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Die unterschiedlichen Dichterintentionen in drei mittelalterlichen Dichtungen am Beispiel der Gymnosophisten-Episode

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 22 Pages
Author: Anja Frentzel
Subject: German Studies - Older German Literature, Mediaevistik

Details

Event: Alexander der Große in der deutschen Literatur des Mittelalters
Institution/College: http://www.uni-jena.de/ (Germanistische Literaturwissenschaft)
Tags: Dichterintentionen, Dichtungen, Beispiel, Gymnosophisten-Episode, Alexander, Große, Literatur, Mittelalters
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2001
Pages: 22
Grade: 1,7
Language: German
Archive No.: V8736
ISBN (E-book): 978-3-638-15630-1

File size: 214 KB


Excerpt (computer-generated)

Die unterschiedlichen Dichterintentionen in drei mittelalterlichen
Dichtungen am Beispiel der Gymnosophisten-Episode

von Anja Frentzel


Inhalt

1. Einleitung

2. Datierungen und Quellen

2.1 Straßburger Alexander
2.2 Ulrich von Eschenbach
2.3 Hartlieb

3. Der Gymnosophistenbegriff

4. Die Gymnosophistenepisode im Pseudokallisthenes

5. Die Szenen in der deutschen Alexanderrezeption

5.1 Erste Szene: Die Einführung der Gymnosophisten
5.2 Zweite Szene: Die Botschaft der Gymnosophisten
5.3 Dritte Szene: Das Gespräch mit den Gymnosophisten
5.4 Vierte Szene: Die Bitte der Gymnosophisten

6. Schluß

7. Literatur


1. Einleitung

Nicht nur in Europa hat der Name Alexander des Großen einen Bekanntheitsgrad erreicht, der seinesgleichen sucht. Über Jahrtausende hinweg in über 35 Sprachen wurden sein Leben und Werk weltweit literarisch und historisch aufgegriffen, erzählt und verarbeitet.
So erfreute sich bereits im Mittelalter kaum ein literarischer Stoff größerer Beliebtheit und Bearbeitung. In zahlreichen Epen, Geschichtsbüchern, Romanen, Erzählungen, Legenden, religiösen Schriften und Liedern lassen sich die unterschiedlichsten Alexanderbilder finden. Einmal manifestiert sich der vorbildliche und vollendete Charakter des Königs, ein anderes Mal wird der kriegerische Welteroberer geschildert oder die superbia des Herrschers steht im Fokus der Erzählung. Jeder Dichter oder Bearbeiter fügte seiner Alexanderfigur seine eigene persönliche Interpretationen bei und veränderte, mystifizierte oder diskreditierte ihn in seinem Sinne. So erhob der eine Teil der Literaten Alexander zum Vorbild, andere wie zum Beispiel stoische oder christliche Erzähler nutzten die Alexanderfigur hingegen zur Kritikanbringung und Verurteilung seiner freizügigen, kriegerischen Lebensweise und stellten ihn als Negativexemplum dar.
Diese Verarbeitungen und Bearbeitungen in ihrer unterschiedlichen Akzentsetzung des ursprünglich übereinstimmenden Stoffes möchte ich zum Thema meiner Hausarbeit machen. Dabei werde ich mich in der folgenden Arbeit auf drei mittelalterliche literarische Bearbeitungen des Alexanderstoffes beschränken und mich mit den damit verbundenen differierenden Dichterintentionen auseinandersetzen. Die drei Werke - der Straßburger Alexander, der Alexanderroman Ulrich von Eschenbachs und das Alexanderbuch des Johann Hartliebs - beinhalten allesamt die sogenannte Gymnosophisten-Episode, die ich als Untersuchungsbasis nutze. Anhand der in dieser Episode auftretenden Gegenüberstellung von Alexander dem Großen und den Gymnosophisten formulieren und verweisen die Verfasser auf ihre persönliche Einstellung, deren Darstellung Aufgabe meiner Arbeit ist.
Beginnen werde ich mit einer kurzen Darstellung der jeweiligen Datierungen und Quellen, wobei ich lediglich einen Überblick geben möchte und keinesfalls Vollständigkeit anstrebe. Auf das in der Forschung viel diskutierten Problem der Datierungen möchte ich nicht näher eingehen, sondern verweise an den einzelnen Stellen auf die entsprechende Forschungsliteratur. Die Auftragsgeberthematik bei Hartlieb und Eschenbach sowie die Frage inwieweit Eschenbach eine Parallelisierung des Lebens Alexanders mit dem des böhmischen Königs angestrebt und gestaltet hat , sollen ebenfalls nicht Thema meiner Arbeit sein.. Ich werde mich bei der Gymnosophisten- oder Brahmanenthematik auch lediglich auf das sogenannte "Alexandergespräch" beschränken und den Briefwechsel mit Dandamis, dem König der Gymnosophisten und die Briefe Alexanders an seinen ehemaligen Lehrer Aristoteles und seine Mutter Olympias außer Acht lassen.
Nach der einführenden Datierungs- und Quellendarstellung folgt eine Klärung des Gymnosophistenbegriffes. Wer waren die Gymnosophisten und warum weckten sie das Interesse des großen griechischen Herrschers, sind die Fragen, die in diesem Abschnitt kurz beantwortet werden sollen. Der Pseudo-Kallisthenes als Ausgangstext und Quelle der drei Dichtungen - zumindest auf Umwegen - bildet die Grundlage für die nun folgenden textuellen Vergleiche, mit denen die unterschiedlichen Dichterintentionen in dieser einen Episode dargestellt und näher beleuchtet werden sollen.
Als Material habe ich den bereits erwähnten Pseudo-Kallisthenes, die drei Alexanderdichtungen und eine Auswahl der Sekundärliteratur herangezogen und mich besonders auf die Arbeiten von Karl Stackmann und Trude Ehlert konzentriert.

2. Datierungen und Quellen

[...]


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