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Albrecht Dürers Bildnis des Erasmus von Rotterdam (1526) - eine Analyse

Termpaper, 2007, 20 Pages
Author: Myriam Konrad
Subject: Art - Painting

Details

Category: Termpaper
Year: 2007
Pages: 20
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 14  Entries
Language: German
Archive No.: V87191
ISBN (E-book): 978-3-638-03275-9
ISBN (Book): 978-3-638-92948-6
File size: 347 KB

Abstract

Schon zu Lebzeiten galt Albrecht Dürer über die Grenzen seiner Heimat Nürnberg hinaus als großer Künstler. So ist es nicht verwunderlich, dass er Aufträge von einer Vielzahl bedeutender Persönlichkeiten seiner Zeit erhielt. Zu diesen zählten u.a. Friedrich der Weise von Sachsen und sogar Kaiser Maximilian. Einer der Bekanntesten ist jedoch Erasmus von Rotterdam, der als der berühmteste Humanist seiner Zeit gilt. Das Porträt des Erasmus ist der letzte Kupferstich, den Dürer vor seinem Tod am 6. April 1528 anfertigte. Bis Erasmus jedoch sein Porträt erhielt, sollten einige Jahre vergehen, und auch danach war Dürers Werk, das nicht vollends im Sinne des Gelehrten realisiert worden war, noch oft Gegenstand der Briefe des Erasmus. Neben der von Dürer sehr ausdrucksstark gestalteten Komposition ist vor allem die in das Porträt eingebundene Inschrift ein für die Interpretation überaus wichtiges und komplexes Element. In vorliegender Arbeit werden der Humanist Erasmus, seine Lehren und die Entstehung des Werkes kurz skizziert. Zudem wird eine detaillierte Beschreibung des Bildnisses und seiner Komposition geliefert, ergänzt durch eine ausführliche Untersuchung der Inschrift und ihrer Bedeutung für das gesamte Bild Dürers.


Excerpt (computer-generated)

Ruhr-Universität Bochum

Sommersemester 2007

Kunstgeschichtliches Institut

Proseminar: ,,Albrecht Dürer"

Albrecht Dürers

Bildnis des Erasmus von Rotterdam (1526)

von Myriam Konrad


Inhaltsverzeichnis

:

1.

EINLEITUNG 3

2.

ERASMUS VON ROTTERDAM 4

2.1.

LEBEN 4

2.2.

LEHRE UND WERK 4

2.3.

KONTAKT ZU DÜRER UND ENTSTEHUNG DES DRUCKES 5

3.

BILDBESCHREIBUNG 7

3.1.

ALLGEMEINE INFORMATIONEN 7

3.2.

KOMPOSITION 7

3.3.

LICHT 9

3.4.

BETRACHTER 10

3.5.

DEUTUNG 10

4.

DIE INSCHRIFT 11

5.

FAZIT

T

13

LITERATURVERZEICHNIS 15

ABBILDUNGSVERZEICHNIS: 17

2


1. Einleitung

Schon zu Lebzeiten galt Albrecht Dürer über die Grenzen seiner Heimat

Nürnberg hinaus als großer Künstler. So ist es nicht verwunderlich, dass er

Aufträge von einer Vielzahl bedeutender Persönlichkeiten seiner Zeit erhielt. Zu

diesen zählten u.a. Friedrich der Weise von Sachsen und sogar Kaiser

Maximilian.1 Einer der Bekanntesten ist jedoch Erasmus von Rotterdam, der als

der berühmteste Humanist seiner Zeit gilt. Das Porträt des Erasmus ist der

letzte Kupferstich, den Dürer vor seinem Tod am 6. April 1528 anfertigte.2

Bis Erasmus jedoch sein Porträt erhielt, sollten einige Jahre vergehen, und

auch danach war Dürers Werk, das nicht vollends im Sinne des Gelehrten

realisiert worden war, noch oft Gegenstand der Briefe des Erasmus.

Neben der von Dürer sehr ausdrucksstark gestalteten Komposition ist vor allem

die in das Porträt eingebundene Inschrift ein für die Interpretation überaus

wichtiges und komplexes Element.

Im folgenden sollen der Humanist Erasmus, seine Lehren und die Entstehung

des Werkes kurz skizziert werden. Im Anschluss folgt eine Beschreibung des

Bildnisses und seiner Komposition. Abschließend soll die Inschrift näher

untersucht und ihre Bedeutung für das gesamte Bild Dürers herausgearbeitet

werden.

1 CHRISTIAN KLEMM, Artikel: Dürer, Albrecht, in:

Lexikon des Mittelalters

, CD-ROM-Ausgabe,

Stuttgart 2000

2 ANNA SCHERBAUM, Erasmus von Rotterdam, 1526, in AK.: Germanisches Nationalmuseum

Nürnberg (Hrsg.),

Albrecht Dürer. 80 Meisterblätter. Holzschnitte, Kupferstiche und
Radierungen aus der Sammlung Otto Schäfer

, München 2000, S. 162

3


2. Erasmus von Rotterdam

2.1. Leben

Am einem 28. Oktober der Jahre 1466 bis 1469 ­ das definitive Geburtsjahr ist

nicht bekannt ­ wurde Erasmus, der sich in späteren Jahren Desiderius

Erasmus Roterodamus nannte, in Rotterdam geboren. Er war der zweite Sohn

des Priesters Gerardus Rogerius und der Tochter eines Arztes. Seine Herkunft

aus einer derart unerlaubten Verbindung empfand Erasmus stets als Makel.3

Nach dem frühen Tod der Eltern drängten ihn die Verwandten, unter deren

Vormund er und sein Bruder nun standen, zum Eintritt in ein Kloster. Schon

während dieser Zeit, die er im Kloster Steyn bei Gouda verbrachte, wandte er

sich den Gedanken und Prinzipien des Humanismus zu. Seine Priesterweihe

wurde ihm 1492 gespendet.4 In den nächsten Jahren ab 1495 widmete er sich

dem Studium der Philosophie, der spätscholastischen Theologie sowie des

Griechischen und Hebräischen in Paris. Durch mehrere Aufenthalte in England

und Italien sammelte Erasmus weitere Erfahrungen. Seine Promotion zum

Doktor der Theologie legte er 1506 in Turin ab, eine Berufung zum Hofrat des

späteren Kaisers Karl V in Brüssel erfolgte 1516. Noch im selben Jahr wurde

Erasmus von seinem Gelübde entbunden.

Im Juli 1536 starb Erasmus schließlich in Basel an einer Typhus-Erkrankung.5

2.2. Lehre und Werk

Schon zu Lebzeiten galt Erasmus als bedeutende Persönlichkeit und

anerkannter Gelehrter. Sein Denken und Handeln basierte auf den Lehren im

Sinne des Humanismus. Eine große Rolle spielte in Erasmus′ Wirken stets die

3 CORNELIS AUGUSTIJN, Erasmus von Rotterdam, in: Hans Freiherr von Campenhausen u.a.

(Hrsg.),

"Nimm und lies": christliche Denker von Origenes bis Erasmus von Rotterdam

, Stuttgart

u.a. 1991, S. 362 und RUDOLF PADBERG,

Erasmus von Rotterdam. Seine Spiritualität.
Grundlage seines Reformprogramms

, Paderborn 1979, S. 12 und FRIEDRICH WILHELM

BAUTZ,

Artikel: Erasmus von Rotterdam

, in: Biografisch-Bibliografisches Kirchenlexikon, online

unter http://www.bautz.de/bbkl/e/erasmus_v_r.shtml, aufgerufen am 25.08.2007, 17:28h

4 FRIEDRICH WILHELM BAUTZ,

Artikel: Erasmus von Rotterdam

und KARL AUGUST

MEISSINGER,

Erasmus von Rotterdam

, Wien 1942, S. 4 und CORNELIS AUGUSTIJN,

Erasmus von Rotterdam, S. 363

5 FRIEDRICH WILHELM BAUTZ,

Artikel: Erasmus von Rotterdam

und CORNELIS

AUGUSTIJN, Erasmus von Rotterdam, S. 385 und OTTO HERDING, Artikel: Erasmus von

Rotterdam, in:

Lexikon des Mittelalters

, CD-ROM-Ausgabe, Stuttgart 2000

4


Forderung nach Frieden zwischen den politischen Mächten wie auch in den

Bereichen Kirche und Gesellschaft.6 Für das Christentum strebte er eine

Rückbesinnung auf ursprünglichere Werte an. Zudem war es sein Anliegen, die

geistigen Errungenschaften der Antike in das Christentum einfließen zu lassen.7

Auch postulierte er eine neue Gesinnung der Christenheit. So sollte sich die

Gesellschaft in ihrem Handeln mehr an Christus selbst orientieren und ihn zu

ihrem Mittelpunkt machen.

Erasmus setzte sich auch für eine Verbindung zwischen Theologie und

Humanismus ein.8 Ihm war daran gelegen, dass die humanistische Bildung

gefördert und der vorherrschende Aberglaube gekämpft werde.

Schon vor der Reformationsbewegung Luthers klagte er die Missstände der

Kirche an. So kritisierte er ihre Verweltlichung und ihre Geldgier, die sie durch

Kirchensteuern zu befriedigen suchte. Daher kann Erasmus auch als

Wegbereiter der Reformation gelten. Anfangs noch unterstützte er Luther,

jedoch wandte er sich nach dessen Kampfschrift ,,De captivitate Babylonica

Ecclesiae" von 1520 ­ und nachdem auf dem Wormser Reichstag die

Reichsacht über Luther verhängt wurde ­ von ihm ab. Erasmus sah, dass seine

und Luthers Ansichten des Glaubens und der Reform nicht mehr

übereinstimmten. Mit seiner Schrift ,,De libero arbitrio" verkündigte Erasmus

diese Entscheidung im Jahre 1524 entgültig.

Zu den großen Werken des Erasmus zählen seine satirische Gesellschaftskritik

,,Lob der Torheit" und seine 1516 veröffentlichte Ausgabe des Neuen

Testaments in griechischer Sprache. Zudem verewigte er seine Gedanken in

über 2000 Briefen.

Erasmus gilt heute als der bedeutendste Humanist des 16. Jahrhunderts.9

2.3. Kontakt zu Dürer und Entstehung des Druckes

Ein großer Wunsch des Erasmus war es, von Dürer porträtiert zu werden,

dessen graphisches Können er sehr schätzte. Auf Albrecht Dürer übte dies

6 OTTO HERDING, Artikel: Erasmus von Rotterdam

7 FRIEDRICH WILHELM BAUTZ,

Artikel: Erasmus von Rotterdam

8 CORNELIS AUGUSTIJN, Erasmus von Rotterdam, S. 365, 367, 370

9 FRIEDRICH WILHELM BAUTZ,

Artikel: Erasmus von Rotterdam

und CORNELIS

AUGUSTIJN, Erasmus von Rotterdam, S. 368, 379, 382

und OTTO HERDING, Artikel:

Erasmus von Rotterdam

5



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