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Diploma Thesis, 2007, 94 Pages
Author: Kristin Vetter
Subject: Tourism
Details
Tags: Optimierung, Beschwerdemanagements, Reiseveranstalters, Beispiel, Vetter-Touristik, Reiseverkehrs, GmbH
Year: 2007
Pages: 94
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 48 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-640-09845-3
File size: 3284 KB
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Abstract
„Damit Sie gerne wiederkommen“ , ist der Leitspruch, welcher die Firmenphilosophie vieler Unternehmen kennzeichnen sollte. Dennoch kann fast jeder Kunde von Ärgernissen mit Firmen berichten. Wer kennt es nicht, das Gefühl, dass im Ernstfall kein Mitarbeiter zu erreichen ist oder dass man beim Mitteilen von Beschwerden von Pontius zu Pilatus geschickt wird?! Jährlich geben die Unternehmen mehrere Milliarden Euro für die Neukundengewinnung aus. Doch nur ein Bruchteil davon wird in die Pflege von bereits vorhandenen Kundenbeziehungen, speziell in die Pflege gestörter Partnerschaften, investiert. Eine Studie von Homburg/Fürst zeigt auf, dass nur ein Viertel der befragten deutschen Firmen Beschwerdemanagement hochgradig professionell und somit auch mit höchstmöglichen Erfolg umsetzt. Dazu kommt, dass ungefähr sechzig Prozent aller Unternehmen die Professionalität ihres Beschwerdemanagements überschätzen und demzufolge keine Notwendigkeit zu Veränderungen sehen. Dabei kann man es heutzutage in sämtlicher Fachliteratur lesen: „Nichts ist so teuer im Unternehmen, wie einen Kunden zu verlieren.“ Jeder Mensch macht Fehler und gerade im Tourismus, einem Dienstleistungsbereich, in welchem die Leistungen zum Großteil durch Menschen erbracht werden, können Produkte sehr oft nicht bedingungslos fehlerfrei sein. Viele Kunden haben sogar Verständnis für auftretende Abweichungen, erwarten jedoch, dass Beanstandungen schnell und kompetent geregelt werden. Ein stetiges und kontinuierliches Beschwerdemanagement ist demnach gerade in Zeiten hoher Wettbewerbsintensität, zunehmender Austauschbarkeit der Produkte und gestiegener Kundenanforderungen unabkömmlich. Hier setzte die vorliegende Arbeit an. Seneca sagte einmal: „Jeder, der einem anderen nützt, nützt sich selber.“ Das Ziel dieser Arbeit ist folglich, Möglichkeiten für Tourismusunternehmen aufzuzeigen, wie sie ihren Kunden mittels des Beschwerdemanagements einen höheren Nutzen verschaffen und somit auch für sich selbst positive Entwicklungen erzielen können.
Excerpt (computer-generated)
Diplomarbeit
Optimierung des Beschwerdemanagements
eines mittelständischen Reiseveranstalters am
Beispiel der Vetter-Touristik
Reiseverkehrs GmbH
angefertigt an der
Hochschule Harz
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Studiengang Tourismuswirtschaft
vorgelegt von:
Kristin Vetter
eingereicht am: 24. Juli 2007
I Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
I
Abkürzungsverzeichnis
II
Abbildungsverzeichnis
III
Tabel enverzeichnis
IV
1.
Einleitung
1
1.1
Problemstellung und Ziel der Arbeit
1
1.2
Struktur und Aufbau der Arbeit
2
2.
Theoretische Grundlagen des Beschwerdemanagements
3
2.1
Zur Notwendigkeit eines Beschwerdemanagements
3
2.2
Definitorische Grundlagen
4
2.2.1
Definition der Beschwerde und Abgrenzung zur Reklamation
4
2.2.2
Begriffsdefinition und Erläuterung des Beschwerdemanagements
6
2.3
Verhaltenstheoretische Grundlagen des Beschwerdemanagements
7
2.3.1
Kunden(un)zufriedenheit und deren Entstehung nach dem C/D Paradigma
7
2.3.2
Kundenverhalten bei Unzufriedenheit
10
2.3.2.1
Negative interpersonel e Kommunikation
10
2.3.2.2
Künftige Abkehr vom Unternehmen
11
2.3.2.3
Inaktivität
11
2.3.2.4
Beschwerde ein ,,Glücksfal " für das Unternehmen
12
2.3.3
Einflussfaktoren auf das Beschwerdeverhalten
12
2.3.4
Beschwerde(un)zufriedenheit
14
2.4
Der Beschwerdemanagementprozess zur professionellen Umsetzung des
Beschwerdemanagements
17
2.4.1
direkter Beschwerdemanagementprozess
18
2.4.1.1
Beschwerdeannahme der erste Kontakt mit dem unzufriedenen Kunden
18
2.4.1.2
Beschwerdebearbeitung
20
2.4.1.3
Beschwerdereaktion
22
2.4.1.4
Beschwerdestimulierung
23
2.4.2
indirekter Beschwerdemanagementprozess
27
2.4.2.1
Beschwerdeauswertung
27
2.4.2.2
Beschwerdemanagementcontrolling
28
2.4.2.3
Beschwerdereporting
30
2.4.2.4
Beschwerdeinformationsnutzung
31
3.
Beschwerdemanagement in touristischen Unternehmen
32
3.1
Besonderheiten des touristischen Produktes mit Bedeutung für das
Beschwerdemanagement
32
3.2
Anforderungen an das touristische Beschwerdemanagement
35
3.3
Ziele des Beschwerdemanagements in Tourismusunternehmen
37
4.
Analyse der Ist Situation der Vetter - Touristik
39
4.1
Vorstellung des Unternehmens
40
4.2
Aktuelle Maßnahmen der Beschwerdemanagements
41
4.2.1
Beschwerdestimulation durch Beurteilungsbögen nach der Reise
42
4.2.2
Beschwerdeannahme und -bearbeitung durch die Führungskräfte
43
4.2.3
Beschwerdereaktion
43
4.2.4
Maßnahmen des indirekten Beschwerdemanagementprozesses
44
4.3
Defizite des Beschwerdemanagements
44
5.
Gestaltung eines Beschwerdemanagementsystems für die
Vetter Touristik Reiseverkehrs GmbH
46
5.1
Voraussetzungen
46
5.1.1
Organisatorische Erfolgsfaktoren
47
5.1.2
Die Mitarbeiter als Erfolgsfaktor des Beschwerdemanagements
49
5.1.2.1
Das Können
49
5.1.2.2
Das Wol en
50
5.1.2.3
Das Dürfen
52
5.1.3
Technologische Voraussetzungen
52
5.2
Gestaltung der Teilprozesse des Beschwerdemanagements
54
5.2.1
Optimierung der Beschwerdestimulierung
54
5.2.2
Gestaltung der Beschwerdeannahme
57
5.2.3
Beschwerdebearbeitung und Beschwerdereaktion
60
5.2.4
Beschwerdeauswertung und - control ing
65
5.2.5
Beschwerdereporting und Informationsnutzung
66
6.
Fazit und Ausblick
68
Anhang
72
Literatur- und Quellenverzeichnis
83
II Abkürzungsverzeichnis
ACD
Automatic Cal Distribution
Aufl.
Auflage
bzw.
beziehungsweise
CO
Complaint Owner
d.h.
das heisst
f.
folgende
ff.
fortfolgende
GF
Geschäftsführung
Hrsg.
Herausgeber
ITS
International Touristik Service
Pkt.
Punkt
o. V.
ohne Verfasser
RDA
Ring Deutscher Automobilunternehmer
unwes.
unwesentlich
S.
Seite
TARP
Technical Assistance Research Programms
TUI
Touristik Union International
VA
Veranstalter
veränd.
veränderte
vgl.
vergleiche
III Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1:
Entstehung von (Un)-Zufriedenheit
Abbildung 2:
Die Entstehung von Beschwerdezufriedenheit
Abbildung 3:
Beschwerdemanagementprozess nach Strauss/Seidel
Abbildung 4:
Überblick über zentrale Aspekte der
Beschwerdestimulierung
Abbildung 5:
Teilziele des Beschwerdemanagements
Abbildung 6:
Darstel ung der Vetter Touristik Reiseverkehrs GmbH
Firmenstruktur
Abbildung 7:
Ausmaß der Verärgerung
Abbildung 8:
Visualisierung der Bearbeitungsprozesse der
Beschwerdebearbeitung und reaktion der Vetter Touristik
IV Tabellenverzeichnis
Tabel e 1: Merkmale von Beschwerden
Tabel e 2:
Kompensationsmöglichkeiten
Tabel e 3:
Beschwerdezufriedenheitswerte als subjektive und objektive
Qualitätsindikatoren des direkten
Beschwerdemanagementprozesses
Beschwerdemanagement
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
,,Damit Sie gerne wiederkommen"1, ist der Leitspruch, welcher die
Firmenphilosophie vieler Unternehmen kennzeichnen sol te. Dennoch kann fast
jeder Kunde von Ärgernissen mit Firmen berichten. Wer kennt es nicht, das
Gefühl, dass im Ernstfal kein Mitarbeiter zu erreichen ist oder dass man beim
Mitteilen von Beschwerden von Pontius zu Pilatus geschickt wird?! Jährlich
geben die Unternehmen mehrere Mil iarden Euro für die Neukundengewinnung
aus. Doch nur ein Bruchteil davon wird in die Pflege von bereits vorhandenen
Kundenbeziehungen, speziel in die Pflege gestörter Partnerschaften, investiert.
Eine Studie von Homburg/Fürst zeigt auf, dass nur ein Viertel der befragten
deutschen Firmen Beschwerdemanagement hochgradig professionel und somit
auch mit höchstmöglichem Erfolg umsetzt. Dazu kommt, dass ungefähr sechzig
Prozent al er Unternehmen die Professionalität ihres Beschwerdemanagements
überschätzen und demzufolge keine Notwendigkeit für Veränderungen sehen.2
Dabei kann man es heutzutage in sämtlicher Fachliteratur lesen: ,,Nichts ist so
teuer im Unternehmen, wie einen Kunden zu verlieren."3
Jeder Mensch macht Fehler und gerade im Tourismus, einem
Dienstleistungsbereich, in welchem die Leistungen zum Großteil durch
Menschen erbracht werden, können Produkte sehr oft nicht bedingungslos
fehlerfrei sein.4 Viele Kunden haben sogar Verständnis für auftretende
Abweichungen, erwarten jedoch, dass Beanstandungen schnel und kompetent
geregelt werden. Ein stetiges und kontinuierliches Beschwerdemanagement ist
demnach gerade in Zeiten hoher Wettbewerbsintensität, zunehmender
Austauschbarkeit der Produkte und gestiegener Kundenanforderungen
unabkömmlich.
Hier setzte die vorliegende Arbeit an. Seneca sagte einmal: ,,Jeder, der einem
anderen nützt, nützt sich selber." Das Ziel dieser Arbeit ist folglich,
Möglichkeiten für Tourismusunternehmen aufzuzeigen, wie sie ihren Kunden
mittels des Beschwerdemanagements einen höheren Nutzen verschaffen und
somit auch für sich selbst positive Entwicklungen erzielen können.
1 Klein, A. (2003), S. 7.
2 Vgl. Homburg C./ Fürst A. (2003b), S. 28.
3 Born, K. (2002), S. 5.
4 Vgl. Dreyer A. (2002), S. 24.
Seite 1
Beschwerdemanagement
1.2 Struktur und Aufbau der Arbeit
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption eines
Beschwerdemanagements für ein mittelständisches Tourismusunternehmen.
Hierzu werden zunächst theoretische Grundlagen des Beschwerde-
managements dargelegt und die besondere Bedeutung des Beschwerde-
managements im Kontext der Kundenorientierung beleuchtet. Daraufhin werden
grundlegende Begriffe definiert. Neben einer al gemeinen Definition der
Terminologien werden auch verhaltenstheoretische Grundlagen dargelegt.
Hierbei liegt der Schwerpunkt auf dem beschwerderelevanten Kundenverhalten.
Im Anschluss wird der Beschwerdemanagementprozess mit seinen Teilschritten
näher beleuchtet.
Mit der Ausarbeitung der Besonderheiten des Beschwerdemanagements in
touristischen Unternehmen beschäftigt sich der dritte Abschnitt der Arbeit.
Hierzu werden zunächst die Eigenschaften touristischer Produkte dargestel t
und hieraus Rückschlüsse auf die Anforderungen an das touristische
Beschwerdemanagement gezogen. Weiterführend werden die Ziele des
Beschwerdemanagements in Unternehmen im Al gemeinen und in
Tourismusunternehmen im Speziel en aufgezeigt.
Im vierten Kapitel wird auf Grundlage der theoretischen Erkenntnisse das
Beschwerdemanagementsystem der Firma Vetter Touristik Reiseverkehrs-
gesel schaft mbH5 analysiert. Im Rahmen der Vorstel ung des Unternehmens
werden die historische Entwicklung, die aktuel en Geschäftsbereiche sowie die
Firmenstruktur dargestel t. Anschließend werden der Ist Zustand der
Beschwerdemanagementprozesse und vorhandene Defizite aufgezeigt.
Die Optimierung des Beschwerdemanagementprozesses und das Beheben der
dargestel ten Schwachstel en stehen im Mittelpunkt des fünften Kapitels.
Hierbei wird ein komplett neues Beschwerdemanagementsystems für die Vetter
Touristik gestaltet, was sowohl personel e als auch strukturel e Gegebenheiten
beachtet. Unter Berücksichtigung der unternehmensbedingten Besonderheiten
wird ein idealtypisches System entworfen, welches zunächst drei
Voraussetzungen, das Personal, die Organisation und die Technologie darstel t.
Abschließend werden die vorgesehenen Optimierungsmaßnahmen anhand der
Teilprozesse des Beschwerdemanagements verdeutlicht.
5 Im Folgenden nur Vetter Touristik genannt.
Seite 2
Beschwerdemanagement
2. Theoretische Grundlagen des Beschwerdemanagements
2.1 Zur Notwendigkeit eines Beschwerdemanagements
Schon in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts konnten tief greifende
Veränderungen auf dem deutschen Markt beobachtet werden. Der bis dahin so
starke Verkäufermarkt wurde durch erste Sättigungserscheinungen und durch
Überangebote in einigen Bereichen erschüttert, sodass sich der Verkäufermarkt
zu einem Käufermarkt entwickelte.6 Paral el dazu änderte sich auch das
Kundenverhalten. Die Nachfrager werden immer erfahrener, selbstbewusster
und somit auch anspruchsvol er. Auch von hybriden7 Kunden ist immer wieder
die Rede. Der Kunde ist geprägt von permanent wechselnden und konträren
Kaufverhaltensmustern und wird in seinem Konsumverhalten für den Anbieter
immer unkalkulierbarer. Auf diese Besonderheiten des Marktes und der Kunden
müssen sich Unternehmen einstel en, um trotz neuer Rahmenbedingungen
existenzfähig zu bleiben und Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz
zu entwickeln. Hierbei wird Kundenorientierung als ein ,,zentraler Erfolgsgarant
für das Bestehen eines Unternehmens am Markt"8 angesehen. Vor al em das
Ziel der Kundenbindung rückt immer mehr in den Vordergrund
unternehmerischen Denkens. Empirische Untersuchungen belegen, dass die
Kosten der Neukundenakquisition die Kosten der Kundenbindung um 600%
übersteigen9. Weiterhin sind Stammkunden weniger preissensibel und
markentreuer. Sie üben positive Mundpropaganda aus und empfehlen Produkte
oder Dienstleistungen so Dritten weiter.
In diesem Zusammenhang ist das Beschwerdemanagement zu beachten.
Gerade
wenn
Kunden
unzufrieden
sind,
sind
die
kostbaren
Kundenbeziehungen gefährdet. Beschwerdemanagement sol die Zufriedenheit
beim Kunden wieder herstel en, was die Notwendigkeit eines umfangreichen
Beschwerdemanagementsystems
erklärt.
Darüber hinaus
bietet
ein
systematisches Beschwerdemanagement noch weitere Chancen: 10
· So wird häufig schon die Möglichkeit zur Beschwerde wohlwol end von
den Kunden aufgenommen. Hierdurch wird ein kundenorientiertes
Unternehmensimage unterstützt.
6 Vgl. Bruhn, M. (2007), S. 3.
7 Hybrid bedeutet zweierlei Herkunft.
8 Bruhn, M. (2007), S. 1.
9 Vgl. Busch B. G. (1998), S. 24 ff.
10 Vgl. Jeschke K. (2005), S. 15.
Seite 3
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