Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Wachstum und Entwicklungsprobleme von Städten in der Dritten Welt close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Wachstum und Entwicklungsprobleme von Städten in der Dritten Welt

Scholary Paper (Seminar), 2007, 28 Pages
Author: Elisabeth Junge
Subject: Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning

Details

Event: Proseminar Stadt-Entwicklung, Struktur, Zukunft
Institution/College: LMU Munich (Department für Geo- und Umweltwissenschaften)
Tags: Wachstum, Entwicklungsprobleme, Städten, Dritten, Welt, Proseminar, Stadt-Entwicklung, Struktur, Zukunft
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2007
Pages: 28
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 17  Entries
Language: German
Archive No.: V87292
ISBN (E-book): 978-3-638-01690-2
ISBN (Book): 978-3-640-33656-2
File size: 1015 KB
Notes :
17 Einträge im Literaturevrzeichnis, davon 9 Online-Quellen.


Abstract

„Irgendwann im nächsten Jahr wird eine Frau im Slum Ajegunle in Lagos ein Kind bekommen, ein junger Mann wird sein Dorf in Westjava gegen die hellen Lichter von Jakarta eintauschen oder ein Bauer wird mit seiner verarmten Familie in eines der unzähligen „pueblos jovenes“ von Lima ziehen. Das genau Ereignis ist unwichtig und wird vollkommen unbemerkt stattfinden. Trotzdem wird es einen Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte darstellen. Zum ersten Mal wird die Stadtbevölkerung auf der Erde gegenüber der Landbevölkerung in der Überzahl sein. Tatsächlich könnte, angesichts der Ungenauigkeit der Bevölkerungszählungen in der Dritten Welt, dieser epochale Übergang bereits stattgefunden haben.“ Dieses Zitat zeigt deutlich, welchen Stellenwert Städte mittlerweile in der Welt, und vor allem auch in Entwicklungsländern rein quantitativ, eingenommen haben. In der vorliegenden Arbeit werde ich mich genauer damit beschäftigen, wie es denn eigentlich dazu kommt, dass Städte in der Dritten Welt so scheinbar ungebremst wachsen und welche Folgen dies vor allem für die Stadtbevölkerung hat. Ferner werde ich auf die Problematik der Metropolen und Megastädte eingehen und dann am Beispiel der ehemaligen tansanischen Hauptstadt Dar es Salaam die Problematik einer Primatstadt erörtern. Am Ende meiner Arbeit werde ich mich mit dem Entstehen von Marginalsiedlungen, den damit verbundenen Problemen und möglichen Lösungsansätzen beschäftigen.


Excerpt (computer-generated)


Ludwig ­ Maximilians ­ Universität München

Department für Geo ­ und Umweltwissenschaften

Proseminar Stadt ­ Entwicklung, Struktur, Zukunft

WS 2007/08

Wachstum und Entwicklungsprobleme von

Städten in der ,,Dritten Welt"

Vorgelegt von:

Elisabeth Junge


Gliederung

1. Einleitung 3

2. Definition ,,Dritte Welt"/ Entwicklungsland 3

3. Demographische Verstädterung in wenig entwickelten Ländern 4

3.1 Ursachen des Wachstums 4

3.2 Städtisches Flächenwachstum, innerstädtischer Verdichtungsprozess und

Überverstädterung 6

3.3 Land ­ Stadt Flucht 6

3.3.1 Lokale Herkunft der Migranten 7

3.3.2 Soziale Hintergründe für die Wanderung 8

3.4 Wachstum der Städte in der Vereinigten Republik Tansania 9

4. Entwicklung von Metropolen und Megastädten 11

5. Dar es Salaam und das Primatstadtproblem 14

6. Bildung von und Überleben in Marginalsiedlungen 17

7. Probleme und Konsequenzen durch ,,squatter settlements" und Hüttenviertel 21

8. Eindämmungspolitik und Versuche städtisches Wachstum zu mindern 23

9. Zusammenfassung und kurzer Ausblick auf zukünftige Problembewältigung 25

Literatur: 27

2


1. Einleitung

,,Irgendwann im nächsten Jahr wird eine Frau im Slum Ajegunle in Lagos ein Kind

bekommen, ein junger Mann wird sein Dorf in Westjava gegen die hellen Lichter von Jakarta

eintauschen oder ein Bauer wird mit seiner verarmten Familie in eines der unzähligen

,,pueblos jovenes" von Lima ziehen. Das genaue Ereignis ist unwichtig und wird vollkommen

unbemerkt stattfinden. Trotzdem wird es einen Wendepunkt in der Menschheitsgeschichte

darstellen. Zum ersten Mal wird die Stadtbevölkerung auf der Erde gegenüber der

Landbevölkerung in der Überzahl sein. Tatsächlich könnte, angesichts der Ungenauigkeit der

Bevölkerungszählungen in der Dritten Welt, dieser epochale Übergang bereits stattgefunden

haben."1

Dieses Zitat zeigt deutlich, welchen Stellenwert Städte mittlerweile in der Welt, und vor allem

auch in Entwicklungsländern rein quantitativ, eingenommen haben. In der vorliegenden

Arbeit werde ich mich genauer damit beschäftigen, wie es denn eigentlich dazu kommt, dass

Städte in der Dritten Welt so scheinbar ungebremst wachsen und welche Folgen dies vor

allem für die Stadtbevölkerung hat. Ferner werde ich auf die Problematik der Metropolen und

Megastädte eingehen und dann am Beispiel der ehemaligen tansanischen Hauptstadt Dar es

Salaam die Problematik einer Primatstadt erörtern. Am Ende meiner Arbeit werde ich mich

mit dem Entstehen von Marginalsiedlungen, den damit verbundenen Problemen und

möglichen Lösungsansätzen beschäftigen.

2. Definition ,,Dritte Welt"/ Entwicklungsland

Bevor ich auf das Wachstum und die Entwicklungsprobleme von Städten in der Dritten Welt

eingehe, möchte ich den Begriff der Dritten Welt kurz definieren und erklären. Der Begriff

der Dritten Welt, während des Kalten Krieges entstanden, bezeichnete alle blockfreien

Staaten. Mit der Zeit änderte sich die Bedeutung und in den 1960er Jahren wurden mit dieser

Bezeichnung eher wirtschaftlich unterentwickelte Länder assoziiert. Mit Erster Welt wurden

die industriell hochentwickelten Länder mit einer marktwirtschaftlichen und mit Zweiter Welt

wurden die industriell hochentwickelten Länder mit einer planwirtschaftlichen

Wirtschaftsordnung bezeichnet. Im allgemeinen Sprachgebrauch umfasst die Dritte Welt

heutzutage Entwicklungs- wie auch Schwellenländer. Als Definitionskriterien werden eine

koloniale Vergangenheit, Entwicklungsbedürftigkeit der Wirtschaft, des Sozialwesens, der

Infrastruktur sowie der staatlichen und bürokratischen Institutionen angegeben. Desweiteren

bestehen Mängel im Gesundheits- und Bildungswesen und es wird von einer hohen

1 DAVIS 2007, http://www.materialien.org/planet/Planetofslums.pdf

3


Verschuldung des Landes sowie von einer Überbevölkerung desselben ausgegangen. Ferner

fehlt die Mittelschicht normalerweise fast gänzlich und es kommt zu einer starken

Elitenbildung.2

In unserer jetzigen Zeit spricht man von Entwicklungs- oder Schwellenländern, da zum einen

der kalte Krieg vorbei ist und ein Denken in ,,Blockstaaten" nicht mehr stattfindet und zum

andern, weil von moralischer und ethischer Seite der Gedanke der ,,Einen Welt"

aufgekommen ist. Aufgrund dessen werde ich in meinen weiteren Ausführungen vornehmlich

den Begriff des Entwicklungslandes gebrauchen.

3. Demographische Verstädterung in wenig entwickelten Ländern

,,Während in den großen städtischen Agglomerationen der Industrieländer in den vergangenen

Jahrzehnten eine Umstrukturierung in Form der Suburbanisierung und der darüber

hinausgehenden Exurbanisierung statt fand, ist die Mehrzahl der Metropolen in

Entwicklungsländern durch einen bis heute anhaltenden innerstädtischen Verdichtungsprozess

geprägt."3

Die Gegensätze, die zwischen den Industrie- und Entwicklungsländern hinsichtlich des

Verstädterungsgrades bestehen, werden noch übertroffen im Hinblick auf die erheblichen

Unterschiede innerhalb der am wenigsten entwickelten Länder. Von Staaten wie Afrika oder

Teilen von Asien wird eine hohe durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 4,5%

deutlich überschritten. Ein Wert von 6% bei der demographischen Verstädterung zieht bei

zukünftig konstanten Werten eine Verdoppelungszeit der städtischen Bevölkerung von

weniger als 12 Jahren nach sich. Betrachtet man dagegen ein durchschnittliches jährliches

Wachstum von 0,5% in den Industriestaaten, so zeigt sich deutlich, welch extreme

Entwicklung in Städten der Dritten Welt vor sich geht.4

3.1 Ursachen des Wachstums

,,Die demographische Situation der Industrieländer ist heute durch ein niedriges Niveau der

Sterbe- und auch der Geburtenrate gekennzeichnet; die Bevölkerungsentwicklung stagniert

oder pendelt um geringe Zu- oder Abnahmen. Diese Verhältnisse stehen im scharfen Kontrast

zu der demographischen Situation in den Entwicklungsländern heute, wo bei traditionell

2 SOTOLONGO 1999, http://www.vdpp.de

3 HEINEBERG 2006, S. 37 ­ 38

4 HEINEBERG 2006, S. 33

4


hohem Niveau der Geburtenrate die Sterberate deutlich absinkt, so dass die Bevölkerung

außerordentlich anwächst."5

Betrachtet man nun genau die Ursachen und Hintergründe der demographischen

Verstädterung in Entwicklungsländern, so fällt zuerst auf, dass jene sehr verschieden und

vielschichtig sind. Hohe Bevölkerungszuwachsraten ergeben sich als Folge verbesserter

medizinischer Versorgung und sich ändernder Heiratssitten. Außerdem gibt es in den Städten

eine teilweise gehobenere Ernährung, was sich durch eine quantitative und qualitative

Verbesserung der Nahrungsmittel ergibt.6 Ein weiterer sehr gewichtiger Grund für die

zunehmende demographische Verstädterung in Entwicklungsländern ist die allgemein hohe

Abwanderung der Bevölkerung vom Land in die Städte. Hierbei gilt es in ,,push ­ factors"

und ,,pull ­ factors" zu unterscheiden. ,,Demografische, wirtschaftliche (z.B. Landmangel),

politische und soziale Faktoren veranlassen zur Landflucht. Umweltzerstörung, Vertreibung

und Flucht vor Kriegen/ Bürgerkriegen wirken zusätzlich als Push - Faktoren der Migration in

die Städte".7 Ferner zählen zu diesen Faktoren noch die agrare Überbevölkerung,

Naturkatastrophen, Auflösung der Primärgruppen, unzureichende Ernährung,

Arbeitslosigkeit, Verschuldung und der Wandel in der Agrar- und Sozialstruktur infolge von

Boden- und Agrarreformen.8

Zu den Pull ­ Faktoren zählen zum einen eine anspruchsvollere Arbeit, der leichtere Zugang

zu Bildungsmöglichkeiten und Gesundheitsdiensten, vielseitigere kulturelle Freizeitangebote

sowie eine günstigere Infrastrukturausstattung als auf dem Land.9 Zum anderen gehören zu

diesen Faktoren die soziale Anonymität, soziale Aufstiegschancen, die Vorstellung von

besseren Lebens- und Arbeitsmöglichkeiten und die Erwartungsdeckung durch die ,,moderne

Stadt ­ Fassade", durch die zum großen Teil extern initiierte Industrie. Ferner führen viele

Regierungen eine gezielte Ansiedlungs- und Wohnungsbaupolitik in den Hauptstädten durch,

um die Wohn- und Lebensverhältnisse zu verbessern, mobile, innenpolitisch gefährliche

Bevölkerungsgruppen zu kontrollieren oder die Arbeitskräfte für die Niedrig­Lohntarife

ausnützende extern initiierte Industrie heranzuschaffen.10 So werden die Anziehungskräfte

der Städte und die Abstoßungskräfte des Landes zu einem sehr starken Migrationmotiv.

Normalerweise verlässt der Teil der Bevölkerung, der besser ausgebildet ist, die sich wenig

5 STEWIG 1983, S. 312

6 HEINEBERG 2006, S. 33

7 GRUPP, http://www.omnia-verlag.de/index.php

8 HEINEBERG 2006, S. 33

9 GRUPP, http://www.omnia-verlag.de/index.php

10 HEINEBERG 2006, S.33

5


weiterentwickelnden ländlichen Gebiete.11 Die zwei Hauptgründe für das rasante Wachstum

von Städten in Entwicklungsländern sind folglich die höheren Zuwachsraten der

Stadtbevölkerung sowie die zunehmende Landflucht.

3.2 Städtisches Flächenwachstum, innerstädtischer Verdichtungsprozess

und Überverstädterung

Großstädte, Metropolen und Megastädte in Ländern der Dritten Welt sind bis heute durch

einen anhaltenden innerstädtischen Verdichtungsprozess sowie durch ein enormes städtisches

Flächenwachstum gekennzeichnet.

Durch das Flächenwachstum entstehen rasch randstädtische Hütten- bzw.

Marginalsiedlungen, die sich auch schnell ausbreiten. Die enorme Größe solcher Slums wird

einem bewusst, wenn man weiß, dass 40 ­ 50% der Bevölkerung von solch großstädtischen

Agglomerationen darin wohnen.

Der anhaltende innerstädtische Verdichtungsprozess zeigt sich deutlich, wenn man die

durchschnittliche Einwohnerdichte im Kerngebiet von Greater Bombay City (um 2000: 19759

EW/km²) mit der von Inner ­ London (um 2000: 7329 EW/km²) gegenüberstellt. Hier fällt

auf, dass die Einwohnerdichte von Bombay die von London um ca. das Zweieinhalbfache

übertrifft. Die sowieso schon sehr hohen Einwohnerdichtewerte von Bombay City steigen

durch zehntausende von Bürgersteigbewohnern. Eine enorm anwachsende Verkehrsbelastung

und die deswegen immer höhere Luftverschmutzung zählen zu den Konsequenzen dieses

Prozesses.

Ferner herrscht in vielen Entwicklungsländern eine starke Überverstädterung, womit das

überproportionale Wachstum städtischer Bevölkerung im Gegensatz zum wirtschaftlichen und

gesellschaftlichen Entwicklungsstand des Landes bezeichnet wird. Die wachsende

demographische Vormachtstellung der großen Metropolen wird somit noch durch eine starke

funktionale Überkonzentration ergänzt.12

3.3 Land ­ Stadt Flucht

,,Was in einem entwicklungspolitischen Zusammenhang ohnehin am stärksten interessieren

muss, ist die (...) Zuwanderung von Menschen aus ländlichen Gebieten."

Im Gegensatz zur europäischen Geschichte, in der es schon im 19. Jahrhundert berühmte

Beispiele für die scharenweise Abwanderung der Landbevölkerung in die Städte oder ins

11 GRUPP, http://www.omnia-verlag.de/index.php

12 HEINEBERG 2006, S. 37 - 38

6



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Megacities als Problemfeld der gegnwärtigen Urbanisierung in Entwicklungsländern

Authors: Nink Mario, Christian Cartarius
Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning, 2005 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Metropolen der Dritten Welt: Dar es Salaam

Author: Bernd S. Wolff
Geography / Earth Science - Economic Geography, 2001 Download as PDF-file for 5,99 EUR

Megastädte in der Dritten Welt

Author: Felix Müller
Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning, 2001 Download as PDF-file for 8,99 EUR

Grünzeit. Zwischennutzung von Brachflächen

Authors: Heike Hoffmann, Carsten Zehner
Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning, 2002 Download as PDF-file for 14,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/87292/wachstum-und-entwicklungsprobleme-von-staedten-in-der-dritten-welt
please wait Please wait