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Untertitel: Das ‚Heldenhafte‘ in der Atlakviða
Seminararbeit, 2006, 19 Seiten
Autor: Katrin Sakowski
Fach: Skandinavistik
Details
Tags: Gunnarr
Jahr: 2006
Seiten: 19
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 19 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-02197-5
Dateigröße: 108 KB
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Zusammenfassung / Abstract
Was sind Helden? Was ist Heldendichtung? Wozu dienten die eddischen Heldenlieder? Zeigt die Atlakviða Helden? Ich werde zunächst versuchen, die Begriffe Heldendichtung und eddisches Heldenlied zu erläutern. Ich werde auf ihren Inhalt, ihre verschiedenen Formen und das ihnen zugehörige Heldenbild eingehen. Im zweiten Teil meiner Ausführungen beschäftige ich mich mit der Entstehung und Überlieferung, dem Inhalt, der Struktur und dem Stil der Atlakviða und ziehe einige inhaltliche und strukturelle Vergleiche zur Atlamál en grœnlenzku und dem mittelhochdeutschen Nibelungenlied. Bezüglich des Nibelungenlieds werde ich mich jedoch nur den inhaltlichen Merkmalen zuwenden, da das Nibelungenlied einer gänzlich anderen Gattung als die Atlakviða angehört und damit für meine Absichten zu weit führen würde. Abschließend werde ich mich erneut der oben genannten Frage stellen, inwiefern die einzelnen Charaktere als heroisch zu verstehen sind.
Textauszug (computergeneriert)
,,[...] qvaddi þá Gunnarr sem konungr scyldi [...]"1
Das ,Heldenhafte` in der
Atlakviða
Seminararbeit zur Skandinavistik/ Mediävistik
Von: Katrin Sakowski
27.09.2006
1 Atlaquiða in grænlenzca. In: Neckel, G.: Edda. Die Lieder des Codex Regius nebst verwandten
Denkmälern; S. 241 Strophe 9
1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Hauptteil 3
2.1 Heldendichtung das Eddische Heldenlied 3
2.2 Atlakviða 7
2.2.1 Ursprung und Überlieferung 7
2.2.2 Inhalt 9
2.2.3 Struktur 10
2.2.4 Stilistik 12
2.2.5 Vergleich zu Atlamál en groenlenzku inhaltlich und strukturell 13
2.2.6 Vergleich zum Nibelungenlied - inhaltlich 14
2.3 Heldenhafte Charaktere in der Atlakviða 15
3. Schluss 17
4. Literaturverzeichnis 18
2
1. Einleitung
Was sind Helden? Was ist Heldendichtung? Wozu dienten die eddischen
Heldenlieder? Zeigt die
Atlakviða
Helden? Ich werde zunächst versuchen, die
Begriffe Heldendichtung und eddisches Heldenlied zu erläutern. Ich werde auf ihren
Inhalt, ihre verschiedenen Formen und das ihnen zugehörige Heldenbild eingehen.
Im zweiten Teil meiner Ausführungen beschäftige ich mich mit der Entstehung und
Überlieferung, dem Inhalt, der Struktur und dem Stil der
Atlakviða
und ziehe einige
inhaltliche und strukturelle Vergleiche zur
Atlamál en groenlenzku
und dem
mittelhochdeutschen Nibelungenlied. Bezüglich des Nibelungenlieds werde ich mich
jedoch nur den inhaltlichen Merkmalen zuwenden, da das Nibelungenlied einer
gänzlich anderen Gattung als die
Atlakviða
angehört und damit für meine Absichten
zu weit führen würde. Abschließend werde ich mich erneut der oben genannten
Frage stellen, inwiefern die einzelnen Charaktere als heroisch zu verstehen sind.
2. Hauptteil
2.1 Heldendichtung das Eddische Heldenlied
Heldendichtungen sind eine zu allen Zeiten und weltweit existierende literarische
Erscheinung. ,,[...] es gibt in Geschichte und Gegenwart [...] keine Gesellschaft, die
auf Helden und Heldinnen verzichtet [...]"2 Sie wurden fast ausschließlich in
geformter Sprache und in unterschiedlicher Form (z.B. in einzelnen Liedern oder
langen Epen) tradiert. Ihre Zeugnisse reichen vom 5. bis ins 15. Jahrhundert.
Heldendichtungen hatten identitätsstiftende und erzieherische Funktionen inne. Sie
vermittelten Werte einer bestimmten sozialen Gruppe und dienten in schriftlosen
Kulturen der Existenzdeutung und Sinnkonstruktion.3 Im Mittelpunkt der
Heldendichtungen stehen Personen, die aufgrund ihrer kämpferischen Leistungen4
oder Tugenden bewundert werden, die ,,[...] eine bewundernswerte Tat oder mehrere
Taten [...] [vollbringen], in denen sich das Heldenhafte manifestiert." Den Helden
zeichnet also eine Summe bestimmter Eigenschaften und ein bestimmtes heroisches
Verhalten aus. Beispiele heldischer Normen sind körperliche Stärke, Tapferkeit,
Selbstüberwindung, Todesbereitschaft, aber auch Schönheit und intellektuelle und
moralische Fähigkeiten (Großgesinntheit, Ehre, Treue). Diese Heldenbilder passen
2 Krause, A. (Hrsg.): Heldenlieder der Älteren Edda. Stuttgart 2001; S.282
3 Uecker, H.: Geschichte der altnordischen Literatur; S.219
4 Vgl. Dinzelbacher: Sachwörterbuch Mediävistik; S.324; Anm: häufig Angehörige des Kriegeradels,
die als exemplarische Ideale der herrschenden Schicht gefeiert werden
3
sich dem Normensystem ihrer jeweiligen Gesellschaft an und sind entsprechend
veränderbar. Helden sind gewöhnlich männlich. Doch auch Frauen treten in einigen
Formen der Heldendichtung als Träger heldischer Tugenden auf.5 Einige
Wissenschaftler vertreten die Ansicht, dass Helden einem vorbestimmten Schicksal
unterworfen sind, dem sie sich nicht entziehen können. Dieses Schicksal wird ihnen
meist in Orakeln und Weissagungen vorausgesagt. Doch diese Annahme ist
umstritten.6 Das Schicksal des Helden gipfelt häufig in seinem Tod, wobei ,,[...]
Heldendichtung keineswegs immer auf den Heldentod als Höhepunkt des
Heldenlebens ausgerichtet [ist]."7 Das dargestellte Geschehen ist an bestimmte
geschichtliche Ereignisse geknüpft, die im Laufe der Überlieferung verblassten und
literarisiert wurden. Historische Persönlichkeiten und Ereignisse sind somit Kern
vieler Heldendichtungen. Diese sind dem
heroic age
der jeweiligen Gesellschaft
entnommen, einem als heroisch geltenden Zeitalter, dass mit einer Phase der
Unruhe verbunden ist, in der alte Bindungen und Wertvorstellungen zerbrechen,
Tragik und Untergang vorherrscht und Kämpfe zu bestehen sind. Laut Forschung
kursierten die ältesten Heldendichtungen ,,[...] wahrscheinlich als einfache mündl.
Prosaerzählungen [...]"8, auf denen auch das eddische Heldenlied fusst.9
Die germanische Heldendichtung tritt in Skandinavien oft in der Form des
Heldenlieds auf, deren ,,[...] Großteil [...] sich im Codex Regius der Lieder-Edda
[befindet]"10. Die 18 Heldenlieder der Lieder-Edda wurden laut Forschung um 1270
zusammengestellt und aufgezeichnet. Ihre Überlieferungstraditionen reichen
vermutlich vom 12. bis ins 4. nachchristliche Jahrhundert zurück. Für ihre Entstehung
werden meist unterschiedliche Daten angegeben, da es für ihre genaue Datierung
nur wenig Anhaltspunkte gibt.11 Auch der zeitliche und geographische Ursprung der
Lieder-Edda ist umstritten. Einigen Forschungsthesen zufolge vermutet man in ihr
entweder die Aufzeichnung mündlich tradierter Heldensagen oder eine Abschrift
eines bereits schriftlich niedergelegten, wenn auch heute verschollenen Originals.
Ihren geographischen Ursprung könnten diese Vorlagen je nach Forschungsposition
5 Reallexikon der germanischen Altertumskunde; S.263
6 Ebd.; S.270
7 Ebd.
8 Dinzelbacher: Sachwörterbuch Mediävistik, S.325
9 Ebd.
10 Simek: Lexikon der altnordischen Literatur, S.158
11 Vgl. Einarsson, Stefan: A history of Icelandic Literature, S.18; Anm.: z.B. aufgrund linguistischer und
metrischer Studien
4
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