim Erfassen dieses Artikels wurde dem Autor dieser Diplomarbeit deutlich, dass eine Jugendphase die Pflanze bislang am Blühen gehindert hatte. Diese Jugendphase wird erst mit einem Alter von zwei Jahren und einer Anzahl von 37 Blattpaaren überwunden (WADHI & MOHAN RAM 1967). Des Weiteren wurde auch von einem Brechen der Jugendphase mittels Gibberellinsäure (GA3) berichtet.
Nun war der Grundstein für diese Diplomarbeit gelegt. Sie beschäftigt sich daher unter anderem mit der Problematik Blütenbildung bei der Pflanze Kalanchoe pinnata. Hier soll nun der Zusammenhang zwischen der Jugendphase, der fotoperiodischen Einwirkung und der Applikation von Phytohormonen herausgefunden werden. Unter Kurztag- und Langtagbedingungen werden verschiedene Konzentrationen Gibberellinsäure (GA3) und Kokosmilch (Cytokinin) auf die Pflanze appliziert um eine Blütenbildung zu untersuchen.
Wie schon weiter oben bemerkt, stieß der Autor bei der Recherche auch auf weitere faszinierende Gegebenheiten. Der geschichtliche Sachverhalt soll in dieser Diplomarbeit genauso bearbeitet werden, wie die botanischen Besonderheiten und die vielfältigen medizinischen Eigenschaften dieser Pflanze. Da nun viele verschiedene Einzelbereiche zur Pflanze Kalanchoe pinnata in der vorliegenden Diplomarbeit behandelt werden, wird diese Arbeit in einen theoretischen Teil mit den Eigenschaften der Pflanze und einem praktischen Teil mit dem Versuch zur Blütenbildung unterteilt. Das Thema dieser Arbeit heißt aus diesem Grund: „Untersuchungen zu Kalanchoe pinnata“.
2 Theoretischer Teil
2.1 Geschichte
Kalanchoe pinnata ist die erste Pflanze ihrer Gattung, welche in Europa eingeführt wurde. Sicher hat sie sich mit der Entwicklung der Seefahrt auch in andere Gebiete der Erde ausgebreitet, aber in dieser Arbeit wird nur der geschichtliche Aspekt in Europa (speziell in Deutschland) behandelt. Außerdem wird ein zeitlicher Abriss der systematischen Einteilung, sowie Informationen der Erscheinung erster Veröffentlichungen im Zusammenhang mit Kalanchoe1 gegeben. Auch Einflüsse in die Literatur und in allgemeine naturwissenschaftliche Studien sollen hier beleuchtet werden. Die besten Informationen darüber sind aus den zwei Monographien über Bryophyllum calycinum (Synonym von Kalanchoe pinnata, siehe Kapitel 2.2.4 Formen, Unterarten und Synonyme) von BALZER 1949 und STEIGER 1986 bezogen worden. Diese werden in der nachfolgenden Zeittafel (Tabelle 1) nun anschaulich dargestellt:
(Tabelle 1: Zeitlicher Ablauf der Verbreitung in Europa, der Benennung und Veröffentlichung sowieder Ersten naturwissenschaftlichen Studien durch Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)mit Kalanchoe pinnata - In Downloadversion enthalten)
(Abbildung 1: älteste europäische Abbildung von Kalanchoe pinnata in dem Werk „The paradisus Londinesis“ aus dem Jahre 1805 - In Downloadversion enthalten)
2.2 Botanik
2.2.1 Aussehen
Kalanchoe pinnata ist eine mehrjährige Pflanze. Sie ist kahl, krautig und bis zu 2 m hoch. Der Stamm ist rund und glatt. Die Stammfarbe ist grün-braun, mit purpurnen Streifen. Die Blätter sind erst einfach, dann 3-5 fach gefiedert. Sie stehen gegenständig und fallen bei älteren und/oder blühenden Pflanzen von unten herauf ab. Die Blätter sind 2,5-12 cm (17 cm) lang und 1,5-8 cm (13 cm) breit. Die Blattfläche besitzt eine satt-grüne bis olivgrüne Farbe. Der purpurrot gefärbte Blattrand besitzt rundliche Zähne, an deren Einkerbungen bei älteren Blättern neue Brutpflanzen entstehen können. Wenn die Pflanze in der Blütephase ist, erscheinen die Blätter im oberen Bereich schlanker bzw. länger und spitzer eingekerbt, als bei nicht blühenden Pflanzen. Außerdem tritt an den besagten Blättern an kleinen Öffnungen (Drüsen) blattunter- und blattoberseits eine klare, flüssige und klebrige Flüssigkeit ähnlich wie Honigtau aus. Die Blüten erscheinen an Seitentrieben, die aus den Nodien der gegenständigen Blätter entspringen. An diesen Trieben treten die Blüten entweder direkt an einem Blattstiel, oder weiter verzweigt an weiteren Seitentrieben hervor. Die Blüten hängen relativ locker in reichblütigen, mehrstöckigen Blütenständen (Trugdolden). Die Herabhängenden, oben zylindrischen und nach unten vierkantigen, spitz zulaufenden Knospen können einen Durchmesser von bis zu 2 cm und einer Länge von 4,5 cm aufweisen. Sie haben eine gelbgrüne Farbe und sind oben an der Verbindungsstelle zum Blattstiel purpur gecheckt. Die orangerot bis weinrote Blütenröhre selbst, welche aus dem Inneren der Knospe entspringt, ist bis 3 cm lang. Die Blütenblattzipfel sind ein wenig auseinander zeigend. In Abbildung 2 auf Seite 8 ist noch eine Blüte dargestellt, welche sich gerade geöffnet hat.
(Abbildung 2: frisch geöffnete Blüte der Kalanchoe pinnata - In Downloadversion enthalten)
[...]
1 Diese Bezeichnung wird weiterführend ggf. für Kalanchoe pinnata benutzt.
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