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Ärger, eine negative Emotion mit Funktion - seine Diagnostik

Termpaper, 2007, 15 Pages
Author: Ulrike Franke
Subject: Sport - Sport Psychology

Details

Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 15
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V87172
ISBN (E-book): 978-3-638-01376-5

File size: 237 KB

Abstract

1 Mensch ärger dich nicht ?! Man regt sich auf, man ärgert sich - bekommt gesagt, man solle sich zügeln, denn sonst drohe bald ein Herzinfarkt. Dieser, oftmals nur so dahin gesagten Floskel, geht die Wissenschaft jedoch schon länger nach. Seit nunmehr 65 Jahren wird in psychosomatischer Forschungsliteratur intensiv die Beziehung zwischen negativen Emotionen und gesundheitlichen Problemen diskutiert. Es stellt sich also die Frage ob Ärger zu den negativen Emotionen gehört und die Gesundheit ebenso beeinflusst. Diese und die Frage nach den Funktionen des Ärgers soll in vorliegender Seminararbeit geklärt werden. Ein weiteres Problemfeld ist die Diagnostik des Ärgers, welche sich, aufgrund gesellschaftlicher Zwänge und Kontrollsucht, nicht einfach gestaltet. 2 Ärger – eine Frage der Definition und seine Entstehung Ärger eine Emotion, welche kaum aus dem Alltag wegzudenken ist. Selbst ein psychologischer Laie weiß sich unter diesem Begriff etwas vorzustellen. Ärger ist eine fundamentale Emotion, jedem Kulturkreis bekannt und macht auch vor dem Tierreich nicht halt. Die Korrelation zum negativen Emotionshaushalt eines Tiers, wird bei Plutchiks (1980) Auffassung von Ärger deutlich. Nach ihm ist Ärger eine primäre, prototypische Emotion, welcher er eine evolutionäre Geschichte zuschreibt. Alle Emotionen ermöglichen dem Organismus die Bewältigung überlebensrelevanter Situationen. Diese tritt im Regelfall bei der Emotion Ärger in einer bestimmten Reihenfolge auf. Zunächst nimmt der Organismus einen Reiz wahr und interpretiert ihn als Hindernis oder Feind. Um dieses Hindernis oder gar den Feind zu beseitigen, wird eine negative Emotion wie Ärger oder Wut ausgelöst. Resultat daraus ist eine destruktive Handlung.


Excerpt (computer-generated)

Humboldt-Universität zu Berlin

Institut für Sportwissenschaft

HS: Psychologie der Sportspiele, WS 2006/07

Ärger ­ eine negative Emotion

mit Funktion ­ seine Diagnostik

Ulrike Franke

Sudiengang: Diplom ­ Sportwissenschaft

Fachsemester: 9


Inhaltsverzeichnis

1 Mensch ärger dich nicht ?!

3

2 Ärger ­ eine Frage der Definition und seine Entstehung

3

3 Die funktionale Bedeutung des Ärgers

5

4

Die

Diagnostik

von

Ärger

6

4. 1 Fragebogen zu Ärger und Ärgerausdruck

7

4.1.1 State-Trait Anger Expression Inventory (STAXI)

7

4.1.1.1 Beispiel für einen State-Trait Anger Expression Inventory (STAXI)

8

4.1.2 Multidimensional Anger Inventory (MAI)

9

4.1.3

Ärgerverarbeitungsskala 10

4.1.4

Jenkins

Activity

Survey

(JAS)

10

4.1.5

Freiburger

Persönlichkeitsinventar

(FPI)

10

4.2

Interviewgestützte

Verfahren

11

4.2.1

Das

strukturierte

Interview

(SI)

11

4.3

Probleme

der

Ärgerdiagnostik

12

5

Literaturverzeichnis

14

6

Abbildungsverzeichnis

14

2


1 Mensch ärger dich nicht ?!

Man regt sich auf, man ärgert sich - bekommt gesagt, man solle sich zügeln, denn sonst

drohe bald ein Herzinfarkt. Dieser, oftmals nur so dahin gesagten Floskel, geht die

Wissenschaft jedoch schon länger nach. Seit nunmehr 65 Jahren wird in psychosomatischer

Forschungsliteratur intensiv die Beziehung zwischen negativen Emotionen und

gesundheitlichen Problemen diskutiert. 1

Es stellt sich also die Frage ob Ärger zu den negativen Emotionen gehört und die

Gesundheit ebenso beeinflusst. Diese und die Frage nach den Funktionen des Ärgers soll in

vorliegender Seminararbeit geklärt werden. Ein weiteres Problemfeld ist die Diagnostik des

Ärgers, welche sich, aufgrund gesellschaftlicher Zwänge und Kontrollsucht, nicht einfach

gestaltet.

2 Ärger ­ eine Frage der Definition und seine Entstehung

Ärger eine Emotion, welche kaum aus dem Alltag wegzudenken ist. Selbst ein

psychologischer Laie weiß sich unter diesem Begriff etwas vorzustellen. Ärger ist eine

fundamentale Emotion, jedem Kulturkreis bekannt und macht auch vor dem Tierreich nicht

halt.2

Die Korrelation zum negativen Emotionshaushalt eines Tiers, wird bei Plutchiks (1980)

Auffassung von Ärger deutlich. Nach ihm ist Ärger eine primäre, prototypische Emotion,

welcher er eine evolutionäre Geschichte zuschreibt. Alle Emotionen ermöglichen dem

Organismus die Bewältigung überlebensrelevanter Situationen. Diese tritt im Regelfall bei

der Emotion Ärger in einer bestimmten Reihenfolge auf. Zunächst nimmt der Organismus

einen Reiz wahr und interpretiert ihn als Hindernis oder Feind. Um dieses Hindernis oder gar

den Feind zu beseitigen, wird eine negative Emotion wie Ärger oder Wut ausgelöst. Resultat

daraus ist eine destruktive Handlung.3

Averill (1982) ergänzte Plutchiks (1980) einseitige phylogenetische Sichtweise um die

psychologische und soziale Komponente. Ärger wird als Syndrom in einer Vielzahl von

1 Schwenkmezger, P.: Ärger, Ärgerausdruck und Gesundheit. In: Prof. Dr. Schwarzer, Ralf (Hrsg.):

Gesundheitspsychologie. Ein Lehrbuch. Göttingen. Toronto. Zürich. Verlag für Psychologie. Dr. C. J. Hogrefe.

1990.

2 Schwenkmezger, P.: Ärger, Ärgerausdruck und Gesundheit. In: Prof. Dr. Schwarzer, Ralf (Hrsg.):

Gesundheitspsychologie. Ein Lehrbuch. Göttingen. Toronto. Zürich. Verlag für Psychologie. Dr. C. J. Hogrefe.

1990.

3 Plutchik, R.: Emotion. A psychoevolutionary synthesis. New York. Harper & Row. 1980

3


spezifischen Reaktionen definiert. Diese können physiologische Veränderungen, Verhaltens-

und Ausdrucksweisen, Kognitionen und instrumentelle Bewältigungsreaktionen umfassen.4

,,Ärger wird auch als konfliktive Emotion bezeichnet, die aus einer sozialen Norm (Verbot von

Aggression) resultiert, aber auch eine persönliche Norm tangiert, welche die Sanktion oder

Bestrafung von erlittenem Unrecht fordert. Ärger kann nur entstehen, wenn eine

Verantwortungszuschreibung für die Vereitelung oder Behinderung der Zielerreichung auf

andere oder sich selbst vorgenommen werden kann, dabei Normen, Ansprüche oder

Pflichten verletzt erscheinen und dafür keine Entschuldigungsgründe geltend gemacht

werden können (vgl. Montada5, 1989)." 6

Mees (1992) bezeichnet Ärger als eine Klasse von untereinander subjektiv ähnlichen,

unlustbetonten und damit negativen emotionalen Reaktionen, die auf aversive Erlebnisse,

oder Störungen hin auftreten können. Sie werden unter anderem von kognitiven Prozessen

beeinflusst. Beispielsweise wird Ärger stärker, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt.

Zudem sei Ärger auch objektbezogen, man ärgere sich immer über jemand oder über etwas.

Mees (1992) kommt hier mit Plutchik (1980) wieder überein, wenn es darum geht, das Objekt

als Hindernis zu erleben, welches beseitigt, oder zumindest überwunden werden muss.7

Wut

: Zustand der

denkenden Willkür

entzogenen, leiblich ­

Störung,

seelischen außer sich

aversives

seins

Ereignis

Frustration:

Be-,

Ärger Varianten

Verhinderung einer

Typische

bereits bestehenden, auf

Handlungen:

ein Ziel gerichteten

Tun / Lassen

Ursächlichkeit einer

Aktivität

Drohen,

eines

Verantwortlichkeit

schimpfen,

Anderen

Beleidigung

: Beein-

sich

trächtigung der eigenen

beschweren,

personalen Würde durch

sich rächen,

sich wehren

Inhaltliche Normen

eine andere Person

(z.B. Gerechtigkeit,

(Ehrverletzung)

Ehrlichkeit)

Belästigung

: Betroffener

erfährt etwas ,,wie es

nicht sein soll"

Formale Normen

- Gedankenlosigkeit

Zorn, Empörung,

- Rücksichtslosigkeit

Entrüstung:

inhaltliche

-

Normen moralischer Art

Böswilligkeit

verletzt

Abb.1: uni-koeln.de/phil-fak/paedsem/psych/medien/ws9900ss00/aerger.ppt-07.11.2007, 21:21

4 Averill, J. R.: Anger and Aggression. An essay on emotion. New York. Springer. (1982)

5 Montada, L.: Möglichkeiten der Kontrolle von Ärger im Polizeidienst (Berichte aus der Arbeitsgruppe

,,Verantwortung, Gerechtigkeit, Moral" Nr. 51). Trier. Universität Trier. Fachbereich I ­ Psychologie. 1989

6 Schwenkmezger, Peter: Ärger, Ärgerausdruck und Gesundheit. In: Prof. Dr. Schwarzer, Ralf (Hrsg.):

Gesundheitspsychologie. Ein Lehrbuch. Göttingen. Toronto. Zürich. Verlag für Psychologie. Dr. C. J. Hogrefe.

1990.

7 Mees, U. (Hrsg.): Psychologie des Ärgers. Göttingen. Toronto. Zürich. Verlag für Psychologie. Dr. C. J.

Hogrefe. 1992

4



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