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Access - Wege zu digitalem Wissen

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 24 Pages
Author: Simon Siepermann
Subject: Communications: Mass Media

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2006
Pages: 24
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 44  Entries
Language: German
Archive No.: V86879
ISBN (E-book): 978-3-638-00748-1
ISBN (Book): 978-3-638-92355-2
File size: 159 KB

Abstract

In der folgenden Arbeit soll nun der gesellschaftliche Rahmen dargestellt werden, in dem sich der Wandel des Wissens vollzieht. Wissen ist seit Menschengedenken konstitutiv für den gesellschaftlichen Wandel, doch hat der Wandel von den analogen zu den digitalen Medien eine neue Wissensordnung hervor gebracht, die uns aus heutiger Sicht die nötigen Anzeichen dafür bietet, dass wir in einer so genannten Wissensgesellschaft leben. Davon ausgehend, soll die neue Wissensordnung näher beleuchtet und das Internet als Ort der Speicherung, als globale Bibliothek des Wissens diskutiert werden. Die Digitalisierung von Wissen hat zu einer schier unendlichen Vielfalt von Informationen geführt, die besondere Anforderungen an deren Nutzung stellt. Verändert haben sich auch die Eigentumsverhältnisse von Wissen, die im Wesentlichen den Zugang zu diesem restriktiv bestimmen. Die Suchmaschine bietet dabei den entscheidenden Metainformationsdienst, der den Zugriff auf die Informationsprodukte ermöglicht. Den Anbietern der entsprechenden Suchdienste kommt damit eine bedeutende Gatekeeperfunktion zwischen den Informationsanbietern und -nutzern zu, die ihnen zunehmend Macht und damit auch eine große Verantwortung verleiht. In diesem Zusammenhang sollen die Chancen und Probleme des weltweiten Zugriffs auf Wissen angeführt und besonders auf die Gefahren der Manipulation von Wissen hingewiesen werden. Im letzten Teil der Arbeit schließen sich Ansätze zur Sicherung eines freien Zugriffs auf Wissen an, wobei auf die Open Access Bewegung im wissenschaftlichen Bereich besonderes Augenmerk gelegt werden soll.


Excerpt (computer-generated)

Universität zu Köln
Sommersemester 2006
Institut für deutsche Sprache und Literatur
Oberseminar: Das Buch
Köln, den 03.Oktober 2006

Access – Wege zu digitalem Wissen

Eine Hausarbeit von Simon Siepermann

von

Simon Siepermann

Medien- und Kulturwissenschaft/ Medienmanagement
6. Semester

 

 

Inhaltsverzeichnis

Universität zu Köln  1
Köln, den 03.Oktober 2006 ...  1
Access – Wege zu digitalem Wissen  1

Inhaltsverzeichnis  2

Einleitung  3

Von der Wissensgesellschaft  4

Der mediale Wandel  7

Eigentum von Wissen  9

Die Macht der Gatekeeper  11

Manipulation von Information  14

Ansätze zur Sicherung des »freien Zugangs«  15

»Open Access« Bewegung  

Ausblick  19

Literaturverzeichnis  21

 

 

Einleitung 

„Medien bestimmen die Wahrnehmungsweise der Welt, sie sind das Gesicht der Welt. Und sie bestimmen auch das, was wir mit der Welt machen, wie wir in ihr handeln, wie wir sie behandeln, mit ihr umgehen. Am Ende bestimmen sie damit auch uns selbst.“1 

Bereits vor mehr als vierzig Jahren beschrieb Marshall Mc Luhan in seinem Buch Understanding Media die Wechselwirkung zwischen den Errungenschaften der technischen Medien und den kognitiven Prozessen des Menschen. Seine Theorie leitet Mc Luhan nicht aus den mit der neuen Technik verbreiteten Inhalten, sondern allein aus den mit ihr verbundenen Produktions- und Distributionsformen ab. Die Begegnung mit dem Ökonomen Harold Innis inspirierte Mc Luhan zu dieser Analogie. Innis hatte seinerseits bereits zu Beginn der fünfziger Jahre die These aufgestellt, dass die materielle Beschaffenheit von Kommunikationsmedien einen determinierenden Einfluss auf den Charakter von Kulturen habe.2 Mc Luhans Ausführungen gelten heute als Gründungsdokumente der modernen Medientheorie. Bekommen sie doch gerade im Zuge der Digitalisierung noch einmal eine besondere Bedeutung, da vieles von dem was Mc Luhan seinerzeit visionär formulierte, heute bereits als verwirklicht scheint.

Bei der Digitalisierung handelt es sich nicht um ein singuläres, möglicherweise vorübergehendes Phänomen, sondern um eine tief greifende Innovation und einen Ausdruck eines epochalen Einschnitts. Wie die Mediengeschichte zeigt, ist die Entwicklung technologischer Medien untrennbar mit der Speicherung von Wissen verbunden. Doch führten uns gerade die digitalen Medien in eine Gesellschaft, die wir heute als Wissensgesellschaft bezeichnen. „Wissen ist zur entscheidenden Produktivkraft moderner Ökonomien geworden. Die Bereitstellung von und der Zugriff auf Wissen durch Information wird zur entscheidenden Dienstleistung des 21. Jahrhundert.“3 Damit ist nicht mehr das Sammeln und Transportieren von Wissen der bestimmende Faktor sondern der Prozess des Umgangs mit dem Wissen, die Art, wie wir es erstellen, erreichen, darstellen und weiterverarbeiten. „Durch die Digitalisierung ändern sich Erzeugung, Konservierung, Verbreitung und Nutzung von Wissen grundlegend.“4 Dadurch lässt sich vermuten, dass sich die Entwicklung der Neuen Medien ähnlich konstitutiv auf das Wissen auswirkt wie der Buchdruck.5

In der folgenden Arbeit soll nun der gesellschaftliche Rahmen dargestellt werden, in dem sich der Wandel des Wissens vollzieht. Wissen ist seit Menschengedenken konstitutiv für den gesellschaftlichen Wandel, doch hat der Wandel von den analogen zu den digitalen Medien eine neue Wissensordnung hervor gebracht, die uns aus heutiger Sicht die nötigen Anzeichen dafür bietet, dass wir in einer so genannten Wissensgesellschaft leben. Davon ausgehend, soll die neue Wissensordnung näher beleuchtet und das Internet als Ort der Speicherung, als globale Bibliothek des Wissens diskutiert werden. Die Digitalisierung von Wissen hat zu einer schier unendlichen Vielfalt von Informationen geführt, die besondere Anforderungen an deren Nutzung stellt. Verändert haben sich auch die Eigentumsverhältnisse von Wissen, die im Wesentlichen den Zugang zu diesem restriktiv bestimmen. Die Suchmaschine bietet dabei den entscheidenden Metainformationsdienst, der den Zugriff auf die Informationsprodukte ermöglicht. Den Anbietern der entsprechenden Suchdienste kommt damit eine bedeutende Gatekeeperfunktion zwischen den Informationsanbietern und -nutzern zu, die ihnen zunehmend Macht und damit auch eine große Verantwortung verleiht. In diesem Zusammenhang sollen die Chancen und Probleme des weltweiten Zugriffs auf Wissen angeführt und besonders auf die Gefahren der Manipulation von Wissen hingewiesen werden. Im letzten Teil der Arbeit schließen sich Ansätze zur Sicherung eines freien Zugriffs auf Wissen an, wobei auf die Open Access Bewegung im wissenschaftlichen Bereich besonderes Augenmerk gelegt werden soll.

Von der Wissensgesellschaft Betrachtet man als Ausgangspunkt zur Darstellung der Wissensgesellschaft6 eine Definition von Wissen in einem Lexikon, so kommt man zunächst zu dem Ergebnis, dass die Entwicklung einer jeden Gesellschaft auf der Grundlage von Wissen beruht. 


„Alle Kenntnisse im Rahmen alltäglicher Handlungs- und Sachzusammenhänge (Alltags-W.); im philosophischen Sinne die begründete und begründbare (rationale) Erkenntnis im Unterschied zur Vermutung und Meinung oder zum Glauben. Wissen kann primär durch zufällige Beobachtung, durch systematische Erforschung (Experiment) oder deduzierte Erkenntnis gewonnen werden, sekundär durch lernende Aneignung von W.-Stoff.“7

[....]


1 Lorenz Engell, Britta Neitzel (Hg.), Das Gesicht der Welt. Medien in der digitalen Kultur. 2004. 7.

2 Harold A. Innis, Kreuzwege der Kommunikation. 1997.

3 Ralf Fuchs/ Andreas Poltermann, Wissensgesellschaft gestalten. In: Heinrich Böll Stiftung (Hg.), Gut zu Wissen – Links zur Wissensgesellschaft. 2002. 8.

4 Kai Lehmann, Der Lange Weg zur Wissensgesellschaft. In: Kai Lehmann/ Michael Schletsche (Hg.), Die Google-Gesellschaft. Vom digitalen Wandel des Wissens. 2005. 37f.

5 Vgl. Elisabeth L. Eisenstein, The printing press as an agent of change. Cambridge. 1979.

6 In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung wird immer wieder diskutiert, ob an dieser Stelle der Begriff Informationsgesellschaft angemessener wäre, doch soll hier nicht weiter auf die Debatte eingegangen werden und beide Begriffe im folgenden Synonym verwandt werden.

7 Meyers Grosses Taschenlexikon. 1999. Band 25. 108.


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