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Zur pädagogischen Relevanz des Computereinsatzes im Musikunterricht der Primarstufe

Examination Thesis, 2006, 59 Pages
Author: Anne Scheld
Subject: Musicology

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2006
Pages: 59
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 46  Entries
Language: German
Archive No.: V86595
ISBN (E-book): 978-3-638-00732-0

File size: 334 KB

Abstract

Zur Beantwortung der Frage, ob der Einsatz des Computers im Musikunterricht der Grundschule sinnvoll ist, bestehen zwei Positionen. Die eine, die die Integration des Computers befürwortet und die andere, die eine Gefahr in der Technisierung der Lebenswelt der Kinder sieht. Vor allem im Bezug auf den Musikunterricht der Grundschule stellt sich die Frage, ob der Einsatz des Computers pädagogisch sinnvoll und ästhetisch wertvoll ist, oder ob der Computer konkrete ganzkörperliche Erfahrungen verhindert, die nur durch selbstständiges Musizieren mit Instrumenten oder mit dem eigenen Körper und der Stimme oder im Bereich Musik und Bewegung erfahren werden können. Gerade diese Unterrichtsinhalte sind doch für den Musikunterricht von besonderer Bedeutung und wichtig für die musikalische Bildung der Grundschüler.


Excerpt (computer-generated)

Zur pädagogischen Relevanz des
Computereinsatzes im
Musikunterricht der Primarstufe

Schriftliche Hausarbeit im Rahmen der ersten Staatsprüfung
für das Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen
und den entsprechenden Jahrgangsstufen der
Gesamtschulen, Studienschwerpunkt Grundschule,

dem Staatlichen Prüfungsamt für Erste Staatsprüfungen
für Lehrämter an Schulen in Dortmund
vorgelegt von:

Anne Scheld
Siegen, den 11.7 ... 2006
Universität Siegen
Fachbereich 4 (Musik)

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 2

2. Computer und Schule ... 4

2.1. Der Computer im Grundschulunterricht ... 5

2.2. Der Computer im Musikunterricht der Grundschule ... 8

3. Software für den Musikunterricht ... 12

3.1. Softwarekategorien ... 12
3.1.1. Lern- und Übeprogramme ... 13
3.1.2. Themenbezogene Datenbestände ... 16
3.1.3. Werkzeuge ... 18
3.1.4. Multimediale Erlebnisumgebungen ... 25
3.1.5. Intelligente tutorielle Systeme ... 27
3.1.6. Kommunikations- und Kooperationsumgebungen ... 27

4. Der Computereinsatz im Musikunterricht der Grundschule ... 31

4.1. Rahmenbedingungen der Schule ... 31

4.2. Vorerfahrungen der Schüler ... 34

4.3. Kompetenzen der Lehrer ... 35

4.4. Eigenschaften des Computers ... 38

4.5. Planung von Unterricht ... 40
4.5.1. Medienpädagogik ... 40
4.5.2. Mediendidaktik ... 42

4.6. Methodische Konzeption ... 46

5. Resümee ... 50

6. Literaturverzeichnis ... 52

7. Anhang ... 56

 

1. Einleitung

Zur Beantwortung der Frage, ob der Einsatz des Computers im Musikunterricht der Grundschule sinnvoll ist, bestehen zwei Positionen. Die eine, die die Integration des Computers befürwortet und die andere, die eine Gefahr in der Technisierung der Lebenswelt der Kinder sieht. Vor allem im Bezug auf den Musikunterricht der Grundschule stellt sich die Frage, ob der Einsatz des Computers pädagogisch sinnvoll und ästhetisch wertvoll ist, oder ob der Computer konkrete ganzkörperliche Erfahrungen verhindert, die nur durch selbstständiges Musizieren mit Instrumenten oder mit dem eigenen Körper und der Stimme oder im Bereich Musik und Bewegung erfahren werden können. Gerade diese Unterrichtsinhalte sind doch für den Musikunterricht von besonderer Bedeutung und wichtig für die musikalische Bildung der Grundschüler.

Andererseits ist es eine Tatsache, dass 83% der deutschen Haushalte und 12% der Kinder einen eigenen Computer besitzen. Davon nutzen 64% der Grundschulkinder den Computer mindestens einmal pro Woche. Die Haupttätigkeit liegt dabei im Spielen. Mindestens 28% der 6-13 Jährigen verwenden den Computer aber auch, um Musik zu hören, 10% brennen und erstellen Musik CDs. 7% bearbeiten Töne und Musik oder machen selbst Musik mit dem PC. Insgesamt finden 61% der Kinder Computer toll und beschäftigen sich sehr gerne mit diesem Medium.1

Diese Zahlen sollten bei der Untersuchung der pädagogischen Relevanz des Computers für den Grundschulunterricht nicht außer Acht gelassen werden. Sie weisen darauf hin, dass durch den Computer ein Stück aktueller Lebensweltbezug der Kinder in den Unterricht eingebaut werden kann. Dies ist bisher noch nicht erfolgt, denn nur 23% der Kinder erfahren den Einsatz des Computers im Unterricht.

Die Aktualität des Computers in unserer Gesellschaft lässt sich nicht mehr von der Hand weisen und auch für Schulkinder nimmt der Computer einen immer größeren Raum ihrer Freizeitgestaltung ein. Ob und wie die Schule diese Tatsache aufgreifen und im Musikunterricht verwirklichen kann und muss, zeigt diese Arbeit.

Im ersten Kapitel gehe ich zunächst auf die allgemeine Legitimation des Computereinsatzes in der Grundschule ein, um dann speziell auf den Musikunterricht zu verweisen. Dazu werden allgemeine Aufgaben der Grundschule hinzugezogen und speziell die positiven Wirkungen des Mediums Computer auf den Lernprozess erschlossen. Hierbei komme ich aber auch auf Befürchtungen und Schwierigkeiten im Einsatz mit Computern zu sprechen.

Im zweiten Kapitel folgt eine Kategorisierung der auf dem Markt befindlichen Software, die für den Einsatz in der Grundschule konzipiert ist. Diese Kategorien werden zunächst durch allgemeine Beschreibungen über Intentionen und Einsatzmöglichkeiten näher charakterisiert. In einem zweiten Schritt beschreibe ich beispielhaft einzelne Musikprogramme detaillierter und mache Vorschläge zu Unterrichtsprojekten. Zusammenfassend ordne ich die Kategorien den Unterrichtsgegenständen des Grundschullehrplans für das Fach Musik zu, um einen Überblick über die Einsatzmöglichkeiten zu erhalten.

Im letzen Kapitel werden die Bedingungen und Forderungen für den Einsatz des Computers im Musikunterricht der Primarstufe erörtert. Hierzu gehe ich auf die Faktoren Schule, Schüler und Lehrer ein. Letzteres zieht Überlegungen über einen geeigneten Unterricht und seine methodische Konzeption nach sich.

Eine abschließende Zusammenfassung gibt einen kleinen Ausblick auf die zu wünschende Entwicklung auf diesem Gebiet.

2. Computer und Schule

Die neuen Technologien sind aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Sie sind Hauptbestandteil unseres täglichen Handelns, sodass der Computer als ein „Spiegelbild der gesellschaftlichen und ökonomischen Wirklichkeit“ anzusehen ist (Mitzlaff 1998a S.13). Dies gilt auch schon für Grundschulkinder, was oben genannte Zahlen zeigen. Die Schule, und besonders die Grundschule, als Sozialisationsinstanz hat die Aufgabe, die Kinder auf die Lebenswirklichkeit vorzubereiten und kann sich dieser Pflicht nicht entziehen. Die Schüler müssen Medienkompetenzen erlangen, sodass sie den mündigen Umgang mit den Informationsund Kommunikationstechnologien beherrschen und sich in ihrer Lebenswelt zurechtfinden. Hierzu gehört auch, dass Grenzen und Pro-bleme der Technologien aufgezeigt werden (Mitzlaff 1990 S.25).

Diese Auffassung ist noch recht neu, was durch die rasante Entwicklung der neuen Technologien in den letzten Jahren bedingt ist. Erst 1987 verfasste die Bund-Länder-Kommission ein Gesamtkonzept für die informationstechnische Bildung. Dieses Konzept sah den Computereinsatz erst ab der 5. Klasse vor. Die Grundschulen wurden ausgelassen. Nur durch verschiedene freiwillige Projekte in wenigen Schulen konnte der Einsatz des Computers erprobt werden. Eine Übersicht über Projekte gibt Abbildung 3 (siehe Anhang).

Die neuen Lehrpläne für die Grundschule von 2003 stellen nun explizit den Einsatz der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien als Hilfsmittel des Lehrens und Lernens und als Gegenstand des Unterrichts dar. Die Schule hat die Aufgabe, diese sinnvoll zu nutzen und eine Medienkompetenz der Schüler zu entwickeln.

Im Fach Musik sollen die Informations- und Kommunikationstechnologien zur Informationsbeschaffung und musikspezifische Software für die Unterrichtsgestaltung genutzt werden (LPO 2003).

[...]


1 Zahlen entnommen aus der KIM-Studie 2005 des medienpädagogischen Forschungsverbands


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