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„Semantiktheorien“ - Die erweiterte Version der Prototypentheorie

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 16 Pages
Author: Susanne Staples
Subject: German Studies - Semiotics, Pragmatics, Semantics

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2006
Pages: 16
Grade: 2,0
Language: German
Archive No.: V86714
ISBN (E-book): 978-3-638-05866-7

File size: 83 KB

Abstract

Diese Arbeit soll eine überblicksartige Darstellung der erweiterten Version der Prototypentheorie sein. Anfangs möchte ich auf die Standardversion der Theorie und ihre Grenzen eingehen, da ich dies als eine Basis für die weitere Darstellung unerlässlich halte. Das Modell der Familienähnlichkeit soll besondere Beachtung in der darauf folgenden Darstellung der erweiterten Version der Prototypentheorie finden. Ein kurzes Kapitel wird jeweils Lakoffs ICM und der Anwendung der erweiterten Version gewidmet. Abgeschlossen wird mit der Kritik an der erweiterten Version.


Excerpt (computer-generated)

TU Dresden

Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften

Institut Germanistik

Germanistische Linguistik und Sprachgeschichte

Die erweiterte Version der

Prototypentheorie

Belegarbeit für das Hauptseminar ,,Semantiktheorien"

SS 2006

Susanne Staples

Fächerkombination:

LA Gymnasium

Musik 8. FS

Deutsch 8. FS

Russisch 10. FS


Inhalt

Inhalt 2

1. Einleitung 3

2. Die Standardversion der Prototypentheorie und ihre Grenzen 4

3. Die erweiterte Version 7

3.1. Die Entstehung einer neuen Version der Prototypentheorie 7

3.1.1. Lakoffs Konzept der idealisierten kognitiven Modelle 8

3.2. Modell der Familienähnlichkeit 9

3.3. Anwendung der neuen Version 12

3.4. Kritik an der neuen Version 13

4. Quellenverzeichnis 15

2


1. Einleitung

Im Hauptseminar ,,Semantiktheorien" übernahm ich gemeinsam mit drei Kommilitonen

das Referat zum Thema ,,Prototypentheorie - erweiterte Version", was am 18.5.06

gehalten wurde.

Diese Arbeit soll eine überblicksartige Darstellung der erweiterten Version der

Prototypentheorie sein. Anfangs möchte ich auf die Standardversion der Theorie und

ihre Grenzen eingehen, da ich dies als eine Basis für die weitere Darstellung

unerlässlich halte. Das Modell der Familienähnlichkeit soll besondere Beachtung in der

darauf folgenden Darstellung der erweiterten Version der Prototypentheorie finden.

Ein kurzes Kapitel wird jeweils Lakoffs ICM und der Anwendung der erweiterten

Version gewidmet. Abgeschlossen wird mit der Kritik an der erweiterten Version.

Die Literaturlage zum Thema ,,erweiterte Version der Prototypentheorie" sieht

meiner Meinung nach nicht besonders gut aus, wesentliche Quelle ist und bleibt

Kleibers ,,Prototypensemantik". Ich fand kein Werk, welches sich ausschließlich mit der

erweiterten Version beschäftigt, diese wird zumeist am Ende der Darstellung zur

Standardversion nur erwähnt oder bestenfalls kurz abgehandelt (z.B.

Linke/Nussbaumer, Lexika). Aus diesem Grunde musste ich auf mehrere Artikel im

Internet zurückgreifen, die sich mit einzelnen Problemen der Theorie beschäftigt, wie

mit der Familienähnlichkeit, dem Vergleich zwischen Merkmals- und

Prototypensematik oder Lakoffs ICM. Zudem war ich auch gezwungen die freie

Enzyklopädie ,,Wikipedia" zu nutzen, da dort einige bemerkenswerte Aussagen zur

Theorie gemacht wurden, die ich in dieser Weise - d.h. leicht verständlich, praxisnah

mit Beispielen- sonst nicht finden konnte. Der Artikel erschien mir aufgrund seiner

vielen Quellenangaben als seriös genug, um in diese Arbeit einzufließen.

3


2. Die Standardversion der Prototypentheorie und ihre Grenzen

Die klassische Prototypentheorie ist ursprünglich eine Theorie der Psycholinguistik,1

die sich mit der Repräsentation von Objekten und Begriffen im menschlichen Gehirn

beschäftigt. Die kognitive Psychologie geht davon aus, dass Alltagsbegriffe eine

Kernzone mit einem besonders typischen Vertreter haben, dem Prototyp, darum herum

befinden sich immer weiter entfernt die untypischeren Vertreter.2 Die mentale

Repräsentation von Begriffe lässt sich demnach nicht hauptsächlich durch eine

check-

list

von Merkmalen laut Merkmalssemantik beschreiben,3 sondern viel eher durch

typische und untypische Merkmale. Den Nachweis über die Existenz eines Prototyps

innerhalb einer Kategorie lieferte Labov, der seinen Probanden viele verschiedene

Bilder von Tassen vorlegte und so zentrale Vertreter herausfand, die aufgrund ihrer

Merkmale am häufigsten als Tasse eingeordnet wurden.4 Im Bereich der Erforschung

der menschlichen Sprachproduktion, insbesondere der Rolle der Kognition dabei, spielt

die Theorie eine Schlüsselrolle.5 Doch vor allem ist die Prototypentheorie eine Theorie

der lexikalischen Semantik.6

´Prototyp´ kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich ´Urbild,

Original´.7 Es ist ,,´bestes´ Exemplar einer Kategorie, das als Muster für die

Einschätzung der übrigen Vertreter der Kategorie dient." Exemplare einer Kategorie

sind demnach nicht gleichberechtigt, sondern werden zum Zentrum der Kategorie hin,

wo der beste Vertreter ist, immer besser.8 Die Kategorie des Prototyps ist bestimmt

durch die Schnittmenge von Eigenschaften der unterschiedlichen Vertreter.9 Je

nachdem, wie viele und welche prototypischen Eigenschaften ein Vertreter besitzt,

desto ähnlicher ist er dem Prototyp, desto prototypischer ist er selbst.10

Die Grenzen der verschiedenen Kategorien können scharf abgegrenzt (z.B.

zoologische), aber auch unscharf sein (z.B. Unkraut, Stuhl) und sich mit

1 Angelika Linke/ Markus Nussbaumer/ Paul R. Portmann (Hrsg.): Studienbuch Linguistik. Tübingen

1996, S. 347

2 Ebd. S. 157-158

3 Ebd.

4 Wikipedia. Die freie Enzyklopädie. 2006, http://de.wikipedia.org/wiki/Prototypensemantik, Artikel:

Prototypensemantik, S. 227660

5 Ebd. S. 227655

6 Ebd.

7 Helmut Glück (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. Stuttgart; Weimar 2000, Artikel: Prototyp, S. 556, Sp.

2

8 Vgl. ebd.

9 Ebd.

10 Ebd. S. 556, Sp. 2 ­ S. 557, Sp. 1

4



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