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Termpaper, 2007, 19 Pages
Author: Franziska Loth
Subject: Sociology - Classics, Basics and Theoretical Directions
Details
Institution/College: http://www.uni-jena.de/ (Soziologie)
Tags: These, Kolonialisierung, Lebenswelt, Einführung, Theorie
Year: 2007
Pages: 19
Grade: 1,2
Bibliography: ~ 18 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-02772-4
ISBN (Book): 978-3-638-95551-5
File size: 92 KB
Der Dozent war sehr zufrieden mit dieser Hausarbeit. Er lobte die Bemühungen, eigene Beispiele für die Auseinandersetzung mit den theoretischen Formulierungen heranzuziehen.
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Abstract
Die Hausarbeit widmet sich der These der Kolonialisierung der Lebenswelt, welche Jürgen Habermas innerhalb seiner Theorie des Kommunikativen Handelns aufstellte. Habermas´ Verständnis der modernen Gesellschaft wird zunächst theoretisch dargestellt. Die bei Habermas eingeführten Begrifflichkeiten werden dabei erläutert. Dann wird anhand von Beispielen untersucht, wie in der Praxis Eingriffe des Systems in die Lebenswelt der Menschen von statten gehen. Mittels dieser Beispiele wird überprüft, ob die These der Kolonialisierung haltbar ist. Die Arbeit wird abgerundet durch einen Überblick auf kritische Auseinandersetzungen mit Habermas.
Excerpt (computer-generated)
FSU Jena
Institut für Soziologie
Proseminar:
Einführung in die neuere soziologische Theorie
SoSe 2007
Franziska Loth
Die These der Kolonialisierung der Lebenswelt
in
der
Theorie des Kommunikativen Handelns
von
Jürgen
Habermas
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Bedeutung und Stellung innerhalb der Kritischen Theorie 4
2. Grundlegende Konzepte in Habermas′ Gesellschaftstheorie 4
2.1 Kommunikatives Handeln 4
2.2 Habermas′ Gesellschaftskonzept 5
2.2.1 Das "System" 6
2.2.2 Die "Lebenswelt" 6
3. Die kapitalistischen Moderne 7
3. 1 Rationalisierung der Lebenswelt 7
3.2 Die Mediatisierungsthese 8
3.3 Die Kolonialisierungsthese 9
3.4 Die Folgen für die Gesellschaft 10
3.4.1 Krisenerscheinungen 10
3.4.2 Verdinglichung und kulturelle Verarmung 11
3.5 Habermas′ Lösungsvorschläge 13
4. Kritik 14
5. Zusammenfassung 16
Literaturverzeichnis 17
2
Einleitung
Seit dem Ende des neunzehnten Jahrhunderts erfolgte im Zuge der Industrialisierung ein
extremer Wandel der gesellschaftlichen Bedingungen. Ungezählte Philosophen und
Soziologen schickten sich an, die mit diesem Wandel verbundenen Folgen zu untersuchen.
Eine besondere Stellung nimmt dabei Jürgen Habermas ein, weil dieser sich in seiner
Gesellschaftstheorie mit nahezu allen bedeutenden Theorien zu dieser Thematik
auseinandersetzte. Habermas zählt zur zweiten Generation innerhalb der Kritischen Theorie.
Seine eigene kritische Betrachtung der modernen Gesellschaft formuliert er in seiner 1981
erschienenen
Theorie des kommunikativen Handelns
1. In dieser konzipiert er die Gesellschaft
als System und Lebenswelt zugleich. Im Folgenden soll es um seine These von der
Kolonialisierung der Lebenswelt gehen, welche besagt, dass systemische Imperative in die
Lebenswelt eindringen und diese okkupieren. Habermas bezweckt anhand der
Kolonialisierungsthese Erklärungen für die in der Moderne in Erscheinung getretenen
Sozialpathologien zu liefern. Dabei dient ihm Webers Theorie der Moderne als
Ausgangspunkt. Habermas erkennt zahlreiche Inkonsistenzen innerhalb Webers Ansatz,
welche er zu beheben versucht.
Es stellt sich nun die Frage, welche Folgen sich aus dieser so genannten "Kolonialisierung der
Lebenswelt" theoretisch ergeben und ob ein derartiger Prozess auch in der Praxis beobachtbar
ist.
Bei der kommenden kritischen Auseinandersetzung dient der zweite Band der
Theorie des
kommunikativen Handelns
als primäre Textgrundlage. Insbesondere wird auf die
Zweite
Zwischenbetrachtung
eingegangen werden , in welcher Habermas sein Gesellschaftskonzept
vorstellt, sowie die
Schlußbetrachtung
, und von dieser seine Auseinandersetzung mit Webers
Theorie der Moderne.
Um die aufgeworfene Frage beantworten zu können, werden zunächst Habermas′
Vorstellungen von der modernen Gesellschaft und seine damit eingeführten Konzepte
erläutert werden. Seine Argumentation bei der Aufstellung der Kolonialisierungsthese soll
nachvollzogen und kritisch untersucht werden. Anhand einer Auseinandersetzung mit
ausgewählten Beispielen wird sodann der Versuch unternommen, eine mögliche Bestätigung
seiner These durchzuführen.
1 In den Literaturangaben wird dafür die Abkürzung ,,TkH" stehen, es wird jedoch nur der zweite Band
herangezogen.
3
1. Bedeutung und Stellung innerhalb der Kritischen Theorie
Habermas′ versucht mit seiner Theorie des kommunikativen Handelns die moderne
Gesellschaft in ihrer ganzen Komplexität zu verstehen. Er bezieht sich dabei nicht nur auf die
traditionelle Gesellschaftstheorie, sondern auch auf die analytische Sprachphilosophie. Dabei
setzt er sich intensiv mit unterschiedlichen Gesellschaftstheorien auseinander. Dies führte
dazu, dass seine
Theorie des Kommunikativen Handelns
viele metatheoretische Aussagen
enthält. Habermas interpretiert diese Theorien als unterschiedliche Beiträge, welche alle zum
Ziel haben die Moderne als Prozess nachzuvollziehen. Er sieht diese Theorien nicht als
gänzlich geglückt an, aber sie enthalten viele wichtige Konzepte, die es weiterzuverfolgen
gilt.2 Habermas formuliert selbst dazu folgendes:
"Die Theorie des kommunikativen Handelns soll eine Alternative für die unhaltbar gewordene
Geschichtsphilosophie bieten, der die ältere Kritische Theorie noch verhaftet war; sie empfiehlt sich als Rahmen,
innerhalb dessen die interdisziplinär angelegte Erforschung des selektiven Musters der kapitalistischen
Modernisierung wieder aufgenommen werden kann."3
Die von ihm festgestellten Mängel in der bisherigen Kritischen Theorie will er durch seine
kommunikationstheoretische Herangehensweise und sein zweistufige Betrachtungsweise der
Gesellschaft beheben.4
Die
Theorie des kommunikativen Handels
stellt also eine Art Synthese zahlreicher
theoretischer Ansätze dar. Bezüglich dieses Punktes lastete man Habermas Eklektizismus an.5
2. Grundlegende Konzepte in Habermas′ Gesellschaftstheorie
2.1 Kommunikatives Handeln
In Habermas′ Gesellschaftstheorie spielt, wie es ihr Titel schon verrät, die Analyse
menschlichen Kommunizierens eine zentrale Rolle. Er sah sich zu dieser Herangehensweise
veranlasst, weil für ihn "die größte Bedrohung der Gesellschaft [...] in der Zerstörung der
spezifisch menschlichen Kommunikationsstrukturen durch eine sich immer mehr ausbreitende
Bürokratie liegt."6
2 Vgl. Alessandro Pinzani:
Jürgen Habermas
, München: Beck 2007, S. 107-109.
3 TkH, S. 583.
4 Vgl. Wieland Jäger/ Marion Baltes-Schmitt:
Jürgen Habermas. Einführung in die Theorie der Gesellschaft
,
Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2003, S. 44.
5 Vgl. Willem van Reijen:
Die Aushöhlung der abendländischen Kultur
, in: Detlef Horster:
Habermas zur
Einführung,
Hamburg: Junius 1990, S. 76.
6 Van Reijen 1990, S. 77.
4
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