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Bachelor Thesis, 2005, 63 Pages
Author: Bachelor of Arts Jürgen Schiel
Subject: Computer Science - Didactics
Details
Tags: Didaktische, Relevanz, E-Learning-Standards, Online-Lernumgebungen
Year: 2005
Pages: 63
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 48 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-01234-8
File size: 800 KB
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Medienunterstütztes Lernen (MEL)
Didaktische Relevanz von E-Learning-Standards für Online-Lernumgebungen
Jürgen Schiel
Inhaltsverzeichnis
Abstract ... 1
Vorwort ... 5
Einleitung ... 6
1 E-Learning: Daten und Fakten zum Einstieg ... 7
1.1 E-Learning: Versuch einer Begriffsdefinition ... 8
1.1.1 Der technologisch-praktische Definitionsansatz ... 11
1.1.2 Der psychologisch-didaktische Definitionsansatz ... 11
1.2 Der Begriff der Online Lernumgebung ... 12
1.2.1 E-Learning aus Sicht der Lehrenden ... 16
1.2.2 E-Learning aus Sicht der Lernenden ... 17
1.2.3 Vom Learning Management System zum Learning Content Management System ... 19
2 Was ist Lernen? Lerntheoretische Ansätze ... 24
2.1 Behaviorismus ... 26
2.2 Kognitivismus ... 28
2.3 Konstruktivismus ... 29
2.4 Konnektivismus: Ein neues Lernparadigma? ... 31
3 Standards im E-Learning ... 34
3.1 Was sind Standards? Was sind Normen? ... 35
3.2 Wie entstehen Standards? ... 35
3.3 E-Learning Standards: Definition, Gründe und Ziele ... 36
3.4 Beteiligte Institutionen am Standardisierungsprozess im E-Learning ... 38
4 Didaktische Relevanz von Standards in Online-Lernumgebungen ... 43
4.1 Der Learning Object Metadata Standard (LOM) ... 43
4.2 Das Sharable Content Object Reference Model (SCORM) ... 46
4.3 Lernerbezogene Standards: PAPI und LIP ... 50
Schlussbemerkungen ... 52
Abkürzungsverzeichnis ... 55
Literaturverzeichnis ... 57
Einleitung
„Wissen ist das einzige Gut, das sich durch Teilen vermehrt“ sagt man… E-Learning verspricht diesen Prozess des Teilens noch effektiver und noch effizienter zu machen. Doch wie steht es denn tatsächlich um die Effektivität und Effizienz, um den Erfolg von E-Learning in einer Zeit in der die Halbwertzeit des Wissens sich immer weiter verkürzt? Wie muss der Prozess des Teilens von Wissen organisiert werden, damit er auch tatsächlich effektiv und effizient ist? Wo verläuft die Grenze zwischen Wissensmanagement und E-Learning? Wie wird in der Zukunft gelernt werden?
Im Film „Die Matrix“ gibt es eine Szene, in welcher die Hauptdarsteller (Trinity und Neo) auf der Flucht sind und nur mit einem Militärhubschrauber weiterkommen können. Als sie von ihm gefragt wird, ob sie denn überhaupt einen Hubschrauber fliegen kann, genügt ihr ein Anruf, um in Sekundenschnelle ein komplettes Trainingprogramm direkt in ihr Hirn transferiert zu bekommen. Kurz darauf startet sie den Helikopter und fliegt das hochkomplexe Gerät, als ob sie nie etwas anderes gemacht hätte. Sieht so die Zukunft des E-Learning aus? Wenn ja, wie müssen solche Lernprogramme gestaltet sein, wie müssen sie beschlagwortet sein, damit sie auch tatsächlich auf dem richtigen Helikopter geschult wird und nicht erst in der Luft feststellen muss, dass sie doch gerade das Falsche gelernt hat.
Um diese Zukunft Wirklichkeit werden zu lassen, wenn auch nicht in dieser utopischen Art, sind derzeit unterschiedliche Bemühungen im Gange, Standards im E-Learning zu etablieren. Die Standardisierungsbemühungen werden von unterschiedlichen Organisationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten vorangetrieben. Doch was ist mit didaktischen Gesichtspunkten? Halten die Standards was sie versprechen, oder sind die Entwicklungen einseitig und vernachlässigen die Didaktik?
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über das weite Feld dessen, was man unter
E-Learning versteht, beleuchtet die lerntheoretischen Ansätze und wirft einen Blick hinter die Kulissen der Standardisierungsdiskussionen. Es werden die Versprechungen der Standardisierungsbemühungen hinterfragt, welche über kurz oder lang darüber entscheiden werden, ob ein E-Learning -Produkt auf dem Markt erfolgreich sein wird und sich durchsetzen kann.
Sosehr man sich vielleicht auch wünscht, dass das Lernen durch Technologie vereinfacht und verbessert wird, Lernen ist und bleibt eine persönliche Eigenleistung, die ein jeder selber vollbringen muss. Technologie kann hier nur unterstützend wirken. An der schweißtreibenden und mühsamen Arbeit des Lernens und Lehrens werden wahrscheinlich auch die zukünftigen Generationen der Lerner und Lehrenden nicht vorbeikommen.
1 E-Learning: Daten und Fakten zum Einstieg
Seit Mitte der 1990er Jahre ist der Bereich des E-Learning nach Einschätzung der Wirtschaftsexperten ein Wachstumsmarkt par excèllence. Nach einer Prognose des amerikanischen Marktforschungsinstitutes IDC (International Data Corporation) wird sich in den USA der Anteil des E-Learning an der gesamten Weiterbildung von 23 Prozent auf 65 Prozent erhöhen. Zahlen, die auf der Anbieterseite ein riesiges Potenzial eröffnen [Dümmig, Steinberg, Passarge, 2001]. Die Situation in Europa ist ähnlich, wenn auch die Erwartungen der 1990er Jahre nicht in dem Maße bestätigt wurden. Laut dem ODL Liaison Committee“ [European ODL Liaison Committee, 2004] sind die Wachstumsraten der letzten Jahre auf 30%, korrigiert worden, was aber trotzdem noch ein großes Potenzial angesichts der allgemeinen Stagnation im Wirtschaftsbereich bedeutet. Der Einsatz von E-Learning im betrieblichen und universitären Kontext bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung der beruflichen Aus- und Weiterbildung. E-Learning stellt eine effektive und kostengünstige Ergänzung zu anderen Formen des Lehrens und Lernens in der Aus- und Weiterbildung dar. In absoluten Zahlen werden die Umsätze in diesem Bereich auf 900 Millionen USD im Jahr 2003 geschätzt. Die technologische Entwicklung ist der didaktischen Entwicklung weit voraus, sodass technisch mehr möglich ist, als didaktisch erschlossen und genutzt wird. Diese Aussage wird durch die Abbildung 1 treffend veranschaulicht: „Technology is not the limitation - understanding how to use it is the limitation.” [Harrison, C., 2002]
Abbildung 1 Technologie und Didaktik (nur in der Kaufversion verfügbar)
Im Moment befindet sich der E-Learningmarkt in einer Konsolidierungsphase, in welcher die hohen Erwartungen mit den erreichten Ergebnissen verglichen werden. Es ist ein Innehalten und ein „Proof of Concept“ in welchem die Euphorie der 1990er einer Ernüchterung weicht, die aber einen positiven Effekt auf die gesamte Branche hat.
1.1 E-Learning: Versuch einer Begriffsdefinition
Der Begriff „E-Learning“ ist einer der am meisten strapazierten Begriffe der „Nach-Internet- Hype-Ära“. Hinter diesem Begriff, verstecken sich je nach Auslegung mehr oder weniger innovative Konzepte des orts- und zeitunabhängigen Lernens. Die unterschiedlichen Einsatzfelder des E-Learning im schulischen bzw. universitären oder im betrieblichen Kontext führen dazu, dass die Grenzen zwischen E-Learning und Wissensmanagement immer weiter verschwimmen und beide Anwendungsfelder einander beeinflussen. Je nach Schwerpunkt und Anwendungskontext lässt sich mittlerweile nicht immer trennscharf unterscheiden, was ein reines E-Learning Angebot ist und was ein Wissensmanagementsystem ist.
Woher kommt das „E“ in E-Learning? Electronic? Euphorie? Oder gar Eklektisch? Und welches ist die korrekte Schreibweise? Die Herkunft des „E“ in E-Learning wird in Wikipedia, dem Online Lexikon, mit der englischen Herkunft des Wortes erklärt. Das „E“ steht dementsprechend für „elektronisches“ Lernen. Die Frage ob man „elektronisch“ lernen kann, wird an dieser Stelle nicht ernsthaft gestellt. Gemeint ist das Lernen und Lehren über Online- Ressourcen im Internet also im weitesten Sinne „elektronisch unterstütztes Lernen“.
Den Begriff E-Learning findet man in unterschiedlichen Schreibweisen: z.B. ist die Schreibweise mit einem kleinen „e“, einem großen „L“ und ohne Bindestrich (eLearning) sehr verbreitet. Die Suchmaschine Google bringt zu dieser Schreibweise mehr Ergebnisse (1.280.000 Seiten) als die vom Duden empfohlene alternative Schreibweise „E-Learning“ (986.000 Seiten). Weitere Schreibweisen sind „Elearning“ und „e-Learning“. In dieser Arbeit wird die vom Duden empfohlene Schreibweise „E-Learning“ gewählt.
Mittlerweile gibt es bereits Stimmen, welche die Notwendigkeit der Verwendung dieses Begriffs in Frage stellen [Röll, M., 2005] und die Aussage, dass der Begriff des E-Learning nicht mehr in Gebrauch ist und verschwinden wird [o.A., 2004]. Stattdessen wird die Auffassung vertreten, den Begriff E-Learning auf eine breitere Verständnisebene zu stellen und als Oberbegriff „ICT“ (Information and Communication Technology) zu Deutsch IUK (Informations- und Kommunikationstechnologien) zu verwenden. Mit dieser Verbreiterung der Verständnisebene wird auch die Hoffnung verbunden dass die Nutzung von E-Learning auch in anderen Branchen als nur der Schul- und Hochschulehre Verbreitung findet:
„The proposal for the new “integrated” European programme for lifelong learning after 2007 sees ICT (note that eLearning as a term is no longer used) [Hervorhebung durch den Autor] as part of a “transversal programme” crossing the sectoral lines of COMENIUS, ERASMUS, LEONARDO DA VINCI and GRUNDTVIG. This generates some hope that not only schools and universities will be encouraged to use eLearning in the future, but also other parts of the learning systems.“ [European ODL Liaison Committee, 2004]
[...]
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