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Ökonomie der (Selbst-) Aufmerksamkeit - Aus der Perspektive der Moral nach Georg Franck

Scholary Paper (Seminar), 2004, 16 Pages
Author: Simon Siepermann
Subject: Communications: Interpersonal Communication

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 16
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V86977
ISBN (E-book): 978-3-638-02767-0
ISBN (Book): 978-3-640-31975-6
File size: 116 KB

Abstract

Zunächst möchte ich kurz in den Diskurs über den Begriff der Aufmerksamkeit einführen, um dann spezieller in die Aufmerksamkeitsökonomie Francks einzusteigen. Wie bereits erwähnt soll der Schwerpunkt der Arbeit auf dem Begriff der Moral liegen, den Franck zum Ende seiner theoretischen Ausführungen einführt, um das Modell noch mit einer ethischen Theorie des Zusammenlebens zu verbinden. Franck versucht mit der Ökonomie der Selbstaufmerksamkeit die Probleme der Kapitalistischen Seite der Aufmerksamkeit aufzuheben und einen Weg aufzuzeigen, auf dem der mentale Kapitalismus seinen materiellen Gegenspieler überwinden und ihm seine Vorherrschaft nehmen kann. Die Frage die sich stellt ist, ob das Konzept der Selbstaufmerksamkeit und das damit verbundene Handlungsideal der moralischen Eleganz das soziale Ungleichgewicht der Aufmerksamkeitsökonomie aufheben und zu einem entscheidenden Wertewandel führen kann, der dann zum Siegeszug der Ökonomie der Aufmerksamkeit führen kann. Im Anschluss sollen Francks Überlegungen überprüft und in Bezug zu anderen Autoren noch einmal diskutiert werden. Begriff und Phänomen der Aufmerksamkeit weisen eine lange Reflexionsgeschichte auf, die sich von der antiken Rhetoriktradition bis ins das 19. und frühe 20. Jahrhundert erstreckt. Der Diskurs über die Aufmerksamkeit als ein bedeutender Faktor im Wirtschafts- und Mediensystem ist allerdings sehr neu und daher vor allem auch Gegenstand aktueller wissenschaftlicher Auseinandersetzungen. Mittelpunkt der Auseinandersetzung ist die These, das menschliche Aufmerksamkeit zu den wertvollsten und zugleich knappsten kulturellen Ressourcen einer Gesellschaft zählt. „Jeden Tag wird menschliche Aufmerksamkeit mittels „Click-through-rates“, und „captureded-eyeballs“, durch „unique users“, Einschaltquoten, durch Auflagenzahlen und ähnliches gemessen. Radio, Fernsehen, Zeitungen, Zeitschriften, E-Mails, SMS, Bücher und Telefonanrufe kämpfen um die Aufmerksamkeit jedes einzelnen." Seitdem Aufmerksamkeit als knappe Ressource identifiziert wurde, dient sie zur gezielten Steuerung, Anziehung, Absorption und Bindung und ist dadurch mit einer kulturellen und auch zunehmenden ökonomischen Macht verbunden. Wie jede andere natürliche Ressource, lässt sich annehmen, dass Aufmerksamkeit in einer Gesellschaft gebraucht, verbraucht und ausgetauscht wird und als knappes Gut Marktmechanismen unterliegt, die sich mit bereits bestehenden Gütern vergleichen lassen.


Excerpt (computer-generated)

Bauhaus-Universität Weimar

Sommersemester 2004

Seminar Aufmerksamkeit und Anerkennung

Eine Hausarbeit zum Thema

,,Ökonomie der (Selbst-) Aufmerksamkeit ­

Aus der Perspektive der Moral"

nach Georg Franck

von Simon Siepermann

Medienkultur, 4.Semester


Inhaltsverzeichnis

Thema 3

Einleitung 4

Einführung in die Ökonomie der Aufmerksamkeit Georg Francks 5

Ökonomie der (Selbst-) Aufmerksamkeit 7

Luxus der Selektivität und die Moralische Eleganz 8

Das Herz 10

Selbstaufmerksamkeit 11

Schlussbetrachtungen 13

Bibliografie 15

2


Thema

Die Hausarbeit sol im wesentlichen über den von mir im Seminar referierten Text,

von Georg Franck ,,Die Ökonomie der (Selbst-) Aufmerksamkeit aus der Perspektive

der Moral" aus ,,Ökonomie der Aufmerksamkeit ­ Ein Entwurf" 1999, handeln.

Zunächst möchte ich kurz in den Diskurs über den Begriff der Aufmerksamkeit

einführen, um dann speziel er in die Aufmerksamkeitsökonomie Francks

einzusteigen. Wie bereits erwähnt sol der Schwerpunkt der Arbeit auf dem Begriff

der Moral liegen, den Franck zum Ende seiner theoretischen Ausführungen einführt,

um das Model noch mit einer ethischen Theorie des Zusammenlebens zu verbinden.

Franck versucht mit der Ökonomie der Selbstaufmerksamkeit die Probleme der

Kapitalistischen Seite der Aufmerksamkeit aufzuheben und einen Weg aufzuzeigen,

auf dem der mentale Kapitalismus seinen materiel en Gegenspieler überwinden und

ihm seine Vorherrschaft nehmen kann.

Die Frage die sich stel t ist, ob das Konzept der Selbstaufmerksamkeit und das damit

verbundene Handlungsideal der moralischen Eleganz das soziale Ungleichgewicht

der Aufmerksamkeitsökonomie aufheben und zu einem entscheidenden

Wertewandel führen kann, der dann zum Siegeszug der Ökonomie der

Aufmerksamkeit führen kann.

Im Anschluss sol en Francks Überlegungen überprüft und in Bezug zu anderen

Autoren noch einmal diskutiert werden.

3


Einleitung

Begriff und Phänomen der Aufmerksamkeit weisen eine lange Reflexionsgeschichte

auf, die sich von der antiken Rhetoriktradition bis ins das 19. und frühe 20.

Jahrhundert erstreckt. Der Diskurs über die Aufmerksamkeit als ein bedeutender

Faktor im Wirtschafts- und Mediensystem ist al erdings sehr neu und daher vor al em

auch Gegenstand aktuel er wissenschaftlicher Auseinandersetzungen.

Mittelpunkt der Auseinandersetzung ist die These, das menschliche Aufmerksamkeit

zu den wertvol sten und zugleich knappsten kulturel en Ressourcen einer

Gesel schaft zählt. ,,Jeden Tag wird menschliche Aufmerksamkeit mittels ,,Click-

through-rates", und ,,captureded-eyebal s", durch ,,unique users", Einschaltquoten,

durch Auflagenzahlen und ähnliches gemessen. Radio, Fernsehen, Zeitungen,

Zeitschriften, E-Mails, SMS, Bücher und Telefonanrufe kämpfen um die

Aufmerksamkeit jedes einzelnen."1 Seitdem Aufmerksamkeit als knappe Ressource

identifiziert wurde, dient sie zur gezielten Steuerung, Anziehung, Absorption und

Bindung und ist dadurch mit einer kulturel en und auch zunehmenden ökonomischen

Macht verbunden. Wie jede andere natürliche Ressource, lässt sich annehmen, dass

Aufmerksamkeit in einer Gesel schaft gebraucht, verbraucht und ausgetauscht wird

und als knappes Gut Marktmechanismen unterliegt, die sich mit bereits bestehenden

Gütern vergleichen lassen.

Autoren wie Georg Franck und Michael H. Goldhaber sehen darin den

entscheidenden Ansatz, eine eigene Ökonomie um den Begriff der Aufmerksamkeit

zu entwerfen.

Die Grundzüge der Aufmerksamkeitsökonomie sind vor dem Hintergrund einer

Gesel schaft zu sehen, deren Wirklichkeit in einer digitalen Medienwelt stattfindet,

geprägt von nahezu unbegrenztem Zugang zu Informationen und enorm vielfältigen

Möglichkeiten der Nutzung von Medieninhalten.

In der Massenökonomie einer solchen Informationsgesel schaft ist es die Regel, dass

ein Angebot keiner ziel gerichteten Nachfrage folgt. Das herkömmliche Marktgesetz,

der Preisbestimmung abhängig von Angebot und Nachfrage, verliert in vielen

Bereichen der Wirtschaft zunehmend an Bedeutung. Besonders in der

1 Günter Thomas,

Umkämpfte Aufmerksamkeit ­ Medienethische Erwägungen zu einer knappen
kulturel en Ressource

. Zeitschrift für Evangelische Ethik. 47.Jg., 89.

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