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Scholary Paper (Seminar), 2006, 24 Pages
Author: Katrin Sakowski
Subject: Scandinavian Languages
Details
Tags: Genussystem, Nordgermanischen, Sprachen
Year: 2006
Pages: 24
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 19 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-02196-8
File size: 116 KB
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Abstract
Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 2. Hauptteil 2.1 Definition: Genus - das grammatikalische Geschlecht 2.2 Genus in den altgermanischen Sprachen 2.3 Genus in den modernen skandinavischen Sprachen 2.3.1 Isländisch 2.3.2 Färöisch 2.3.3 Norwegisch 2.3.4 Schwedisch 2.3.5 Dänisch 2.4 Genusveränderung und ihre Ursachen allgemein 2.5 Sprachkontakte und Historische Genusentwicklung konkret in den skandinavischen Sprachen 2.5.1 Isländisch 2.5.2 Färöisch 2.5.3 Norwegisch 2.5.4 Schwedisch 2.5.5 Dänisch 3 Schluss 4 Literaturverzeichnis 1 Einleitung Was genau ist Genus eigentlich? Wie wird es gebildet? Wie sah das Genus ursprünglich im Indogermanischen und im Altnordischen aus – und wie in den modernen nordgermanischen Sprachen? Diesen Fragen werde ich auf den Grund gehen. Ich werde versuchen zu klären, wie und warum sich das Genus allgemein verändert und welche Ursachen in den einzelnen Sprachen die jeweiligen Veränderungen hervorgerufen haben. 2 Hauptteil 2.1 Definition: Genus - das grammatikalische Geschlecht Genus ist eine morphologische Kategorie des Substantivs. Sprachen, die den Zusammenhang von Wörtern dadurch anzeigen, dass diese Wörter formal in Zusammenhang gebracht werden (Kongruenz), können Substantive in Klassen einteilen, die als Genera bezeichnet werden. Artikel, Adjektive und Pronomen, die sich auf das Substantiv beziehen, müssen dann so flektiert werden, dass sie zum Genus des Substantivs passen (Genuskongruenz). Unterschiede zwischen den Genera werden durch die verschiedenen Wortformen und durch Unterschiede in der Kongruenz ausgedrückt. Genus gewährleistet somit den Zusammenhang der Substantive mit den zughörigen Adjektiven, Artikeln und Pronomina. Es gibt drei Arten von Genussystemen: rein semantische Systeme, die Wörter abhängig von ihrer Bedeutung in Klassen einteilen, rein formale Systeme, die Wörter abhängig von ihren phonologischen oder morphologischen Merkmalen in Klassen einteilen und Systeme, „[...] in denen das grammatische Geschlecht in der Regel weder formal noch semantisch bedingt ist. In moderner Terminologie gehört Genus hier zum Lexikon.“ Das Genus als grammatikalisches Geschlecht muß nicht zwingend mit dem natürlichen Geschlecht des Wortes (Sexus) in Verbindung stehen. Häufig unterscheidet es ich von diesem. Die Anzahl der Genera in den verschiedenen Genussystemen variiert.
Excerpt (computer-generated)
Das Genussystem in den Nordgermanischen Sprachen
Seminararbeit zur Skandinavistik/ Linguistik
20.09.2006
Von: Katrin Sakowski
1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Hauptteil 3
2.1 Definition: Genus - das grammatikalische Geschlecht 3
2.2 Genus in den altgermanischen Sprachen 4
2.3 Genus in den modernen skandinavischen Sprachen 5
2.3.1 Isländisch 5
2.3.2 Färöisch 6
2.3.3 Norwegisch 6
2.3.4 Schwedisch 8
2.3.5 Dänisch 9
2.4 Genusveränderung und ihre Ursachen allgemein 10
2.5 Sprachkontakte und Genusentwicklung konkret in den skandinavischen Sprachen
13
2.5.1 Isländisch 13
2.5.2 Färöisch 14
2.5.3 Norwegisch 15
2.5.4 Schwedisch 17
2.5.5 Dänisch 19
3. Schluss 20
4. Literaturverzeichnis 22
2
1. Einleitung
Was genau ist Genus eigentlich? Wie wird es gebildet? Wie sah das Genus ursprünglich
im Indogermanischen und im Altnordischen aus und wie in den modernen
nordgermanischen Sprachen? Diesen Fragen werde ich auf den Grund gehen. Ich
werde versuchen zu klären, wie und warum sich das Genus allgemein verändert und
welche Ursachen in den einzelnen Sprachen die jeweiligen Veränderungen
hervorgerufen haben.
2. Hauptteil
2.1 Definition: Genus - das grammatikalische Geschlecht
Genus ist eine morphologische Kategorie des Substantivs. Sprachen, die den
Zusammenhang von Wörtern dadurch anzeigen, dass diese Wörter formal in
Zusammenhang gebracht werden (Kongruenz), können Substantive in Klassen
einteilen, die als Genera bezeichnet werden. Artikel, Adjektive und Pronomen, die sich
auf das Substantiv beziehen, müssen dann so flektiert werden, dass sie zum Genus des
Substantivs passen (Genuskongruenz). Unterschiede zwischen den Genera werden
durch die verschiedenen Wortformen und durch Unterschiede in der Kongruenz
ausgedrückt. Genus gewährleistet somit den Zusammenhang der Substantive mit den
zughörigen Adjektiven, Artikeln und Pronomina.1
Es gibt drei Arten von Genussystemen: rein semantische Systeme, die Wörter abhängig
von ihrer Bedeutung in Klassen einteilen, rein formale Systeme, die Wörter abhängig
von ihren phonologischen oder morphologischen Merkmalen in Klassen einteilen und
Systeme, ,,[...] in denen das grammatische Geschlecht in der Regel weder formal noch
semantisch bedingt ist. In moderner Terminologie gehört Genus hier zum Lexikon."2
Das Genus als grammatikalisches Geschlecht muß nicht zwingend mit dem natürlichen
Geschlecht des Wortes (Sexus) in Verbindung stehen. Häufig unterscheidet es ich von
diesem.
Die Anzahl der Genera in den verschiedenen Genussystemen variiert.
1 Vgl. Kusmenko, Jurij: Sprachkontakte und Sprachveränderungen in der süddänisch-nordfriesisch-
niederdeutschen Kontaktzone. In: Baumgartner, W.; Fix, H. (Hrsg.): Arbeiten zur Skandinavistik. XII. Wien
1996, S.72
2 Ebd.
3
2.2 Genus in den altgermanischen Sprachen
Ursprünglich kannten die Indoeuropäischen Sprachen drei Genera der Substantive
(Maskulinum, Femininum, Neutrum), die auch an den zugehörigen Artikeln3, Adjektiven,
Pronomina und Zahlwörtern sichtbar waren (Kongruenz). Im Gemeinskandinavischen
bestimmte man das Genus häufig aufgrund der Zugehörigkeit des Wortstammes zu
bestimmten Flexionsgruppen, denen die jeweiligen Genera zugeordnet waren4, d.h. das
Genus der Substantive wurden sowohl äußerlich (syntaktisch durch Kongruenz mit
Artikeln, Adjektiven, Pronomina und Numeralien), als auch innerlich (Identifizierung mit
Hilfe von Flexionsmustern) markiert. Dies geschah jedoch nicht konsequent. Die
Genuszugehörigkeit schwankte häufig. Die drei Genera dienten ursprünglich der
Unterscheidung von männlich-weiblich und belebt - unbelebt in einer kleinen Gruppe
von Substantiven, wurden aber sonst zum größten Teil arbiträr den Substantiven
zugewiesen.
Über das Urnordische bis hin zum Altnordischen wurden diese drei Genera mit allen
zughörigen Genusmerkmalen beibehalten. So gab es ,,Im Altwestnordischen, im
Runenschwedischen und im Runendänischen [...] drei Genera, die alle Genusmerkmale
aufwiesen, und zwar die Kongruenz der Substantive mit Pronomina [...], mit Zahlwörtern
[...] und mit Adjektiven [...]. Die Genusunterschiede waren auch für die verschiedenen
Formen des suffigierten Artikels [...] charakteristisch. Die Unterschiede galten auch für
den Plural des Nomens [...]. Es gab ebenfalls Unterschiede zwischen den Genera in der
Deklination der Substantive und Adjektive [...]"5, wobei die Unterschiede zwischen den
Genera in der Deklination der Substantive jedoch nicht konsequent waren. So wurden
teilweise die gleichen Endungen bei Maskulina und Neutra oder bei Maskulina und
Feminina verwendet.6
3 Anm.: Die altgermanischen Sprachen kannten noch keinen bestimmten Artikel
4 Vgl. Stein, Torsten: Genusutvecklingen i svenska i jämförelse med andra germanska språk; In: :
Kusmenko, J.; Lange, S. (Hrsg.): Nordisk språkhistoria (= Kleine Schriften des Nordeuropa-Instituts; 7).
Berlin 1996, S..29
5 Kusmenko, Jurij: Entwicklung des Genussystems in den skandinavischen Sprachen, In: Paul, F. (Hrsg.):
Arbeiten zur Skandinavistik. XIII. Arbeitstagung der deutschsprachigen Skandinavistik. 29. Juli-3. August
1997 in Lysebu (Oslo). Frankfurt/Main 2000 S.469-470
6 Vgl. Ebd.
4
2.3 Genus in den modernen skandinavischen Sprachen
Alle modernen skandinavischen Sprachen gehören dem lexikalisch bedingten
Genussystem an. Das ursprüngliche altgermanische Dreigenerasystem hat sich in den
jeweiligen Sprachen und zugehörigen Dialekten verändert.
2.3.1 Isländisch
Unter den nordgermanischen Sprachen ist Isländisch diejenige Sprache, in der die
meisten morphologischen Merkmale ihrer ursprünglichen Abstammung erhalten
geblieben sind. Sie steht unter den heutigen skandinavischen Sprachen dem
Altnordischen in Struktur und Wortschatz am nächsten. Isländisch ist eine sehr
einheitliche Sprache. Es gibt nur minimale lautliche Abweichungen zwischen einigen
geographischen Gebieten und keine sich stärker unterscheidenden Dialekte. Das
Isländische benutzt ein ,,Dreigenerasystem [karlkyn entspricht Maskulinum, kvenkyn
entspricht Femininum, hvorugkyn entspricht Neutrum] mit drei unterschiedlichen
Artikeln [
hinn
,
hin
,
hið
oder suffigiert
-inn
,
-in
,
-ið
] und einer vollständigen Kongruenz
zwischen Adjektiv und Substantiv"7 (Bsp.
stórur skapur
,
stór bud
,
stórt hus
), wobei der
Unterschied zwischen Formen des suffigierten Artikels bei Maskulina und Feminina
teilweise nicht mehr vorhanden ist.8 Bei den Pronomina werden ebenfalls drei Genera
unterschieden, z.B. in der 3. Person Singular (
hann hun það)
und in der dritten Person
Plural (
þeir þær þau
) der Personalpronomen oder der 1. Person Singular der
Possessivpronomen (
billin minn
,
stofan mín
,
landið mitt
). Numeralien unterscheiden nur
in den Kardinalzahlen eins bis vier und bei der Ordnungszahl 2. drei Genera (Bsp.
Kardinalzahl vier
fjórir fjórar fjögur
, Ordnungszahl 2.
annar önnur annað
). In den
Ordnungszahlen 1.,3.,4. und 5. fallen die Feminin und Neutrumformen zusammen
(Bsp. 5. Maskulinum:
fimmti
, Femininum und Neutrum:
fimmta
).
7 Kusmenko, J.: Entwicklung des Genussystems in den skandinavischen Sprachen, S.472, Einfügung
durch die Verfasserin
8 Vgl. Ebd., S.474
5
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