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Termpaper, 2007, 16 Pages
Author: Carolin Büdel
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Tags: Arbeit, Einführung, Human-, Gesellschaftswissenschaften
Year: 2007
Pages: 16
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 17 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-03154-7
ISBN (Book): 978-3-638-92925-7
File size: 135 KB
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Abstract
Erwerbsarbeit nimmt in unserer heutigen Gesellschaft eine bedeutende Rolle ein. Die Ursache hierfür ist eine über mehrere Jahrhunderte währende Entwicklungsgeschichte, in der zuerst die Arbeitsamkeit im Allgemeinen und später in Form der Lohnarbeit zur Selbstverständlichkeit wurde. Heute wird in verschiedenen Bereichen, aufgrund wachsender Arbeitslosigkeit und problematischen Meldungen aus der Wirtschaft, über die Entwicklung, die Bedeutung und zukünftige Veränderung der Erwerbsarbeit, diskutiert. Folgende Arbeit beleuchtet und hinterfragt einige der wichtigen Aspekte von Erwerbsarbeit. In der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts wird Lohnarbeit als „sinnstiftend“ und unter anderem als Ersatz für Religion angesehen (vgl. Kreutzer, S. 28). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Verbindung zwischen Religion und Erwerbstätigkeit aus einem anderen Blickwinkel betrachtet. Max Weber beschreibt in seinem von 1904 bis 1905 veröffentlichtem Werk „Die protestantische Ethik und der ´Geist` des Kapitalismus“ seine Ansichten, zur Entstehung des Kapitalismus in Hinsicht auf die Religion. Max Weber suchte in seiner Arbeit nach Bedingungen, die den „Geist des Kapitalismus“ zu dem gemacht haben, was er zu Beginn des 19. Jahrhunderts war. Hierzu versuchte er zu definieren, was er unter dem „Geist des Kapitalismus“ verstand. Für ihn war der „Geist“ zunächst ein historischer Begriff, „ein Komplex von Zusammenhängen in der geschichtlichen Wirklichkeit, die wir unter dem Gesichtspunkt ihrer Kulturbedeutung zu einem Ganzen zusammenschließen“ (Weber, S. 30). Um dem „Geist des Kapitalismus“ näher zu kommen, verglich M. Weber Aussagen von Benjamin Franklin und Jakob Fugger. Der amerikanische Erfinder und Politiker Benjamin Franklin betonte in seinen Ausführungen die immense Bedeutung von Geld für den Menschen und gab gleichzeitig Verhaltensanweisungen (u. a. Fleiß, Mäßigkeit, Ehrlichkeit), die helfen sollten, das Geld zu behalten und zu vermehren (vgl. Weber, S. 31-32). Das Verstehen der „Nützlichkeit“ dieser Tugenden war nach Franklins Meinung auf eine „Offenbarung Gottes zurückzuführen“ (Weber, S.35). Nach Weber war Franklin vom „Geist des Kapitalismus“ erfüllt. Allerdings erkannte Weber in Franklins Aussagen nicht nur „Geschäftsklugheit“ sondern auch eine „eigentümliche Ethik“ (Weber, S. 33). Beim Bankier Jakob Fugger beschrieb Weber als Ursache dessen Geschäftigkeit, den „Charakter einer ethisch gefärbten Maxime der Lebensführung“ (Weber, S.33).
Excerpt (computer-generated)
Fachhochschule
Thema:
Arbeit
Eine multidisziplinäre Einführung in Human- und
Gesellschaftswissenschaften
Inhaltsverzeichnis
1.
Einleitungsgedanke 3
2.
Aspekte der Erwerbsarbeit 3
2.1.
Verbindung zwischen Religion und Erwerbstätigkeit nach Max Weber 3
2.2.
Arbeitszeiterhöhung ohne Lohnausgleich 6
2.3.
Aussichten zur Rückkehr zur Vollzeitbeschäftigung 9
2.4.
Verbindung zwischen Arbeit und der persönlichen Identität 12
Literaturverzeichnis 15
2
1. Einleitungsgedanke
Erwerbsarbeit nimmt in unserer heutigen Gesellschaft eine bedeutende Rolle ein. Die Ursache
hierfür ist eine über mehrere Jahrhunderte währende Entwicklungsgeschichte, in der zuerst
die Arbeitsamkeit im Allgemeinen und später in Form der Lohnarbeit zur Selbstverständlich-
keit wurde. Heute wird in verschiedenen Bereichen, aufgrund wachsender Arbeitslosigkeit
und problematischen Meldungen aus der Wirtschaft, über die Entwicklung, die Bedeutung
und zukünftige Veränderung der Erwerbsarbeit, diskutiert. Folgende Arbeit beleuchtet und
hinterfragt einige der wichtigen Aspekte von Erwerbsarbeit.
2. Aspekte der Erwerbsarbeit
2.1. Verbindung zwischen Religion und Erwerbstätigkeit nach Max Weber
In der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts wird Lohnarbeit als ,,sinnstiftend" und unter anderem
als Ersatz für Religion angesehen (vgl. Kreutzer, S. 28). Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wur-
de die Verbindung zwischen Religion und Erwerbstätigkeit aus einem anderen Blickwinkel
betrachtet. Max Weber beschreibt in seinem von 1904 bis 1905 veröffentlichtem Werk ,,Die
protestantische Ethik und der ´Geist` des Kapitalismus" seine Ansichten, zur Entstehung des
Kapitalismus in Hinsicht auf die Religion.
Max Weber suchte in seiner Arbeit nach Bedingungen, die den ,,Geist des Kapitalismus" zu
dem gemacht haben, was er zu Beginn des 19. Jahrhunderts war. Hierzu versuchte er zu defi-
nieren, was er unter dem ,,Geist des Kapitalismus" verstand. Für ihn war der ,,Geist" zunächst
ein historischer Begriff, ,,ein Komplex von Zusammenhängen in der geschichtlichen Wirk-
lichkeit, die wir unter dem Gesichtspunkt ihrer Kulturbedeutung zu einem Ganzen zusam-
menschließen" (Weber, S. 30). Um dem ,,Geist des Kapitalismus" näher zu kommen, verglich
M. Weber Aussagen von Benjamin Franklin und Jakob Fugger. Der amerikanische Erfinder
und Politiker Benjamin Franklin betonte in seinen Ausführungen die immense Bedeutung von
Geld für den Menschen und gab gleichzeitig Verhaltensanweisungen (u. a. Fleiß, Mäßigkeit,
Ehrlichkeit), die helfen sollten, das Geld zu behalten und zu vermehren (vgl. Weber, S. 31-
32). Das Verstehen der ,,Nützlichkeit" dieser Tugenden war nach Franklins Meinung auf eine
,,Offenbarung Gottes zurückzuführen" (Weber, S.35). Nach Weber war Franklin vom ,,Geist
des Kapitalismus" erfüllt. Allerdings erkannte Weber in Franklins Aussagen nicht nur ,,Ge-
schäftsklugheit" sondern auch eine ,,eigentümliche Ethik" (Weber, S. 33). Beim Bankier Ja-
kob Fugger beschrieb Weber als Ursache dessen Geschäftigkeit, den ,,Charakter einer ethisch
gefärbten Maxime der Lebensführung" (Weber, S.33). Weber kam zu dem Schluß, dass der
3
,,moderne Kapitalismus"1 von einem ,,eigentümlichen Ethos" (Weber, S.34) bestimmt wurde.
Diese ,,eigentümliche Ethik" war es, die nach Weber den ,,Geist des (Früh-) Kapitalismus"
von dem ,,Geist des modernen Kapitalismus" unterschied. Als das Zentrale dieser Ethik sah er
den ,,Erwerb von Geld und immer mehr Geld, unter strengster Vermeidung alles unbefange-
nen Genießens so gänzlich aller eudämonistischen oder gar hedonistischen Gesichtspunkte
entkleidet, so rein als Selbstzweck gedacht, dass es als etwas gegenüber dem `Glück` oder
dem `Nutzen` des einzelnen Individuums jedenfalls gänzlich Transzendentes und schlechthin
Irrationales erscheint" (Weber, S.35).
Um die Verbindung zwischen Religion und Kapitalismus zu beleuchten, stand für Max Weber
an erster Stelle, die ,,Ermittlung, derjenigen durch den religiösen Glauben und die Praxis des
religiösen Lebens geschaffenen psychologischen Antriebe, welche der Lebensführung die
Richtung wiesen und das Individuum in ihr festhielten" (Weber, S.86). Feststand für Max
Weber dabei, dass diese Antriebe in einem hohen Maß religiösen Glaubensvorstellungen ent-
sprangen (vgl. Weber, S. 86). Den Ursprung dieser sog. Antriebe suchte Weber im Calvinis-
mus2. In der Lehre von Calvin fand Weber eine Bestätigung dafür, dass der Kapitalismus in
erster Linie protestantisch geprägt war. Calvins Lehre entwickelte sich aus seinen für die da-
malige Zeit revolutionären Auslegungen der Vorherbestimmung. Dieser ,,Prädestinationsleh-
re" zufolge beruft Gott bestimmte Menschen, die sog. Auserwählten, zum Heil und schenkt
ihnen Gnade, während er andere verwirft und zur ewigen Verdammnis bestimmt (vgl. Weber,
S. 93). Dieses Denken wurde entscheidend für die Bewertung des menschlichen Strebens.
Berufene und Nichtberufene lebten auf engstem Raum zusammen, wobei keiner wusste, ob er
zu den Auserwählten gehörte3. Calvin legte großen Wert auf weltliche Aktivitäten, die der
,,Selbstverherrlichung Gottes" dienen sollten (Weber, S.99). Gott wollte, Calvins Ansicht
nach, dass der Mensch sein Leben und seinen ,,Kosmos" gestaltete und einrichtete. ,,Die sozi-
ale4 Arbeit des Calvinisten in der Welt ist lediglich Arbeit `in majorem gloriam Dei`. Diesen
Charakter trägt daher auch die Berufsarbeit, welche im Dienste des diesseitigen Lebens der
Gesamtheit steht" (Weber, S.100). Der Sinn der Arbeit bestand für den Menschen darin, den
Ruhm Gottes zu fördern und somit die Arbeit als gottgewollt anzusehen (vgl. Weber S. 101).
1 Im Vergleich zum Kapitalismus, den es bereits in China, Indien, Babylon, in der Antike und im Mittelalter
gegeben hat.
2 ,,Der Calvinismus ist eine theologische Bewegung, die auf der Reformation und insbesondere der Lehren von
Johannes Calvin beruht. Sie bereitet durch ihre spezifische Arbeits- und Wirtschaftsethik der industriellen Revo-
lution eine wesentliche Grundlage" http://de.wikipedia.org/wiki/Calvinismus, Abruf am 12.10.2006)
3 ,,... der Sinn unseres individuellen Schicksals, - ist von dunklen Geheimnissen umgeben, die zu ergründen
unmöglich und vermessen ist" (Weber, S. 93).
4 Soziale Arbeit meint hier im Sinne von Betätigung innerhalb der politischen, kirchlichen und anderen Gemein-
schafts-Organisationen (Weber, S. 100)
4
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