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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2007, 26 Pages
Author: Caroline Boller
Subject: Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Details
Institution/College: University of Hamburg (Philosophische Fakultät)
Tags: Praktikalitäts-Forderung, Prämisse, Handelnden-Relativismus, Moralischer, Relativismus
Year: 2007
Pages: 26
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-90700-2
ISBN (Book): 978-3-638-90703-3
File size: 178 KB
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Abstract
Das Thema meiner Hausarbeit ist die Frage nach der Plausibilität der "Praktikalitäts- Forderung" ("Practicality Requirement"). Im Zuge dieser Hausarbeit werde ich folgende Fragen zu beantworten versuchen: 1. Inwiefern ist die Argumentation Streiffers für die "Praktikalitäts- Forderung" ( "Practicality Requirement") einleuchtend? 2.Aufgrund welcher Argumente wird die "Praktikalitäts- Forderung" innerhalb der philosophischen Forschung verteidigt bzw. zurückgewiesen? Wie sind diese zu bewerten und aufgrund welcher Überlegungen ist die "Praktikalitäts- Forderung" als nicht plausibel zurückzuweisen? Die Praktikalitäts- Forderung, wie Streiffer sie formuliert, lautet folgendermaßen: Wenn jemand moralisch verpflichtet ist eine Handlung zu vollziehen, dann gibt es für den Handelnden einen Grund diese auszuführen. Es scheint mir deswegen interessant zu sein, die Praktikalitäts- Forderung in Bezug auf ihre Plausibilität zu untersuchen, weil Streiffer diese im Rahmen seiner Argumentation gegen den Handelnden- Relativismus überhaupt nicht kritisch prüft. Denn erst auf diese Weise wird eine wirkliche Auseinandersetzungen mit den Überlegungen Streiffers möglich. Die Widerlegung der zweiten Prämisse des Handelnden- Relativismus durch Streiffer ist meiner Ansicht nach schlüssig, so dass ich weder deren Schlüssigkeit noch deren Plausibilität untersuchen werde. Das Ziel dieser Arbeit ist es, anhand von Argumenten aus der philosophischen Forschung sowie eigenen Überlegungen zu zeigen, dass die Praktikaslitäts- Forderung nicht plausibel und somit auch der Handelnden- Relativismus zu verwerfen ist ( wenn auch nur eine Prämisse eines Arguments falsch ist, wird notwendigerweise dessen Konklusion falsch). Der Aubau meiner Arbeit erklärt sich folgendermaßen: Zuerst behandle ich die Frage danach, inwiefern die Streiffersche Verteidigung der Praktikalitäts- Forderung nachvollziehbar ist, um anhand dieser zu zeigen, welche angreifbaren Punkte die Streifferschen Überlegungen sowie die Praktikalitäts- Forderung selbst aufweisen. Der zweite Teil meiner Arbeit steht insofern in Zusammenhang mit dem ersten Teil, als ich in diesem einige der Argumente sowohl für als auch gegen die Praktikalitäts- Forderung erörtere, um mittels dieser meine Annahme, dass siese angreifbar ist zu bestätigen bzw. gegebenfalls zu modifizieren.
Excerpt (computer-generated)
Universität Hamburg, Philosophische Fakultät
Hauptseminar: Moralischer Relativismus (P)
Sommersemester 2007
Die Praktikalitäts-Forderung - eine plausible Prämisse des Handelnden-Relativismus?
von
Caroline Boller
INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG... 4
2. DIE STREIFFERSCHE VERTEIDIGUNG DER PRAKTIKALITÄTS- FORDERUNG ( „PRACTICALITY REQUIREMENT“)... 6
2.1 Die erste problematische Folge der Negation der Praktikalitäts- Forderung... 6
2.2 Eigene Einwände gegen die genannte These Streiffers... 6
2.3 Die zweite Konsequenz der Negation der Praktikalitäts- Forderung... 7
2.4 Argumente, die gegen diese These sprechen... 8
3. ALTERNATIVERKLÄRUNGEN ZUR SOWIE KRITIK AN DER PRAKTIKALITÄTS- FORDERUNG... 9
3.1 Die Kritik Copps an der von Smith postulierten Praktikalitäts- Forderung... 9
3.2 Die erste Erklärung als Alternative zur Praktikalitäts- Forderung... 10
3.3 Eine weitere Alternativerklärung zur Praktikalitäts- Forderung... 10
3.4 Die Argumentation Copps gegen die Praktikalitäts- Forderung... 11
3.5 Smiths Erwiderung auf die Kritik Copps... 13
3.6 Smiths Einwände gegen die Alternativerklärung zur Praktikalitäts- Forderung... 13
3.7 Eigene Überlegungen zur Kritik Smiths... 14
4. DAS AMORALISTENPROBLEM: BRINKS ANGRIFF AUF DIE PRAKTIKALITÄTSFORDERUNG... 16
4.1 Die begriffliche Unmöglichkeit des Amoralisten für den Internalismus... 16
4.2 Die internalistische Verteidigung gegen die amoralistische Herausforderung... 17
4.3 Die Forderung Brinks, das Amoralistenproblem ernst zu nehmen... 17
4.4 Smiths Erwiderung auf das „Amoralistenproblem“... 18
4.5 Eigene Kritik an dieser Analogie... 19
5. DIE PRAKTIKALITÄTS- FORDERUNG- EINE PLAUSIBLE PRÄMISSE DES HANDELNDEN- RELATIVISMUS?... 22
6. SCHLUßWORT... 23
LITERATURVERZEICHNIS... 26
1. Einleitung
Das Thema meiner Hausarbeit ist die Frage nach der Plausibilität der „Praktikalitäts- Forderung“ („Practicality Requirement“).
Im Zuge dieser Hausarbeit werde ich folgende Fragen zu beantworten versuchen:
1. Inwiefern ist die Argumentation Streiffers für die „Praktikalitäts- Forderung“ („Practicality Requirement“) einleuchtend?
2. Aufgrund welcher Argumente wird die „Praktikalitäts- Forderung“ innerhalb der philosophischen Forschung verteidigt bzw. zurückgewiesen? Wie sind diese zu bewerten und aufgrund welcher Überlegungen ist die „Praktikalitäts- Forderung“ als nicht plausibel zurückzuweisen?
Die Praktikalitäts-Forderung, wie Streiffer sie formuliert, lautet folgendermaßen: Wenn jemand moralisch verpflichtet ist eine Handlung zu vollziehen, dann gibt es für den Handelnden einen Grund diese auszuführen. Die Frage nach der Plausibilität der Praktikalitäts- Forderung fügt sich insofern in den Kontext des Seminars „Moralischer Relativismus“, als jene die erste Prämisse des Handelnden-Relativismus („Agent Relativism“), darstellt. Der Handelnden- Relativismus gehört zur Gattung des metaethischen Relativismus. Denn der metaethische Relativismus vertritt die These, es gebe keine objektiv richtigen oder wahren moralischen Urteile oder Standards. Der Handelnden- Relativismus behauptet, es gebe im Falle jeder Handlung einen Handelnden, der in moralischer Hinsicht nicht verpflichtet ist, diese zu vollführen. Und insofern dieser damit ja zugleich postuliert, dass es keine objektiv (allgemeingültig) richtigen moralischen Standards für Handlungen gibt, ist er der Gattung des metaethischen Relatvismus zuzurechnen.
Es scheint mir deswegen interessant zu sein, die Praktikalitäts- Forderung in Bezug auf ihre Plausibilität zu untersuchen, weil Streiffer diese im Rahmen seiner Argumentation gegen den Handelnden- Relativismus überhaupt nicht kritisch prüft. Denn erst auf diese Weise wird eine wirkliche Auseinandersetzung mit den Überlegungen Streiffers möglich. Die Widerlegung der zweiten Prämisse des Handelnden- Relativismus durch Streiffer ist meiner Ansicht nach schlüssig, so dass ich weder deren Schlüssigkeit noch deren Plausibilität untersuchen werde. Das Ziel dieser Arbeit ist es, anhand von Argumenten aus der philosophischen Forschung sowie eigenen Überlegungen zu zeigen, dass die Praktikalitäts-Forderung nicht plausibel und somit auch der Handelnden-Relativismus zu verwerfen ist (wenn auch nur eine Prämisse eines Arguments falsch ist, wird notwendigerweise dessen Konklusion falsch). Der Aufbau meiner Arbeit erklärt sich folgendermaßen:
Zuerst behandle ich die Frage danach, inwiefern die Streiffersche Verteidigung für der Praktikalitäts- Forderung nachvollziehbar ist, um anhand dieser deutlich zu machen, welche angreifbaren Punkte die Streifferschen Überlegungen sowie die Praktikalitäts- Forderung selbst aufweisen.
Der zweite Teil meiner Arbeit steht insofern in Zusammenhang mit dem ersten Teil, als ich in diesem einige der Argumente sowohl für als auch gegen die Praktikalitäts- Forderung erörtere, um mittels dieser meine Annahme, dass diese angreifbar ist, zu bestätigen. Abschließend werde ich meine eigene Sicht auf die Diskussion um die Praktikalitäts- Forderung darstellen, um somit auch zu einer Antwort auf die Frage zu gelangen, ob diese haltbar ist oder nicht. Denn es wäre ja sinnlos und somit auch die Arbeit meines Erachtens unvollständig, wenn nur die Diskussion um die erste Prämisse des Handelnden- Relativismus dargestellt werden würde, ohne aus dieser entsprechende Schlüsse abzuleiten. In Zusammenhang mit der Frage danach, aufgrund welcher Überlegungen die Praktikalitäts- Forderung innerhalb der philosophischen Forschung verteidigt bzw. kritisiert wird, beziehe ich mich auf die Texte: „ The Moral Problem“ und „In Defense of „The Moral Problem“: A Reply to Brink, Copp, and Sayre-McCord von Michael Smith, David Copps „Belief, Reason and Motivation: Michael Smiths The Moral Problem“, sowie David Brinks „ Externalist Moral Realism.“ Diese waren insofern interessant für mich zu lesen, als sie ganz unterschiedliche Positionen im Hinblick auf die Praktikalitäts- Forderung darstellen.
2. Die Streiffersche Verteidigung der Praktikalitäts- Forderung ( „practicality requirement“)
2.1 Die erste problematische Folge der Negation der Praktikalitäts- Forderung
Anhand des folgenden Arguments versucht Streiffer seine These zu untermauern, dass es sich im Fall der Praktikalitäts- Forderung um eine plausible Prämisse handelt: Wenn die Praktikalitäts- Forderung falsch wäre, dann wäre es in moralischer Hinsicht möglich von einem Handelnden zu verlangen, eine Handlung zu vollziehen, auch wenn es keinen Grund für diesen gebe, die jeweilige Handlung auszuführen. Aber aus der Behauptung, es gebe keinen Grund für einen Handelnden etwas zu tun, folge, dass es nicht der Fall sei, dass der Handelnde die Handlung ausführen sollte.1
2.2 Eigene Einwände gegen die genannte These Streiffers
[...]
1 Robert Streiffer, Agent Relativism and Reasons for Action, p.36.
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