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Die haitianische Revolution - Toussaint L'Ouverture als weißer Napoleon

Subtitle: Black Atlantic und Global Studies, Sklaverei

Termpaper, 2006, 14 Pages
Author: Timo Gramer
Subject: History - Non-German

Details

Event: Black Atlantic, Sklaverei und die Folgen
Institution/College: University of Leipzig (Kulturwissenschaften)
Tags: Revolution, Toussaint, Ouverture, Napoleon, Black, Atlantic, Sklaverei, Folgen
Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 14
Grade: 1,3
Language: German
Archive No.: V86796
ISBN (E-book): 978-3-638-05912-1

File size: 467 KB

Abstract

Prolog: Die Aufklärung und ihr Geburtsort Frankreich I. Aufklärung und die Middle Passages II. Die Perle der Karibik – San Domingo III. San Domingo als machtpolitisches Instrument IV. Die Abschaffung der Sklaverei V. Der Schwarze Napoleon – Toussaint L’Ouverture VI. Kommentar: Haiti als Kapitel einer Global History Prolog: Die Aufklärung und ihr Geburtsort Frankreich Das alles erleuchtende Licht im Dunkel der Unwissenheit. Dies ist bis heute eines der bekanntesten Bilder der europäischen Aufklärung. Nicht was zu denken sei, sondern selbst zu denken ist dabei die zentrale Botschaft dieses „philosophischen Zeitalters“. . Es ist der einzelne Mensch, welcher in ständiger Rückbesinnung auf sich selbst im Zentrum einer humanistischen Lebensweise steht. Die westliche Hemisphäre, vielmehr der einfache Bürger, träumt von einer besseren Welt – er ist entschlossen, das philantrophische Weltbild der Aufklärung in dynamischer Art und Weise zu verwirklichen und die persönliche Freiheit zu erobern. „Cogito, ergo sum!“, proklamiert beispielsweise Rene Déscartes. Die auf Vernunft basierende Gleichheit und Brüderlichkeit aller Menschen, die in Frieden miteinander leben, wird, nach zögerlichen Anfängen im späten 17.Jahrhundert,. spätestens im Verlauf des 18. Jahrhunderts zur weltumspannenden Denkrichtung, zu einer Epoche europäischer Geistesgeschichte, welche die moderne Welt bis in die Gegenwart prägt . Die Wissenschaft erhält den Status eines Leitmotives des aufgeklärten Menschen - es geht vor allem um den Austausch von Ideen und Wissen, das 18. Jahrhundert wird durch erhöhte soziale Mobilität zum „Zeitalter des Kosmopolitismus“. Das städtische Bildungsbürgertum ist dabei die kulturtragende Schicht eines gesellschaftlichen Wandels, der dem dritten Stand, unter anderem den Beamten, Kaufleuten oder Handwerkern neue Möglichkeiten, auch in überseeischen Gebieten, bietet.


Excerpt (computer-generated)

Universität Leipzig

Institut für Kulturwissenschaften

Kulturgeschichte/Global Studies

Wintersemester 2005/2006

Introduction to Global History


Eingereicht von:

Timo Gramer

(Diplom-Journalistik/Kulturwissenschaften)

5. Fachsemester

Der schwarze Napoleon

- Nur ein Streiflicht im Umbruch der weißen Welt? -



Die haitianische Revolution (1791 ­ 1804)

Und ihr Einfluss auf die globale Aufklärung

1


GLIEDERUNG

Prolog: Die Aufklärung und ihr Geburtsort Frankreich

I.

Aufklärung und die Middle Passages

II. Die Perle der Karibik ­ San Domingo

III. San Domingo als machtpolitisches Instrument

IV. Die Abschaffung der Sklaverei

V. Der Schwarze Napoleon ­ Toussaint L′Ouverture

VI. Kommentar: Haiti als Kapitel einer Global History

2


Prolog: Die Aufklärung und ihr Geburtsort Frankreich

Das alles erleuchtende Licht im Dunkel der Unwissenheit. Dies ist bis heute eines

der bekanntesten Bilder der europäischen Aufklärung. Nicht was zu denken sei,

sondern selbst zu denken ist dabei die zentrale Botschaft dieses ,,philosophischen

Zeitalters".1. Es ist der einzelne Mensch, welcher in ständiger Rückbesinnung auf

sich selbst im Zentrum einer humanistischen Lebensweise steht. Die westliche

Hemisphäre, vielmehr der einfache Bürger, träumt von einer besseren Welt ­ er ist

entschlossen, das philantrophische Weltbild der Aufklärung in dynamischer Art und

Weise zu verwirklichen und die persönliche Freiheit zu erobern. ,,Cogito, ergo sum!",

proklamiert beispielsweise Rene Déscartes. Die auf Vernunft basierende Gleichheit

und Brüderlichkeit aller Menschen, die in Frieden miteinander leben, wird, nach

zögerlichen Anfängen im späten 17.Jahrhundert,. spätestens im Verlauf des 18.

Jahrhunderts2 zur weltumspannenden Denkrichtung, zu einer Epoche europäischer

Geistesgeschichte, welche die moderne Welt bis in die Gegenwart prägt3. Die

Wissenschaft erhält den Status eines Leitmotives des aufgeklärten Menschen - es

geht vor allem um den Austausch von Ideen und Wissen, das 18. Jahrhundert wird

durch erhöhte soziale Mobilität zum ,,Zeitalter des Kosmopolitismus".4 Das städtische

Bildungsbürgertum ist dabei die kulturtragende Schicht eines gesellschaftlichen

Wandels, der dem dritten Stand, unter anderem den Beamten, Kaufleuten oder

Handwerkern neue Möglichkeiten, auch in überseeischen Gebieten, bietet.

Ex occidente lux! Epizentrum der europäischen Aufklärung ist Frankreich - als 1763 der

Siebenjährige Krieg im Frieden von Paris endet, haben Voltaire, Rousseau und

Montesqieu ihre großen Werke der Aufklärung bereits geschrieben. Zudem bringen

d′Alembert und Diderot das humane Gesamtwissen des Menschen, die weltweit erste

Encyclopédie, zwischen 1751-1765 heraus. Voltaire erklärt daraufhin die französische

Sprache zur Universalsprache5 und so geht von der ,,Grande Nation" ein wichtiger

Impuls zum ,,Siècle de Lumière" aus. Im politischen Leben Frankreichs bildet sich eine

räsonierende und debattierende Öffentlichkeit heraus, welche in großen Teilen von der

philosphischen Aufklärung geprägt ist: Der einfache Bürger will mitreden und sein

1Siehe auch:

Im Hof, Ulrich:

Das Europa der Aufklärung, Beck′ sche Verlagsbuchhandlung München, 1993.

2 Spätestens mit dem Erscheinen des Diskurses über die Ungleichheit der Menschen von Jean Jacques Rousseau

im Jahre 1754 tritt die Aufklärung in eine radikalere und stärker beachtete Phase

3 Der Begriff Aufklärung wurde dieser Denkrichtung allerdings erst im 19. Jahrhundert zuteil und gehört seitdem

zum kulturellen Bildungskanon des Okzidents.

4 Vergleiche:

Vovelle, Michel:

Der Mensch der Aufklärung, Campus Verlag Frankfurt/Main, 1996, S.23.

5 siehe

Im Hof, Ulrich:

Das Europa der Aufklärung, Beck′ sche Verlagsbuchhandlung München, 1993, S.86.

3



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