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Ara Pacis Augustae - Überlegungen zur Interpretation

Seminararbeit, 1998, 23 Seiten
Autor: Kristian Büsch
Fach: Archäologie

Details

Veranstaltung: Archäologische Denkmäler zum Kaiserkult
Institution/Hochschule: Humboldt-Universität zu Berlin (Winckelmann Institut)
Tags: Augustus, Kaiserkult, Ara Pacis, Terra Mater, Rom
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 1998
Seiten: 23
Note: 1,7
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V8695
ISBN (E-Book): 978-3-638-15602-8

Dateigröße: 1278 KB


Textauszug (computergeneriert)

Ara Pacis Augustae - Überlegungen zur Interpretation

von Kristian Büsch


Inhalt

1 Prolog 4

2 Der Kontext der Ara Pacis 4

3 Baugeschichte 6

4. Bauform 9

4.1 Themenverteilung 10
4.2 Osten (Blick von der via flamina) 11
4.3 Westen 13
4.4 Innenraum 14
4.5 Die Prozessionsfriese 15
4.6 Gesamtinterpretation 16

5 Wirkung auf das Reich 17

6 Epilog 20

7 Quellenverzeichnis: 22
8 Literaturverzeichnis: 23


1 Prolog

Die Ara Pacis ist vielleicht das herausragende Zeugnis der Baukunst augusteischer Zeit. Über diesen Tempel wurde viel geschrieben und ebenso vielfältig waren die Interpretationen. Das ging soweit, daß Stefan Weinstock gar bestritt, daß es sich bei dem Objekt um die, bei Augustus erwähnte, Ara Pacis handelt. Wie unterschiedlich man Bildprogramm und Tempel interpretieren kann, ohne irgendwelche sachlichen Fehler zu machen, zeigt, wie wichtig die Betrachtung des Kontextes bei der Ara Pacis ist. Die Umstände des Baus, also der historische Rahmen, die Quellen und der archäologische Befund sollen dementsprechend beleuchtet werden. Auf dieser Basis möchte ich versuchen, eine plausible Interpretation zu finden. Daneben widmet sich die Arbeit vor allem der Wirkung, die der Tempel im Imperium hatte. Ich möchte versuchen zu zeigen, daß mit der Errichtung des Heiligtums in dieser Form ein bestimmtes Ziel verfolgt wurde. Augustus hat hier, wie z. B. auch am Mars Ultor Tempel, seine Vorstellung von der Verehrung seiner Person der Öffentlichkeit präsentiert. Er legte im Bildprogramm der Ara Pacis fest, mit welchen Göttern er in Verbindung gebracht werden wollte und mit welchen Bildformeln diese darzustellen waren. Ich glaube nicht an einen Zufall, wenn in der Folge dieses Baues die für das Bildprogramm an der Ara Pacis herangezogenen Gottheiten eine stärkere Betonung auch in den Provinzen erfahren haben. Einige Beispiele sollen kurz vorgestellt werden. Wie groß und konstant der Einfluß dieses Bauwerkes war, zeigt sich noch fast 100 Jahre später, wie ich anhand eines Altar aus Karthago zeigen möchte, der für die gens Augusta errichtet wurde. Offensichtlich wurde hier das Bildprogramm der Ara Pacis expressis Verbis übernommen.

2 Der Kontext der Ara Pacis

Die Ara Pacis ist in gewisser Hinsicht ein Ausnahmefall. Durch eine autobiographische Notiz in den res gestae gibt es eine klare Überlieferung zu Anlaß und Baubeschluß. Res gestae 12: "Cum ex Hispania Galliaque, rebus in iis provincis prospere gestis, Romam redi Ti. Nerone et P. Quintilio consulibus, aram Pacis Augustae senatus pro reditu meo consacrandam censuit ad campum Martium, in qua magistratus et sacerdotes virginesque Vestales anniversarium sacrificium facere iussit." ("Als ich aus Spanien und Gallien nach der glücklichen Ordnung dieser Provinzen nach Rom zurückkehrte - unter dem Konsulat des Tiberius Nero und des Publius Quintilius - beschloß der Senat wegen meiner Rückkehr die Weihung der Ara Pacis Augustae am Marsfeld, an welcher die Beamten, die Priester und die Vestalinnen ein jährliches Opfer darbringen sollten.") Augustus nennt den Namen der Gottheit und ihren Beinamen, den Aufstellungsort und das Gesetz, das die Kulthandlungen regelte und den Kreis der Personen, die daran teilnehmen sollten. Was er aber vor allem nennt, ist die genaue Bezeichnung des Bauwerks. Der Senat beschloß die Weihung eines Tempels für den augusteischen Frieden. Es ist also nicht einfach nur ein Tempel zu Ehren der Pax, die Göttin ist in einen klaren Zusammenhang mit Augustus gebracht. Seit der erfolgreichen Schlacht von Actium 31 AC erscheint Pax auf augusteischen Münzen. Etwa zeitgleich findet sie sich auch bei Vergil. Interessant ist auch der Aufstellungsort. Aus dem Campus Martius, dem Bereich des Kriegsgottes, wird ein Teil herausgeschnitten und darauf ein Altar für Pax (welche auch immer) geweiht. Es ist müßig, hier eine unterschwellige Botschaft zu suchen. Sie ist offensichtlich. Aureum saeculum - das saturnische, glückliche, das goldene Zeitalter hatte begonnen. Zu den Saecularfeiern vom 30.5. - 2.6.17 AC hatte Augustus es eingeläutet . Die Zeichen standen günstig. Ein Komet war für das Jahr 17 angekündigt worden , Augustus hatte die Partherschmach getilgt und den Senat "gereinigt". Auch seine Sittengesetzgebung paßt in dieses Bild. Die Zeit des Krieges war vorbei. Das Imperium war im Großen und Ganzen befriedet, den Ianustempel hatte er schon zweimal geschlossen und die Republik de iure wiederhergestellt. Glückliche Zeiten sollten für das von langem Bürgerkrieg gebeutelte Land, anbrechen friedliche Zeiten. Und der Garant dafür war niemand anderes als Augustus. Wie eine Bestätigung dieser Vermutung mutet die Tatsache an, daß der Tempel Teil einer architektonischen Komposition war, zu der noch das Horologium und ,was viel wichtiger ist, das Mausoleum des Augustus gehörte. Die Ara Pacis Augustae war nicht nur dem Namen nach mit dem Princeps verbunden.

3 Baugeschichte

[...]


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